Beiträge von Camillo09

    Man bekommt ja auch zig Präparate, die angeblich auf natürliche Weise gegen Würmer helfen. Hat damit schon mal jemand Erfahrungen gemacht? Bringt das was? Ich weiß aber durchaus auch, dass natürlich nicht gleich weniger belastend für den Hund sein muss.

    Bzw. noch einen Kommentar zur Pharmaindustrie und geldgeilen Tierärzten: ich sehe das sehr zwiespältig. Wenn man nämlich Richtung kleine Heimtiere schaut, die eben nicht regelmäßig geimpft, entwurmt o.a. werden, hat man das Problem, dass sich solche Tiere für Tierärztin und Pharmaindustrie nicht lohnen und im Endeffekt heißt das nichts anderes, als dass es einfach keine passenden Medikamente gibt und die Tierarztsuche schwieriger ist als die Nadel im Heuhaufen, weil sich niemand darauf spezialisiert. Und dann steht man mit einem kranken Tier schlecht da.

    Vielleicht liest das ja hier auch jemand, der nicht bereits in seiner Meinung festgelegt ist und offen für verschiedene Wege. Da muss man nicht unbedingt als Fazit am Ende stehen lassen, dass nur positives Training hundgerecht ist und alles andere offensichtliche Tierquälerei. Wenn das jemand am Ende aus der Diskussion so mitnehmen will, meinetwegen, es gibt aber eben auch andere.

    Gut finden muss man nicht alles, aber tolerieren schon, solange es nicht gegen das Tierschutzgesetz verstößt.

    Mir geht es hier um das Blocken, wie es eben als "Erziehungsinstrument" nach diesem Leitwolftraning eingesetzt wird.
    Dass man sich schützend vor seinen Hund stellt oder sich meinetwegen mit seinem ganzen Gewicht auf ihn wirft um ihn daran zu hindern auf die Straße zu rennen hat damit ja wohl nichts zu tun.

    Ich nutze das durchaus auch als Erziehungsinstrument, nämlich eben genau als "nein, du bleibst jetzt hinter mir und hältst deinen Mund- ich mach das, das ist nicht dein Job". Ich will überhaupt nicht abstreiten, dass es nicht auch über positiven Aufbau zu machen wäre und ich will auch gar keinen dazu zwingen, es auch über einen Block zu machen. Es ist mir total egal, wie andere das Ziel erreichen oder auch nicht. Manchen würde es nicht schaden, auch andere Wege hinzunehmen, auch wenn sie nichts für einen selbst sind.


    Jetzt hat man ja aber die Wahl, wie man da hinkommt. Ich möchte ganz eindeutig nochmal auf die VORTEILE des belohnungsbasierten Lernens hinweisen, die hier ja nun vielfach aufgezählt wurden. Es erschließt sich mir nicht, wieso man diesen Weg nicht den anderen vorziehen sollte. Zeit sollte kein Faktor sein (!!!), weil hier vorhin jemand meinte, dass durch positives Training dem Hund "schnellere" Lösungen verwehrt werden.

    Dann erschließt es sich dir eben nicht. Und doch, in einigen Fällen ist für mich Zeit ein wichtiger Faktor. Wenn andere eben über Monate oder Jahre ins Niemandsland fahren wollen, damit sie ja niemandem begegnen, um nicht wieder einen Rückschritt zu machen oder gar Probleme bekommen, weil sich der Hund total daneben benimmt, bitte. Meins ist das nicht. Dann wird halt über eine (angedrohte) Strafe klar gemacht, dass ein gewisses Verhalten nicht erwünscht ist und gut. Das versteht der Hund auch.

    Wenn jemand das nicht machen möchte, ist doch ok, aber warum muss man dann allen anderen vorschreiben wollen, dass belohnungsbasiertes Lernen (das auch Tücken hat und damit für verdammt viel Frust sorgen kann!) das einzig Wahre ist? Und man für alles andere kein Verständnis hat? Wenn andere für sich einen anderen Weg wählen, ist das einfach so. Da muss man nicht immer mit "das andere ist aber tausend mal besser" um sich werfen.


    Wer meint seinen Hund über blocken (einschüchtern) führen zu müssen, der soll das tuen. Ich kann es schlecht verbieten. Aber ich muss es deswegen noch lange nicht akzeptieren oder gar gut heißen.

