Beiträge von Cattledogfan

    Aber ja, teilweise grenzt diese Spezialisierung an Qualzucht.

    Ich würde es anders formulieren:

    Wenn man aus Spezialisten "Showlinien" herauszüchten will, besteht ein großes Risiko von Qualzucht. Wesensmäßig.

    Und wenn dann noch Lebensumstände hinzukommen, die an die Hunde völlig andere Anforderungen stellen als die, die sie von ihrer Genetik her erfüllen können, wird es grenzwertig.

    Caterina

    So'n Koolie kommt in Deinem Kopf für die Rinder nicht vor? =)

    Antoni: Nimm Dich bloß in Acht vor flying-paws genialen Ideen - genau so fing es bei uns auch an, und wo es hinführte, kannst Du u. a. in diesem Thread nachlesen... :pfeif::pfeif:

    Nathy: Du willst ja aus Deiner Midna auch einen Wurf ziehen, nicht wahr? Läufst Du mit ihr eigentlich Rindertrials?

    Aber mal ganz im Ernst: Ich finde die Kombination aus unterschiedlichen Rassen wirklich nicht schlecht.

    @Nala_Podencomix: Ich weiß nicht, wie Ihr wohnt, aber ich persönlich würde so ein Experiment nach der Erfahrung mit zwei dauerhaft unverträglichen Hunden in einem großen Haus (!) nie und nimmer wagen, denn:

    a) Der Hund wäre neu, d. h. die Menschen müssten ihn erst einschätzen und vor allem kontrollieren können. Ich wollte nicht in der Enge einer Wohnung zugreifen müssen, wenn der Hund meint, an einem Menschen, der den Katzenbereich betreten will, vorbei zu wollen. Oder wenn eine Katze doch in den nun für den Hund abgesperrten Bereich hineinschlüpft.

    b) Bei reiner Wohnungshaltung der Katzen würde deren ohnehin begrenzter Lebensraum noch weiter eingeschränkt, evtl. sogar dauerhaft, falls der Hund katzenunverträglich bleibt.

    c) In einer Wohnung kann man selten eine doppelte Sicherung in Form einer Schleuse einbauen, d. h. dass immer mindestens eine Tür zwischen den Tieren zu ist, so dass man auch, wenn man etwas von Raum A nach Raum B tragen will oder man Besuch hat, sicher sein kann, dass einem keines der Tiere durch eine kurz geöffnete Tier durchwitscht und dann direkt im Bereich des anderen ist.

    Caterina

    Bauer "Nein-die-Brille-brauch-ich-wirklich-nur-zum-Lesen" hatte offensichtlich eine Ohrmarke falsch abgelesen und nicht die richtige Kuh zum Kalben trockengestellt.

    D. h. die Kuh, die hätte trockengestellt werden sollen, kalbte in der Herde, was erst beim morgendlichen Melken bemerkt wurde, da sie keinerlei Anstalten machte, raus auf die Weide zum Kalb zu wollen.

    Bauer "Ja-beim-nächsten-Mal-setz-ich-dann-doch-besser-die-Brille auf" vermutete eine Totgeburt, schickte aber sicherheitshalber den Betriebshelfer zum Absuchen auf die Hauskoppel.

    Der fand nichts.

    Als die Kühe am Nachmittag wieder zum Melken reingeholt waren, ließ ihm das keine Ruhe, und er kam noch einmal zum Haus, um gemeinsam mit "Spo-hock!!" abzuziehen.

    Keine 10 Minuten später hatte Special Agent Spock das Kalb gefunden, schon ziemlich entkräftet in einem ausgetrockneten Graben.

    Jetzt kommt es wieder zu Kräften, bei einer Amme, einer frisch abgekalbten Färse, die eine schwere Zwillingsgeburt hatte und dieses als Nr. 3 erst mal mitversorgen darf, damit sie nicht noch abgemolken werden muss.

