Beiträge von Treibsel

    Ohh, einen SchaPu hatte ich letztes Jahr gewollt, "leider" ist Linus keiner geworden.
    Aber nen altdeutscher ist er dennoch.

    Generell finde ich es schwierig zu sagen ob das geht oder nicht.

    Linus war mit Abstand! der ruhigste Welpe im Wurf.
    Der hat eine Schwester, die hätte ich nicht mal geschenkt genommen. Die war mit ihren 6 Wochen beim ersten Besuch und dann mit den 8 Wochen so dermaßen auf Zack, hat ständig Wege gesucht um aus dem Zwinger zu kommen, wenn man sie in etwas gestoppt hat, hat sie es nochmal extra probiert ect.

    Bei Linus hätte ich nun z.B: keine Bedenken mit einem kleinen Kind.
    Aber, die Hütitütis können schon ordentlich Trieb haben. Auch habe ich schon von Schafpudeln gehört, die dann die Kinder gemaßregelt und in die Hacken gebissen haben ect.

    Linus ist ein Hund, der schon einiges vom Kopf her machen will und eine Aufgabe will.
    So hat er z.B. mit 4 Monaten schon den Müll runter gebracht (in meiner Begleitung natürlich *g* )

    Generell merke ich, wenn ich ihn mit anderen Hunden sehe, dass er schon ein bisschen mehr auf Zack ist.
    Er bemerkt ALLES. Ein im Wind wehendes Blatt, der Grashalm der umgeknickt ist,... Momentan ist er draußen nur in 2 Modi zu sehen. Entweder vertieft in einen Geruch oder im Turbo Galopp um ja nichts zu verpassen.

    Abschalten kann er kaum. Liegt er bei mir im Zimmer und schläft, stehe ich auf, ist er sofort wach.

    Dabei habe ich im ersten Jahr bei ihm vor allem darauf geachtet, dass er lernt Ruhe zu halten.

    Was bei den Hütis oft mMn falsch gemach wird, ist dass man sie zu sehr fordert.
    Da wird dann 3 mal die Woche zum Agi gegangen, 2 mal noch zum Canicross und täglich zum Joggen, weil der Hund muss ja ausgelastet werden.
    Da zieht man sich einen kleinen Neurotiker ran, der immer auf hab acht ist.

    Bei Linus merke ich, dass der sehr intelligent ist und vor allem zielstrebig. Hat er sich in den Kopf gesetzt etwas zu erreichen, dann versucht der das auf sehr vielen Wegen, zum Teil auch Wege an die ich nie gedacht hätte.

    Kleine Beispiel:
    Linus war 11 Wochen alt, ich wollte ihm beibringen dass er nicht vor mir durch die Türe läuft und auch nicht drängelt.
    Ich blocke also den Weg links von mir, sagt er sich "okay, geh ich rechts vorbei". Ich also rechts geblockt und über die Schulter beobachtet, dass er wieder Richtung Zimmer abdreht und mich gewundert dass das so schnell ausdiskutiert war.
    Im nächsten Moment lief er rückwärts an mir vorbei.
    Ich hatte damit überhaupt nicht gerechnet und war so perplex, dass er damit sogar durch gekommen ist.

    Ein Hüti, denkt halt auch sehr mit.
    Er weiß genau, welches Verhalten erwünscht ist, denkt aber, er könnte selber entscheiden ob es nun dran ist oder nicht.
    Beispiel: ich übe den Rückruf. Was macht Linus? Schaut rechts und links ob es einen Anlass dafür gibt und wenn es keinen gibt kommt er zwar, aber im Schneckentempo.

    Er wirkt wie ein Bulldozer, ist aber extrem sensibel.
    Wenn er etwas nicht will, dann kommt man überhaupt nicht weiter, wenn man es über Druck versucht. Man muss ihm das Gefühl geben, dass er das gerade selber wollte ;)

    Ich mag solche Hunde. Aber da ist einfach auch klar, dass man gewisse Abstriche machen muss. Nen Kadavergehorsam würde ich bei ihm wohl eher nie erreichen. Man lernt mit der Zeit aber auch einfach, welches Kommando nun Not tut und welches man nun auch einfach mal gut sein lassen kann.

    Was auch manchmal schwierig ist, dass er versucht sein "Rudel" beisammen zu halten. Und alles was mehr ist als nur er und ich ist ein Rudel ;) Sprich wenn man sich dann mal kurz trennt ist der Protest groß.

    Ich denke zum "nebenher" ist das eher kein Hund, ich weiß auch nicht ob ich mir persönlich vorstellen könnte noch einen AHH zu zwei sehr kleinen Kindern und noch einem Hund dazu zu holen.

    Wie gesagt, es kommt auch sehr auf die charakterliche Veranlagung vom Hund drauf an. Die Schwester von Linus ist nun an einer Herde mit 3000 Tieren und da total glücklich.

