Ich hatte heute ein Gespräch, dass ich irgendwie gerne mal loswerden möchte und ich denke, dass das hier unter anderen Borderhaltern am besten aufgehoben ist.
Ich bin mit Smilla vor 3 Jahren einem Agilityverein beigetreten. Sie macht das ganz gerne, es ist aber nicht ihr Leben. Während die anderen laufen liegt sie gechillt in der Sonne und wenn sie dran ist, muss ich ganz schön in die Trickkiste greifen damit sie mal richtig rennt.
Ich bin dann umgezogen und fahre seither mehr als 50 km zum Training. Dazu kommt, dass ich seit 2 Jahren mit Smilla in der Rettungshundearbeit aktiv bin - viel Zeit fürs Agi bleibt also nicht.
Als Border Sumi kam, war für mich klar: Sie soll auch Flächensuchhund werden, sie soll an die Schafe (ich habe schon seit 5 Jahren welche, bisher ohne passenden Hund), aber Agility stelle ich ganz hinten an. Inzwischen habe ich beschlossen meine Mitgliedschaft dort aufzukündigen, aber dieses Jahr ist der Mitgliedsbeitrag eh flöten und drum gehe ich eben mit Smilla noch ab und an hin, wenn es zeitlich passt. Wenn Sumi schon dabei ist, will ich ihr auch ein bisschen die Geräte zeigen.
Als Welpe war Sumi ein paarmal mit auf dem Platz und auch bei 2-3 Turnieren. Dann kam eine laaange Winterpause und heute war ich seit über 7 Monaten wieder bei einem Training.
Im Training waren zwei weitere Borderhalterinnen, die mit ihren Hunden nur Agi machen und dies auch von Anfang an so geplant haben.
Besonders in der Unterhaltung mit der einen kam ich mir seltsam fehl am Platze vor. Alleine die Vorstellung mit einem Border unter den gegebenen Bedingungen kein Agi zu machen, schien sie völlig zu irritieren. Es wurde gelobt wie toll sich die Kleine anstellt - ich fands furchtbar: überdreht, hektisch, schnell in Übersprungshandlungen kippend, einfach überhaupt nicht so, wie ich Sumi kenne - und erklärt, dass es doch völlig normal ist, wenn Hunde im Parcour bellen oder überdrehen.
Dann wurde mir begeistert erzählt, wie die zwei anderen Border und die jeweils dazugehörigen Shelties beim letzten Training im Anschluss eine Stunde lang so schön gespielt haben. Der Ball wurde geschmissen, die Border holten ihn und die Shelties kreisten um die Border wie zwei Satelitten.
Zu guter Letzt kam dann mein Hütetraining mit Sumi zur Sprache: O-Ton: "Ich habe ja das Video auf Youtube gesehen, aber ganz ehrlich: die sieht nicht so aus, als bräuchte sie das Hüten nun wirklich. Meine war ja an den Schafen ganz anders."
Bemerkenswert: Ihr Hund hat außer ein paar Anfängerstunden nicht weiter gehütet.
Ich glaube ja auch nicht, dass Sumi es ohne Schafe schlecht hätte. SIe ist kein Superhütetalent, aber ein ausgeglichener Hund ist mir auch wichtiger als ein unbändiger Arbeitstrieb. Vor allem höre ich bei all dem heraus: Ohne Schafe ist kein Problem, aber ohne Agi ist kaum nachzuvollziehen.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mit Sumi Agility machen könnte und in Turnieren erfolgreich sein könnte, genauso sicher bin ich mir aber inzwischen, dass ich das nicht will. Ich freue mich lieber an ihrer unheimlichen Freude und Begeisterung in der Flächensuche und warte, was sie an den Schafen im Laufe der Zeit noch so auspackt.
Habt ihr auch manchmal solche Gespräche? Ich habe es mir gespart zu tief in die Diskussion einzusteigen. Das wird auch immer gleich so persönlich, wenn man sich hinstellt und den Umgang der Leute mit ihren Hunden kritisiert.