Beiträge von Cattledogfan

    Was hier noch nicht geschrieben wurde:

    Die Flut an Hundewissen, zu der heute beinahe jede(r) Zugang hat, verführt zu der Annahme, man könne einen Hund programmieren wie einen Computer, wenn man nur die richtige Methode hat; ich denke da an so Begriffe wie "runterfahren", "Alleinbleibtraining", "Boxentraining", etc.

    Und wenn man dann "die" Methode schlechthin gefunden hat, kann man natürlich jeden Hund so verbiegen, dass er in Lebensentwürfe passt, in denen eigentlich kaum Platz für so ein hochsoziales Tier ist - einfach weil zu wenig Zeit da ist, in der man einfach BEIM Hund ist... ohne ihn irgendwie zu bespaßen oder "auszulasten".

    In meinen Augen kommt vielfach die BEziehung zum Hund zu kurz, es wird viel zu viel Wert auf ERziehungssachen gelegt.

    Caterina

    Ich kann auch nur bestätigen, dass das Bordertier abends müde ist... und nur nervt, wenn er nicht auf den Schlafplatz kommt, den er haben will.

    Wenn er nass geworden ist wie heute, ist das unter dem Küchentisch, und zwar dem ganzen, d. h. alle Stühle vorziehen.

    Dabei ist die Küche groß genug, er könnte sich überall auf die Fußbodenheizung legen - aber nein, es muss unter dem Tisch sein.

    Als es noch wärmer war, waren es die Fliesen in meinem Büro und unter dem Schreibtisch, d. h. auch hier Stuhl vorziehen, sobald der Computer aus ist.

    Caterina

    Flying-paws: Danke für die Anmerkung, die ich sehr ernst nehme. Wie kommst Du darauf, dass der Hund - übermäßigen - Stress hat? Wegen des Zerkauens? Er tötet halt gerne Spielzeug, wenn er gut drauf ist.

    Und magst Du etwas mehr schreiben, weswegen Glotzspiele Border krank machen können? Oder hast Du irgendwelche Links? Mir fehlt ja bisher komplett die Erfahrung mit dieser Rasse.

    Ich halte diesen Hund eigentlich nicht für überdreht, selbst wenn er Autos jagen würde, wenn man nicht sofort eingreift und ihn ablegt. Mit einem geordneten und für ihn berechenbaren Tagesablauf ist er sehr gut zu haben. So hat sich die Zieherei am Rad weitgehend gelegt, weil halt JEDEN Tag in etwa dasselbe Pensum gefahren wird und weil er durchaus bestimmen kann, wo er hin will.

    Ich kam auf diese "Arbeit", weil ich aus dem Gefühl heraus immer gucke, was bietet der Hund an, und kann man es zusammen machen, und wie kann man es ausbauen, so dass der Hund gefordert wird und seinen Grips anstrengen muss.

    Ich wäre Dir für etwas mehr Input dankbar. Eilt aber nicht, wenn Du mal Zeit und Lust hast.

    Caterina

    Das mit den multiplen Allergien gegen alle möglichen Gräser, Schimmelpilze & Milben dürfte stimmen... leider! Ausführliche Gespräche mit den Vorbesitzern ergaben, dass er schon immer zu Fell-, Haut- und Durchfallproblemen neigte, was mal besser und mal schlimmer (Gräser!) war. Er war ja mit einer Hündin zusammen, die nie irgendwelche Probleme hatte.

    Die Vorbesitzer haben sich redlich Mühe gegeben und mit allen möglichen Futterzusätzen, Futterumstellungen, Nahrungsergänzungen, Globuli, etc. herumexperimentiert, aber zu einem Durchbruch kam es nie so recht, auch durchs BARFEN nicht.

    Aber damit ging es halbwegs, und so bin ich notgedrungen auch wieder darauf zurückgekommen, selbst wenn ich es nicht konsequent durchziehen kann, weil er ja ab und an durch die halbe Republik mit zu M-U-T-T-I (dazu gleich mehr) kommt, wenn ich dort Termine habe. Da meine Mutter A) keine Kühltruhe hat und ich B) nicht mit gewolftem Rohfleisch in ihrer Küche hantieren kann, wenn ich auch weiterhin gern gesehener Gast sein will, scheitert es an der Logistik.

    Einige Dosenfuttermarken sind für ein paar Tage auch ok.

    Er zeigt genau dann Symptome, wenn es die menschlichen Allergiker hier - darunter ich auf bestimmte Schimmelpilze im Getreide - auch tun, und als Stroh gefahren und Gülle aufgerührt und dann ausgebracht wurde, hat er sich wirklich offene Stellen in den ziemlich dünn gewordenen Pelz geknabbert.

