Beiträge von Cherubina

    Was haben denn die kleinen Hunde, die ihr im Rettungsdienst erlebt für Kenndecken? Die kleinste, die in meiner Staffel noch "frei" war ist Smilla zu groß und ich habe Zweifel ob es noch kleinere von der Stange gibt. Das müsste ich bei Gelegenheit mal in Erfahrung bringen...

    Ich bin am Überlegen, ob ich die vorhandene Kenndecke für Smilla ändern (lassen) soll oder ihr eine maßanfertigen lasse - aber das ist nicht ganz billig.

    Mag sein, dass ich zu sehr menschlich denke! Gerade deshalb würde ich Hässlichkeit nicht noch abwerten in dem ich sie noch entsprechend mit dem Namen belege.

    Spielt doch keine Rolle, ob der Hund seinen Namen nicht empfindet; ich sehe dieses Gehabe von zielgerichteten, entwertenden Namen als Spiegel der Gesellschaft.

    Mag sein, dass sein Besitzer diesen Namen als Spaß/Scherz empfunden hat: völlig unüberlegt, unbedarft. Ich finde die Namensgebung als Griff in die Tonne!

    Hmm, darüber musste ich gerade nachdenken und komme für mich zu einem völlig anderen Schluss.
    Quasimodo (= der Unvollständige) finde ich als Namen mehr als passend. Jeder assoziiert sofort den Glöckner von Notre Dame und damit eine ungeheuer liebenswerte Gestalt, die großherzig und klug aufgrund seines Äußeren von der Welt ferngehalten und unterschätzt wird. Der Quasimodo aus der Geschichte hat damit lauter positive Atribute und der Name an sich hat für mich nichts Abwertendes.

    Aber das ist wohl eine sehr individuelle Sache wie man einen Namen wahrnimmt.

    Ich käme gar nicht auf den Gedanken mich auf ein Geschlecht festzulegen. Klar, wenn man einen Welpen zu sich holt, dann wägt man ab und die Entscheidung wird wie bei dir aus der jeweiligen Situation heraus getroffen, aber ich hatte bisher 2 Hündinnen (1 x kastriert, 1 x unkastriert) und zwei Rüden (1 x im Alter von 7 Jahren kastriert, 1 x kastriert, als er zu mir kam).

    Die Rüden waren beide im Verhalten mit anderen Hunden deutlich unkomplizierter. Bei den Hündinnen gab und gibt es mehr Gezicke. Die zyklusabhängigen Veränderungen im Verhalten sind bei unkastrierten Hündinnen mal stärker mal schwächer ausgeprägt, aber durchaus ein Thema, bei einem unkastrierten Rüden hat man dafür unter Umständen mehr Markieren und Gestänker mit anderen Rüden...

    Bei den Hunden, bei denen ich die Entscheidungsgewalt hatte, habe ich mich für den Hund entschieden und nicht für sein Geschlecht.

    Es ist nicht ungewöhnlich, dass leinenaggressive Hunde im Freilauf gut verträglich sind. Das Toben an der Leine entwickelt sich nicht selten aus Frust und man kommt in einen Teufelskreis, da es immer mehr frustige Erlebnisse für den Hund gibt, wenn er nach außen aggressiv wirkt und er erst recht nicht zu anderen Hunden hin darf.

    Ich würde versuchen auf der einen Seite mit dem Hund möglichst viele positive Erfahrungen zu sammeln. Triff dich mit Menschen und Hunden, bei denen du weißt, dass es klappt. Ermögliche deinem Hund Freilauf mit anderen verträglichen Hunden. Beschäftige dich positiv mit ihm (Tricksen, Hundesport, Nasenarbeit...). Kann er apportieren? Kennt er einen Futterbeutel?
    Gleichzeitig würde ich versuchen an Orten zu laufen, wo ich wenig andere Hunde treffe - aber das tut ihr vermutlich sowieso.

    Das zweite ist natürlich das Arbeiten am eigentlichen Problem. Welcher Weg da genau der richtige ist, muss eigentlich ein Trainer vor Ort mit euch herausfinden - scheinbar ist euer momentaner Trainer überfordert.
    Lies dich mal in das Prinzip "Zeigen und Benennen" ein. Vielleicht ist das für euch eine Möglichkeit!?

    Smilla - super Fresserin - hat auch mal angefangen zu mäkeln, als ich dachte das beste Futter gefunden zu haben. Ich musste das "Programm" 2 Tage durchziehen und dann hat sie wieder gut gefressen.