    Ich dachte übrigens, Spock fängt an zu meiden und die Arbeit zu verweigern, weil ich ja seit einem halben Jahr relativ oft nicht da bin, und wenn ich dann mitkomme zum Küheholen, ist er relativ schnell bei mir und Schwarzi-Border und lässt Herrchen und die Cattle-Kontrolleuse alleine weiterlaufen.

    Irrtum!!!

    Der Drecksack lügt nicht nur, indem er so tut, als sei draußen der schlimmste Feind zu verbellen, um dann drinnen Herrchen alleine anzubetteln oder den Platz auf dem Sofa für sich alleine zu beanspruchen, während die beiden anderen draußen über die Wiese schießen, und stiehlt wie ein Meisterdieb, nein, er ist auch FAUL!!

    Das Cattle-Kleinteil ist nämlich richtig, richtig gut geworden, pendelt so schön hinter den Kühen, läuft Flanken, die Koppel ist abgefressen und relativ übersichtlich, so dass der faule Spock-Sack nur noch mitläuft, wenn wirklich Laufarbeit anfällt, wenn z. B. frisch abgekalbte Färsen nicht mit der Herde mitwollen, denn er ist schneller und wendiger als sie, oder wirklich Outruns zu laufen sind, weil in irgendeiner schattigen Ecke noch Tiere liegen, die Herrchen nicht bemerkt hat.

    Das macht er dann, das muss ihm niemand mehr sagen.

    Caterina

    Ich gestehe, ich habe nicht alles gelesen, habe das Thermometer im Blick, und beim Wort "Stoffbox" sträuben sich mir die Nackenhaare.

    Sollte es also schon jemandem aufgefallen sein, bitte ignorieren.

    Ich würde nämlich bei 30 Grad plus weder einen erwachsenen Hund geschweige denn einen Welpen in irgendein Behältnis sperren und auf den irrigen Gedanken kommen, dieses Teil als Rückzugsort verkaufen zu wollen.

    Eine mit Sand und Wasser gefüllte Strandmuschel ist wohl zur Zeit passender.

    Caterina

    Cherubina : Also ich finde Deinen Hund und Deine Auswahlkriterien perfekt, denn ich meine, mich erinnern zu können, dass Du auf die Frage, warum ein Hund aus dieser Zucht, schriebst, Du fandest die Hunde generell nett und suchtest keinen Hardcore-Arbeiter.

    [Soll ich Dir verraten, warum wir einen Hund aus der Iznogood-ACD-Zucht genommen haben? Nicht nur wegen dem YouTube-Video "Australian Cattle Dog Rocky Herding" (Krötes Großvater), sondern auch, weil die Züchterin unumwunden zugab, dass die meisten ihrer Hunde gehörige Stinkstiefel sind.... und das der Typ Cattle Dog ist, der hier hinpasst wie A... auf Eimer.]

    Und nun packt Deine kleine Hündin ja doch ordentlich von dem aus, was sie im genetischen Handwerkskasten noch so zu bieten hat, hilft Dir ungemein im Alltag - und schneidet noch dazu auf dem Trialfeld passabel ab.

    Ich würde platzen vor Stolz auf das Kleinteil.

    Da wäre mir die Abstammung sowas von egal.

    Daher: herzlichen Glückwunsch zu dem Glücksgriff!

    Caterina

    zeytiin: Cattle Dog ist so eine Sache... Der 1. Cattle Dog, der hier auf meine Empfehlung auf den Betrieb kam - ich wohnte zu der Zeit noch nicht hier-, wurde genau so gehalten, wie Du es anreißt, also Mitläufer auf dem Hof und ohne spezielle Aufsicht, ein hundesicherer Zaun war auch noch nicht da.

    Das Ende vom Lied: So ab ca. 3 Jahren fing der Hund größtenteils selbständig an zu entscheiden, wer sich wo bewegen durfte, und es wurden auch einige Leute gebissen, die meinten, an dem "kleinen Hund", der immer ganz klar ansagte, dass es hier jetzt für die jeweilige Person nicht weiterging, doch vorbei zu müssen...

