Klischee insofern, als dass wieder einmal der eigene Hund zum Maß aller Dinge gemacht wird:
Er ist harmlos, also darf er...
Und Schuld bzw. sich falsch verhalten haben ohnehin "die anderen":
- die Mutter, die panisch reagiert, wenn ein Schäferhund über den Gartenzaun setzt und sie und ihr Kind umkreist (mein erster Gedanke wäre, wie verdammt sichere ich meinen Zaun besser, und nicht, ob mein Schäferhund jetzt ein Problem mit Kindern hat),
- die Halter von 6 "Wachhunden", die laut Nachbarschaft ja sowieso "aggressiv" sind (immerhin hat da wohl offensichtlich ein Umdenken stattgefunden, denn Tut-und-hört-nixe leben durchaus gefährlich, wenn jemand anderem die Sicherung durchbrennt),
- und hier jetzt die andere Frau.
Wir leben doch erst dadurch in Zeiten von Landeshundeverordnungen, Pauschalvorverurteilungen von sog. Kampfhunderassen (das hätte man sich mal als Rottweilerhalter mal erlauben sollen), weil zu viele Hundehalter offensichtlich nicht in der Lage sind, ihre Hunde so vorausschauend zu halten und in der Öffentlichkeit zu führen, dass die Umwelt nicht über Gebühr erschreckt, belästigt oder was weiß ich wird.
(Und dass sich Hunden gegenüber eine erschreckende Vollkaskomentalität breit gemacht hat, so nach dem Motto, ich habe mich auf dem Gehweg erschreckt, weil auf einem Grundstück ein Hund gebellt hat. Oder dass herumliegender Hundekot regelmäßig zu hochtoxischem Sondermüll deklariert wird.)
Will sagen: Ich finde es taktisch völlig falsch, die Anzeige der Gegenseite als überzogen herunterzuspielen oder auf der Harmlosigkeit des eigenen Hundes herumzureiten, ich würde in der Stellungnahme schreiben, ja, das war übergriffig, eine generelle Leinen- oder gar Maulkorbpflicht ist aber unseres Erachtens nicht nötig, weil der Hund beim Verwandten jetzt ohnehin an der Leine bleibt und wir diese oder jene Maßnahme ergreifen, damit der zwar freundliche, aber bisweilen übergriffige Hund nicht ungefragt zu anderen Leuten/Hunden hingeht; der Hund ist noch jung und formbar, wir arbeiten an der Erziehung.
Das hat doch nix mit "Automaten" zu tun, sondern schlicht mit Umsicht und Rücksichtnahme, genau wie im Straßenverkehr.
Caterina