Ich bin wohl tatsächlich ein riesiger Pechvogel, wenn ich mir diese Probleme so durchlese.
Beim größten Teil meiner Familie darf ein Hund das Haus nicht einmal betreten. Bei meinen Eltern ist das zum Glück anders, aber aus der Kindheit kenne ich Verwandtschaftsbesuche nur mit Hund vor der Tür.
Unsere Anfahrt zu Familienfesten beträgt gerne mal mehr als 6 Stunden und früher sind wir immer mit dem Wohnwagen hingefahren um mit dem Familienhund draußen bleiben zu können. Tagsüber war der Hund entweder draußen an einer langen Leine (Hof war nicht umzäunt) oder wir waren alle draußen. Feierlichkeiten fanden meistens in einem Gasthaus statt, wo der Hund zwar mit rein durfte, aber natürlich immer an der Leine bleiben musste.
Aus diesem Grund nicht zu Geburtstagen, Hochzeiten etc. zu fahren stand gar nicht zur Diskussion. Es wurden eben für einige Tage Kompromisse gemacht...
Noch heute dürfen meine Hunde beim Besuch meines Patenkinders (rund 800 km Fahrt) maximal mit in die Diele.
Du hast da doch schon viel bessere Vorraussetzungen. Deine Familie ist Hunden gegenüber grundsätzlich nicht abgeneigt und ich persönlich glaube, dass man mit Geduld und Rücksichtnahme viel mehr erreicht als mit Trotz und "unter Druck setzen". Ich würde mich auf die Spielregeln einlassen und mit Hund hinfahren, allerdings schon vorwarnen, dass du dich mit deinem Junghund öfter mal abseilst, damit er sich frei bewegen kann und danach wieder friedlich zu deinen Füßen liegt. Wenn die beiden Kleinen nicht mehr so spannend sind, deine Familie sich mit deinem Hund angefreundet und es allen zu doof wird ihre Füße an ihm vorbeizusortieren, wenn sie sich setzen, werden sie vielleicht selbst auf die Idee kommen Spielzeug und Futter wegzuräumen und ihm mehr Bewegungsfreiheit zuzugestehen.
Wenn du aber erstmal gar nicht mehr hinfährst kann das Jahre dauern, denn aus dem netten Welpen, der etwas nervt wird ein großer Junghund der immernoch nervt, weil die Kleinen Hunde nunmal neu und spannend sind und Labradors in vielen Fällen annehmen, dass alle Welt sie lieben muss - da ändern auch ein paar Jahre nicht viel dran. Allerdings hat dann deine Familie noch viel mehr Sorge um ihre Kleinhunde und die Situation ist unter Umständen schlimmer als jetzt...