Hier ging es ja schon häufiger um die Frage wie ihr Aggressionen/Eifersüchteleien und ressourcenverteidigendes Verhalten zwischen euren Hunden managed.
Ich hätte ganz gerne mal eure Meinung zu meiner konkreten Konstellation.
Sumi (Border Collie Hündin, 20 Wochen) bereichert nun seit 11 Wochen mein Leben und kam zu Kito (Mischlings Rüde, 19 kg, kastriert, 6 Jahre) und Smilla (Mischlingshündin, 7 kg, kastriert, 4 Jahre).
Mit Kito gibt es bislang keine Probleme und ich erwarte auch keine. Er ist der nette Onkel, lässt sich vielleicht manchmal etwas viel gefallen, weiß aber wie man im Spiel die Notbremse zieht und hat allgemein mit keinem Hund ein Thema. Aus Streit hält er sich völlig raus.
Smilla ist mit fremden Hunden immer eher unsicher, zickt oft bei der ersten Begegnung, kommt dann aber eigentlich mit jedem Hund gut klar. Zwei Hündinnen gibt es im Bekanntenkreis, die es etwas auf sie abgesehen haben, sie massiv kontrollieren wollen und wo sie dann den kürzeren zieht.
Als Sumi einzog, musste sie sich schon ab und an von Smilla maßregeln und anzicken lassen, aber je besser sich die beiden kannten, desto seltener kamen von Smilla kraußgezogene Nase und Schnappen. Auch spielen sie regelmäßig, besonders Rennspiele.
Eine Situation mit Aggressionspotential von Smillas Seite ist heute eigentlich nur noch, wenn ich sie streichele und Sumi sich dazu drängt. Da knurrt sie schonmal und fast in Sumis Fell - ich unterbreche dann das Streicheln für beide.
Wichtig für Smilla und Sumi ist Futter. Schon seit Wochen beobachte ich dabei, dass Smilla sich von Klein-Sumi Kaustangen und Karotten vor der Nase wegschnappen lässt. Smilla tritt dabei nur einen Schritt zurück und schaut doof. Ich gebe also Kauartikel nur noch gezielt und schaue, dass jeder an seinem Knochen bleibt. Füttern tue ich sowieso getrennt.
Sonderfall Katzenfutter:
Sowohl Smilla als auch Sumi dürfen nicht ans Katzenfutter, was sie auch akzeptieren. Allerdings durfte Smilla schon immer nach Freigabe die leeren Teller abschlecken, was ich bei Sumi auch eingeführt habe. Ergebnis: Sumi stürzt hin und Smilla geht nicht mehr dran. Ich bleibe nun dabei und gebe Smilla den Teller, während Sumi den Boden sauberlecken darf.
Eigentlich sollte ich es einfach für beide Tabu machen, aber etwas geht immer daneben und ich müsste schon nach jeder Fütterung richtig putzen um es wirklich uninteressant zu machen...
Warum ich den ganzen Roman schreibe?
Weil heute das erste Mal die Situation draußen so gekippt ist, dass sich die beiden Mädels in der Wolle hatten. Um was es genau ging weiß ich nicht, aber ich vermute, dass Smilla, die genau neben mir stand Sumi, die um sie herumwuselte, angeknurrt und vielleicht auch ins Fell gefasst hat.
Es gab einen kurzen Kampf, bei dem Smilla schnell im Dreck landete und Klein-Sumi knurrend und zähnebleckend über ihr stand. Ich habe das ganze schnell beendet, indem ich Sumi von Smilla heruntergepflückt und einen kurzen Anraunzer losgelassen habe. Danach war alles wieder normal.
Ich glaube ja, dass über kurz oder lang Sumi die Hosen in der Beziehung anhaben wird. Smilla, als eher unsichere Hündin, gibt ja im Alltag jetzt schon oft klein bei. Ich will da die sich ausbildende Rangordnung zwischen den beiden auch nicht künstlich ändern, d.h. die ältere Hündin bevorzugen, weil es mir richtig vorkommt, bzw. die junge Hündin künstlich kleinhalten. Ich will sie weiterhin mit gutem Gewissen zusammen alleine lassen können. Seht ihr irgendwo einen grundsätzlichen Fehler bei mir? Gibt es etwas, was ihr anders machen würdet? Wie sind eure Einschätzungen? Muss ich mich auf mehr Ärger gefasst machen oder sind solche Rangeleien normal und die Situation findet sich meist?
Für mich hat Sumi jedenfalls nun eindeutig den Schritt vom Welpen zum Junghund überschritten.