Beiträge von Cherubina

    Reine Neugierde:

    Warum hast du den Welpen behalten wenn sie sich von Anfang an so unsicher gezeigt hat?

    Ich gebe zu das war keine reine Vernunftentscheidung. Eigentlich kann ich gut mit weichen Hunden, sie sah ihrer Mutter total ähnlich und ja, am Ende wusste ich auch einfach nicht wem ich sie hätte mit reinem Gewissen verkaufen sollen.

    Ich habe eine Zeit lang sehr geschwankt.

    Ich bin mir mit der Wahl der Anzeigeform 100% sicher. Als Verbeller sehe ich sie gar nicht und ich bin mir sicher sie würde massive Probleme an der VP entwickeln. Aber das ist einfach mein Gefühl und meine Erfahrung mit anderen Bordern in der Suche.

    Sie macht ihre Sache wirklich gut und ich habe zig Fallstricke und Fehlerquellen im Blick. Bestimmt nicht alle, wer kann das schon.

    Sie zeigt sicher an, von hinten, von vorne, wenn ich versuche sie kurz vorm Anspringen weiterzuschicken, fast immer gehe ich, manchmal stehe ich, unterhalte mich, schaue konzentriert aufs GPS....

    Fehlanzeige hatten wir sehr lange nicht und ich sehe das auch nicht als großes Problem. Ja in dem letzten Fall war es eine lange anstrengende Suche und eben ein starker Witterungspool.

    Mich stört ja eher das Verhalten was sie danach gezeigt hat, also die Verunsicherung, die entstanden ist dadurch ,dass ich die Anzeige nicht angenommen habe, sondern sie bei mir gehalten habe.

    Ich bin mir auch ziemlich sehr sicher, dass nach den nächsten schönen Trainings alles wieder im Lot ist. Ich würde das Lot nur gerne etwas stabiler aufhängen... :nerd_face:

    Aber ja, ich muss Aylchen Verpeilchen eben einfach auch so nehmen wie sie ist.

    Ja, etwas Richtung Zerrspiele meine ich, aber da steigt sie tatsächlich schwer drauf ein. Vielleicht versuche ich es aber trotzdem mal wieder. Mit den Geschwistern wird schließlich auch wild gezerrt. Vielleicht hilft es ihr also, wenn sie da auch bei mir Spaß dran entwickeln kann.

    Morgens im Bett kaspert sie zum Beispiel mit mir herum wie eine Wilde. Sie rollt sich über mich, spielt Maulfechten mit meiner Hand, ist richtig übermütig. Vielleicht versuche ich auch einfach mal mich mit ihr durchs Wohnzimmer oder über die Wiese zu kugeln.

    Einerseits sagst du, du hast keinen Zeitdruck, andererseits möchtest du nicht pausieren....

    Ich habe nicht deine Probleme, aber ich habe unabhängig davon festgestellt, dass eine Trainingspause immer gut tut und die Hunde danach motivierter sind und Sachen auf einmal klappen, an denen man sich vorher einen Wolf trainiert hat.

    Ich würde sagen, gönn euch mal ne Auszeit und steig dann ohne Erwartungen wieder ein.

    Klingt wirklich missverständlich, ich gebe es zu. Ich möchte jetzt nicht pausieren, weil ich nicht glaube, dass es der beste Weg für sie in der jetzigen Situation ist.

    Sie pausiert an den Schafen seit ca. 1 Jahr, als ich das vor ein paar Wochen mal wieder versucht habe hat sich nichts geändert an ihrem Verhalten.

    Ich pausiere in der Unterordnung seit fast einem halben Jahr und hatte neulich, als ich mal wieder ein paar Kleinigkeiten abrufen wollte den Eindruck ich fange bei Minus Eins an.

    Sie liebt die Suche, muss so oder so mit zum Training und schaut dann fiepend aus dem Fenster, wenn die anderen dürfen und sie nicht.

    Mein Gefühl sagt also, dass es ihr mehr bringt, wenn ich drei Schritte zurückgehe und motivierende Kleinigkeiten mache, statt sie komplett pausieren zu lassen.

    Die letzte Trainingspause von 6 Wochen ist übrigens noch überhaupt nicht lange her - Dezember und Januar ist bei uns nur sehr eingeschränkter Trainingsbetrieb.

    Dab Pausieren behalte ich natürlicimals Option im Kopf, wenn das jetzt eine Sackgasse ist.

    Mein Rüde (ebenfalls BC) war in jungen Jahre im Training (besonders in Situationen, die noch nicht so sicher waren) genauso. Wenn mir da ein "Ähhähh" im falschen Moment rausgerutscht ist, hat er die Übung halt nimmer ausführen können. Er wollte es dann schon, stand sich aber mit seinem Meideverhalten dann quasi selbst im Weg.