    Ich persönlich wollte nur einen ACD auf einem Hof, wenn ich ihn in meiner Abwesenheit sicher wegsperren könnte, was für die jetzige Hündin und ihren Koolie- und Border-Kollegen gegeben ist.

    Außerdem würde ich von einem ACD keine Geschlechtsgenossenverträglichkeit erwarten, sprich, wenn die Border Collies, mit denen der Hund - dazu gleich mehr - arbeiten sollte, Rüde UND Hündin wären, wäre der ACD bei mir raus. Sind beide vom gleichen Geschlecht, würde ich nur einen gegengeschlechtlichen ACD dazunehmen. So wird es bei uns auf dem Hof so lange, wie unsere ACD-Kontrolleuse lebt, mit ziemlicher Sicherheit keine 2. Hündin geben, egal welcher Rasse.

    Dann gefällt mir diese züchterische Weichspülerei in Deutschland nicht, die geht mir gewaltig gegen den Strich. Ein "arbeitender" Cattle Dog ist keiner, der in Figurantenärmel beißt, Gummibälle durch die Gegend schubst oder vor einem Wagen läuft, sondern ein Hund, der Haus und Hof ernsthaft bewacht, seinen Menschen auch ohne Leine überall hin folgt, und der leichtführig wie ein Border Collie ist, obwohl er das Selbstbewusstsein aus Eimern gesoffen hat, denn wer mutig genug sein soll, sich angreifenden Rindern in den Weg zu stellen, muss zwangsläufig Gelegenheit haben, seine mentale Stärke entsprechend zu trainieren, und außerdem ein gerüttelt Maß an Lust auf solche Auseinandersetzungen mitbringen.

    Ich glaube gar nicht mal unbedingt, dass beim Training der Border Collies "Fehler" gemacht wurden, denn genau, wie sich nicht jeder Mensch einen Fallschirmsprung zutraut, wagt sich auch nicht jeder Hund, einem Rindvieh mit gesenktem Kopf Paroli zu bieten.

    Ich finde mittlerweile die Kombination unterschiedlicher Rassen genial, weil ich einer vom anderen was abguckt und sie sich gerade an Rindern hervorragend ergänzen.

    Wenn tatsächlich ein ACD in Frage käme, trauen sich die Border evtl. auch mehr.

    M. E. ist die heutige Hundehaltung einfach viel zu methodenlastig, und es grassiert eine Menge angelesenes und/oder in ein paar Hundeschulkursen erworbenes hundepsychologisches Halbwissen, denn in Zeiten von Internet ist die Informationsflut zum Thema Hund riesig, und alle paar Jahre wird eine andere Sau durchs Dorf getrieben.

    Da ist meiner Meinung nach die Versuchung groß, dass sich die Vorstellung Bahn bricht, man müsse nur genug und nach der "richtigen" Methode trainieren, und schon bekommt man fast jeden Hund so hingebogen, dass er in ein Leben passt, in dem für ihn eigentlich weder Zeit noch Platz ist, Paradebeispiel Welpe in der Etagenwohnung, möglichst noch Frauchen schwanger und/oder mit Kleinkind(ern).

    Ich finde es auch bezeichnend, wie viele Utensilien heutzutage erhältlich sind, um Hunde in ihren ureigenen Verhaltensweisen einzuschränken oder umzulenken; mein persönliches Horrorobjekt sind diese Boxen, und zwar dann, wenn damit verdeckt werden soll, dass es an Zeit und/oder Platz fehlt, um z. B. einen entdeckungsfreudigen Welpen auch einfach mal machen zu lassen.

    Caterina

    Im Nachgang dazu noch eine kleine Geschichte von vor 10 Tagen:

    Herrchen hat sich mal wieder einen "guten Vererber" andrehen lassen, sprich, ein absolutes Mistvieh von Bulle, der auf einer der Dauerweiden Färsen decken soll und der, kaum dort angekommen, nichts Besseres zu tun hatte, als erst mal mit den ihn neugierig umringenden Weibern Krawall anzufangen und sie schnaubend wegzustoßen.

