Beiträge von Camillo09

    Zum Alleinbleiben kann ich dir leider nichts raten, denn immerhin das konnte unser TH-Hund, als er ankam.

    Zum Schnappen:

    Das Anbellen fremder Menschen wird wahrscheinlich weniger Selbstbewusstsein sein als das Gegenteil. Und sie vertraut euch noch nicht so, dass ihr das für sie regelt, also muss sie selbst aktiv werden und verbellen. Meistens ist das leider selbstbelohnend, weil die Menschen dann verschwinden.
    Unserer hat das anfangs auch gemacht und wir haben über sie "Alternativverhalten gefordert und schön gefüttert". D.h. wir haben verlangt, dass der Hund, wenn er andere Menschen sieht, sich an uns orientiert, neben uns läuft und Blickkontakt hält. Er darf aber immer mal wieder ruhig und ohne fixieren zu den Menschen hinschauen. Genau das wird belohnt und verstärkt. Bei uns ging das sogar recht schnell. Inzwischen werden die Leckerlies schon langsam abgebaut und die Sache auf ohne Leine im Fuß gehen ausgebaut.

    Nach Kindern schnappen: mein Hund wird von niemandem fremdem gestreichelt. Keine Kinder und schon gar keine Erwachsene. Letztere würde er schnappen, weil er Angst hat, bei Kindern mag er es nicht und ich finde, dass er das auch nicht ertragen muss. Es ist deine Aufgabe, dass dein Hund nicht in eine solche Situation kommt, in der er sich selbst wehren muss. Im Nacken packen und nach Hause wird nichts helfen, weil es der Hund nicht versteht. Er weiß nicht, dass dieses Verhalten nicht erwünscht ist. Für ihn (unter Hunden) ist es ganz normal, mit Abschnappen Luft zu verschaffen, wenn alle andere Kommunikation fehlgeschlagen ist. Er hat wahrscheinlich nicht sofort geschnappt, sondern es erst mal anders versucht (Lefzen hochziehen, leise knurren etc) und es wurde nicht beachtet. Wen nicht: Event. hat der Hund in seiner Vergangenheit (Wisst ihr da was?) gelernt, dass Knurren etc. nicht erwünscht ist und unterbunden wird und zeigt es erst gar nicht mehr.

    Ich würde euch raten, lest euch in die Körpersprache von Hunden ein. Ich habe auch den ersten eigenen Hund und musste mich viel belesen, weil ich den Hund am Anfang einfach nicht verstanden habe. Die Körpersprache ist so vielschichtig, mit so vielen Signalen, auch kaum sichtbare, die der Hund aussendet, aber es hilft ungemein, den Hund und seine Motivation zu verstehen und ich kann inzwischen so viel früher und besser im Timing reagieren, was die Arbeit deutlich leichter macht.

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    j
    es gibt auch so ein halsband, das ähnliche effekte wie dieses spray haben soll. meine TA war davon ganz begeistert. vielleicht wollte sie es mir aber auch nur verkaufen ;) soll aber ihren hund extrem beruhigen. das wäre vielleicht noch eine möglichkeit. (kostenpunkt rund 39,00€; haltbar 4 wochen)

    Im Internet gibt es das schon wesentlich billiger, zw. 20 und 25€. ;)

    Bei meinem Hund war das Halsband ne totale Katastrophe, allerdings lag es an der Tatsache HB an sich, das er ständig tragen sollte. Das hat ihn so gestresst, dass ich es nach 6 Tagen runter machen musste, weil er angefangen hat, mehr oder weniger grundlos nach allem und jedem zu schnappen. Danach war wieder alles gut.

    Probieren kannst du das Spray oder HB ja mal, so teuer ist beides ja nicht und schlimmstenfalls bringt es halt nichts.

    Einfach ne Frage, die mich interessiert (kein Vorwurf!!): wenn eure Hunde Probleme mit dem Autofahren haben, wohin fahrt ihr mit den Hunden? Verbinden sie damit was positives oder eher negative Sachen wie Arbeit (wo er ignoriert wird), Tierarzt o.ä.? Mein Hund fährt total gerne Auto, weil es zu 99% nur zum Gassi mit anderen Hunden oder auf den HuPla geht, was er beides toll findet. Ist für diese Hunde das Autofahren an sich so schlimm, dass es auch durch positive Erlebnisse danach nicht anders belegt werden kann?