    Ich hoffe ich habe dich nun nicht noch zu sehr verwirrt oder zu unklar geschrieben. Ich bin schon im Halbschlaf.

    Habe mich nun natürlich auch sehr an dem orientiert, was ich durch Linus kennen gelernt habe. Andere AHHs sind da vielleicht ncohmal anders.
    Wobei wie gesagt, Linus war aus seinem Wurf der Ruhigste - und der hat schon ordentlich Dampf im Hintern

    Ich denke mal, dass auch die Kamera samt dazugehörige Leute für Stress gesorgt haben.

    Eher nicht.

    Die Kameras sind nämlich fest installierte Kameras - da rennt kein Kameramann o.ä. durch die Gegend.
    Die werden da bewegliche Kameras in vielen Ecken stehen haben.
    Wir am Anfang auch gesagt - 35 installierte Kameras

    Dass der Hund zu etwas gemacht wird und er kein Mitspracherecht hat, das hat man ja eigentlich immer, wenn man sich ein Tier holt - egal welches.

    Aber da man sich ein Tier immer aus Egoimus anschafft, daraus ergibt sich erst Recht die Verantwortung, dass man dem Lebewesen gegenüber mit dem größtmöglichen Respekt gegenüber tritt, so wie @wiejetztich es oben schon gesagt hatte.

    Eine Bindung wird vorhanden sein, so wie von ihren Eltern geprügelte Kinder auch an ihre Eltern gebunden sind. Die Frage ist, was die Bindung für eine Qualität hat.

    Und ein Lernen mit Zwang, Schmerz und Unterdrückung ist kein "gutes" Lernen. Das ist einfach auf endokrinologischer Ebene unmöglich. (bei Stress wird Adrenalin ausgeschüttet und das hemmt die Fähigkeit zu Lernen).

    Ich würde nun auch nicht bezweifeln wollen, dass der DHF im Film Hunde mag, aber mMn wird der Hund hier zum Objekt gemacht, vollkommen ohne ein Gespür dafür zu haben, dass der Hund ein lebendiges Wesen ist, das verhaltensbiologisch und von der Gehirnstruktur her, ziemlich "baugleich" zum Menchen ist. Mit Gefühlen, Freude, aber auch Schmerzen.

    Und ich bin mir ziemlich sicher dass das Training der Hunde auch ohne "Einwirkung" die einer kurzen Strangulation gleicht geht.

    Ich bin gerade dabei die Doku zu schauen.

    Zu der Diskussion hier bisher, es wurde ja gar nicht gesagt, dass generell, alle DHF ihren Hund als Gerät ansehen.
    Es wurde auf Grundlage der Doku gesagt, was man für ein Bild davon hat.

    Und Hunde in sehr vielen Bereichen müssen funktionieren.
    Aber ob das über Schläge ect sein muss?
    Und was das in dem Fall für eine Art Beziehung ist und ob da auch wirklich Bindung von beiden Seiten aus besteht ist mMn zweifelhaft

    Aber habe ich das richtig verstanden, dass einer der Welpen zum Züchter zurück gegeben wurde, weil ein Geschwisterwelpe den Rückbiss hat?

    Oder wurde der Welpe wegen dem Rückbiss zurück gegeben? Das habe ich nicht ganz verstanden welcher RR da nun welcher da.
    Ich kann die ja eh nie unterscheiden :D

    @Krümel21 ein Katzenbaby das eine Deformation im Herz-Lungen Raum hatte, dadurch Atemprobleme und kaum fressen wollte und entsprechend auch nicht zugenommen hat

    Linus ist nun 19 Monate alt und auch nicht kastriert (und wird das auch nicht).
    Es fing mit meiner Mutter an, als er ca 7 Monate alt war.
    Wann ich ihn denn kastrieren lassen würde.
    Gar nicht.
    Doch, das MUSS ich!!

    ging dann ein bisschen hin und her, seither hat zumindest sie noch nicht wieder gefragt.

    Aber wenn man "fremde" HH trifft, da wird dann öfter gefragt ob kastriert (im Zusammenhang mit intakten Rüden die nicht mit allen intakten kompatibel sind, finde ich das nachvollziehbar).
    Aber wenn die Frage dann lautet "ist er denn schon kastriert?!" mit so nem gewissen Unterton muss ich mich auch am Riemen reissen.

    Hier in der Nachbarschaft gibt es ein Ehepaar, selber nen Hund, 4 1/2 Jahre, Rüde, intakt.
    Von denen werde ich STÄNDIG darauf hingewiesen dass ich Linus doch nun endlich mal kastrieren lassen MÜSSTE.
    Habe nun schon mehrmals klar gestellt, dass ich das selber entscheide und ich das auch nicht einfach mal eben so machen lasse.
    Mittlerweile gehe ich ihnen aus dem Weg.