Beiträge von dagmarjung

    Tierärzte sind nach meiner Erfahrung - und ich kenne viele auch außerhalb ihrer Praxis, da ich an einem Tihostandort wohne und an der Tiho arbeite - recht bodenständige und handfeste Menschen. Die sich auch mal klar äußern und einen lebenspraktischen Zugang zur Welt haben.

    Das bringt ein Studium der Tiermedizin vermutlich mit sich, in dem man nicht nur ganze Telefonbücher voller Parasiten auswendig lernen muß, sondern auch viel Zeit mit dem Arm bis zum Anschlag im Hintern einer Kuh verbringt.

    Wer das und vieles andere freiwillig zum Wohle von Tieren und deren Besitzern tut, darf Schrott auch mal Schrott nennen.

    Der Chip hat nicht nur Vorteile. Grad bei unsicheren Hunden, kann der Chip diese durch die fehlenden Hormone nur noch verstärken, Ängste begünstigen und durch psychischen Stress die Möglichkeit des Lernens komplett hemmen.

    Testosteron sorgt unter anderem für ein höheres Selbstwertgefühl. Was eben einen Hund auch seelisch stabilisiert.

    Wenn Lui sich bisher im Konfliktfall durch rüdenhaftes Verhalten wie Imponieren, Markieren und Aufreiten ausdrückt und damit sein Selbstwertgefühl ein wenig aufpoliert, kann es sein, daß er auf andere Mittel ausweichen muß, wenn ihm das Testosteron genommen wird. Er fühlt sich dann noch unsicherer, kann das aber nicht mehr durch Testosteron kompensieren. Typische Folge: Der Hund wird zum Angstbeißer.

    Denn die Ursachen bzw die Konflikte als solche sind ja immer noch da, und der Hund muß irgendwie damit umgehen.

    Es ist natürlich auch möglich, daß die Kastration (bzw der Chip, um die Wirkung vorher auszutesten) für Lui auf Dauer wirklich eine Lösung sein kann, die ihn zu einem entspannteren Hund macht.

    Das Problem: nach so kurzer Zeit im neuen Leben kann das kein Mensch wissen. Auch kein Hundetrainer. Gerade seriöse HundetrainerInnen werden das bestätigen und nicht sofort zur Kastration raten. Erst wenn der Hund innerlich angekommen ist, kann man begründete Aussagen über sein Wesen und Verhalten machen. Also nach wenigstens einem halben Jahr, wenn nicht länger.

    Ich weiß, du hört das nicht gern, aber Geduld haben und Zeit geben sind nun mal Grundvoraussetzungen für eine gelungene Beziehung zu Tieren. Ganz egal, ob Hunde, Katzen, Pferde oder Elefanten.

    Ohne das geht's leider nicht.


    Zumindest für Lui brauchst du keine 10erKarte für SitzPlatzFuß Training auf dem Hundeplatz, sondern jemanden, der sich dich und Lui in Alltagssituationen zuhause und draußen anschaut und dir genau dafür Tips gibt. Und der oder die sollte auf dem aktuellen Stand des Wissens sein und keinen veralteten Konzepten anhängen.

    Und selbst die besten Tips werden auch wieder Zeit brauchen, bis sie wirklich fruchten, denn es liegt in der Natur der Sache, daß ein so eingefahrenes Verhalten sich nicht von heute auf morgen erledigt.

    Hunde sind übrigens keine Katzen. Und Hormone sind nicht gleich Hormone. Die Pille im Körper einer Frau ist etwas ganz anderes als ein Kastrationschip im Körper eines Hundes. Das kann man nicht gleichsetzen.

    Spontan würde ich auch annehmen, daß ein Animefilm nicht die Reichweite hat, um einen Trend auszulösen. Aber das ist vielleicht zu kurz gedacht und mehr auf Deutschland bezogen.

    Naja nach der Spy Familie den Anime gabs ja auch nen Run auf Riesige wuschlige weiße Hunde.

    Wo hast du diese Information her?

    Im Jahr 2016 gab es eine Animeserie rund um Eiskunstläufer, "Yuri on Ice". Diese Serie war damals ein echter Überraschungserfolg und erreichte auch ein neues und begeistertes Publikum jenseits der eingeschworenen Animefans. In dieser Serie spielten zwei Pudel eine Rolle. Gab es in der Folge einen Hype auf Pudel?

    Das würde mich sehr interessieren.

