Ich habe bei einer Pflegehündin eine 2 Jahre dauernde Odyssee mit einer offenen Stelle an der Zehe mitgemacht. Wochenlange Anibiosen nach Resistenztest, Rivanolbäder, die tollsten Salben, Verbände bis zum Abwinken...
Die Lösung war bei dieser Hündin am Ende die Leishmaniose! Sie war in den Jahren vorher zweimal negativ getestet worden, weshalb es immer ausgeschlossen wurde. Mir ist dann aber irgendwann einfach nichts mehr eingefallen und ich habe neben einem kompletten Schilddrüsenprofil auch nochmal die Leishmaniose-AK testen lassen und siehe da: positiv. Seit sie Allopurinol bekommt ist der Fuß verheilt.
Was ich in dieser Zeit auch in Zusammenarbeit mit einer Dermatologin gelernt habe:
- Wichtig ist der Einsatz eines Antibiotikums nach Resistenztest (was ja gemacht wurde), auf eine Salbe alleine würde ich mich da nicht verlassen. India bekam über viele Wochen Chloramphenicol, ein Antibiotikum das die wenigsten Praxen in Tablettenform vorrätig haben.
- Die Dauer der antibiotischen Behandlung muss unbedingt lange genug sein! Hautentzündungen sind hartneckig und man kann sich auf eine wochenlange Behandlung (manchmal Monate) mit entsprechender Erfolgskontrolle einstellen.
- Natürlich ist beim Verbinden der Wunde sicherzustellen, dass der Verband keine neuen Druckstellen verursacht. Offen lassen ist gut, wenn der Hund wirklich nicht drangeht! Ein Belecken der Wunde macht das Ganze um ein Vielfaches schlimmer. Eine Alternative zum Verband kann eine Socke als Leckschutz sein.