Beiträge von Camillo09

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    Hier im Forum wird eine klare Meinung dazu vertreten, stimmt. Irgendwo finde ich das dann ganz gut. Andererseits glaube ich schon, dass es eben Hunde gibt, wo es wirklich notwendig sein kann. Und das nicht aus medizinischer Sicht. ...

    Unser Hund legt das gleiche Verhalten an den Tag: Muss alle zwei Meter markieren, schleckt an irgend welchen Stellen rum, wo Hündinnen hin gemacht haben, ist kaum noch zu bremsen, wenn er einer Hündin begegnet und will eigentlich wirklich jeder Hündin drauf springen (geht bei den ganz Kleinen freilich nicht). Was passiert, wenn wir einer läufigen Hündin begegnen, dürfte auch klar sein. Und mit anderen Rüden werden häufig Drohgebärden ausgetauscht...man merkt ihm an, dass er kaum noch entspannt Spazieren gehen kann.

    Auf dem Hundeplatz, wo ganz viele andere Hund sind, ist dann aber davon komischerweise nichts mehr zu sehen, dort ist er der reinste Engel.

    Hundeplatz ist einfach was anderes. Meiner reagiert da auch teilweise ganz anders, wobei arbeiten mit ihm da im Moment (noch ;) ) auch sehr schwierig ist, weil die Ablenkung zu groß ist durch die Duftspuren.

    Wie Saskia schon sagt, hör auf deinen Hund und deinen Bauch und weniger auf die Leute hier. Ich habe mich auch ein halbes Jahr hier beeinflussen lassen und meinen Hund nicht kastrieren bzw. chippen lassen, obwohl mir Trainer und Tierarzt dazu geraten haben. Vor 4 Wochen habe ich nun doch den Chip setzen lassen, weil ich darin einfach noch ne Chance sehe, ihm diesen großen Stress zu nehmen. Er ist draußen einfach nur noch jeder Hündinnenspur nachgerannt, egal ob kastriert, unkastriert, läufig..., hat nichts anderes im Kopf außer Urin auflecken, scharren, markieren... Allein dieses Verhalten hat ihn seinen Freilauf gekostet, weil er ja nix mehr mitbekommen hat, wenn er ne "Hündin" bzw. ihren Urin gefunden hat. Wenn ich ihn dann aufgesammelt habe, hat er mich nur entgeistert angeschaut .

    Wenn du das Gefühl hast, dass es das richtige ist, dann probier es doch mit einem Chip. Keiner hier sieht deinen Hund, nur du. Du wirst schon das richtige machen! :gut:

    An sich finde ich solche Tests grundsätzlich nicht schlecht, allerdings sollten die für mich so gestaltet sein, dass es nur darum geht, abzufragen, ob der Halter seinen Hund so unter Kontrolle hat, dass von ihm keine Gefahr ausgeht. Mehr hat die Leute mMn auch nicht zu interessieren. Sie müssen weder meinen Hund streicheln können, noch muss der ne viertel Stunde regungslos vor einem Laden liegen könenn oder ne tolle UO laufen. Letzteres möchte ich zwar, aber das ist MEIN Privatvergnügen.

    Strenge Tests, ie am Ende noch unnatürliches Verhalten abfragen, und dazu zählt mMn auch das allein lange irgendwo liegen lassen oder von Fremden anfassen lassen, nur dazu, dass Tierschutzhunde gar keine Chance mehr haben. Sie dürfen ja faktisch von niemandem mehr gehalten werden bzw. event. unter so strengen und teuren Auflagen, dass es keiner macht. Man muss mit ihnen oft nicht nur 3 Monate (wie schnell bräuchte man den?) arbeiten, sondern oft viel länger. Trotzdem sind die Hunde für die Öffentlichkeit nicht gefährlich. Mein Hund lässt sich auch nicht (gerne) anfassen und würde das mit Knurren und später Drohschnappen kommentieren, aber an der Leine verhindere ich das und wenn er frei ist, geht er weg bzw. ich rufe ihn selbstverständlich zu mir. Wo ist also das Problem?

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    Habe selbst einen Jagdhund aus Spanien, der jahrelang auf der Strasse lebte. Er würde nie einen kleinen Hund als Beute sehn, ihn sogar fressen. Was für ein Unsinn!
    Ein solcher Hund wäre für mich enorm verhaltensgestört.

    Kann man dieses Verhalten denn öfter bei Jagdhunden beobachten? Von Windhunden habe ich das schon öfter gehört, auch hier im Forum, man sieht hier ja auch Bilder von Windhunden mit Maulkorb im Freilauf, weil die wohl gerne mal ins Hetzen fallen.

    Ich wäre ehrlich gesagt auch nie auf die Idee gekommen, dass mein Hund einen anderen als Beute betrachtet, allerdings zeigt der auch kaum Jagdtrieb auf irgendwas anderes (auch nicht auf meine weglaufenden, quietschenden Meerschweinchen) und schon gar nicht auf Sicht.

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    Danke für die Antwort! Was ist mit rebound gemeint?

    Rebound ist die Phase, wo der Hund erst mal voll unter Testosteron steht, weil der Körper dagegen schießt, und alles erst mal schlimmer wird. Ich könnte meinen Hund im Moment jeden Tag an die Wand klatschen deswegen ;) . Aber es geht vorbei, hoffentlich bald.

    Ich habe 80€ bezahlt.

    Ich stand vor 4 Wochen mehr oder weniger vor dem gleichen Problem. Allerdings ist der Hund nicht in der Pubertät sondern schon älter. Ich habe mich dazu entschieden, ihn chippen zu lassen, weil ich hoffe, dass ich dem Hund damit HELFE.

