Beiträge von Cattledogfan

    Eigentlich auch Off Topic, muss es aber loswerden:

    Awa1: Ich habe Dich hier zum 1. Mal gelesen, sicher nicht zum letzten - solche Beiträge wie Deine sind es, wegen derer ich das dogforum so schätzen gelernt habe: profundes Wissen und/oder Verständnis für einen bestimmten Hundetyp und/oder über Hundehaltung im Allgemeinen JJ

    Darf ich Deinen Gedanken, dass nach all der Wegerzieherei von unerwünschtem Verhalten noch "Arbeit" für den Hund übrig bleiben muss, in meinen Plagiatsrepertoire aufnehmen? Das trifft es haargenau, nicht nur bei Schäferhunden.

    Wer gewillt ist, seinen Horizont in Hundedingen zu erweitern, ist m. E. hier genau richtig.

    Nur: Manches Mal, so auch hier, habe ich den Eindruck, die Ausgangslage, sprich, das, was man über den eigenen Hund und Hunde generell weiß, beschränkt sich auf Hashtag_RasseXYZ_Eigenschaft(en)XYZ.

    Dabei gibt es hier wunderbare "Übersetzer/innen" für Hundeverhalten, die mit sehr viel Mühe aufdröseln, wie Social-Media- und Youtube-"vorgebildete" (Neu)Hundehalter/innen ihren Hund besser verstehen lernen.

    Sofern sie überhaupt gewillt sind, sich darauf einzulassen.

    Ich könnte mir eine solche Konstellation schon vorstellen, allerdings dann mit zwei durch eine Schleuse strikt getrennten Wohneinheiten (d. h. es ist immer mindestens eine Tür zu, wenn man in die andere Einheit wechselt) und so, dass sowohl die potenziellen Gefährder - also die Hunde - als auch der potenziell Gefährdete - also das Kind - grundsätzlich in ihrer Einheit bleiben.

    Immer. Und es müsste natürlich auch getrennte Eingänge geben.

    Alternativ Doppelhaushälften, die sowieso getrennt sind - sofern Du bereit wärst, aus Deinem Haus auszuziehen.

    Und auch die Außenbereiche wären streng getrennt und natürlich gut eingezäunt.

    Die Frage ist, ob das baulich bei Deinem Haus überhaupt möglich wäre (und wie schnell) - und ob Dein Partner bereit wäre, Geld für einen entsprechenden Umbau in die Hand zu nehmen. Bzw. ob er es finanziell überhaupt könnte. Und es müsste eine Regelung wegen einer solchen Investition getroffen werden.

    Dein Partner könnte eigentlich nicht zu Dir herüberkommen, denn a) ist er nicht so bewandert im Hundemanagement, und b) ist das Kind noch viel zu klein, um alleine zu bleiben. Um die Versorgung des Kindes in Zeiten, in denen er aus beliebigen Gründen verhindert ist, müsste er sich kümmern

    So hätten beide Fraktionen ihren geschützten, relativ stressfreien Bereich, und man müsste nicht ständig um das Kind bangen. Und nicht hundekompatible Besucher aus der Familie Deines Partners kämen mit den Hunden erst gar nicht in Berührung.

    Die Hunde müssten immer dann zurückstecken, sprich, alleine bleiben, wenn Du Dich in die andere Einheit begibst.

    Wir haben eineinhalb Jahre so gelebt, allerdings waren es "nur" zwei unverträgliche Hündinnen, die im Haus gar nicht zusammenkamen.

    Keine Ahnung, inwieweit das machbar wäre.

    Lucy_Lou: Von dem noch relativ jungen Not-Aussie, der ohne Kenntnis der gesamten Vorgeschichte über "Aussies in Not" umplatziert wurde, hatte ich in einem mittlerweile nicht mehr existierenden Aussie-Forum gelesen, das dogforum kannte ich damals (muss so zwischen 2005 und 2010 gewesen sein) noch nicht.

    Auch dort schlugen die Wogen hoch, als bekannt wurde, dass der Hund eingeschläfert werden sollte, weil er wirklich das Opfer unpassender Haltungsbedingungen war. Empörung gab es aber auch deswegen, weil von mindestens einem Vorbesitzer die wahre Tragweite des Beißverhaltens verschwiegen worden war, ebenso wie die Einstufung als gefährlicher Hund und das Vermittlungsverbot.

    Der Hund sollte ja "gerettet" werden.

    Nur: Irgend jemand muss bereit sein, die Verantwortung für so ein Tier zu übernehmen.