    Ich wäre jetzt beim Hundestrand auch davon ausgegangen, dass das automatisch Freilaufgebiet ist. Dementsprechend eben auch viele unangeleinte Hunde. Hier ist das am Fluss, wo die Hunde baden gehen können, genauso. Es ist ein inoffizielles Freilaufgebiet, jeder, der mit Hund dorthin geht, weiß, dass man da mit vielen unangeleinten Hunden sind und die i.d.R. auch nicht unbedingt abgerufen werden, wenn man es nicht gerade entgegen ruft.

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    Camillo:
    Wo sollte ich denn hinfahren zum Trainieren? Die nächste grössere Stadt ist 60km entfernt. Das tue ich mir nicht an.

    Da ich nicht weiß, wo du wohnst, kann ich dir das nicht sagen. Ich bin zuzugegebenermaßen nicht davon ausgegangen, dass es sooooo ländlich ist, dass man im Umkreis von 60km auch keine Hunde treffen kann. Bei meinen Eltern (auch sehr ländlich) gibt es bald so viele Hunde wie Einwohner.

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    Unterscheidet sich bei euren Pöblern das Pöbeln bei Halsband und Geschirr? Bei meinem ist es so: Bei einem Geschirr springt er nach vorne und macht nur relativ wenig Theater, versperrt mir aber den Weg. Bei einem Halsband erdrosselt er sich mehr oder weniger und beisst um sich.

    Ich habe das Gefühl, am HB steigert er sich mehr rein, wahrscheinlich weil er noch zusätzlich Stress hat wegen der fehlenden Luft. Da braucht er wesentlich länger, um wieder runter zu kommen.

    An sich finde ich das Futter schon gut. Ich finde keine Fütterungsempfehlung, weißt du, wie hoch die ist?

    Zu viel Protein belastet den Organismus, ja. Aber nur die % allein sagt ja nicht alles. Ich kann 150g Futter mit 35% RP geben oder 400g bei nur 20%, letztlich hat er bei nur 20% doch mehr Protein bekommen. Abgesehen davon hängt es auch von der Verwertbarkeit ab. Ich würde mal kurz durchrechnen, wie viel g Protein und Fett der Hund nach der Fütterungsempfehlung am Tag bekommt und das dann mit dem alten Futter vergleichen bzw. Bedarfswerten. Und dann kann man alles noch an oben und unten anpassen.

    Ich finde auch, dass man sehr fleischhaltiges und proteinreiches Trofu durchaus noch etwas mit KH und Gemüse ergänzen kann, um auf eine sättigende Menge zu kommen ohne zu viel Protein zu füttern.

    Lässt du sonst Leinenkontakte zu? Abgesehen von den unfreiwilligen, wenn jemand seinen Hund auf deinen zurennen lässt. Das würde ich, zumindest erst mal, komplett einstellen. An der Leine sind Hundebegegnungen dein Job und er braucht sich um nichts kümmern. Hast du die Möglichkeit, ihn irgendwo gesichert (Garten o.ä.) mit bekannten Hunden laufen zu lassen?

    Mit einem Maulkorb sichern finde ich eine gute Idee, wenn er auch nach dir beißt, weil er so aufgeregt ist. Dann musst du allerdings bei Hundebegegnungen noch besser aufpassen, da er ein seiner Kommunikation eingeschränkt ist und sich zudem nicht wehren kann, sollte der andere Hund seine Lage ausnutzen.

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    . Ich hatte mich innerlich schon drauf eingestellt, dass er auf ewig bei jeder Hundesichtung ausrastet, was nicht nur nervig sonder auch peinlich ist, insbesondere dann wenn der andere Hund nur lieb und brav da steht.

    Ich musste hier auch an meiner Einstellung arbeiten. Ich finde/fand es auch total nervig und peinlich, dass er es macht, damit habe ich aber auch schon immer die Erwartungshaltung, dass es nicht besser wird. Inzwischen sehe ich das alles nicht mehr so eng und wir sind soweit, dass er nur noch bei uns zuhause rumpöbelt und total austickt. Dort vermeide ich im Moment alle Hundebegegnungen, bis ich das Gefühl habe, wir sind so weit. Sieh es einfach nicht so eng (ich weiß ganz genau, wie schwer das ist ;), v.a. wenn dann noch Kommentare kommen), du weißt, du arbeitest daran und siehst die Fortschritte und was die anderen denken, muss dir im Moment egal sein. Das hilft dir und deinem Hund nicht weiter. Wahrscheinlich denkt hier im Ort auch jeder, ich hätte nen total aggressiven Hund, der auch grundsätzlich nur an der kurzen Leine ist, ich weiß, dass es nicht so ist (und einige andere auch).

