Beiträge von BeardiePower

    Also, meine eher eigenständige Hündin ist aber schon motiviert, etwas mit mir zu tun. Sie macht freudig mit, aber sie kann einen auch gerne die Stinkekralle zeigen, wenn sie jetzt z.B. schon wieder Platz machen muß (auch wenn was anderes dazwischen gemacht wurde) oder partout eine Übung an diesem Tag doof findet (den nächsten Tag nicht mehr) oder oder oder.

    Meine vorige Hündin (auch Beardie) hat, wenn es ihr zu doof wurde, einfach die Kommandos / Tricks vertauscht. Sie hat dann z.B. statt Rolle sich gedreht - aber sie hat nicht wahllos vertauscht, sondern immer zwei miteinander. War total lustig. Ja, und sie hat beim Üben vom BH-Schema gehumpelt. Kaum hörte ich auf, war das Humpeln weg.

    Einem Beardie wird es schnell langweilig. Sie arbeiten zwar gerne mit ihren Menschen zusammen, aber sie wollen ständige Abwechslung haben, ansonsten wird es schnell langweilig. Und sie möchten gerne einen Sinn in ihrer Aufgabe sehen.

    Auch hier kann man nicht pauschal sagen, daß eigenständige Hunde überhaupt nicht motiviert sind, mit ihren Menschen was zu arbeiten. So hörte es sich nämlich dauernd an bei den verschiedensten Posts.

    Hier himmelt Maddy gerade "ihre" Mia (meine Nichte, fast 8) an.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.


    Ich finde den Gesichtsausdruck sooo süß!

    Hier wird zu viel in Schubladen gedacht (ich nehme mich da nicht aus). Es heißt immer wieder "entweder kooperativ oder eigenständig". Dabei gibt es auch noch Zwischenstufen. Ein Hund, der kooperativ ist, kann auch mal eigenständiges Verhalten zeigen. Genauso wie ein eigenständiger Hund kein Hund ist, der die Ohren permanent auf Durchzug hat, sondern auch Kommandos ausführen kann.
    Als Beispiel wieder (m)ein Beardie: Meine Hündin ist kooperativ und arbeitet zusammen mit mir z.B. Dummytraining, suchen oder eben das ein oder andere Kommando zum Auffrischen (Beschäftigung, ohne sportliche Ambitionen). Aber von Zeit zu Zeit ist ihr dann das eine oder andere Kommando zu blöd. Oder wenn ein und dasselbe Kommando ein paarmal hintereinander kommt, dann fängt sie an zu meckern. Sie sieht einfach keinen Sinn darin, warum sie sich 4 mal hintereinander hinlegen soll.
    Beim Spaziergang kann sie super hören - und an einem anderen Tag braucht man eben ein paar Versuche, bis sie zu einem kommt oder stehen bleibt.

    So wird es auch bei manch anderen Hunden sein. Das eine schließt ja das andere nicht aus. Wieso dann immer dieses "entweder oder"?

    Also, ich bin da wahrscheinlich ein wenig anders.
    Für mich ist dieses "sofort ausführen" schon beim Obedience am Rande des Kadavergehorsams (wie geschrieben, habe ich da meine eigene Definition, siehe weiter vorne) und das ist überhaupt nicht meins.
    Hören sollen Hunde schon, aber sie sollten auch mal kurz überlegen dürfen oder eben auch mal erst aufs dritte Auffordern ausführen. Finde ich.
    Aber jeder hat da seine eigene Vorstellung, was er besser findet und da gibt es ja praktischerweise dann auch für jede Vorstellung die entsprechenden Rassen. Genauso hat jeder seine eigene Vorstellung, was er unter Kadavergehorsam versteht. Und wie ich sehe, ist meine Definition doch ziemlich anders als eure. Da kann man schon mal aneinander vorbei reden, wenn man dasselbe Wort sagt, aber jeder etwas anderes damit meint.

    Da ich auch mit dem Wort "Kadavergehorsam" um mich geworfen habe, hier meine persönliche Definition.
    Wenn ich "Kadavergehorsam" sage, dann meine ich Hunde, die sofort - wie aus der Pistole geschossen - den Befehl ausführen, ohne darüber nachzudenken. Hunde, die denselben Befehl noch nach 20 Wiederholungen sofort ausführen, ohne zu meckern. Hunde, die ohne nachzudenken alles tun, was gesagt wird, ohne darüber nachzudenken; die also auch aus dem Fenster springen würden, wenn es der Mensch sagt. Hunde, die wie Roboter funktionieren; wo man das Gefühl hat, sie würden komplett fremdgesteuert und würden nicht selber denken. Egal, wie sie das alles erlernt haben.

    Hier mal ein Auszug eines Artikels einer Beardiezüchterin. Das zeigt wunderbar den Unterschied zwischen "hören, aber nicht denken" (wenn auch kein richtiger Kadavergehorsam) und "mitdenken":
    Zitat aus der Seite Brambledale Bearded Collies | Temperament....
    "In I962 I bought a Beardie puppy of my own and I trained him at the same club. We competed very successfully against the other breeds but what we enjoyed most was thinking up new games and tricks for ourselves. The incident that made me decide to give up obedience competitions is a good illustration of the Beardie character. We were competing in an obedience test on a very hot day in July. In spite of the heat, Brett had worked well and we had only the 'stay' left to do. All the dogs had to be left in a line in the ring, in the full heat of the sun, while the handlers disappeared out of sight. I felt very guilty about asking my dog to lie in the hot sun - winning the competition suddenly seemed a very silly goal ….. When we returned to the ring I was overjoyed to find that Brett had solved the problem for himself. He was still lying in the ring but he had moved a few yards to occupy the only patch of shade - under the judge's table! No marks from the judge but top marks from me for using the Beardie ability to understand what is required and to use his own initiative to do it in the best way as a true partner." Zitat Ende

    Wir haben den auch. Und meine Hündin brauchte das gar nicht zu lernen, daß man da auf den Buzzer drückt - sie hat sich das von mir abgeschaut, als ich das ausprobiert hatte, ob es auch funktioniert. Und eure Hunde?