    Ich muss gestehen, ich habe wegen der hohen Allergendichte hier ernsthaft über eine Abgabe nachgedacht, doch Hausstaub- und Futtermilben (d. h. Trockenfutter ist tabu) sind nirgendwo auszuschließen. Ich warte erst mal ab, was die Hyposensibilisierung ab Herbst (= keine Gräser mehr) bringt; das Serum liegt bereits beim Tierarzt.

    (Uiui, da hatte ich aber richtig Ärger mit Herrchen... ;) )

    Ich denke, ich werde demnächst einen Beitrag in der medizinischen Rubrik eröffnen, denn mir sind einige Dinge noch nicht so klar.

    Erwin ist aber nicht nur wegen der Tierarztkosten ein ziemlich teurer Hund. Gestern hat er Aquakong Nr. 5 zerlegt. Auf Nr. 1 bis 4 hat er so lange herumgeknautscht, bis das Schaumstoffinnenleben so zerdrückt war, dass es nicht mehr genug Auftrieb produzierte, so dass Nr. 1 bis 4 vor seinen traurigen Kinderaugen langsam ertranken und nicht wieder auftauchten.

    Nr. 5 hat er es so richtig heftig gegeben, denn diesmal hat er den Kopf abgebissen, so dass das mit einem Metallring im Schaumstoffkern verankerte Seil herauskam. Das Schaumstoffinnenleben schwimmt übrigens im Moor, wenn es nicht inzwischen untergegangen ist.

    Dabei bekommt er sein "Arbeitsgerät" nur draußen und nur für die "Arbeit". Und vor Aquakong Nr. 1 bis 5 gab es schon diverse andere Schleuderteile... Nachdem er eines mal in einer Modderlache in der Koppel unter sich in den Schlamm getrampelt hatte und nicht mehr fand, nehme ich nur noch schwimmfähige.

    Denn Herr Hund möchte bitte jeden Tag nach dem Essen zur Arbeit.

    Die sieht so aus, dass wir zu einer Wiese an einem Moortümpel (bzw. vor der Weidesaison auf eine 35 ha große Koppel von Herrchen) radeln, er ein neonfarbenes Schleuderteil gezeigt bekommt, einen - mittlerweile richtig geilen - Outrun läuft, auch außer Sichtweite, und entweder von alleine auf 12 Uhr stehen bleibt und sich ablegt oder von mir mit Armbewegungen herangewinkt, gestoppt, weiter nach rechts/links gewinkt und abgelegt wird.

    Dann fliegt das Teil in seine Sichtrichtung, er schießt los, nimmt es auf und rennt dann noch diverse Kreise, bis er damit zu mir kommt, und manchmal trabt er dann noch eine Volte wie ein Pferd im Dressurviereck, bevor ich das vollgesabberte Teil so hingehalten bekomme, dass ich das Schleuderseil greifen kann.

    Auf der Wiese lasse ich ihn unterschiedlich große Kreise in unterschiedlichem Tempo laufen, winke ihn zwischen Bäumen oder zwischen Baum und immer wieder anders platziertem Rad durch, manchmal mit gesprochenen Kommandos, manchmal nur durch Körpersprache.

    Wenn ich ihn so vor mir sehe, sehe ich nichts anderes als auf einem x-beliebigen Hütebild: einen hochkonzentrierten, sich langsam anpirschenden Hund mit groß aufgerissenen Augen und aufmerksam gestellten Ohren.

    Als es noch wärmer war, warf er sich mit dem Gummiball zwischendurch immer wieder ins Wasser und kaute darauf herum. Auch Schwimmen beherrscht er mittlerweile gut, zu Anfang ging er unter, wenn er mit Karacho ins Wasser sprang, um den Kong zu holen.

    Er liebt seine Arbeit und hört und sieht nix dabei, andere Hunde sind ihm völlig schnuppe. Er will nix suchen, nirgendwo drüberspringen oder balancieren, nein, er will glotzen, sich anschleichen und Kreise rennen. Mein "weiter!" für einen noch größeren Kreis nutze ich inzwischen bei Wild. Bisher hat es funktioniert, d. h. er lief tatsächlich weiter - aber dann muss auch zielgenau der Belohnungs-Kong fliegen...

    Erst nach getaner Arbeit können wir ganz normal durch den Wald zurückradeln, dann ist er im Spaziergehmodus, den Hinweg legen wir im Tempo eines Trabers vor dem Sulky zurück.

    Er versteht es übrigens sehr geschickt, andere Menschen zu Wurfmaschinen zu erziehen, so auch M-U-T-T-I, der er, als sie hier zu Besuch war, immer wieder ein Quietscheei aus einem der Gelege, die die Hündin überall in Haus und Garten angelegt hat (und die Erwin mit geradezu diebischer Freude plündert, wenn er im jeweiligen Hausteil ist, obwohl er die Dinger draußen beim Spazierengehen nicht mit dem Allerwertesten anguckt), vor die Füße warf.

