Beiträge von Cherubina


    Ohne Futter: ich habe mal gelesen dass (je nach Motivation des Hundes) auch die Vergrößerung des Abstands zum Objekt belohnend wirken kann.

    Prinzipiell ja, wenn der Grund fürs Pöbeln ist, dass sein Wohlfühlabstand unterschritten wurde. Theoretisch soll das dann bei manchen Hunden fast die beste Belohnung sein.
    Dieser Hund will aber ja eigentlich hin. Er pöbelt bei anderen Hunden, darf er hin ist alles super (Und das meine ich wirklich. Er hat eine sehr schöne klare Kommunikation mit meinen Hunden gezeigt und war dann nach einer kurzen Begrüßung völlig neutral bis desinteressiert). Er bellt wie irre den Lieferwagenfahrer an, darf er hin ist alles gut.
    Aber vielleicht ist er da auch ambivalent. Vielleicht käme es auf den Versuch an.

    Ich glaube ich brauche ein Postauto zum Üben :ugly:

    @Cherubina ich würde nun nicht von den Minirunden ins andere Extrem gehen. Ist nicht verwunderlich, dass der Hund am Ende ausgerastet ist.

    Zum Belohnen: top twenty Liste machen und damit variabel belohnen.
    Spielzeuge ruhig auch hochdrehen, aber eben mit runterfahrritual.

    Der Postauto Ausraster war vorherzusehen, da er das bei diesem Auto immer in genau dieser Manier macht. Ich habe es so auch bei meinem ersten Besuch gesehen, als mich die Besitzerin auf der Straße abgeholt hat.
    Für mich war es eher interessant zu wissen, dass er das gleiche Verhalten eben auch zeigt, wenn er nicht von der Besitzerin geführt, etwas entfernt vom eigenen Grundstück und müde ist.

    Für mich war diese lange Runde erstmal nur ein Versuch. Wie entspannt läuft er draußen, wird er irgendwann ruhiger und ansprechbarer oder steigert er sich nur weiter rein? Und als Info von der Besitzerin dann, was macht ein solcher Spaziergang mit ihm in den nächsten Tagen. Kommt er danach gut wieder zur Ruhe? Hat er vielleicht sogar mehr Appetit? Oder geht eine solche Forderung eben doch nach hinten los.
    Klar war es viel, aber die Außenreize, die für ihn problematisch sind, hielten sich sehr in Grenzen. Wir sind niemandem begegnet und fast nur durchs offene Feld gelaufen. Der bellende Hund war - neben dem Postauto - schon das spannendste. Zuhause angekommen sagte die Besitzerin nur verblüfft: "Der sieht ja richtig entspannt aus". Mal schauen was sie in zwei Tagen berichtet.

    Ein Runterfahrritual im Sinne von Absitzen lassen, Spielzeug ruhig abnehmen, verbal Loben, Keks? Wie sieht so etwas bei dir aus? Kommt wahrscheinlich auch darauf an wie schnell er von sich aus wieder auf sein Normalmaß runterfährt oder sich eben ins wildere Spiel reinsteigert...

    Vielleicht interessiert es ja den ein oder anderen, wie es mit dem Irish Setter weitergeht (weils so lang ist im Spoiler):

    Spoiler anzeigen

    Gestern war ich wieder da und bekam schon am Tag davor erzählt, dass er draußen vom Futterbeutel nichts mehr wissen will. Selbst auf der Terasse, wo er oft angebunden ist, wenn die Besitzerin im Garten werkelt, hat ihn der Beutel nicht interessiert, sagte die Besitzerin. Ich bat darum den Hund vor meinem Besuch nicht zu füttern - schließlich wollte ich ja auch mit dem Clickern anfangen und der Gute ist durch Futter sowieso nicht so leicht zu motivieren. Wenn er satt ist schon gar nicht.

    Es lief dann viel besser als befürchtet. Nach einer kurzen Gassirunde um seine Erwartungshaltung etwas runterzuschrauben (sie empfängt mich immer mit Hund auf der Straße, weil er sonst an der Tür randaliert und dann denkt er natürlich es geht spazieren), haben wir mit dem Clicker in der Wohnung begonnen. Hund fand meine mitgebrachten Leckerli super und Frauchen schien das Prinzip des Clickerns logisch zu sein. Die weitere Konditionierung und erste Übungen mit Clickerbelohnung liegen nun bei ihr, werden aber erstmal nur in der Wohnung gemacht.
    Dann gings an den Futterbeutel und der Setter war hochmotiviert. Sein Warteplatz ist drinnen immer vor der Terassentür, das haben wir natürlich genutzt. Die lange Leine wurde draußen festgemacht und die erste Minisuche ging von seinem Warteplatz wie gewohnt nach drinnen (so weit die Leine reichte). Und dann musste er jeweils innen auf seinem Platz warten und der Beutel wurde draußen versteckt. Er war mit Feuereifer dabei (wobei er tatsächlich auch aus dem Beutel nicht wirklich gierig frisst).

