Beiträge von dagmarjung

    Ja okay. Autositz, Laufstall, Kühlmatte habe ich zB für Klein-Cara nicht gebraucht.

    Und beim Welpen greift man sinnvollerweise bei Bett und Halsband/Geschirr oder Regenmantel erst mal auf billige Sachen zurück, weil der Welpe aus den Sachen so schnell rauswächst oder sie zerlegt. Für einen erwachsenen Hund wie Lui schaft man sich dagegen gleich was Besseres an.

    Ich finde es sehr gut, daß du nun doch eine Einzelstunde mit einer Trainerin bei dir zuhause gebucht hast, und was du von ihr erzählst, hört sich auch gut an.

    Zudem meinte sie auch das es nicht normal ist wenn ein Hund 2 Wochen bei einem ist und er immer noch alle voll markiert.

    Niemand hier hat jemals behauptet, daß das normal sei!

    Generell kann ich dazu noch sagen das ich trotz aller aussagen dabei bleibe das es eher imponier und sexuelles markieren ist.

    Übersteigertes Sexualverhalten wie Markieren, Aufreiten usw ist bei Hunden sehr oft ein Fluchtweg aus Stress und Konflikten, um sich selbst ein besseres Gefühl zu verschaffen.

    Es gibt auch Hunde, die sich in Jagdverhalten flüchten, aus demselben Grund, denn auch dabei werden Wohlfühlhormone ausgeschüttet.

    Es ist also kein Wiederspruch zu der Annahme, daß der Hund sich wegen der Umwälzung seiner Lebensverhältnisse nicht sicher fühlt und das sein unerwünschtes Verhalten damit zu tun hat.

    Daß sich dieses Verhalten vermutlich schon lange etabliert hat und auch ein verschwiegener Abgabegrund sein dürfte, wurde ja auch schon mehrfach gesagt.

    Es hat hier auch niemand gesagt, daß eine Kastration auf keinen Fall helfen könnte. Es ging lediglich darum, die Kastration nicht als erste und vermeintlich schnellste Problemlösung zu wählen, weil sie auch unerwünschte Nebenwirkungen haben kann.

    Der Chip hat den Vorteil, daß die Entscheidung rückgängig gemacht werden kann, aber der Hormonaufruhr im Hund ist trotzdem ganz erheblich. Und das bei einem Hund, der schon reichlich mit der Eingewöhnung in ein neues Leben zu tun hat. Daher auch hier nicht der volle Beifall des Forums, das jetzt schon zu versuchen.

    Ein Wort noch zu den Finanzen: Prima, daß du auf den Ausflug verzichtest zugunsten einer Einzelstunde! :applaus:

    Ich frage mich allerdings schon die ganze Zeit, wie man auf 500 Euro für die Erstaustattung für einen Chihuahua kommt. Zumal er das wirklich Notwendige wie Leine, Halsband und Näpfe, vielleicht auch sein Hundebett, vom Vorbesitzer noch mitbekommen haben sollte. Aber selbst wenn nicht, kommt da nach meinem Empfinden nicht soviel zusamen. Du brauchst das nicht zu beantworten, aber ich finde es immer sinnvoll, anfangs sparsam für ein neues Tier einzukaufen und dafür lieber Geld für unerwartete Bedürfnisse zurückzuhalten.

    Ich sehe beim Schäferhund echt Probleme, keine Frage, aber HD gehört nicht dazu. Waren halt mit die Ersten die konsequent geröntgt haben

    Ich habe damals die Diskussionen recht intensiv verfolgt, als das Thema HD neu aufkam. Alle Zuchtvereine waren geschockt, aber der SV war keineswegs unter den ersten, die Maßnahmen ergriffen haben. Gerade dort wurde sich heftig gewehrt, "doch nicht unser Deutscher Schäferhund, die Krone der Kynologie!!!" usw.

    Der Wiederstand war erheblich, es stand ja auch viel Geld und Prestige auf dem Spiel.

    Andere Zuchtvereine waren da deutlich aufgeschlossener und schneller, ich denke da zB an den Zuchtverein für Hovawarte.