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    Ich bin ehrlich erstaunt, wie unfaßbar cool der Hund das alles mitmacht.

    Ich muß zugeben, Pfoten scheren war und blieb hier immer sehr unbeliebt und wurde mit Wegzuckversuchen kommentiert und Zähne putzen hab ich irgendwann aufgegeben. Cara hatte zum Glück ein sehr gutes Gebiss, bis zuletzt ohne Probleme, sonst hätte ich an das Thema noch mal ernsthaft ran müssen.

    Also ja, in dem Video sind ein paar überflüssige Dinge dabei wie Pfotenballen polieren oder Nase eincremen, aber Hut ab vor der Trainingsleistung, dem Hund das alles so zu vermitteln.

    (Es sei denn, sie hat ihm vorher einige glücklichmachende Haschleckerli gegeben, wer weiß? ) :woozy_face:

    Das sind ja gute Nachrichten bezüglich Luis Gesundsheitszustand! Schön, daß ihm die Bewegung so gut tut. :smile:


    Ich glaube, das Stichwort zu deiner Fage hier ist "zur Schau stellen".

    Wer etwas sicher hat, muß es nicht zur Schau stellen. Ein souveräner, selbstsicherer Hund hat es nicht nötig, hektisch alle 2 Meter zu pinkeln. Er weiß auch so, daß er von anderen respektiert wird.

    Es sind die, die es wollen, aber nicht haben, die sich aufbauschen müssen. Wer ganz dolle und ständig demonstrieren muß wie toll er doch ist, ist eben in Wirklichkeit alles andere als souverän.

    Durchs Markieren veschafft sich ein Rüde jedesmal einen kleinen Boost fürs (mangelnde ) Selbstbewußtsein.

    Wieviel wiegt Texas und wieviel wiegt der Chi? Ich vermute, Texas ist mindestens doppelt so schwer. So gut wie jeder andere Hund, den er draußen trifft, dürfte doppelt soviel oder ein Mehrfaches von Lui wiegen. Und die Hunde wissen das ganz genau, sowohl die anderen als auch Lui.

    Stell dir vor, du müßtest ständig mit Riesen interagieren, die dich nach Belieben herumschubsen können und dies oft auch tun. Da würdest du dir auch Strategien angewöhnen, um einigermaßen gut durchs Leben zu kommen.

    Das war ja ein schlimmes Erlebnis gestern! Wie geht es deiner Hand heute? Warst du beim Arzt? Bisse soll man wegen der Infektionagefahr immer ernst nehmen.

    beim vorbei laufen noch ein besseres Leckerli in den Napf fallen zu lassen, ihm seine Ruhe zu geben

    Das ist der klassische und bewährte Weg, um dem Hund zu vermitteln, daß die menschliche Hand in Futternähe keine Konkurrenz ist, sondern im Gegenteil mehr Gutes zum Fressen bedeutet.

    Also Vertrauensaufbau.

    Nach 3-4 Wochen hatten wir das einigermaßen Griff.


    Seit er dann aber aus dem nichts vor 3 Wochen meine Freundin die Hand leicht blutig gebissen hat beim Füttern und wieder Aggressionen zeigte,

    Habt ihr das mit der Futtergabe in den Napf konsequent weiter so durchgezogen wie bisher? Oder eingestellt, weil ihr mit dem Erfolg - vielleicht zu schnell - zufrieden wart?

    Hat sich sonst irgendetwas geändert vor diesem Vorfall?

    Wie genau war die Situation, als deine Freundin gebissen wurde?

    Auf Kommando setzt er sich in den Käfig und wir stellen das Futter rein und geben das Freizeichen und schließen die Türe.

    Also bringt ihr wieder die Hand mit dem Napf direkt vor die Nase des Hundes, wenn ich das richtig verstehe?

    Wenn das so ist, verstehe ich den Sinn des Käfigs nicht so recht. :???:

    Warum nicht erst das Futter in den Käfig stellen, dann den Hund aus etwas Entfernung reinschicken und die Käfigtür schließen?

    Und wenn er fertig gefressen hat, warum nicht erst den Hund aus dem Käfig rauslassen und ihn aus dem Raum bringen und dann erst den Napf entfernen, wenn der Hund es nicht sehen kann?