    Schon auf dem Hof mussten beide Hunde, also Spockie-Koolie und Cattle-Kleinteil, ran, um ihn die Rampe auf den Viehwagen hochzudrücken, und schon dort hatte er eine der Kühe, die ausgemustert wurden und möglichst noch einmal gedeckt werden sollen, umgestoßen.

    Klar, Stress, neue Umgebung, neue Weiber, das gibt sich...

    Beim Abladen war die Kuh zwar etwas steifbeinig, aber wir dachten, auf über 40 ha können sich die insgesamt 35 Tiere locker aus dem Weg gehen.

    Nach 3 Tagen Anruf eines Jägers, da und da - offene, schattenlose Fläche - liegt auf dieser Weide ein Tier, das offensichtlich versucht aufzustehen und es nicht schafft.

    Ich war mit den Rüden unterwegs, Herrchen hatte nur die Cattle-Lotte da, laut Jäger war der Rest der Herde Richtung Wald zu einem Tümpel unterwegs.

    Herrchen also mit Hund und Notfallausrüstung, d. h. auch einem Bottich und Wasserkannen, los zu der Weide, da er sich schon dachte, dass es die umgerannte Kuh sein könnte, fährt mit dem Auto ran an die auf dem Hintern sitzende Kuh, der Rest der Herde, also auch der Bullen-Kotzbrocken, kriegt das mit und dreht um.

    Die ersten Färsen kamen wohl fröhlich angetrabt, so nach dem Motto, oh, hallo, Bauer, schön, dass Du da bist, zeig doch mal, was Du uns Nettes zu fressen mitgebracht hast...

    Sie kennen nämlich die Bottiche, aus denen es auch mal Schrot gibt.

    Die Lotte jagt sie auch brav wieder weg, weil Herrchen nur schnell die Kuh begutachten und mit Wasser versorgen wollte.

    Doch ruck, zuck war die ganze Herde da, und 34 Tiere, einschließlich röhrendem Bullen, jagten den Hund...

    Herrchen erzählte hinterher, dass sie wohl immer dann, wenn sich die Tiere ihm näherten, all ihren Mut zusammennahm und in alle Flotzmäuler biss, die sie erwischen konnte, so dass er zwar hastig, aber ausführlich genug die Kuh begutachten und versorgen konnte.

    Ohne den Hund hätte er sich wohl ins Auto geflüchtet und unverrichteter Dinge wieder fahren müssen.

    Das war eine ganz großartige Leistung für so einen jungen Hund, noch dazu ohne ihren spitzohrigen Kollegen, und das brauchte ihr niemand zu sagen, was sie zu tun hatte, das Beschützen liegt ihr im Blut.

    Meiner bescheidenen Meinung nach sollte ein Cattle Dog, genau wie andere Rassen mit Schutztrieb auch, Gelegenheit haben, mutig sein zu dürfen, ohne dass das als Problem oder zu bearbeitende Baustelle betrachtet wird und gleich die volle Breitseite der heutigen hundepsychologischen Erkenntnistheorie oder der vielgepriesene Hundesport aufgefahren wird.

    Den kann man sich nämlich meiner Meinung nach Ihrwisstschonwas, wenn man einen Hund bei seiner ureigenen Bestimmung sieht.

    Caterina

    Das Cattle-Kleinteil (L-Wurf) heißt Iznogood Let it burn, Rufname sollte eigentlich "Lotte" sein, aber die finnische Züchterin sprach "Lotta" so entzückend aus, dass es an die frühere Mercedes-Werbung mit Mika Häkkinen erinnerte, so dass es bei "Llotta" (kehliges L) blieb.

    Iznogood ist als Zwingername insofern unpassend, als dass der Großwesir aus der gleichnamigen Zeichentrickserie viel zu dämlich ist, um als Namensgeber für die Zucht einer so schlauen Hunderasse herzuhalten, aber der Wunsch, "dann werde ich Kalif anstelle des Kalifen", trifft die Rassementalität schon recht gut.

    Und Feuer unterm Hintern hat das Let it burn-Kleinteil allemal, passt also.

    Caterina