Beiträge von Cherubina

    Nein, ich will natürlich keine Treibjagd veranstalten :ugly:
    Das ist einfach eine Regel, die ich aus der Arbeit in der großen Schäferei mitgenommen habe. In der Frühträchtigkeit gibts Ruhe für die Schafe: keine zootechnischen Maßnahmen, keine Weide direkt am stark frequentierten Wanderweg, kein Hund an der Herde. Es reicht ja, wenn ein Schaf resorbiert oder die Zwillingshäufigkeit sinkt. Andere machen sich Gedanken um Flushing und Genetik, dabei kann es eben auch ganz andere Gründe haben...

    Sumi ist ja auch noch nicht mal 7 Monate alt, ich dachte eigentlich sowieso noch nicht daran vor dem Winter mit dem richtigen Training zu beginnen und da ist dann eben Stall- und Lammzeit.

    Ich schaue schon immer auf deiner Homepage wann mal wieder ein Seminar bei dir stattfindet ;)

    Ich glaube, Du unterschätzt Deine Schafe. Ich sehe kein Problem darin mit dem eigenen Hund in einem vernünftigen Rahmen an trächtigen Schafen zu arbeiten. Regelmäßige Bewegung (keine wilden Hetzereien) tut Schafen gut.
    Seitdem ich meine Schafe nicht mehr rumstehen lasse bis zur Geburt, habe ich deutlich weniger Geburtsprobleme, vor allem bei den Coburgern.

    Die ersten 3 Wochen der Trächtigkeit sind das Problem. In dieser Zeit hat sich die Eizelle noch nicht eingenistet und wird bei Stress gerne mal resorbiert. Ein Bekannter von mir hatte mal mitten in der Lammzeit bei seinen 200 Schafen 3 Wochen lang (einen Brunstzyklus lang) kein einziges Lamm. Nach längerem Überlegen war das exakt 150 Tage nachdem eine Treibjagd durch seine Weide ging und er die verschreckten Schafe wieder zusammensammeln musste.

    Klar ist ein junger Hund an den Schafen nicht das Gleiche, aber stressig kann das schon sein. Abgesehen davon ist mein Deckbock ein ziemliches Arschloch. Solange der mit drin steht geht gar nix.

    Vielleicht habe ich ja Glück und eine lange Weidesaison, dann würde ich vielleicht ab Ende Dezember wieder was machen können.

    Ich bin Sumis Unsicherheit den Schafen gegenüber nun offensiv angegangen. Ich habe mal durchgerechnet und dann gemerkt, dass ich frühestens im Juni 2017 wieder die Chance habe mit ihr etwas an meinen Schafen zu arbeiten. Im November kommt der Bock in die Herde, in der Frühträchtigkeit will ich keinen Stress für die Schafe, wenns kalt wird gehts in den Stall und dann kommen die Lämmer - auch doof für Anfänger...
    Irgendwie hatte ich Bauchschmerzen Sumi so lange Zeit zu geben in der wenig Chancen für positive Erlebnisse an den Schafen möglich sind.

    Ich habe keine Ahnung, ob die Sorgen berechtigt sind oder nicht, aber ich wollte gerne ein paar Erfolgserlebnisse und etwas Aufbau des Selbstbewusstseins für sie.

    Also habe ich sie mit viel Anfeuern und Motivieren mit auf die Weide genommen und habe mit ihr zusammen eine Art Outrun gemacht. Sie lief mit, wenn auch sehr nervös und ganz dicht bei mir, bemerkte aber schnell, dass die Schafe weglaufen, wenn wir kommen. Innerhalb kürzester Zeit lief sie alleine kleine Bögen an die Schafe, fixierte und war sichtlich von ihrem eigenen Erfolg begeistert. Ich glaube nun hat sie wirklich etwas Blut geleckt. :smile:


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    Ich bin heute auch echt stolz auf meine Sumi (knapp 7 Monate).

    Als erstes hatte ich heute einen echten Durchbruch an den Schafen. Sie ist im Alter von 4 Monaten von einem meiner Schafe gestoßen worden (hab nicht aufgepasst) und hatte seitdem einen Heidenrespekt vor den Wolltieren. Nun möchte ich ja später mit ihr ins Hütetraining einsteigen und habe sorgenvoll verfolgt, wie sie bei jeder etwas näheren Konfrontation Meideverhalten zeigte. Es wurde zwar nach und nach weniger und mit Zaun dazwischen fühlt sie sich auch recht sicher, aber man merkte einfach total ihre Unsicherheit.
    Ich habe hin und her überlegt und dann aber beschlossen, dass ich diese Grundhaltung ungern über den Winter ruhen lassen will (ab November ist der Bock in der Herde und irgendwann gehts dann in den Stall. Dann im Frühjahr sind die Lämmer dabei - auch keine guten Anfängertrainingsbedingungen und genug Zeit und Gelegenheit die Unsicherheit zu verstärken). Also habe ich mit ihr zusammen Schafe geschubst. Mit viel Motivationsgejole und Spaß habe ich sie mit auf einen großen "Outrun" genommen und als die Schafe erstmal in Bewegung waren und vor uns weg trabten, kam das Sumitier auf den Geschmack. Etwas Schleichen, etwas Fixieren und ein paar kleine Runs in Richtung Schafe und immer wieder begeisterte Blicke, wenn die Schafe tatsächlich wegliefen.
    Ich glaube ich konnte ihrem Selbstbewusstsein gehörig auf die Sprünge helfen - so darf die Deckzeit beginnen und ich freue mich auf einen Trainingseinstieg im nächsten Jahr. :D