    Genau das ist doch der Punkt. Ein Blocken ist ein "bis hier hin und nicht weiter". Warum muss das den Hund gleich einschüchtern?

    wenn mein Hund Frust schiebt und den los werden möchte tut er das. Egal ob vor, hinter oder über mir. Deswegen bestand das Training darin am Frustauslöser zu arbeiten. Dann ist völlig wurscht wo der hund läuft

    Es sagt ja auch keiner, dass nicht auch an den Ursachen gearbeitet wird. Wenn man aber einen Hund hat, der alles mit riesen Getöse vertreiben will oder fressen will, weil er es doof findet, ist man in unserer Gesellschaft nicht schlecht beraten, erst mal das Verhalten zu ändern und dann an die Ursache zu gehen.

    Aber wen sie vorne laufen neigen grade die unsichern zum Fehlverhalten..Hat man den Unsichern Hund hinter sich, ist bei den meisten Hunden ruhe.
    Bei uns hat es voll gewirkt und ich sehe da nur Vorteile

    Genau das. Meiner ist mit der Situation einfach völlig überfordert, wenn was vorne kommt und "er sich dem allein stellen" muss, weil ich ja hinten dran bin. Die Reaktion, die er gerne zeigen würde, ist gesellschaftlich nur leider nicht akzeptiert. Ist er hinter mir bzw. neben mir, passiert genau gar nichts in der gleichen Situation.


    @Camillo09 ich finde schon, dass Hunde wirklichen Freilauf haben können. Mia hatte zum Glück noch nie das Bedürfnis, rumzupöbeln. Löcher buddeln darf sie aber zB nach Herzenslust. Und auch den Radius darf sie bestimmen (sind dann gern mal 100, 150 Meter), weil sie trotzdem hört. Dass Jagen nicht erlaubt ist, ist logisch. Aber es ist halt Freilauf mit paar wenigen Regeln.

    Und je nach Hund, wie bei meinem, sind es halt mehr Regeln, weil er alleine nicht mit seiner Umwelt umgehen kann. Er würde nämlich dann alles anmachen, was sich bewegt. Ich finde halt, dass es sich einfach nicht gehört, wenn der Hund über die bestellten Felder rennt, Löcher buddelt und Wildtiere, andere Hunde etc. treten rein und verletzen sich etc. Dementsprechend gibt es viele Regeln und da kommt es auf eine mehr oder weniger auch nicht an.

    Zwingt man einen Hund permanent hinter einem zu laufen, ist das kein FREIlauf, sondern ein millanischer "Packwalk" ohne Leine ;)

    Meinetwegen, dann halt millanischer Packwalk. Oder auch spartanischer Drill-Walk. Wirklichen Freilauf hat ein Hund doch nicht eh nicht. Er muss auf dem Weg bleiben, hat sich innerhalb eines bestimmten Radius aufzuhalten, darf nichts jagen, nicht pöbelnd in andere Menschen oder Hunde reinprettern, Fahrradfahrer oder Jogger verfolgen, keine Löcher buddeln etc. und muss zu allem Übel auch noch von der tollen Spur abdrehen, wenn die Begleitperson meint, er müsste jetzt augenblicklich zu ihr kommen, um sich sein Futter abzuholen. Kommt es da nun noch auf die 10 m nach vorne an? Ich finde nicht.

    Hinter einem laufen kann je nach Hund sehr viele Vorteile haben.
    Beispielsweise an den bereits angesprochenen Ecken. Wie oft habe ich mir da schon von anderen HH anhören müssen "mein Hund ist halt vorgelaufen und ich habe sie nicht gesehen ". Passiert nicht, wenn der Hund hinter einem bleibt.

    Ansonsten merke ich bei meinem, dass er hinter mir wesentlich ruhiger und entspannter (ja, nicht nur gehemmt) ist. Hinter mir kümmert er sich nicht um entgegen kommende Leute, nicht um aufspringendes Wild etc, weil ich das übernehme, wenn er hinten dran ist. An Ecken, Kurven etc. bin ich grundsätzlich vor meinem Hund und sehe alles vor ihm.

    Es kann bei einem Möchtegern-Pöbler schon reichen, dass er gar nicht mehr reagiert, wenn er hinter dir ist. Und es heißt ja auch nicht, dass du das immer und zu jeder Zeit machen musst. Ich lass meinen auch nicht die Freiheit nach hinten und zur Seite, wenn es die Situation gerade nicht zulässt. Ist doch logisch. Man muss das natürlich situativ auch anpassen, genauso wie man das Hinten-Laufen aufheben kann, wenn man Lust hat. Für mich ist der Freilauf aber tausend mal entspannter, wenn der Hund nur hinter mir bleibt.