    Erwin ist übrigens ein Grobmotoriker sondergleichen, wir haben alle schon Scharten, Schrammen und blaue Flecken durch ihn davongetragen. Einen Agility-Parcours würde er wahrscheinlich spätestens beim 2. Durchlauf in Schutt und Asche legen.

    Wenn er gestreichelt werden will, steht er einem grundsätzlich auf den Füßen, wenn er zu einem auf die Couch springt und sich vor Wonne (oder wegen des allergisch bedingten Juckreizes) wälzt, zieht er einem spätestens nach 2 Minuten die Krallen der Hinterpfoten durchs Gesicht.

    Mein 1. Termin mit Erwin bei M-U-T-T-I bescherte mir und ihr Schmisse im Gesicht, denn nachdem ich ihn morgens gefüttert hatte, lag er hechelnd auf dem Küchenboden. Dann kam meine Mutter vom Einkaufen herein, Erwin springt freudig auf - und rammt ihr sein weit aufgerissenes Maul ins Gesicht... Ergebnis: Bluterguss an der Stirn von einem Eckzahn und Lippe aufgeratscht von einem weiteren...

    (Wenn ich sage, kommst Du mit zum Autofahren, wir fahren zu MUTTI, ist der Hund im Auto, kaum dass irgendeine Luke auf ist, und bleibt liegen wie Blei.)

    Ich mache mich danach fertig zum Kundenbesuch, der Hund war mit meiner Mutter im Garten, kommt wieder rein, sieht, dass ich mir Schuhe anziehe ("Jippi, der nächste Spaziergang!"), will mich vor Freude küssen - und verpasst mir ein 1A Veilchen... ich war etwas in Erklärungsnot beim Kunden... :hust:

    Es gäbe noch 1000 lustige Kleinigkeiten mehr zu erzählen.

    Gestern hatte Erwin übrigens seinen 1. Herrenabend mit Herrchens Billardfreunden, die so gar nix mit Hunden am Hut haben. Während die Hündin und ich ins Bett gingen, genoß Erwin ganz offensichtlich die Gesellschaft von 4 schwadronierenden, großzügig Essen abgebenden Herren in den sog. "besten Jahren"... heute morgen war er richtig schläfrig, genau wie Herrchen.

    Neben der Allergie ist der einzige Wermutstropfen Herrchens Vater, auf den der Hund losgehen würde, wenn er die Gelegenheit bekäme, denn der alte Herr mit seiner ruppigen, polternden Art kennt nur, Hund anschreien, wenn er stört oder Blödsinn macht, und wenn das nicht wirkt, draufkloppen. Das Terriertier (die alten Herrschaften haben einen Jack Russell) guckt dann blöd aus der Wäsche, wenn Herrchen brüllt, und dann verzieht er sich, Platz genug hat er ja.

    Den alten Herrn ändert man nicht mehr. Wessen Eltern selber schon älter sind, weiß vielleicht, dass die alten Herrschaften dann, wenn sie etwas wollen, es bitte sofort und gleich wollen und dass das, was sie wollen, für einen selber bitte auch das Wichtigste zu sein hat und man bitte jetzt, sofort, subito, pronto zu springen hat... :D

    Selbst wenn sich der alte Herr bemüht, nett zu dem Hund zu sein, ist er Erwin trotzdem nicht geheuer, er ist einfach zu poltrig.

    Caterina

    Leider gibt es nicht so schöne Nachrichten vom größten Spielzeug-Zerleger vor dem Herrn und tollpatschigsten aller Grobmotorik-Spieler:

    Er ist hochgradig allergisch gegen Schimmelpilze, Milben und diverse Gräser, das ergab zumindest ein erstes Screening einer Blutprobe. Jetzt lassen wir das Ganze noch einmal genauer aufschlüsseln, um dann wahrscheinlich zur Desensibilierung zu schreiten, denn für Dauer-Cortisongabe ist mir der Hund einfach noch zu jung.

    Aber passieren muss was, das Geschabe und Gebeiße wird immer schlimmer.

    Caterina

    Der Datencrash hat anscheinend meinen Beitrag hierzu gefressen, also noch einmal:

    Erwin macht einfach nur Spaß. Inzwischen habe ich ihn kastrieren lassen, weil ich die Chipkastration der Vorbesitzer nicht fortführen wollte und hier durchaus auch mal läufige Hündinnen streunen.

    Er hat das gut weggesteckt, und in seinem Body war er das Gespött der Kälber hinter dem Haus, isch schwör... :D Die rotteten sich am Zaun zusammen, machten Hälse wie die Giraffen und beglotzten ihn grinsend.