    Hier im Forum sind sehr viele gegen Kastrationen, ich wollte auch drum rum kommen. Wir haben es mit Erziehung versucht, aber wir kamen nicht mehr weiter. Der Hund ist draußen gestresst, auf dem Hupla ist arbeiten kaum möglich, weil er so abgelenkt ist. Er leckt Pipi auf ohne noch irgendwas mitzukriegen, egal ob die Hündin kastriert ist, "normal" oder läufig, alles egal. Mich hat es auch genervt, extrem, ich wusste einfach nicht mehr, was ich noch machen soll, und ich glaube, es ist unnötiger Stress für den Hund. Dagegen in hundearmen Gebieten ist er ein anderer Hund. Er ist aufmerksam, Rückruf sitzt wunderbar (an Urinlachen nicht, vom Hasen schon), so wünsche ich ihn mir. Da fehlt ihm ja auch nichts. Man merkt auch, dass er dann viel entspannter ist und die Umwelt mal wahrnimmt, Menschen sind plötzlich nicht nur Gespenster etc.

    Mit dem Chip kann man es ja ausprobieren, was passiert, wenn man den Hund kastrieren lässt. Ich hoffe, dass er dann einfacher soweit weniger sexuelles Interesse hat, dass man mit ihm arbeiten kann. Es muss nicht alles aufhören, aber es wäre schön, wenn er mich wenigstens noch wahrnehmen würde. ;) Genauso wie den Rest seiner Umwelt.

    Im Moment wirkt der Chip noch nicht so, wie er soll, aber genau das Gegenteil. All das, was ich den Hormonen zugeschoben habe, ist jetzt noch schlimmer als vorher. Ich hoffe, dass sich das dann genau umkehrt.

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    Geht ihr sofort wenn der Hund anschlägt ?

    Ich mache es, allerdings deshalb, weil ich weiß, dass sich der Hund nur meldet, wenn er nicht mehr anders kann und schnell raus muss. Und dann sehr schnell, also nur fix anziehen und sofort raus. Gerade nachts hat er überhaupt keine Lust rauszugehen und wenn er dann doch will, dann muss er dringend. Er macht das nicht einfach so, auch tagsüber nicht. Wenn ich nen Hund hätte, der auch "einfach so" Bescheid sagt, weil er gerade Lust hat, ne Runde zu drehen, wäre es vielleicht auch anders.

    So wie es sich bei dir anhört, macht er es ja auch nicht einfach so. Deshalb würde ich das schon ernst nehmen Dass einmal nichts passiert ist, während es ihm schlecht geht, heißt ja noch lange nicht, dass der Hund dabei ist, dich zu erziehen und selbst entscheiden zu wollen, wann es raus geht und wann nicht. Sonst musste er ja immer wirklich. Wir wissen ja selbst, bei Durchfall muss man ständig bzw. hat oft das Gefühl, zu müssen.

    Mein Hund findet es schon so sehr, sehr schlimm, wenn er in die Wohnung machen muss (z.B. wenn er sich übergeben muss), den brauche ich nicht zu schimpfen dafür. Die Tatsache allein ist schon mehr als genug "Strafe". Hunde wollen ihr Zuhause ja nicht beschmutzen.

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    Jetzt erklärt mir doch mal einer, warum wird Zwingerhaltung als etwas ganz Schlimmes angesehen, während das Alleinlassen über 8 - 9 Std. in der Wohnung, als "normal" empfunden wird. Man muß ja schließlich arbeiten gehen ;)

    Ich empfinde schon einen deutlichen Unterschied, ob der Hund tagsüber 8-9h allein ist und sonst Gesellschaf hat, oder, abgesehen von Gassirunden, den ganzen Tag im Zwinger ist, incl. nachts. Die Zwingerhunde, die ich kenne, sind den ganzen Tag nur am Bellen. Die sind zwar mit Artgenossen zusammen, aber das stachelt er noch mehr zum Bellen auf. Die kommen nur für die Gassirunden raus und das wars mit Menschenkontakt. Unser Hund ist tagsüber auch allein (eher 5-6h), wie du schon richtig erkannt hast, muss man ja arbeiten. Aber wenn ich sehe, wie der Hund es genießt, abends noch mal zu spielen oder einfach nur ruhig bei uns im Schlafzimmer zu schlafen, will ich keinen Hund nachts draußen im Zwinger schlafen lassen.

    Allerdings hängt das sicherlich auch von der Rasse ab. Wenn man sich zum Bewachen nen HSH holt, kann der damit gut klar kommen. Oder vielleicht auch einige Meute-Jagdhundrassen. Menschenbezogene Rassen wie Retriever wohl eher weniger.

    Wir haben an Camillos 3. Geburtstag, ihn im TH besuchen zu gehen. Einige Wochen später ist er dann eingezogen. Ich glaube, das war in seiner Situation das beste Geschenk, was man ihm hätte machen können.

    Wenn er hier seinen Geburtstag hat, wird wohl nichts großes passieren.

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    Naja, bei Happy war ja komplette Umweltsicherheit, die sich in Aggro zeigt das Problem. Es gab erstmal fast garnix, wo "nichts passiert". Wir hatten ja schon riiiiiesige Fortschritte damit gemacht, nur momentan hat sie wieder so eine Phase, wo sie schon ohne Grund im leeren Wald rumkläfft und bei Auslösern abgeht wie Schmitzkatze...

    Das gibt es hier auch. Aber die Phasen werden kürzer und seltener. Nur Mut, ihr seid auf dem richtigen Weg :gut: