Ich kenne nur eine sehr überschaubare Anzahl, daher sind meine Beobachtungen vielleicht nicht objektiv.
Ich habe den Eindruck das Fell ist oft viel pflegeintensiver als bei jeder der beiden Ausgangsrassen, dann scheint sich der Jagdtrieb irgendwie ungünstig zu potenzieren, jedenfalls jagen die Mischungen mehr als alle Pudel oder Goldens die ich kenne. Und ich empfinde die Hunde immer als unangenehm hibbelig. Da kenne ich die Pudel als feine Powerhunde und die Goldens als eher gutmütige Trampel, bei der Mischung denke ich dann oft "man ist der nervig", weils ich das irgendwie in einer Art kombiniert, die bei keiner der Ausgangsrassen vorkommt.
Pflegeintensiver ist das Fell nicht. Wenn der Pudel durchschlägt, dann ist es genauso pflegeintensiv wie bei Pudel. Ich denke, daß es vielleicht die Besitzer der Hunde, die Du kennst als pflegeintensiv bezeichnen, weil sie sich vorher nicht wirklich informiert haben und gedacht haben, daß Pudel pflegeleicht sind.
Jagdtrieb ist bei uns nicht vorhanden. Oder besser vielleicht noch nicht, da meine Hündin erst 10 Monate alt ist und der sich durchaus noch entwickeln kann, worüber ich mir keine Illussionen mache. Kommt aber auch immer drauf an, wie der Besitzer damit umgeht und es händelt. Ich wüsste jetzt auch nicht, wie sich der Jagdtrieb genetisch potenzieren könnte bei der Verpaarung Retriever x Pudel. Sicherlich müsste man um den Jagdtrieb beurteilen zu können auch mehr über die Abstammung der beteiligten Retriever wissen. Habe ich einen Hund, der aus einer Showlinie kommt oder einen Retriever aus einer echten Arbeitslinie. Ist der Besitzer Ersthundbesitzer (was bei vielen der Fall ist, weil die Familie sich vorher wegen Allergien keinen Hund angeschafft hatten) und der Hund darf im jungen Alter lustig Kaninchen hinterherjagen oder Vögel im Feld aufscheuchen ohne jegliche Erziehung, nach dem Motto, er kriegt sie ja sowieso nicht, kann sich schnell Jagdtrieb manifestieren. Das würde aber auch für einen reinen Labbi in der gleichen Familie gelten.
Thema hibbelig. Hier liegt es für mich zum guten Teil am Umgang mit dem Hund. Mila wäre sicherlich auch hibbelig, wenn ich nicht drauf achten würde, sie auszulasten, aber auch Ruhe reinzubringen, was ich für sehr wichtig halte. Landet ein Doodle z.b. Ersthundehaltermit 2 Kindern, die permanent mit dem Welpen spielen, kann ich mir schnell einen überdrehten Hund heranziehen. Der selbe Hund wäre in einem ruhigen Haushalt mit anderer Erziehung und Auslastung ein ganz anderer.
Es macht unwahrscheinlich viel aus, wo ein Hund landet. Wenn er bei Ersthundbesitzern landet, die sich haben von unseriösen Werbeversprechen haben blenden lassen, dann ist der unerzogene Hund vorprogrammiert.
Worüber sich viele Leute keine Gedanken machen: Der Labradoodle sollte mal eine Gebrauchshundkreuzung als Therapiehund sein. Viele Leute übersetzen naiv Therapiehund mit besonders lieb. Das so ein Hund, dessen Ziel eigentlich ist ein Arbeitshund zu sein, wenn er nicht entsprechend anderweitig ausgelastet wird, sich dann andere Hobbys sucht und nicht weiss wohin mit seiner Energie ist dann nicht wirklich verwunderlich.