Beiträge von Cattledogfan

    Aus sehr traurigem Anlass bin ich derzeit nur noch zwei verlängerte Wochenenden pro Monat zu Hause, und da die Bahnfahrerei mit dem einen Hund, der mich ins "Exil" begleitet, wegen der langen Strecke langsam richtig ins Geld geht, hatte ich mir überlegt, ihn im Rollkennel wie ein Gepäckstück zu transportieren, weil mittlerweile auch auf dem letzten Nahverkehrsabschnitt nur noch Niederflurzüge fahren, d. h. ich könnte den Kennel aus allen Zügen rausrollen.

    Das würde mir den halben Fahrpreis 2. Klasse ersparen, denn für Hin- und Rückfahrt sind das mittlerweile knapp 150 Euro - nur für den Hund, wohlgemerkt! Ich selber zahle mit Bahncard 50 dasselbe.

    Hat irgend jemand - ich spekuliere auf Züchter, die Hunde zu Ausstellungen transportieren - vielleicht gute Erfahrungen mit einem bestimmten Modell/Fabrikat gemacht? Also nix, wo die Rollen eigentlich nur schmückendes Beiwerk sind? Mein Border-Tier ist leider ziemlich groß und geht beinahe in Collie-Richtung, und pro Strecke steige ich mindestens zweimal um.

    Caterina

    Meine Mutter würde nie mit mir mitkommen, solange meine Schwester auf unbestimmte Zeit im Krankenhaus ist. Auch meine Schwester wird meine Unterstützung brauchen, weil niemand weiß, wann und in welchem Zustand sie wieder nach Hause - sie und Mama bewohnen gemeinsam ein Haus - kommen wird.

    Außerdem ist Mamas ganze Infrastruktur hier, Ärzte, weitere Familie, die wenigen und wichtigen sozialen Kontakte, die sie noch hat, und auf dem Hof wäre ich alleine mit der Verantwortung, denn ich habe manchmal mehrtägige Kundentermine, d. h. ich bin über Nacht weg, und es ist schon schwierig, unregelmäßige Betreuungsmöglichkeiten für einen Hund zu finden, geschweige denn für einen alten Menschen mit all seinen Schrullen und wechselndem Pflegebedarf. Hier wohnt wenigstens mein Bruder mit Familie nur wenige Schritte entfernt, der immer mal kurzfristig einspringen kann, und auch meine Schwägerin ist ein Goldstück und guckt, wenn Not am Mann ist.

    Doch das Haus ist zu klein, um hier mit Frau und zwei Kindern einzuziehen, sonst wäre ich verschont geblieben.

    Mein Freund ist Bauer, der kann und wird seinen Hof nicht verlassen, wovon soll er leben, und außerdem ist sein eigener Vater krank, so dass es völlig ausgeschlossen ist, ihn ggf. auch noch in die Betreuung meiner Mutter einzubinden.

    Ich habe noch nie einen Hund abgegeben, immer nur anderer Leute Hunde aufgenommen, so auch Spockie, der bei der Vorbesitzerin Gefahr lief, als guter Viehhund in der Arbeitslosigkeit zu versauern, so dass sie ihn schweren Herzens ziehen ließ, weil sie ihm ein "besseres" Leben wünschte, als sie es ihm durch kurzfristig veränderte Lebensumstände hätte bieten können.

    Nun, jetzt trifft es mich, und ich hätte nie gedacht, dass einen der nahende Abschied von diesem feinen, schlitzohrigen Kerl so fertig machen würde, ganz abgesehen von dem großen Leid in meiner Familie.

    Ich bin am Boden zerstört, denn meine Schwester, die sich bisher um unsere hilfsbedürftige Mutter gekümmert hat, ist schwer erkrankt, und ich muss mein Zuhause auf dem Bauernhof verlassen und kann nur einen Hund, und zwar den Border Collie, mitnehmen zu meiner Mutter, über 700 km vom Hof entfernt, wo ich jetzt eine gute Woche ohne Hunde absitze, bis mir eine weitere Woche bleibt, um meine Sachen zu packen - und unseren Super-Spock, den König der Koolies, abzugeben!!

    Nur die Cattle-Kröte wird bei Herrchen bleiben - der stinkesauer auf mich ist, weil ich Spock mit Hilfe der Vorbesitzerin ein neues Zuhause, natürlich mit richtig Arbeit, suchen will. Aber zwei Hunde, Spock & Kröte, und niemand außer Herrchen, das würde aus dem Ruder laufen, denn Madame Cattle-Kröte fängt an, ihr eigenes Ding abzuziehen, und meinem Freund fehlt für gewisse Dinge einfach der Blick, er sieht oft nicht, wann er eingreifen muss.

    Außerdem fehlt ihm für manche von Spockies Spleens das Verständnis, er liebt ihn heiß und innig, überfährt ihn aber manchmal mit seiner Liebe wie ein Kleinkind, das mal "ei" machen will und dem Hund den Finger ins Auge bohrt. Die ruppigere und deutlich unempfindlichere Cattle-Kröte passt besser zu ihm.

    Ich verdanke meiner Mutter den Hundevirus, der mein Leben so unendlich bereichert hat, daher könnte ich mich selber nicht mehr im Spiegel ansehen, wenn ich sie jetzt alleine ließe.

