Heute am einsamen Waldteich - so einsam war es dann leider doch nicht. Wir hatten es uns un einer kleinen Schutzhütte bequem gemacht. 30 Meter weiter führte ein breiterer Waldweg vorbei, rund um den Teich ein kleiner Pfad.
Ich habe mich dort mit einer Bekannten getroffen. Wir wollten quatschen und etwas mit den Hunden arbeiten. Gerade sollte Ayla zeigen, wie sie sucht und anzeigt (natürlich nur ganz klein den Pfad lang und nicht durch den Wald!), die anderen Hunde mussten kurz im Auto warten (schattig und alles offen) und meine zwei Welpen sprangen so um uns herum.
Da kam ein Boxer um die Ecke und auf uns zu. Neugierig, nicht unfreundlich, aber etwas penetrant und vor allem interessiert an den Welpen.
Kurz darauf kam ein älteres Pärchen um die gleiche Ecke, zaghaftes Rufen. Wir haben gegrüßt und einfach mit angeleintem Hund darauf gewartet dass die ihren Hund einsammeln. Der Mann zockelte, als er bemerkte, dass wir wohl nicht vorhatten die Hunde spielen zu lassen, mit ausgebreiteten Armen und leicht vorgebeugt hinter seinem Hund her um ihn einzusammeln. Der Hund zeigte bemerkenswert wenig Interesse an Herrchen und eierte schnüffelnd und wedelnd um die Welpen herum. Es war schon ziemlich skurril, wie der Mann minutenlang versuchte mit dem Karabiner der Leine das Halsband zu erreichen und der Hund nicht mal offensichtlich ausweichen musste, damit das Unterfangen fehlschlug.
Endlich war er an der Leine. Ich habe ganz freundlich gebeten, dass sie uns kurz auf dem Pfad am Teich vorlassen, damit Ayla ihre Anzeige endlich machen kann. Wie erwartet blieben die Leute mit Hund da stehen um uns zuzusehen.
Als wir nach wenigen Minuten zurück waren hatte der Mann die Leine des Boxers um einen dicken Baumstamm gelegt - tat er sich schwer die Leine zu halten? Ich weiß es nicht.
Ich habe mich nett bedankt und gesagt, dass sie den Pfad nun natürlich gerne weitergehen könnten.
Mann: "Sind Ihre Hunde verträglich?"
Ich: "Ja, prinzipiell schon. Aber ich habe auch noch mehr im Auto, die wollte ich da eigentlich gleich wieder rausholen."
Mann: "Ich würde meinen Hund nämlich gerne ableinen und hierlassen. Das ist eine super Gelegenheit mal zu schauen, ob er mitkommt, wenn wir gehen."
Er hatte die Hand schon am Karabiner.
Ich: "Ich denke, dass das aus Trainingssicht nicht so klug wäre. Der ist doch schon super eigenständig und unabhängig unterwegs, der sollte jetzt nicht auch noch entscheiden dürfen wann er gedenkt endlich mitzukommen. Der wird doch bestimmt erstmal hierbleiben.
Lassen Sie ihn lieber an der Leine und geben mal souverän ne Richtung vor, da hat ihr Hund gerade mehr von."
Mann: "Der hört aber sonst eigentlich ganz gut, aber mit der Ablenkung hier ist es so schwierig."
Ich: "Ja, Ablenkung ist immer schwierig, aber das sollten Sie vielleicht nicht gerade mit so starker Ablenkung anfangen zu üben."
Sichtbar enttäuscht ging der Mann. Das heißt, er versuchte zu gehen, denn sein Hund ging nicht mit und er hat es kaum geschafft einfach mal die Leine straff zu nehmen und ihn mitzunehmen.
Ach ja, es war eine 18 Monate alte Boxerhündin. Die ist ja noch so jung und so lieb....
Ich wage sehr zu bezweifeln, dass die in 1 und 2 oder 3 Jahren besser gehorcht.