Beiträge von physioclaudi

    "Na, sie müssen aber Geld haben!" spricht mich der völlig fremde Mann an, als ich mit den Hunden die Straße runtergehe.
    Verwirrt hebt sich meine Augenbraue von ganz alleine bis zum Haaransatz und mein kühl ausgesprochenes "Wie bitte?" lässt ihn immerhin schonmal einen Schritt zurückweichen.
    Er deutet auf die Jungs. "Na, 2 Rassehunde. Sowas ist teuer! Und gleich 2! Da sieht man das Geld da ist."
    Ich gucke an mir runter, pinke Billigcrocs, schmutzige Jeans, Jacke von KiK, meine Mutter würd sagen "wie frisch aus der Gosse gezogen" und gucke dann ihn an, der immer noch interessiert guckt und offensichtlich keine Ahnung hat was er da von sich gibt.

    Ich hab ihn dann doch freundlich aufgeklärt das man auch sparen kann, die Hundehaltung an sich garnicht so unglaublich teuer ist und er kenne doch bestimmt auch den Spruch "Billig gekauft ist doppelt gekauft".
    Der hatte wirklich null Plan wie daneben seine Frage war...

    DAs habe ich in der Familie. Meine Mutter kann auch nicht verstehen, dass ich mir nach meinen TS-Hunden einen Rassehund geholt habe. Die sind sooooo teuer. Und werden doch auch ständig krank, weil sie so überzüchtet sind....sagt sie und geht mit ihrer Chilenischen Strassenhündin etwa alle zwei Wochen zum TA wegen unklarer Durchfälle u.ä.
    Fällt ihr aber nicht so recht auf, dass das so nicht stimmen kann.

    Hm, ok.
    Jetzt mache ich es so, dass die kongs fertig gemacht werden, wenn ich Futter für die beiden mache, damit er nicht doch auf die Idee kommt bellen zu müssen, weil das Kong fertigmachen zum Gassi gehört. Würde ja seine Verhaltenskette erweitern, dachte ich mir. Daher wird der kong zusammen mit den Futternäpfen gefüllt, was bei Emil ja mit stummer Erwartung verbunden ist und wo er durchaus einfach wartet. Bin dann heute morgen mit den kongs und meinem Kaffee an den PC gestiefelt. Da eine halbe Std gesessen, Emil wartet dann schon und kommt auch immer mal gucken, aber meckert nicht. Dann bin ich aufgestanden, was ja normalerweise sofort das Bellen auslöst und habe ihm den Kong gegeben. Das Geschirr und die Leine bekommt er während des Schlabberns an, sonst würde er dabei bellen. Dann ziehe ich mich an und es geht los. Er läßt sich vom kong zwar soweit ablenken, dass er nicht bellt wenn ich mich fertig mache, aber er ist aufgeregt und guckt, läßt dabei auch mal kurz den kong fallen. Bellt aber nicht und rennt wieder zum kong.
    Viel weniger Aufregung habe ich nicht, nur Db-mäßig erträglicher. Wenn ich jetzt ein Signal fürs Gassi einführe, dann wenn ich mit den kongs vom PC aufstehe? Vermutlich wäre das der richtige Moment? :???:

    Emil ist auch soo wasserscheu. Ich frage mich immer, wie der wohl in Schottland überlebt hätte :roll: Der geht um jede Pfütze rum, spielt nicht mit nassen Hunden und wenn ich ihn bei Regen vor die Tür zwinge dann guckt er als würde die Welt untergehen xD

    Jupp, auch mein Emil ist wasserscheu. Chica geht im Sommer ja auch mal schwimmen. Letzten Sommer waren wir mit vier (wasserscheuen) Shelties Gassi und halt Chica. An einem See. Chica wirft mir ein Stöckchen vor die Füße und hopst dann immer rückwärts vor mir her wie ein Torwart, der auf den Elfmeter wartet xD . Jedenfalls habe ich das Stöckchen in den See geworfen, sie springt hinterher und 5 Shelties stehen am Ufer und sind erschüttert...lautstark versteht sich. Zum Piepen.

    Es wird beim Pelltie :applaus:
    Gestern beim Ausflug wars ja sehr aufregend - Schnee (Frodo liebt Schnee!), schreiende, kreischende, rodelnde Kinder, viele Menschen, viele Hunde und dazu noch seine zwei Lieblingskumpels und mein Hibbelchen mittendrin. Er hat gekläfft, aber viel weniger als ich erwartet hätte und er war so glücklich mit Lego und Lumi durch den Schnee toben zu können. Da geht mir immer das Herz auf, wenn er so strahlt.

    Letztlich haben wir dann noch eine Strecke gefunden, wo nichts los war und konnten ein paar Fotos machen.

    Frodo und seine großen Liebe Lumi im Schnee :herzen1: (Foto ist von Valerie =) )


    Heute stürmt es hier unheimlich und normal sind ihm bei Wind alle Löffelchen schon nach 20m flöten gegangen, aber heute war er super. Kein einziges Mal hat er gekläfft, nicht mal gewufft :gott:

    Prima, hört sich ja großartig an. Ich werde mich gleich mit dem Buch, was Du empfohlen hast auf die Couch verkrümeln, mal sehen, was ich da noch mitnehme.
    Und so ein schönes Foto, was sind sie süß die beiden :herzen1:

    A propos - ab wann entscheidet Ihr eigentlich, dass der Hund was anzuziehen braucht?
    (Aus praktischen Gründen, da dann nicht soviel im Fell hängt, oder wirklich, da der Hund sichtbar friert?)