    Und ein nicht artgenossen- und nicht menschenkompatibler Hund macht einsam.

    So, wie ich die Beiträge von @StormyNight verstanden habe, hat dieses Schäfertier hier aber den Großteil seines Lebens in einem schäferhundaffinen Umfeld verbracht (wobei ich persönlich Schäferhunde nicht unbedingt in Wohnungen sehe, selbst wenn ein Garten dabei ist), und wenn Emily wirklich gravierende Fehler gemacht hätte, hätte ihr das mit Sicherheit irgendein Schäferhundmensch aus dem Verein, der Familie oder ein Trainer gesteckt.

    Oder gleich mehrere.

    Will sagen: Manchmal stößt man einfach an die Grenzen dessen, was an Kommunikation zwischen Mensch und Hund möglich ist, und man muss akzeptieren, dass der Hund halt einfach "so" ist.

    Und dass höchstwahrscheinlich kein "Knoten platzen" wird.

    Normen Mrozinskis Gedanken zum "Resozialisierungs-Drama", wie er es nennt, sind wirklich interessant.

    Ich finde, ehrlich gesagt, den Vorschlag von Potato gut.

    Manchmal sollte man den Dingen einfach ihren Lauf lassen, selbst wenn hier vielleicht ein Anschubser in Form einer Anzeige notwendig wäre.

    Ich war eine Zeitlang relativ häufig in Hütehundeforen unterwegs, die es inzwischen nicht mehr gibt, und erinnere mich an die Geschichte eines Not-Aussies, der nach mindestens einem bekannten Beißvorfall über - ich meine Gabi Soenius - auf eine kompetente Pflege- oder Endstelle in Hessen kam, und in den Berichten über den Neuzugang hieß es immer, der Hund sei "nicht ohne" und werde teilweise noch mit Maulkorb gesichert, in anderen Situationen brauche man ihn jedoch nicht mehr, er füge sich gut in die neue Familie mit mehreren Aussies ein.

    Ich weiß nicht mehr, wie, aber irgendwie wurde diese Pflege- oder Endstelle vom zuständigen Ordnungsamt kontaktiert, der Hund hätte gar nicht vermittelt werden dürfen, da er in seinem Herkunftsbundesland als gefährlich eingestuft worden war, und es habe nicht nur die ein oder zwei bekannten, sondern deutlich mehr Beißvorfälle mit z. T. erheblichen Verletzungen gegeben.

    Die Leute fielen aus allen Wolken und sahen nun gewisse Verhaltensweisen am Hund - beobachten, abchecken, kurzes Auftrumpfen und sich dann wieder zurücknehmen - in einem anderen Licht.

    Und sie zeigten sich dem Ordnungsamt und, soweit ich mich erinnere, auch dem ebenfalls involvierten Veterinäramt gegenüber absolut gesprächsbereit.

    Auch damals hießen die Alternativen Hundehimmel oder ewiger Knast.

    Der Hund wurde nach einem schönen letzten Tag mit Lieblingsfressen und voller Aufmerksamkeit seiner Bezugsperson, worum er den anderen Aussies gegenüber immer gebuhlt hatte, in den Hundehimmel geschickt, denn dort, wo er sich die letzten Wochen oder Monate wohlgefühlt hatte, hätte er rein rechtlich nicht bleiben dürfen, es sei denn in zuchthausmäßiger Verwahrung, nicht jedoch als Teil eines Sozialverbandes aus Zwei- und Vierbeinern.

    Im Falle dieses Aussies war die Ausgangslage allerdings eine andere, da der Hund bei diversen Vorbesitzern offensichtlich nicht gut genug geführt und missverstanden wurde.

    Hier allerdings ist das Frauchen mit ihrem Latein am Ende, und zumindest ihren Beschreibungen nach wurden dem Hund genügend sinnvolle Angebote gemacht, und ich finde es absolut legitim zu sagen, hier steige ich aus, lass andere über das Schicksal dieses Hundes befinden.

    Mir fiel sofort good old Goethes "Faust" ein:

    "Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust ..."

    Will sagen: Beide Ausgangsrassen (sofern diese Angabe überhaupt stimmt) bringen jede auf ihre Art ein gerüttelt Maß an - ich nenne es mal "Wehrhaftigkeit" - mit; "Aggression" liest sich immer so negativ.

    Und meiner Erfahrung nach besteht bei Kreuzungen konträrer Rassen die Gefahr, dass sich die Hunde quasi selber im Wege stehen von ihrer Genetik her.

