Ein Hund ist für mich auch "heruntergekommen", wenn er sich offensichtlich nicht mehr wohlfühlt in seiner gewohnten Umgebung. Jammern, in Panik wieder reinwollen, sind für mich eindeutige Anzeichen dafür, selbst wenn die Hülle noch passabel aussieht.
Ich wollte es keinem meiner Hunde zumuten, nur noch ein müder Abklatsch seiner selbst zu sein. Und wenn man schon selber anfängt, die positiven Lebensäußerungen zu zählen, ist es meiner bescheidenen Meinung nach höchste Zeit zu handeln, entweder durch weitere medizinische Maßnahmen, die sofort Linderung verschaffen, oder durch den Schritt in den Hundehimmel.
Wie steckt die Hündin denn die ganzen Tierarztbesuche weg? Und wie reagieren die anderen Hunde auf die Oma?
Ich habe nämlich vor ca. 10 Jahren eine absolute Augenöffner-Erfahrung mit einem Hundepaar aus älterer Hündin und jüngerem Kastraten gemacht, als der Rüde, der der Hündin treu ergeben war, plötzlich anfing, andere Hunde von seiner Königin wegzubeißen, auch langjährige, gute Hundefreunde.
Ich erkannte nicht, dass das "Lass sie in Ruhe, sie kann/will das nicht mehr" bedeuten sollte, weil für mich die Hündin trotz diverser Erkrankungen noch absolut fit war.
Und irgendwann bei einer der häufiger werdenden Schmerzkrisen war der Rüde wie ausgewechselt, hing gelangweilt in der Leine, so nach dem Motto, geht's jetzt endlich weiter, los, los, schneller, und manchmal guckte er die Hündin buchstäblich nicht mehr mit dem Allerwertesten an.
Da wusste ich, ich kann sie einschläfern lassen, falls sie die immer höher dosierten Schmerzmedikamente nicht mehr vertragen würde.
Es dauerte allerdings noch zwei weitere Monate, bis ich es nach einem Kreislaufzusammenbruch tatsächlich tat, auch, weil sie absolut tierarztmüde war. Sie wollte schon gar nicht mehr ins Auto, weil ja die Chancen, dass es zum Tierarzt ging, schon 50 : 50 standen.
Ich habe auf weitere Diagnostik verzichtet und sie mit der Würde einer angeschlagenen Königin gehen lassen.
Caterina