Ich habe gelesen, dass die amerikanischen Collies oft etwas eigenständiger sind, dafür aber auch weniger ängstlich als die britischen. Würdet ihr, das auch so sagen?
Ja, würde ich aus meinen Erfahrungen so unterschreiben.
Ich hatte ja auch beides. Den Briten, etwas arg unsicher, geräuschsensibel, Untergrundphobien, auch die kleinen Augen, wobei er da keiner besonderen Pflege bedarf. Und er ist ein Fellmonster. Optisch sehr sehr viel Fell, aber es ist, wie Lani es bei ihren beschreibt, pflegeleichter als das von meinem "Ami", der optisch viel weniger hat. Lucifer kommt eigentlich eher aus DDR-Linien, ist der Wurfbruder von Lani und verwandt mit Dexter von Mehrhund .
Lucifer will auch arbeiten. Und sind wir auf dem Hupla, dann wird der laute, eigenständige und meinungsstabile Hund aus dem Alltag auf einmal zu einem genialen Sportpartner. Sind wir Gassi, geht ihn jeder Hund was an, es wird gerne gejodelt, dürfte er, würde er jedem Fremdhund Hallo sagen. Auf dem Platz guckt er nicht rechts, oder links, kann problemlos ohne Leine arbeiten, die anderen Hunde interessieren ihn kein Stück. Er begreift super schnell und ist für quasi alles zu haben. UO liebt er, Mantrailen ebenfalls. Letztens hatte der Trainer im BH-Kurs Bock uns zu zeigen, wie man seinen Hund auf unterschiedliche Tische schickt, mit Körpersprache. Drei Tische, man steht in der Mitte, schickt den Hund. Hat Lucifer noch nie gemacht, hat sofort geklappt. Und er bleibt auch bei Dynamik ruhig in der Arbeit und wird nicht laut, das Problem hab ich mit Emil. Und mit Fiete, dem Briten, hatte ich das Problem, dass der schlicht auf NICHTS Bock hatte. Der will nicht arbeiten, der will sich durch sein Leben schnüffeln und ist damit zufrieden.
Charakterlich ist Lucifer wahnsinnig toll. Nett zu Hund und Mensch, passt mal eine Begegnung nicht, dann zieht er sich zurück, er will keinen Streit, ohne deshalb zum Opfer zu werden. Er ist ein großartiger Hund, aber einfach zu händeln nicht und ein Mitläufer ist er auch nicht.