    Der Malinois soll, simpel gesagt, führig, halterbezogen, reaktionsschnell und beutetriebig sein, ein Herdenschutzhund eher mit langer Leitung ausgestattet (sofern es nicht um den Schutz des ihm anvertrauten Viehs geht) und abwägend sein, ob sich ein körperlicher Einsatz überhaupt lohnt.

    Hier im Forum schrieb mal eine Userin namens Mathilda (sofern ich mich nicht täusche), die einen Kangal-Pitbull-Mix hatte und die genau vor diesem Problem stand: dass der Hund nämlich von beiden Rassen ein gerüttelt Maß an Misstrauen, Unverträglichkeit und Aggressionspotenzial mitbekommen hatte.

    So musste sie z. B. den Zaun zum Nachbarn aufrüsten, weil der Hund den Nachbarn bei jeder Sichtung unverkennbar böse angiftete.

    Das Einzige, was funktionierte, war die Verträglichkeit mit der Ersthündin - diese musste aber durch den ganzen Aufwand für den Neuzugang gewaltig zurückstecken.

    Auch sie hatte den Hund als Notfall aufgenommen, hatte offensichtlich viel Hundeerfahrung und nahm ziemlich viele Einschränkungen auf sich.

    Für mich käme der Hund schon alleine deswegen nicht in Frage, weil Du bereits eine Hündin hast und man sowohl beim Malinois als auch bei Herdenschutzhunden durchaus mit Geschlechtsgenossenunverträglichkeit rechnen muss.

    Ich würde mal die Suchfunktion bemühen und nach "Mathilda" suchen, Du wirst viel Interessantes über eine so konträre Mischung aus ernsthaften Rassen erfahren.

    Ich möchte dem sorgengeplagten Frauchen jenseits von Tierheim, Trainer & Co. etwas völlig anderes mitgeben aus eigener Erfahrung mit einem Australian Shepherd, für den ich vor 15 Jahren für 8 Monate Pflegestelle war, bevor er vermittelt und nach mehreren Beißvorfällen doch eingeschläfert wurde.

    Ich nannte ihn immer meinen Kurt-Cobain-Hund, weil er nur schwer mit dem normalen Alltag zurecht kam.

    Ich hätte ihn gerne selber behalten, aber ich hatte damals schon eine Aussiehündin und wohnte zudem mit 10 anderen Parteien in einem Mietshaus.

    Diesem Schäfermix hier wurden 4 Jahre lang immer wieder Angebote gemacht: diverse Beschäftigungen, Wohnung mit Garten, diverse Trainer, soziale Isolation des Frauchens, um ihn nicht mit fremden Menschen zu stressen bzw. zu lange alleine zu lassen.

    Und generell die Bereitschaft, sich voll und ganz auf den Hund einzulassen.

    Diese Beschreibung liest sich für mich gut, besser, als manch anderer Hund je leben wird.

    Mir half damals in Situationen, die eigentlich völlig banal waren und in denen Kurt Cobain austickte, als würde er ohne Vorwarnung über die 5th Avenue in New York geschleift, immer der mantraartige Gedanke:

    "Das ist das, was dir das Leben bietet, Hund, besser wird's nicht, nimm es oder lass es!"

    @StormyNight: In meinen Augen hast Du dem Hund über Gebühr Angebote gemacht, er hat sie nicht angenommen, ganz unabhängig davon, ob Du wirklich alles ausgereizt hast.

    Wobei sich die Frage stellt: Muss man das? Bzw. kann man das immer leisten?

    Vielleicht hilft Dir das, selber etwas Ruhe zu finden und zu entscheiden, wie es weitergehen soll.

    Seltens macht Sie es, aber meist reagiert Sie mit " kopflos" bellend schon dahin rennen :face_with_rolling_eyes:

    Das müsste ich mit ihr mehr/intensiver trainieren....

    LG

    Juli und Tessi :winken:

    Na, Du bist mir ein Herzchen...

    Solche Aktionen kämen bei mir vielleicht ein-, zweimal vor, danach wäre die Leine dran.

    Immer.

    Noch dazu, wo Du im vorigen Beitrag schreibst, "meist" kommt der Hund dann zügig hinterher, wenn Du umdrehst.

    Fahrräder jagen geht gar nicht, vor allem, weil inzwischen gefühlt die halbe Republik mit entsprechendem Tempo auf E-Bikes unterwegs ist, wo Stürze viel schlimmere Folgen haben können.