    Nichtsdestotrotz, Spock zu verlieren, belastet mich ähnlich stark wie die schwere Krankheit meiner Schwester, aber er hat es verdient, nicht für eine ungewisse Zeit quasi in der Warteschleife auf sein bisheriges Leben mit viel Auslauf, viel Ansprache und dem Privileg als Obermacker zu hängen. Er ist jetzt vier, in der Blüte seiner Leistungsfähigkeit, und nach gut zweieinhalb Jahren bei uns wünsche ich mir nach der Genesung meiner Schwester nichts sehnlicher, als dass er das allerbeste Zuhause findet, auch wenn es mich schier zerreißt bei dem Gedanken.

    Nunja, dass wir eben alles etwas auf die Leichte Schulter genommen haben usw. Wobei das ja jetzt hier nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun hat

    Doch, natürlich hat es das. Ihr habt das Verhalten Eures Hundes und mögliche Konsequenzen falsch eingeschätzt.

    Der Hund ist gerade mal 5 Monate bei Euch, da ist Vorsicht immer angeraten, wenn man das Tier noch nicht zuverlässig einschätzen kann und es noch in der Eingewöhnungsphase ist.

    Caterina

    Oh, ich kann Dich gut verstehen!

    Bei mir sind es RATTEN!! Und ich wohne auf einem Bauernhof, wo die Wahrscheinlichkeit, auf Ratten zu treffen, deutlich höher ist als in einer Etagenwohnung.

    Ich bekomme Panik und fange hysterisch an zu kreischen, das gebe ich ganz offen zu. Mein Freund und seine Eltern belächeln mich deswegen.

    In meinem Bekanntenkreis hatten bzw. haben auch einige Farbratten, und es gibt ganz klare Absprachen, wie nah die mir kommen dürfen.

    Meine Behelfslösung ist, immer einen Hund dabei zu haben, wenn ich an besonders "verrattete" Stellen auf dem Gelände oder in den Gebäuden muss. In den Holzschuppen werfe ich abends z. B. immer erst einen Stein.

    Aus Erfahrung kann ich Dir raten, konfrontiere Dich mit Deiner Angst in dem Maße, wie Du sie aushalten kannst. Wenn Du einen besonders bellfreudigen Hund kennst, dann lass Dir vom Besitzer erklären, warum er jetzt bellt, so dass Du nach und nach lernst, die Bellsituation zu deuten, denn Bellen ist unheimlich vielseitig als Lautäußerung und kann von Aggression über Übermut bis hin zu verzweifeltem Rufen alles Mögliche bedeuten.

    Und ich würde auch Hundebesitzern möglichst frühzeitig sagen, dass Du Angst hast, so dass sie ihre Hunde zügig einsammeln.

    Caterina

    Damit implizierst du aber, dass der Hund bei der TE nicht gut untergebracht ist

    Nein, tut sie nicht.

    Die beste Lösung im Sinne des Hundes wäre nämlich, wenn er so schnell wie möglich auf eine passende Endstelle kommt, völlig unabhängig davon, ob wieder bei der TE oder woanders.

    Nur: Das wird nicht möglich sein, wenn durch die Hinzuziehung eines Anwalts erst mal gehörig Rechtsunsicherheit bezüglich der Besitzverhältnisse geschaffen wird, so dass der Hund evtl. für Monate im juristischen Nirwana hängt und nicht vermittelbar ist.

    Oder evtl. doch vermittelt und dann im schlimmsten Fall herausgeklagt wird (sofern sich die überlasteten Gerichte überhaupt damit befassen).

    Ich maße mir in Unkenntnis der genauen Umstände weder ein Urteil über die TE und ihre Haltungsbedingungen noch über den Tierschutz an, sondern möchte einfach nur noch einmal darauf hinweisen, dass jenseits aller menschlichen Befindlichkeiten und allen Schmerzes der TE auch noch die Bedürfnisse des Hundes zu berücksichtigen sind.

    Und es würde von wahrer Größe zeugen, wenn alle menschlichen Intervenienten ihre eigenen Befindlichkeiten zurückstellten und gemeinsam das passende Zuhause für den Hund suchten.

    Das dann vielleicht ja doch bei der TE wäre, wer weiß.

    Dass das Wunschdenken ist, weiß ich auch. Nichtsdestotrotz gibt es auch diesen Weg.

    Caterina

    Ich frage mich, was der Hund von dem ganzen Hickhack hat.

    In Anbetracht der Tatsache, dass er - wenn man den Oktober ganz mitrechnet - gerade mal drei Monate bei Dir war, von denen er wegen Überforderung x Tage/Wochen zurückstecken musste, glaube ich kaum, dass er schon "angekommen" war.

    Ich glaube, wäre ich an Deiner Stelle, würde ich den Hund ziehen lassen, wenn er gute Vermittlungschancen hat. Es können sich immer Umstände ergeben, dass es eng wird im eigenen Leben für einen Hund, und dieses Tier ist immerhin kein langjähriger Wegbegleiter, sondern hat bisher nur ein kurzes Gastspiel in Deinem Leben gegeben.

    Und Du in seinem.

    Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du zur Ruhe kommst und Deinen Frieden mit der Sache machen kannst.

    Und Dich unter Abwägung aller Umstände auf die Suche nach einem neuen Hund machen kannst.

    Wenn die Zeit dafür in Deinem Leben reif ist.

    Alles Gute!

    Caterina