    Ich habe mir dann angewöhnt, gar nimmer zu korrigieren, sondern das Fehlverhalten mit etwas, das er kann zu unterbrechen und das zu belohnen. Klingt jetzt erst mal bescheuert, hat aber sehr gut geholfen. Er hatte das Gefühl, es im Endeffekt richtig zu machen, den Fehler habe ich nicht belohnt, aber das korrekt gezeigte Alternativverhalten.

    Leider kann ich nur aus dem Obedience Training ein Beispiel nennen: Richtungsapport: Er geht Richtung falsches Apportel, bekommt ein Steh Kommando als Alternative und quasi Abbruch des falschen Verhaltens und ich lobe ihm für das korrekt gezeigte Steh.

    Inzwischen kann ich ihm in vielen Situationen auch freundlich mitteilen, dass ich das so nicht wollte - manchmal aber nicht und das löse ich das sehr gerne immer noch so.

    Danke! Das könnte wirklich helfen. Ich muss mal über die konkrete Umsetzung sinnieren, aber wenn ich sie bei einer Fehlanzeige nicht festhalte (einen deutlichen Abbruch bekommt sie sowieso nie, das wäre zu viel), sondern sie in den Arm springen lasse... Das klappt immer und sie macht es gerne...

    Leider (oder eigentlich zum Glück) macht sie un der Suche super selten was falsch. Ich hoffe ich reagiere dann im passenden Moment auch richtig. :zany_face:

    Könntest du dir vorstellen, Flächensuche und Hüten mal komplett für ein paar Monate zu lassen? 2023 als Pausejahr. Oder "braucht" sie einen Job um glücklich zu sein?

    Unterordnung und Hütetraining lasse ich schon seit ein paar Monaten pausieren.

    Sie darf nur einmal in der Woche suchen und bis vor 14 Tagen hatte sie da wie gesagt einen Bombenlauf. Erst jetzt mache ich mir halt wieder Gedanken was ich ändern kann.

    Komplett pausieren würde ich da ehrlich gesagt ungern. Aber vielleicht wirklich ein paar Wochen nur Miniübungen mit Erfolgsgarantie.

    Das hört sich für mich (!) weniger nach nem generellen Problem mit dem Selbstbewusstsein an als nach einem zu weichen Hund für das was du tust/ wie du es tust.

    Natürlich kann man über verschiedene Wege versuchen den Hund zu stärken , ich seh da aber nach 2 Jahren immer wieder zu viel Druck aufbauen für diesen Hund einfach wenig reelle Chancen das dauerhaft so zu ändern das der Hund stumpfer wird wenn es Grade passt.

    Manche Dinge bringt ein Hund einfach mit.

    Ich würde so einen Hund weder in Prüfungen bringen noch in die Zucht.

    Ich teile deine Einschätzung - zum Teil. Für die Zucht habe ich mit ihr keinerlei konkreten Pläne. Ich habe mir das offen gelassen, aber insgesamt steht da aufgrund ihrer Art ein großes Fragezeichen dran.

    Allerdings ist sie, wie du schon sagst, nicht generell problematisch oder auffällig. Sie läuft mit mir durch Großstädte, macht Familienbesuche mit, kommt mit jedem Menschen klar, entspannt in ungewohnten Situationen schnell... Das ist eher ein "soziales Problem".

    Eine BH ist sie übrigens schon gelaufen und war da Tagesbeste.

    Ich sag mal so: Komplett lassen kann ich das auch in 2 Jahren nich, wenn sich da nichts ändert. Solange sie aber außerhalb der Problempunkte so viel Spaß und Feuer bei der Sache hat, sehe ich keinen Grund schon aufzugeben.

    Was sind denn die verschiedenen Wege den Hund zu stärken? Danach suche ich ja!

    Sie ist im November 2 Jahre alt geworden, war schon dreimal läufig. Klar hoffe ich noch auf Reife, aber erwachsen aus medizinischer Sicht ist sie schon.

    Ich habe sie von Beginn an mit im Training und seit sie ca. 12 Wochen alt ist darf sie was tun..

    Das Problem der Einsatzreife sehe ich wie du. Ich weiß nicht, ob sie mir je sicher genug wird um Einsätze zu gehen, aber hey, sie hat wochenlang so tolle Trainings! Wirklich gute Sachen, setzt sich über meins Rufen hinweg, wenn sie was hat, sucht weiträumig und immer topp motiviert. An der VP hatte sie noch nie ein Problem - nur bei mir.

    Natürlich mache ich es ihr nach schwierigen Situationen wieder leichter. Natürlich werde ich nun erstmal wieder mit kurzen motivierenden Sachen einsteigen... Das ich insgesamt zu schnell vorgegangen bin glaube ich eigentlich nicht. Wie gesagt habe ich da auch überhaupt keinen Zeitdruck.