Beiträge von Camillo09

    Zitat


    das ist was der Hund lernen muss. Und man kann sich natürlich zu Nutzen machen, dass unsere Hunde gnadenlos berechnend sind: was lohnt sich mehr? Der Kick beim Jagen oder doch Frauchens Kommandos zu befolgen?
    Das ist, was Frauchen lernen muss:

    - den Hund zu lesen
    - bei der Sache sein
    - den richtigen Moment zu erwischen - und der kann man manchmal sehr, sehr kurz sein.

    Mir mich war das das wichtigste am Schleppleinentraining überhaupt. Lernen, wie der Hund agiert und reagiert und wann ich eingreifen muss, wann ich es laufen lassen kann und wann der richtige Moment für mein Eingreifen ist. In den meisten Fällen ist das der springende Punkt, das Timing muss exakt passen und das muss man selbst an der Schlepp lernen.

    Und dann eben Alternativverhalten (Wild anzeigen und dabei zögern, später absitzen oder ablegen beispielsweise) herausarbeiten und adäquaten "Jagdersatz" suchen. Meiner hat nur mit der Nase gejagt, auf Sicht so gut wie gar nicht, also jagt er heute eben Gegenstände und Leckerlies. Das reicht ihm offensichtlich. Dass das nicht mit allen Hunden so einfach ist, ist leider so.

    Du musst ihn reizarmen Gegenden anfangen und so arbeiten, dass der Hund immer die realistische Chance hat, es richtig zu machen. Sonst baut ihr nur Frust auf beiden Seiten auf und kommt nicht weiter.

    In deinem ersten Post hast du meinen Hund (fast) beschrieben. Er ist auch unsicher, will sich aber nicht dominieren lassen, Kleinhunde liebt er und will spielen, alles was so groß ist wie er und größer findet er nur in ganz wenigen Ausnahmefällen interessant (manche Hündinnen).

    Lass das mit der Hundeschule, dieses "spielen" ist für deinen Hund nur Stress. Wir haben das auch durch, es bringt dem Hund nichts. Hundekontakte ja, hat unser Hund auch, aber so gut wie nur mit bekannten Hunden und dann in Form von gemeinsamen Gassitouren. Das bringt dem Hund sicher mehr, als jedem Hallo zu sagen und in der HuSchu beim "spielen" daneben zu stehen.

    :gut: :gut: :gut: :gut:

    Ich schreibe hier auch mal wieder was, weil sich doch viel getan hat in den letzten 2 Monaten. Anfang September hat Camillo nun doch den Kastrationschip bekommen und es ist genau so gekommen, wie es Trainer und TA schon vor mehreren Monaten gesagt haben. Camillo ist jetzt nicht mehr so in "seiner Welt", in der es nur Schnüffeln, Lecken und Markieren gibt, sondern in "unserer Welt". Er ist beiweitem nicht mehr so gestresst wie vorher, sondern läuft einfach entspannt neben mir her, markiert, wenn es sich anbietet und orientiert sich viel, viel mehr an mir.

    Als der Chip angefangen hat, nach der Reboundphase richtig zu wirken, war er zwar zwischenzeitlich wieder unsicherer, weil er jetzt eben die Menschen, Tiere... jetzt mehr wahrnimmt. Wir haben den Clicker wieder ausgepackt, aber schon nach 2 Wochen Training ist er tagsüber schon (fast) nicht mehr nötig. Im Dunkeln klappt es noch nicht immer so, aber da haben wir jetzt ja viel Zeit zum Trainieren :D . Im Sommer waren wir ja kaum im Dunkeln unterwegs.

    Am Wochenende waren wir mal wieder bei den Eltern meines Freundes. Beim letzten Besuch war er noch Tage später total gestresst, dieses Mal war er die ganze Zeit entspannt, obwohl er die Leute kaum kannte (1x vor nem halben Jahr gesehen). Es war überhaupt kein Thema, die durften mit Gegenständen in den Händen über ihn drüber, er hat sich von (fast) fremden Männern streicheln lassen. Sicherlich auch durch das Training, aber auch mit dem Chip ist er einfach entspannter und ruhiger geworden.

    Zitat

    mein Hund müsste mich erst einmal als Rudelchef anerkennen. Nach dieser Erziehung geschieht alles freiwillig, es wird nicht gelobt, keine Leckerli oder Schleppleine. Wenn die Hunde nicht hören, dann werden sie am Nacken geschüttelt. Die Kommandos werden ganz oft wiederholt, keine Handzeichen. Der Hund soll alles freiwillig machen.