    Dann haben wir den Hund noch auf die Autorückbank gesetzt und uns nach vorne. Losgefahren sind wir nicht. Er ist im Auto sehr schnell sehr hochgedreht, hat jedoch nur wenige Minuten gebraucht um im stehenden Auto auch wieder runterzufahren - Autositzen ist nun Hausaufgabe.

    Das Bewegungspensum war auch Thema - die Besitzerin hat sich die Hüfte verdreht, drum war es nicht wirklich mehr als sonst. Ich habe aber nocheinmal darauf gedrungen. Ein Zuggeschirr wird bestellt.


    Heute habe ich ihn dann noch mit auf eine große Runde genommen. Mit meinen drei Hunden hatte er überhaupt kein Problem und den größten Teil der 3-stündigen Runde habe ich als sehr unproblematisch empfunden, d.h. für mich am anderen Ende der Leine gut handlebar. Die 15-Meter-Schleppleine hat er gut ausgenutzt, hat auch mal wilde Runden auf ner Wiese gedreht, ist locker an einem bellenden Hund hinterm Gartenzaun vorbei... Ein gewisser Stresslevel war jedoch nicht zu übersehen. Er hat sehr viel markiert (Urin und Kot), durchgehend gehechelt und hat keine Leckerlis angenommen. Nach etwa 2 Stunden hatte ich den Eindruck als würde es etwas besser.
    Die kurzen Stücke an kurzer Leine durch Orte hielten sich im Rahmen.

    Eine Explosion gabs dann kurz vor der Ankunft zu Hause, als das Postauto vor uns in einer Einfahrt fuhr. Der bis dahin völlig stille Hund sprang in die Leine und bellte wie ein Irrer. Die Postbotin hat Angst vor Hunden und hat nur schnell ihre Briefe eingeworfen um dann schnell weiterzufahren. Settertier war dann so in Rage, dass er beim direkt danach einbiegenden Lieferwagen im gleichen Stil weitermachte (wirklich nicht ganz lustig bei der Größe des Hundes). Der Wagen hielt und der Fahrer stieg, begleitet vonlautem Settergebell, aus und schaute mich recht freundlich an. Ich habe ihn nach einer Frage, ob er Angst vor Hunden hat, gebeten näher zu kommen und siehe da: Settertier verstummte, schnüffelte an seiner Hose, ließ sich streicheln und alles war gut.


    Ihr Hibbelhundehalter, was meint ihr: Sollte das Clickertraining mangels Leckerliakzeptanz auf lange Sicht scheitern, welche super Alternative seht ihr zum Zeigen und Benennen bei einem Leinenpöbler (ritualisiert, entstanden aus Frust, ohne wirkliche Agression)?

    Wenn eine Belohnung über Futter ausscheidet, bleibt ja (außer Streicheln und verbalem Lob) nur ein Spielzeug als Belohnung. Beim Futterbeutel zeigt er sich schon sehr gut über das Beutespiel motivierbar. Er schüttelt den Beutel begeistert, wenn er ihn hat, interessiert sich aber eher mäßig für den Inhalt.
    Ich bin versucht mal etwas stärker ins Zergeln und Werfen der Beute einzusteigen, will ihn aber eben auch nicht zu sehr hochfahren und ihn noch hibbeliger machen. Erfahrung mit solch wilderem Spiel hat er bisher gar nicht.
    Mein Gedanke wäre, dass er sich - sollte er sich wirklich fürs Zergeln und Tragen begeistern lassen - über ein Spielzeug vielleicht eher Umlenken lässt und ihm vielleicht ein etwas körperlicheres Alternativverhalten für die Leinenpöbelei leichter fällt. Was meint ihr?