    Aber letztens hab ich unabhängig voneinander drei junge, fast noch welpige, Schäferhunde in unserer und einer Stadt in der Nähe gesehen, bei denen ich mich echt erschrocken hab. Die liefen komplett wabbelig, so als würden sie gleich zu einer Seite umkippen, oder könnten hinten ihr Gewicht nicht halten.

    Ja, solche schwankeligen Schäferhundwelpen und Junghunde habe ich hier auch schon öfters gesehen. Wobei hier in großstädtischer Umgebung der reinrassige Deutsche Schäferhund eine eher seltene Rasse ist.

    Wenn ich solche bewegungseingeschränkten Junghunde mit Jungpudel Cara im selben Alter vergleiche, tun sie mir doppelt leid. Ich stelle mir immer vor, es reicht ein Fingerschnippen gegen die Hüfte um sie umzuwerfen.

    Wenn solche Schäferhunde dann größer werden und mehr Muskeln aufbauen, dann bessert sich das Bild zwar. Aber ich denke immer, wenn die mal alt werden und allgemein nicht mehr so fit sind, dann wird das Problem sie wieder einholen.

    Ja, sieht lustig aus, weil man weiß, daß nichts Ernstes passiert ist, aber evolutionstechnisch rettet so eine schnelle und unhinterfragte Reaktion Leben. Wenn eine unserer VorfahrInnen im Dschungel oder in der Steppe sich erschreckt und flüchtet, ist es im Zweifelsfall klug, ihrem Beispiel zu folgen und sich erstmal in Sicherheit zu bringen, bevor man fragt, was eigentlich los war. :smile:

    Ich muß gestehen, ich habe dich nach deinen Aussagen für absolut unerfahren mit Hunden gehalten und bin ehrlich überrascht, daß du nicht nur Hunde, sondern sogar Hunde mit deutlichem Agressionspotential wie Mali und Dogo Argentino gehabt haben willst.

    Wenn das so ist, müßtest du eigentlich auf Erfahrungen zurückgreifen können, die ich so in deinen ersten Beiträgen nicht wahrnehme. Zum Beispiel, daß manche Hunde schon rassebedingt keine wahllosen Kontakte zu Fremdhunden brauchen und zum Mobben neigen.

    So mancher Berufstätige holt sich einen Hund, weil er sich halt einen wünscht, und überläßt ihn dann weitgehend einer Tagesbetreuung bei Partnerin. Eltern oder anderen Menschen.

    Das ist ja nun nicht so selten.

    Wenn der Partner der TE einen Job mit langen Dienstzeiten hat, kann es auch sein, daß er einige Tage in der Woche stark eingespannt ist und dafür mehrere freie Tage hintereinander hat, in denen er sich dann dem Hund widmen kann.

    Wenn der Hund harmlos und nett ist, kann das Modell ja auch prima funktionieren.

    Leider gilt das nicht, wenn der Hund Agressions- und sonstige Verhaltensprobleme hat.

    Dir, liebe TE möchte ich ans Herz legen, den Hund nicht so sehr durch die emotionale Brille "der Arme, er hat so viel durchgemacht!" zu betrachten. Du darfst ihn lieben, das verdient er, aber du solltest ihn auf keinen Fall durch eine rosarote Brille betrachten. Daß man ein Tier liebt, bedeutet noch lange nicht, daß man von ihm wiedergeliebt oder gar nett behandelt wird.

    Für den Ist-Zustand ist es letzlich egal, warum der Hund so wurde wie er jetzt ist.

    Es ist übrigens nicht so, daß immer schlechte Behandlung schuld daran ist, wenn ein Hund agressiv wird. Hunde bringen auch angeborene Anlagen mit, zB wenn sie zum Wachen und Schützen gezüchtet sind. Können die Besitzer damit nicht umgehen, kommt es schnell zu Problemen, und der Hund lernt erfolgreich, sich mit den Zähnen durchzusetzen.