    Nun gestern Abend hat er dann nach 15 Minuten immer noch nichts gefressen und nach 15 Minuten sollen wir Ihm laut der Trainerin das Futter weg nehmen. Dies ist schon 4-5x der Fall gewesen. Sobald er merkt das wir Ihm das Futter wegnehmen fängt er an sehr lautstark zu bellen und die Zähne zu fletschen. Gestern Abend hat er dann mich beim Futter wegnehmen am Handgelenk stark gebissen also nochmal schlimmer als vor 3 Wochen.

    Das ist nun wieder genau das Gegenteil der vertrauensbildenden Maßnahme, die ihr am Anfang trainiert habt. Nun ist die menschliche Hand wieder die Böse, die ihm sein Futter wegnahmen will.

    Das habt ihr ihm jetzt leider wieder mehrfach erfolgreich gelehrt.

    Warum???

    Warum enpfiehlt die Trainerin hier wieder den Konfrontationskurs?

    Der Hund kommuniziert nach deiner Beschreibung sauber durch Drohen und eskaliert erst, wenn das keinen Erfolg hat und ihr immer wieder neu beweist, daß ihr seine Warnungen ignoriert.

    Warum der Hund bei Leckerchengabe aus der Hand und Futternapf unterschiedlich reagiert, liegt sicherlich an der Vorgeschichte.

    Gut möglich, das der kleine Welpe bereits Drohknurren am Napf gezeigt hat. Da erschrecken dann viele Halter und nehmen sich vor, das Abgeben von Futter besonders intensiv zu trainieren, indem sie den Futternapf öfters wegnehmen, damit der Hund es zu dulden lernt. Dadurch sieht sich aber der Hund in seinem Verdacht voll bestätigt, daß seine Leute ihm das Futter nicht gönnen, und die Eskalationspirale schraubt sich immer höher.

    Gleichzeitig geben seine Leute ihm Leckerchen aus der Hand zur Belohnung beim Gehorsamstraining oder in anderen Allstagssituationen und denken gar nicht daran, sie ihm wegzunehmen, so daß er hier vertrauensvoll und unbefangen bleiben kann.

    Hunde lernen kontextbezogen!

    Prima, daß du die Brachyzephalie auf dem Schirm hast und auch gute Bedingungen für den Hund schaffen kannst. Ist ja nicht selbstverständlich, weil Chihuahuas keine Rasse ist, die man als allererstes mit diesem Problem verbindet.

    Der Anregung, auch Fachärzte hinzuzuziehen und sich nicht nur auf den Allgemein-Tierarzt zu verlassen möchte ich mich anschließen. Auch Richtung Herz denken!

    Zurück zur Brachyzephalie: Auf lange Sicht könnte auch eine Operation die Lebensqualität verbessern, wenn verstopfendes Gewebe aus den Atemgängen entfernt wird.

    Sind beide Hüften gleichermaßen schlecht bemuskelt oder nur eine? Falls beide, kann es an Bewegungsmangel liegen, bei einseitig muß man an falsche Belastung durch Schonhaltung denken und dann sind Schmerzen sehr wahrscheinlich und es muß natürlich nach der Ursache geschaut werden. Chonischer Dauerschmerz ist nicht unbedingt immer durch Abtasten festzustellen, zumal sich Hunde beim Tierarzt nicht selten "zusammenreißen".

    Wenn dein TA auf Physiotherapie verweist und ansonsten keinen Handlungsbedarf sieht, dann hoffe ich auf Bewegungsmangel als Ursache für beidseitige schlechte Bemuskelung, was sich bei dir sicher bald bessern wird.

    Er hat eine sehr kurze Schnauze und schnarcht sehr laut und ist daher beim laufen kurzatmig und er läuft recht schlecht durch seine Hüfte

    Was genau ist an der Hüfte? Sind Schmerzen ausgeschlossen?

    Hast du dich schon zum Thema "Brachyzephales Syndrom" informiert, also die Leiden, die durch eine zu kurze Schnauze entstehen?

    Außer Atemnot (Schnarchen und Kurzatmigkeit) ist auch die Hitzeempfindlichkeit ein großes Risiko, besonders wenn demnächst Sommerhitze kommt. Kurzschnäuzigen Hunde fehlt der Nasen- und Rachenraum, den Hunde normalerweise zum Luftaustausch und damit zur Kühlung nutzen. Deshalb sind sie besonders gefährdet, einen Hitzschlag zu bekommen, auch bei Temperaturen, die Hunde mit normal langer Nase noch gut vertragen.