    Vielleicht sollten die Antworter auch mal überlegen wie ihre Nachfragen und Tipps ankommen.
    Hier wird prinzipiell erstmal alles in Zweifel gezogen. Kommt man in diesem Forum mit einem Verhaltensproblem, wird grundsätzlich erstmal zur Konsultation eines Tierarztes geraten. In diesem Fall war das bereits geschehen, also wird alles kritisiert, was der Tierarzt tut.
    Die Themenstarterin hat doch auch schon angekündigt, dass sie sich eine Zweitmeinung einholen will.Ich verstehe schon, dass man dann irgendwann dünnhäutig wird.

    Was das Metacam angeht: Die Indikation wurde doch bereits genannt. Es wurde eine Reizung der Blasen- bzw Harnröhrenschleimhaut festgestellt. Das Metcam soll diese Reizung lindern, Schmerzen nehmen und den Harndrang lindern (wer schonmal eine Blasenentzündung hatte, kann das nachvollziehen). Ich denke das ist nur der Versuch dies als Ursache für die Pinkelei auszuschließen.
    Eine Abklärung der Nierenfunktion erfolgte ja nun vorher in aller Genauigkeit, darum sehe ich nicht, warum man es nicht geben sollte - kleine Einschränkung: ich würde während ich Metacam gebe die Wassergabe nicht rationieren.

    Ich glaube es wäre jetzt wichtig nach diesem Diagnostikmarathon wieder etwas zur Ruhe zu kommen, einen ganz gleichmäßigen Tagesrhythmus zu finden und zu sehen, wie sich der Hund entwickelt.

    Bei Smilla brauchte ich auch recht viel Geduld mit dem Bellen.
    Zu Beginn habe ich jedes Geräusch geclickert und bis der erste Beller kam, hat es Monate gedauert.

    Ich habe es über "Futtersperren" geschafft. Also Anfüttern und dann wild mit dem Leckerli in der Hand spielen um es dann plötzlich vor die Brust zu nehmen, so dass sie nicht mehr dran kommt. Mit nem Spielzeug geht das natürlich auch sehr schön. Wichtig war für Smilla am Anfang eine gewisse Erregung, sonst kam gar nichts über ihre Lippen.
    Irgendwann clickt man dann eben nicht mehr beim Jammern, sondern beim Backenblasen und dann beim ersten Wuff oder erst nach dem dritten oder vierten Beller. Dann geht es ganz von alleine.

    Sumi war ja schon von der Züchterin vorbereitet und hat schon in der Wurfkiste verbellt. Dennoch musste ich es dann Zuhause neu herauslocken und vorallem auch generalisiseren. Nur weil es im eigenen Garten klappt, muss es noch lange nicht im Wald gehen. Und Sitzen, Hocken oder Stehen ist auch ein großer Unterschied.

    @bad_angel
    Schreib doch darüber mal im passendenn Unterforum. Ich finde besonders von BieBoss kommen da immer sehr gute Anregungen.

    Eigentlich müsstest du das Vorgehen im Training mal genauer beschreiben, damit man Tipps geben kann, aber das führt hier eigentlich zu weit.

    Was mir spontan dazu einfällt:
    - Ich würde vielleicht mal darüber nachdenken ihn direkt kommentarlos wieder ins Auto zu bringen, wenn er beim ersten Ansatz nicht mitmacht. Wenn er immer ne zweite Chance bekommt, weiß er ja, dass er genug Zeit hat erstmal sein Ding zu machen.
    - Warum Zwischenbelohnung am Opfer? Du sagst er verbellt, oder? Vorgang wäre dann: finden, bellen (immer unterschiedlich lang, mal mit deiner Annäherung mal ohne), Bestätigung durchs Opfer, Ende. Damit der Hund sich nicht so schnell vom Opfer entfernt, machen wir es bei den Anfängern so, dass das Opfer den Hund zum Hundeführer zurückspielt, also mit Futter oder Spielzeug albern und quietschig den Hund bei sich behalten und zurückführen.
    - Viel Abwechslung: Kurze angereizte und kleine Suchen, immer aber mit recht schnellem Erfolg. Da gibt es einige lustige Spiele, die man machen kann. Ein Mensch rennt weg, kommt aber in einem Bogen wieder zurück, während im Gelände ein zweites Opfer liegt. Du selbst gehst ohne Hund ins Gestrüpp und tust ganz aufgeregt und deutest eine Suche an bevor der Hund startet...
    - Eigensuche (also, dass er dich sucht), kann man mal machen, hilft aber auf Dauer oft wohl nicht so gut.

    Ich glaube schon, dass man es mit einem Rüden in dem Alter schwer haben kann. Obs dann besser ist zu pausieren bis er wieder besser ansprechbar ist? Ich weiß es nicht...