    Das Futter wieder wegzunehmen hat zwei Gründe: Zum einen natürlich einen hygienischen, wenn es um Frisch- oder Feuchtfutter geht. Zum anderen ist aber auch das ständige zur Verfügung stehen von Futter ein Teil der Mäkelproblematik. Natürlich brauchst du den Napf nicht wegzunehmen, wenn der Hund noch frisst, nur weil er länger als 5 Minuten braucht. Du kannst ihm auch 15 Minuten zugestehen, aber ich würde den Napf zunächst nicht einfach stehen lassen.
    Wichtig ist natürlich auch, dass du in der Zeit keine Kauartikel, Leckerlis o.ä. fütterst.

    Ich glaube nicht, dass deine Hunde länger als 3 Tage hungern, wenn sie ein Futter fressen könnten, das sie früher gerne mochten.

    Viele Hunde lassen sich förmlich zum Mäkeln erziehen, wenn man ihnen immer etwas anderes (besseres) vorsetzt sobald sie ein Futter nicht mehr so gut fressen. Sie lernen schnell, dass es bei genügend Geduld immer eine Alternative gibt und nutzen das aus - warum auch nicht!?

    Umgekehrt kann man einen Mäkler aber auch auch meistens recht unkompliziert wieder zum Allesfresser machen, wenn man ihm die Alternative eben nicht anbietet.

    Soll heißen:
    Entscheide dich für das von dir bevorzugte Futter und gib ihnen nur dieses. Stelle es zur Fütterungszeit hin und nehme es nach 5 Minuten wieder weg, wenn sie es nicht fressen. Erst zur nächsten Fütterung wird das gleiche Futter wieder hingestellt. Die Hunde werden in der Regel sehr schnell begreifen, dass es eben nichts anderes gibt, egal wie lange sie warten und der Hunger tut dann sein übriges.
    Bei sehr hartneckigen Hunden muss man dieses Verfahren ein paar Tage durchziehen, aber funktionieren tut es (fast) immer.

    Wir haben im Verein 2 permanent "fremdgeführte" Hunde. Bei beiden klappt das hervorragend und beides läuft unendgeldlich.
    Im einen Fall führt ein Mitglied den Hund einer Tante - da ist natürlich kein Geld im Spiel. Im anderen Fall hat ein Mitglied mit dem eigenen Hund nicht mehr trainieren können, weil dieser Rückenprobleme bekam und ist nun froh einen Hund übernehmen zu können dessen Besitzer selbst aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kann.

    Übrigens:
    "Auch für Smilla sind die 2 x 5 Minuten Übung weder geistig noch körperlich vordernd."

    Das halt ich für ein Gerücht...... Normalerweise sollte ein Hund dann erstmal ne Weile über das Gelernte nachdenken. Klar, körperlich macht das sicherlich nicht fertig - aber zu Denken haben sie nach so nem Tag schon...... Das fordert das Hirn schon: herauszufinden, womit man die Futtergabe erreichen kann (ohne, daß wer dasteht und meint "na - komm schon, sag was...." "gibt Laut" oder so!).

    Erzähl doch mal, was Ihr inzwischen so treibt - hast Du Dich zum Bleiben entschieden? :-)


    Naja, die zitierte Aussage habe ich nach zwei Trainingstagen gemacht. Da waren die Übungseinheiten "Spielkreise" und für Smilla ist es nunmal nicht vordernd abwechselnd ein Minütchen mit verschiedenen netten Menschen zu spielen und von ihnen Futter abzustauben. Das ist eine ihrer leichtesten Übungen ;)
    Zu der Zeit brauchte sie für die Belohnung nichts tun als hinzulaufen und dort zu bleiben - für Kito wäre das sehr herausfordernd, aber nicht für Smilla.

    Dass zum Training die Denkpause nach der Übungseinheit dazugehört ist natürlich klar.

    Inzwischen sieht es schon anders aus. Smilla verbellt fleißig, sucht das (sichtbar weggelaufene) Opfer zielstrebig und turboschnell auf und nimmt dabei inzwischen auch etwas Gestrüpp in Kauf. Nur das Tempo wird geringer, wenn es allzusehr an ihr rupft. Wir haben auch schon etwas in den Opferbildern variiert und bisher kann klein Smilla nichts schocken.

    Richtig kaputt und müde ist Smilla auch jetzt nach so einem Trainingstag noch nicht, aber wenigstens halbwegs zufrieden. Und da sie ja ohnehin noch mit auf den entspannten Spaziergang mit Kito kommen darf, passt alles.

    Ich bleibe auf jeden Fall erstmal dabei!