Erst ganz harmlos mit Vorübungen zur Leinenführigkeit - da sollten wir immer wieder mal während dem Spaziergang Übungen einbauen, wo man ganz viele unkommentierte Richtungswechsel macht. Sowohl an der Schleppleine als auch an der kurzen Leine. Dann kam letzte Stunde die Leinenführigkeit dazu. Da wird nach der Methode der Hund in einer bestimmten Reihenfolge an die kurze Leine genommen und soll sich dann ausschließlich nur noch auf den Menschen konzentrieren. Wenn er abgelenkt wird, soll man sofort den Hund mit der Leine am Rücken "anschwingen" - besser kann ich es nicht formulieren. Also nicht schlagen, sondern kurz anticken. Wenn er nicht reagiert, lieber etwas stärker, als dass es sich abnutzt. Der Gedanke ist, dass man die Aufmerksamkeit des Hundes wieder auf sich lenkt. Wenn der Hund sich zu einem umwendet, läd man körpersprachlich dazu ein in die andere Richtung zu gehen und vollzieht einen Richtungswechsel. So lernt der Hund, dass die Konzentration an der kurzen Leine nur beim Menschen sein soll.
Das ist für meinen Chaoten sehr sehr anstrengend, weil er generell Schwierigkeiten hat sich lange zu konzentrieren. Wir haben heute die Übung unter Ablenkung gemacht, das heißt die Trainerin hat einen Keks hingehalten und ich sollte mit Ben dran vorbei, wobei seine Aufmerksamkeit bei mir bleiben sollte.
Nachdem er immer wieder abgelenkt war, sollte ich ihm mit den Fingern in die Flanke fassen, also quasi zwacken, damit ich mal etwas deutlicher werde. Das war dann zuviel. Einmal hat er nur gequietscht, beim zweiten Mal hat er nach mir geschnappt. Dabei hat er sich unglücklicherweise in meinem Jackenärmel mit dem Zahn verhakt, ich war echt durch nach der Stunde. Die Trainer haben mir dann gesagt, dass ich den Maulkorb auftrainieren soll und wir die Übung nochmal machen sollten, weil es nicht sein kann, dass der Hund nach mir schnappt.
Heute abend wollte mein Mann Ben von seinem Platz schicken, weil er das Kissen sortieren wollte, da hat er ihn angeknurrt. Das ganze Training ist einfach über seinem Level.
Ich fand die Idee mit der Konzentration bei mir ja gar nicht so schlecht, vielleicht hätte es sogar geklappt, wenn ich ihm mehr Zeit zum Üben gelassen hätte und die Zeit Ablenkung langsamer gesteigert hätte. Aber das in die Flanke fassen - muss sich das ein Hund wirklich gefallen lassen?
Ich habe ganz kritisch mit den Trainern diskutiert, das war schon ok. Aber die Aktion mit dem auf den Boden werfen geht halt spätestens für mich gar nicht. :/