Ich weiß nicht wieviel Worte du mittlerweile mit dem Menschen gewechselt hast. Ich gehe ja lieber direkt vor und glaube, dass Anzeigen und Racheakte hier nicht zielführend sind. Ersteres, weil es bislang keinen wirklichen Schaden gab und das Zweite, weil es die Situation nur noch mehr hochschaukelt.
Ich habe einen Nachbarn, der sich über das Krähen der Hähne am Morgen aufgeregt hat. Mein Hahn und der Hahn gegenüber haben morgens ihr Konzert angestimmt - teilweise eben schon sehr früh. Trotz Stall war das bei offenem Fenster deutlich zu hören. Dieser Nachbar ist dann eines nachts zu den Nachbarn rüber und hat den Hahn buchstäblich einen Kopf kürzer gemacht. Es war eine etwas komplizierte Situation, da dies der Hahn eines Vereins war, bei dem der Nachbar Mitglied ist. Er hatte aber mit der Hühnerhaltung direkt nichts zu tun und es gab einiges an Ärger. Er hat mit seiner Aktion regelrecht in der Kneipe angegeben (egal).
Ich habe diesen Nachbarn kurz darauf getroffen und ihn sehr konkret gefragt, ob ich mir nun Sorgen um meinen Hahn machen muss. Er ist rot angelaufen und hat nur gesagt, solange er nachts im Stall sei, bestünde kein Grund zur Sorge.
Gleicher Nachbar, ähnlicher, aber überhaupt nicht zu beweisender Vorfall. Eine Katze wurde durch stumpfe Gewalteinwirkung schwer verletzt, mehrere verschwanden. Der Nachbar ist bekennender Katzenhasser... Ein Katzenhalter hat ihn damit konfrontiert und ihm durchaus zu verstehen gegeben, dass er ihn im Verdacht hat. Er hat es natürlich abgestritten, war aber in der Zeit danach unglaublich freundlich zu ihm - schon komisch.
Im Moment ist alles ruhig. Man grüßt sich und ein normales nebeneinanderleben ist möglich.
Zu deiner Situation:
Ich würde das Tau nehmen, zu dem Mann gehen und es ihm an der Haustür mit den Worten überreichen: "Ich glaube sie haben da was bei mir vergessen."
Entweder streitet er es konsequent ab, weiß aber wenigstens, dass du weißt wer sich an deinem Zaun zu schaffen macht, oder er nimmt es entgegen und lässt vielleicht sogar mit sich reden (OK, etwas naiv vielleicht, aber wer weiß). Im Idealfall hörst du dir an, wie schlimm es ihn getroffen hat, dass sich sein armer Wuff an deinem bösen Zaun wehgetan hat, du sagst ihm, dass das bestimmt nicht schön war und du glaubst, dass der Hund den Zaun bestimmt nun meiden wird. Oder du bietest ihm - quasi als Friedensangebot - an entlang des Weges einen festen zaun zu ziehen.