Im Nachgang dazu noch eine kleine Geschichte von vor 10 Tagen:
Herrchen hat sich mal wieder einen "guten Vererber" andrehen lassen, sprich, ein absolutes Mistvieh von Bulle, der auf einer der Dauerweiden Färsen decken soll und der, kaum dort angekommen, nichts Besseres zu tun hatte, als erst mal mit den ihn neugierig umringenden Weibern Krawall anzufangen und sie schnaubend wegzustoßen.
Schon auf dem Hof mussten beide Hunde, also Spockie-Koolie und Cattle-Kleinteil, ran, um ihn die Rampe auf den Viehwagen hochzudrücken, und schon dort hatte er eine der Kühe, die ausgemustert wurden und möglichst noch einmal gedeckt werden sollen, umgestoßen.
Klar, Stress, neue Umgebung, neue Weiber, das gibt sich...
Beim Abladen war die Kuh zwar etwas steifbeinig, aber wir dachten, auf über 40 ha können sich die insgesamt 35 Tiere locker aus dem Weg gehen.
Nach 3 Tagen Anruf eines Jägers, da und da - offene, schattenlose Fläche - liegt auf dieser Weide ein Tier, das offensichtlich versucht aufzustehen und es nicht schafft.
Ich war mit den Rüden unterwegs, Herrchen hatte nur die Cattle-Lotte da, laut Jäger war der Rest der Herde Richtung Wald zu einem Tümpel unterwegs.
Herrchen also mit Hund und Notfallausrüstung, d. h. auch einem Bottich und Wasserkannen, los zu der Weide, da er sich schon dachte, dass es die umgerannte Kuh sein könnte, fährt mit dem Auto ran an die auf dem Hintern sitzende Kuh, der Rest der Herde, also auch der Bullen-Kotzbrocken, kriegt das mit und dreht um.
Die ersten Färsen kamen wohl fröhlich angetrabt, so nach dem Motto, oh, hallo, Bauer, schön, dass Du da bist, zeig doch mal, was Du uns Nettes zu fressen mitgebracht hast...
Sie kennen nämlich die Bottiche, aus denen es auch mal Schrot gibt.
Die Lotte jagt sie auch brav wieder weg, weil Herrchen nur schnell die Kuh begutachten und mit Wasser versorgen wollte.
Doch ruck, zuck war die ganze Herde da, und 34 Tiere, einschließlich röhrendem Bullen, jagten den Hund...
Herrchen erzählte hinterher, dass sie wohl immer dann, wenn sich die Tiere ihm näherten, all ihren Mut zusammennahm und in alle Flotzmäuler biss, die sie erwischen konnte, so dass er zwar hastig, aber ausführlich genug die Kuh begutachten und versorgen konnte.
Ohne den Hund hätte er sich wohl ins Auto geflüchtet und unverrichteter Dinge wieder fahren müssen.
Das war eine ganz großartige Leistung für so einen jungen Hund, noch dazu ohne ihren spitzohrigen Kollegen, und das brauchte ihr niemand zu sagen, was sie zu tun hatte, das Beschützen liegt ihr im Blut.
Meiner bescheidenen Meinung nach sollte ein Cattle Dog, genau wie andere Rassen mit Schutztrieb auch, Gelegenheit haben, mutig sein zu dürfen, ohne dass das als Problem oder zu bearbeitende Baustelle betrachtet wird und gleich die volle Breitseite der heutigen hundepsychologischen Erkenntnistheorie oder der vielgepriesene Hundesport aufgefahren wird.
Den kann man sich nämlich meiner Meinung nach Ihrwisstschonwas, wenn man einen Hund bei seiner ureigenen Bestimmung sieht.
Caterina