    Und heute Abend hatte ich die "Ehre" unsere Junghundegruppe leiten zu dürfen. Wir haben den Aufbau eines Abbruchsignals besprochen. Viele von euch kennen das wahrscheinlich: Futter links, Futter rechts und immer wieder Abbruchwort-Futter sperren-Alternativverhalten abwarten-aus der anderen Hand belohnen...
    Ich habe das mit Sumi selbst noch nie gemacht (ich gebe zu ich bin ziemlich trainingsfaul) und habe mit ihr vorgeführt was ich meine. Sie hat das blitzschnell verstanden und sich schon beim zweiten Versuch sofort auf das Wort hin hingelegt. Dann musste sie angeleint an der Seite warten, während alle anderen geübt haben und war sooo brav.

    Die Super-Sumi hat sich ihren Kauknochen heute wirklich verdient!

    Ich kann nur unterschreiben was Juno2013 sagt. Druck an der falschen Stelle kann so eine Situation schnell kippen lassen.

    Für mich hört sich das an vielen Stellen nach einem sehr unsicheren Hund an und nach einer im Laufe der Zeit sich weiter verschlimmernden Fehlkommunikation.

    Wie lange ist der Hund denn schon bei euch und über welchen Zeitraum hat sich das entwickelt? wie reagieren die Familienmitglieder, wenn er knurrt. Ignoriert ihr das oder habt ihr es schon in einer Form gemaßregelt? Hat sie das bei jedem von euch schon gemacht?

    Als ich Kind war hatten wir eine Hündin, die ähnliches Verhalten zeigte:
    - Sie kam um sich streicheln zu lassen und fing nach einiger Zeit an tief zu grollen. Wurde sie dann barsch weggeschickt, bellte sie einmal laut auf und verdrückte sich dann mit eingezogenem Schwanz unter dem Tisch.

    - Hatte sie einen Knochen wurde laut geknurrt und gekeift, wenn man nur daran vorbei ging. Sprach man sie ruhig an und ließ sich den Knochen bringen, legte sie einem den beschwichtigend in die Hand.

    Wir haben der Hündin Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten zugestanden und ihr Knurren als Hinweis genommen distanz aufzubauen. Hat sie beim Streicheln geknurrt, haben wir damit aufgehört und sie ist nach einem Moment des Zögerns ruhig gegangen.
    Im übrigen wollte unsere Hündin damals mit Nichten das Zepter übernehmen!

    Holt euch jemanden, der die Situation bei euch vor Ort einschätzen hilft!

    Kito schläft in einer Gitterbox mit offener Tür - weil er das so möchte...

    Smilla schläft in einem kleinen Hunde"korb" in den sie zusammengerollt wie ein Korken reinpasst und ab und zu am Fußende im Bett - weil sie das so möchte...

    Sumi hat die ersten Wochen in einer Faltbox neben dem Bett geschlafen - weil ich das so wollte (ich hatte einfach Sorge, dass ich nicht merke, wenn sie raus muss und hatte keine Lust auf Hundepipi im Bett)...
    ... und hat sich nach Öffnung der Box den Platz neben mir im Bett ausgesucht - weil sie das so möchte...

    Wir haben ja den Milchviehbetrieb und da kann man den Kontakt zum Vieh nicht vermeiden ;)
    Sprich vom ersten Tag an lief er hier normal mit durch den Stall, da war er 8 1/2 Wochen.
    Wenn man so will, hatten die Welpen aber auch schon beim Züchter "Kontakt" zum Vieh, die konnten die Schafe nämlich vom Auslauf aus gut sehen.

    Als Phelan 4 Monate alt war, polterte es plötzlich im Bullenstall hinter mir, als ich meine Schroteimer voll machte.
    Ein vorwitzger Bulle war der Meinung dem Bordchern unsanft am Fell zu zupfen und das hat er mal eben unmissverständlich geklärt, in dem er einmal kurz in die Nase fasste.
    Von dem Tag an wurde das Interesse am Vieh größer...

    Dieses Selbstbewusstsein fehlte Sumi da offensichtlich. Das Schaf war doof und Sumi hatte nichts entgegenzusetzen - was ich mit 4 Monaten allerdings auch eher normal finde. Da ist Phelan deutlich kerniger :bindafür:

    Langsam wird sie ja wieder etwas mutiger. Heute ist sie zum Beispiel hinter mir unter dem Zaun durchgeschlüpft um ans Wasser zu kommen und die Schafe in der Nähe sind weggesprungen. Ich hoffe solche Kleinigkeiten und die Zeit und Reife machen es wieder besser...

    Ich habe ja von Anfang an gesagt, dass es für mich kein Weltuntergang ist, wenn Sumi sich nicht gut zur Arbeit an den Schafen eignet, aber es wäre schon schön irgendwann mit ihr ins Training einsteigen zu können.