    Mir persönlich widerstrebt das. Wie soll der Hund lernen, was er tun soll? Er wird nicht für richtiges Verhalten bestätigt, nur für falsches bestraft. In meinen Augen lernt der Hund so nur, dass er besser gar nichts macht, schon gar nicht selbst was ausprobiert, dann kann er schon nichts falsch machen. Manche finden das natürlich auch gut, ein Hund, der halt aus Angst vor Strafe gar nichts mehr macht. Ich will aber genau das Gegenteil, ich trainiere lieber über Try und Error und bestätige richtiges Verhalten.Das heißt selbstverständlich nicht, dass es nicht Strafe, Nein, etc. gibt, die Frage ist nur, wie man es dem Hund vermittelt. Für mich macht das mit Freiwilligkeit keinen Sinn. Wenn der Hund es nicht tut, wird er ja bestraft. Wo ist das freiwillig? Mein Hund macht z.B. Männchen freiwillig, entweder macht er es und er bekommt eine Belohnung, oder er lässt es, und es passiert nichts.

    Allerdings kenne ich nicht das gesamte Konzept und ob das bei dir bzw. bei mir richtig angekommen ist. Zumindest das, was du schreibst, macht für mich keinen Sinn. Wenn du dich damit nicht wohl fühlst, dann ist es auch nichts für dich. Man muss schon dahinter stehen, sonst zieht man es eh nicht konsequent durch und dann ist es zum Scheitern verurteilt, selbst wenn das Konzept, die Methode, an sich funktionieren würde.

    Um 17 Uhr dran kommen wäre hier ein Traum. Das ist eher realistisch, wenn man den Termin um 16 Uhr hat ;) . Zum anderen kann man ja schon fragen, ob einem doch bitte vorher bescheid gesagt wird, dass man noch eben schnell den Hund holen kann. Das ist eigentlich auch kein Thema.

    Unser Hund verhält sich beim TA auch ganz anders, der ist da (leider) total nervös und aufgeregt. Bei uns kommt aber auch im Behandlungsraum sofort der MK drauf, sonst kann die TÄ eh nichts machen. Den kann man ja auch schon einfach zuhause drauf machen und gut ist's.

    Zitat


    Ich hab mal gehört, dass man den Chip aber nur 1 bis 2 man anwenden soll.. Ich weiß die Gründe nicht mehr..7

    Ich habe schon von Leuten gehört, die ihren alten Hund mehrfach haben chippen lassen. Einfach, weil sie ihn kastriert haben wollten, aus verschiedenen Gründen, aber er für eine OP nicht mehr fit genug war. Ich weiß nichts von medizinischen Gründen, die dagegen sprechen, aber für den Großteil der Hunde macht es schlicht keinen Sinn. Das Ding kostet ja auch und wenn man weiß, wie die Wirkung ist, ist es sinnvoller, den Hund einfach chirurgisch kastrieren zu lassen. Das ist dann ne einmalige Sache. Dann hat man auch nicht das Problem, dass man immer nach dem Zeitpunkt und Wirkungsverlust schauen muss. Der Chip ist einfach für ne Daueranwendung unpraktisch.

    In deinem Fall, wenn es, realistrisch betrachtet, um wenige Jahre geht, und man danach gerne einen intakten Rüden möchte, ist das durchaus ein guter Weg. Es verhindert jetzt die Zeugung und später hat man immer noch alle Möglichkeiten.

    Wenn trennen immer möglich ist, ist das natürlich auch ein Weg, klar.

    Ich fand das Buch auch nicht schlecht, aber wirklich weitergeholfen hat es mir nicht. Es wird ein bisschen was zu Methoden gesagt, die man anwenden könnte, aber v.a. wo sie event. Schwachstellen haben. Im Endeffekt wusste ich nachher gar nicht mehr, was man noch machen soll. Ich hatte mir ehrlich gesagt erwartet, was das praktische angeht. Ich hatte das Buch nach knapp 2h durch.

    Ich habe seit einiger Zeit auch ein Maßgeschirr von Blaire und das passt ganz anders. Da rutscht nix mehr zur Seite, es sitzt immer da, wo es sitzen soll. Zumal mal sich dort auch aus zig Stoffen, Farben, Borten... aussuchen kann, wie es aussehen soll. Da findet man schon was schönes und dem Hund passt es nachher auch.