    Für uns war es auch genau der Weg, lernen, dass andere Hunde nicht schlimm sind. Woanders hat er das schon begriffen, zuerst in der HuSchu, jetzt auch in fremden Gebieten. Das wird auch noch zuhause, aber dort wurde er gleich am Anfang gebissen und es gibt halt noch viele andere Hunde, die ihn aggressiv anmachen. Dazu braucht er aber einfach noch mehr Selbstbewusstsein und Sicherheit und genau daran arbeiten wir am allermeisten.

    Ich kann hier auch mal wieder aktualisieren. Ein Teil steht ja schon oben. Camillo wird langsam, aber sicher, selbstbewusster, was andere Hunde angeht. Geht auf sie zu, nimmt Kontakt auf und rennt nicht mehr immer weg oder will unsichtbar werden. Gepöbelt wird nur noch zuhause. Andere Menschen und Fahrräder draußen sind eigentlich kein Thema mehr, er geht inzwischen im Fuß oder an lockerer Leine auf sie zu oder an ihnen vorbei, ignoriert sie, er bellt so gut wie keine Leute mehr an (außer, er ist wegen irgendwas anderem total aufgedreht). In der Wohnung will er fremde Menschen immer noch nicht, aber wenn ich bei ihm bin und er auf seinem Platz, akzeptiert er es und knurrt und bellt nicht mehr! Wenn er an der Leine ist, ist er sogar wirklich entspannt, solange niemand was von ihm will. Wahrscheinlich weil ich auch ruhiger bin, weil er gesichert ist und er, weil er genau weiß, dass ihm an der Leine nichts passiert.

    Ab Donnerstag gehe ich mit ihm in einen Hundeverein zum Obediencetraining und zur Vorbereitung auf die BH. Für die meisten ist diese Prüfung eher ein Witz und machen sie locker mit ein paar Monaten, aber wenn wir die schaffen, bin ich trotzdem stolz. Die nächste Prüfung ist in 3 Monaten, es wäre genial, wenn wir sie da machen könnten, aber ich setze mich da nicht unter Druck. Nächstes Jahr kommt auch wieder eine. Für uns ist die mit Abstand schwerste Übung das simple Chipablesen (Gegenstände in den Händen von Männern lösen die reine Panik aus), aber da habe ich schon mit den Trainern gesprochen, dass wir das gaaaaaaaaaaanz langsam aufbauen und das dann bestimmt klappt.

    @ISA: da ist doch toll, dass es so gut läuft! Und immer wieder an die +++ denken, wenn es mal schlechter geht. Wir waren in knapp 3 Wochen auch in den Urlaub und ich bin schon gespannt, wie Camillo reagiert.

    1. bisher Luposan Sport (wurde verändert), ab jetzt Markus Mühle morgens, abends Rocco Classic mit selbstgekochten KH. Dazu gibts als Leckerlies Hundwurst vom Metzger und BF Meatballs, sowie getrocknete Hühnchenbrust (Leckerlies variieren)

    2. sehr viel: Discounter- und Supermarktfutter, sämtliche TA-Marken, das meiste, was man im normalen Futterhandel bekommt

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    Eilinel:
    Ich lebe hier in einem Dorf und Hundebegegnungen beim Spazierengehen zu trainieren habe ich irgendwann aufgegeben, weil man einfach keine anderen Hunde trifft. Das macht hier wenig Sinn da jetzt dran zu arbeiten.

    Mal woanders hinfahren zum Trainieren? Am besten wohin, wo man gut aus dem Weg gehen kann bzw. Bögen laufen, und dann nach und nach die Anforderungen steigern.

    Zum eigentlichen Thema:

    Wir waren bisher 5 Monate in der HuSchu, jetzt gehe ich in den Verein, weil ich Hundesport machen will. Die HuSchu fand ich super nützlich für unseren Hund, weil er dort gute Hundekontakte hatte, selbstbewusster werden konnten und wir bessere Kommunikation mit ihm gelernt haben, neben Beschäftigungsmöglichkeiten. Auf Dauer ist es mir aber zu teuer und auch zu langweilig, wenn ich ehrlich bin. Die Sachen, die ich dort gelernt habe, kann ich auch allein zuhause machen, jetzt, wo ich weiß, wie es geht. Stattdessen will ich aber mit dem Hund jetzt Sport machen, einfach weil er gerne arbeitet und es ihm und mir bestimmt viel Spaß macht. Ein MUSS ist das nicht, aber ich will es eben machen.