    Es kann durchaus sein, daß die früheren Freundinnen deines Partners Maßnahmen wie Wegsperren und Anbinden aus reinem Selbstschutz ergriffen haben: weil sie nicht gebissen werden wollten, dein Partner ihnen aber den Hund aufs Auge gedrückt hat so wie jetzt dir.

    Nicht du, sondern dein Partner sollte dem Hund den Maulkorb anlegen und der Hund sollte ihn ständig tragen. Als Hundeanfängerin kannst du die Gefahren im Umgang mit dem Hund nämlich nicht genügend einschätzen.

    Der Hund droht dir und du solltest damit rechnen, daß er diese Drohung auch wahrmachen wird, wenn du, vielleicht unabsichtlich, seine Grenze übertrittst.

    Passt der Maulkorb?

    Ein gut passender Maulkorb ist so weit, daß der Hund sein Maul ganz öffnen und hecheln, fressen und trinken kann. Er wirkt optisch meist wie ein übergroßer Eimer am Hundekopf, weil die meisten Maulkörbe viel zu eng sind.

    Ich verlinke mal einen Thread, in dem du viele Beispiele sehen kannst:

    Tamaris
    17. April 2012 um 23:10


    Egal ob du ihn liebst, der Hund kennt dich nach so kurzer Zeit noch nicht gut genug, um dir zu vertrauen.

    Gehst du mit dem Hund spazieren? Ein Hund, der Artgenossen in den Boden stampft, ist nicht dominant, sondern artgenossenagressiv.

    Dominanz ist ein Wort, das im Zusammenleben einer festen Gruppe angebracht sein kann, aber Zufallsbegegnungen draußen sind etwas ganz anderes.

    Viele erwachsene Hunde wollen keinen direkten Kontakt zu Artgenossen, das ist durchaus normal. Man tut ihnen dann einen Gefallen, wenn man andere Hunde von ihnen fernhält und Begegnungen vermeidet.

    Ich gehe mal davon aus, daß der Partner ihn aus dem Tierschutz oder von Vorbesitzern übernommen hat und nicht selbst derjenige ist, der den Hund schlecht behandelt hat.

    Was heißt, der Hund kann nicht alleine bleiben? Du schreibst was von einem Zwinger, kennt der Hund es, im Zwinger zu sein und kann er dort alleine bleiben, aber nicht im Haus? Oder kann er nirgendwo ohne Stress alleine bleiben?

    Bringt es dem Hund denn überhaupt etwas, wenn du bei ihm bist, wenn er Menschen nicht traut? Das könnte für ihn auch ein weiterer Stressfaktor sein.

    Es ist nett gedacht, daß du ihm sein Mißtrauen nehmen willst, aber da muß man nüchtern und bedachtsam rangehen. Eigenschutz geht immer vor.

    Vertraut der Hund deinem Partner oder neigt er auch ihm gegenüber zu agressivem Verhalten? Wie lange ist der Hund schon bei deinem Partner?

    Dein Ziel, daß der Hund ruhig und entspannt mit Menschen ist, das kann erreichbar sein oder auch nicht oder vielleicht auch nur teilweise. Möglicherweise wird der Hund immer und auch zuhause einen Maulkorb tragen oder je nachdem separiert werden müssen.

    Es gibt keinen kurzen Weg, um dem Hund klarzumachen, daß du ihm nichts Böses willst.

    Es ist zu hoffen, daß der Hund sich mit der Zeit an dich gewöhnt, wenn ihr länger zusammenlebt und daß dein Partner dich und seinen Hund auf dem gemeinsamen Weg unterstützt.

    Dafür ist es meist sehr hilfreich, wenn du dich dem Hund in keiner Weise aufdrängst, sei es durch Anfassen, Anschauen, Leckerchen geben, sondern ihn eher nicht beachtest. So wirkst du weniger bedrohlich auf den Hund. Das schafft Vertrauen.

    Ganz besonders wenn du mit dem Hund alleine bist aber auch sonst sollte der Hund immer einen gut passenden Maulkorb tragen. Ein Maulkorb ist keine Strafe, sondern eine Sicherung.