    Heute kam die Bestätigung:

    Smilla und ich starten am 25. Februar auf unserer ersten Flächenprüfung :flucht:


    Ich versuche mir einfach ganz oft zu sagen, dass es ja um nichts geht und es ja auch nicht schlimm ist durchzufallen. Bis vor einem halben Jahr war ich ja nicht mal sicher, ob wir jemals zu ner Prüfung fahren.
    Und ich habe im Studium so viele Prüfungen machen müssen, da sollte man meinen ich gehe das ganz locker an - aber ich bin total aufgeregt!

    Heute im Training war dann die Bewährungsprobe:
    Sehr großes Suchgebiet, das Opfer war von oben alleine ins Gelände gegangen, so gabs also wenig Witterung im Wald. Der Wind war dann auch noch ziemlich fies - nämlich sehr schwach, oft wechselnd und teilweise einfach nur leicht aufsteigende Thermik (die Sonne kam raus und unten lag Schnee). Ach ja, auf dem verharschten Schnee lief Smilla dann auch noch sehr seltsam, aber sie lief und das erste Opfer haben wir nach gut 10 Minuten gehabt.
    Dann war noch ein Helfer ganz am Ende unserer Suche abgelegt worden, als Smilla etwa 50 Meter vor uns zwei Rehe aufscheuchte und durchstartete. Ich habe nen Abbruch gebrüllt, woraufhin sie tatsächlich kurz innehielt und dann auf meinen Superrückruf sofort zurückflitzte :gott: ein Leckerliregen folgte.
    Ab da war es dann etwas chaotisch. Ich habe - um nicht direkt den Rehen zu folgen - kurzfristig meine Suchtaktik etwas umgestellt, Smilla blieb aber nur zögerlich in der Suche. Die Trainerin wollte ihr nach den Rehen dann gerne ein Erfolgserlebnis gönnen und hat uns wieder zurück auf unsere ursprüngliche Route beordert. Smilla suchte wieder engagierter, allerdings konnte ich ihre Gedanken förmlich hören:
    "Rehe, überall Rehduft! Soll ich? Ne, muss Mensch suchen, hier riechts aber nach Reh!"
    Das zweite Opfer lag dann auch noch ausgerechnet auf einem Holzstoß in 2 Metern Höhe. Schließlich kam dann doch der nötige Windhauch und Smilla hat sich (ohne ein weiteres Eingreifen von mir) gegen die Rehe und für den Menschen entschieden! Ich bin sehr stolz auf die Maus!

    Nächste Woche gibts dann nur Spaßübungen und Motivation!

    Drückt mir in zwei Wochen die Daumen!

    "Das ist ein Bichon Frisé, eine Mischung aus Malteser und Pudel! Die werden extra für Allergiker gezüchtet."

    Gerade eben im Fernsehen aus dem Munde der Besitzerin des kleinen Flauschhundes.
    Man sollte um die Uhrzeit eigentlich auch nicht fernsehen...

    Mich würde immer noch interessieren, warum dieser enorme Untersuchungsaufwand betrieben wurde und auch die Anweisungen des TA für die aktuelle Zeit scheinen mir insgesamt vollkommen übertrieben.

    Ein junger Hund säuft viel, pisst viel. Das ist doch erstmal nicht ungewöhnlich ... und was beweist die Entnahme von ein zwei Proben Urin?

    Ist der Urin bei der Probe nach Wasserentzug immernoch sehr dünn, sind die Nieren nicht in der Lage den Urin zu konzentrieren. Diagnostisch bringt das eben den Unterschied zwischen gesunden und kranken Nieren.
    Ich würde das aber bei den genannten "Problemen" auch nicht sofort machen und das Durstenlassen eigentlich nur unter stationärer Beobachtung.

    Die Definition von Polydipsie als Trinkmenge über 100 ml/kg/Tag steht so in den Lehrbüchern. Natürlich muss man bei der Bewertung immer alle äußeren Umstände mit einbeziehen. Wenn man die Besitzer bittet zu messen wieviel der Hund am Tag trinkt (reine Trinkmenge, keine Flüssigkeit übers Nassfutter), dann habe ich bisher bewussst noch keinen (erwachsenen) Hund erlebt, bei dem eine so hohe Flüssigkeitsaufnahme keine organische Ursache hatte (Diabetis insipidus oder mellitus, Niereninsuffizienz, Cushing, Pyometra...)