    Er hat schon viel gelernt und übt fleißig, vor allem "Nein, Du kriegst nix" mit Herrchen. Dann schrumpft er in Nullkommanichts auf die Größe eines verhungernden Zwergpudels zusammen, legt ihm die Schnauze aufs Knie und seufzt zum Steinerweichen. Das Ergebnis dürfte klar sein... :pfeif: :pfeif:

    Kurzum: wieder einmal ein Glücksgriff unter den Second-Hand-Hunden.

    Caterina

    Sofern Deine Wohnsituation es zulässt, würde ich nach jüngeren Hunden aus einer Nothilfeorganisation gucken; gerade für Huskies gibt es genug. Ich denke da z. B. an Auflösungen von Gespannen oder Zuchten - und an Hunde, die das Zwingerleben gewöhnt sind.

    Denn sofern Du in Bezug auf Hundegebell tolerante Nachbarn und die Möglichkeit hast, ein Stück Garten hundesicher einzuzäunen, würde ich mir zwei Hunde, möglichst aus derselben Meute bzw. demselben Rudel, aus dem Tierschutz holen, für die die Zeit, die Du ihnen widmen könntest, eine Verbesserung zu ihrer jetzigen Situation wäre und die evtl. schon gearbeitet wurden, d. h. dass sie z. B. das Laufen am Rad schon kennen.

    Denn glaube mir, als Vollzeitarbeitender wirst Du, vor allem mit wenig oder gar keiner Erfahrung in der eigenverantwortlichen Hundehaltung, einem Welpen oder Junghund nicht gerecht. Außerdem bist Du zu der Tageszeit, in der der Jungspund am aktivsten ist und am meisten von seiner Umwelt mitbekommt, an 5 von 7 Tagen die Woche nicht da, und das kannst Du nicht einfach so mit ein bisschen Sport am Abend kompensieren.

    Caterina

    Ich bekomme es im Moment nicht gebacken; zu viel Arbeit mit relativ vielen aushäusigen Terminen. Und dadurch, dass beide Hunde komplett getrennt laufen und die Cattledoghündin nun zu 100% an mir klebt, seit sie nicht mehr mit in den Stall geht, müsste der Tag 30 Stunden haben.

    Caterina

    Genau so einen Hund, wie Du ihn beschreibst, haben wir auch, Madame Cattledog. Deren Welt besteht aus Herrchen, mir, Feierabend. Alle anderen Zwei- oder Vierbeiner toleriert sie allerhöchstens.

    Wir haben es so gelöst, dass sie von meinem Büro aus Zugang nach draußen hat und dass ihr der Zugang zu dem Teil des Hauses, der auch von anderen Menschen betreten wird, verwehrt ist; mein Border-Neuzugang ist da relativ unkompliziert, der freut sich über bestimmten Besuch. Bin ich nicht da, schließe ich ab. Auch die beiden Gartentore sind meistens abgeschlossen. Und der Zaun ist mit 1,75 m so hoch, dass niemand so leicht drüberklettern oder -langen kann.

    Habt Ihr einen Raum, durch den der Hund nach draußen kann? (Idealerweise natürlich NICHT die Küche... ;) )

    Evtl. würde ich vor diesen Raum eine - abschließbare - Gittertür bauen, so dass der Hund zwar alles mitbekommt, aber niemand zu ihm kann, und er wäre immer da drin, sobald die Möglichkeit von Besuch besteht. Im Garten würde ich auch einen Teil so abzäunen, dass Ihr abschließen könnt.

    Caterina

    Dann erst mal herzlichen Glückwunsch zum baldigen weiteren Nachwuchs und eine hoffentlich problemlose weitere Schwangerschaft! Ich wünsche Dir alles, alles Gute!

    Ist ja nicht ganz einfach, mit Kleinkind und Hund wieder alleine in Deutschland zu sein.

    Wenn ich einen Tipp fürs Häuschen geben darf?

    Seht zu, dass Ihr für den Hund einen Bereich schafft, in den Ihr ihn schnell reinverfrachten könnt und der ihm von Anfang an als seiner zugewiesen wird, denn Eure Tochter wird größer, und es werden mit ziemlicher Sicherheit fremde Kinder ins Haus kommen; nicht, dass der Hund anfängt, die maßregeln zu wollen.

    Denn ich würde damit rechnen, dass er mit eigenem Haus und eigenem Grundstück seiner ureigenen Bestimmung nachgeht und beides bewacht, da ist es, gerade mit Kindern, sicherer, gleich getrennte Bereiche, am besten drinnen und draußen, zu schaffen, dass der Hund zwar melden kann, weil er mitkriegt, was passiert, aber keine Möglichkeit zum direkten Kontakt hat.

    Caterina