    Ich hatte Zoey bis jetzt noch nie wirklich sichtbar zittern sehen und dachte mir demnach, so lange sie sich gut bewegt gibt's keinen Grund für einen Mantel o.Ä. . Zumal ich auch eher möchte, dass sich dann einfach mehr Fell bildet(sofern bei nem Wohnungshund möglich).

    Jetzt war es aber letztens ja doch sehr ungemütlich draußen und jetzt soll es ja auch nochmal (kurz) richtig kalt werden... - ich weiß nicht... bei -10 Grad oder so - ist da der 'normale' Hund noch genug geschützt?!

    Grüße!

    Ich habe...andere Gründe für Kleidung. Regen. Wir haben Equafleecemäntel für die Hunde, die sind wasserabweisend und stören gar nicht in der Bewegung. Bei Chica ziehe ich den auch bei Matschwetter an, denn Madame ist ja tiefergelegt und kommt mit einer Matschplautze nachhause, das ist unvorstellbar (die langen Bauchhaare schleifen durch den Dreck). Mit dem Pullunder kann ich ihr den Matsch ausziehen. Emil wird quirliger bei Kälte (ja noch mehr als sonst schon), zittern tut er nicht. Chica hatte ja auch schon Winter von -20Grad bei uns und hatte da nie was an. Aber die hat auch viel Unterwolle.Bei Emil habe ich festgestellt, dass er mit dem Mantel minimal ruhiger wird, daher habe ich jetzt ein Thundershirt für ihn. Hatte er draußen aber noch nicht an, wird morgen getestet.

    Finde ich absolut nachvollziehbar und kann es auch aus eigener Erfahrung gut nachfühlen.Genau solche Situationen sind aber eben auch der Grund dafür, dass ich das Arbeiten ohne Strafe und mit positiver Verstärkung so sehr mag. Weil eben nicht mit der Unterdrückung negativer Gefühle gearbeitet wird, sondern eine negative Situation in eine positive verwandelt wird und mit dem Ziel eines Erfolgserlebnisses für Mensch und Hund gearbeitet wird.

    Damit gehst Du dann nicht mit gedeckeltem Ärger vom Strand weg, sondern mit dem Gefühl, dass der Hund und Du selbst etwas Tolles geleistet haben. Den Fokus nicht auf die Unterdrückung negativer Gefühle zu legen, sondern auf die aktive Umwandlung in ein positives Ergebnis finde ich ganz nebenbei auch für Situationen hilfreich, in denen es im Alltag um die eigene Person und das eigene Empfinden und nicht um den Hund geht.

    Also in entspannten Situationen, in unserem "eigenen" Auslaufgebiet habe ich mit Monaten Schleppleine das hinter anderen Hunden her brettern quasi umgewandelt in Fuß gehen und zu mir schauen, bis der Reiz weg ist. Klappt auch bei Wildscheinen, oder gruseligen Menschen, auch bei Fahrrädern und Joggern (wobei ich bei Rädern und Joggern meist zusätzlich anleine, je nachdem wie er drauf ist). Bei Hundebegegnungen muss er aber nicht immer ins Fuß, sondern wenn ich sehe der andere Hund soll keinen Kontakt haben, oder ist eigentlich zu weit weg für ein gepflegt freundliches "Hallo" und Emil würde halt hinterherbrettern. Das klappt inzwischen zuhause wirklich extrem gut und ist für ihn spannender (weil Keks ab zu stauben), als seine bellrenn Eskapaden.
    Aber im Urlaub? Am letzten Tag ging nichts mehr.

    Hinzu kommt, dass sich gerade negative Emotionen bei Hund und Halter sehr schnell potenzieren können und dass sich alleine dadurch schon sensible Hunde sehr schnell hochschaukeln lassen. Meiner Erfahrung nach lädt Strafe auch dazu ein, den eigenen Frust in der Trainingssituation zu kompensieren.
    Zudem sind die Situationen, in denen die Ansätze erforderlich sind, ja nicht nur für den Hund sehr aufgeladen. Gerade bei Aggressionsproblemen in Verbindung mit Hundebegegnungen steht ja auch der Zweibeiner unter ordentlichem Stress. Sei es aus Angst vor einer Eskalation oder aus Angst vor der Reaktion der Beobachter. Hundehalter, die es in dieser Situation schaffen, absolut präzise und ruhig zu arbeiten bzw. zu strafen, haben meinen vollsten Respekt für ihre Selbstbeherrschung. Ich glaube aber eben auch, dass das die wenigsten Menschen können.

    Das ist echt eine ganz schwierige Sache, die eigenen Emotionen und den eigenen Frust zu kompensieren. In dem Sinne habe ich vllt wirklich den Hund, den ich brauche. Um meine eigene Frustrationstoleranz zu steigern (was zwei Kinder anscheinend noch nicht geschafft haben). Denn Emil ist nicht nur wahnsinnig anstrengend, sondern auch extrem dünnhäutig. Ich muss gar nicht sicht- oder hörbar auf ihn reagieren und er merkt trotzdem, dass ich sauer werde. Meine Haltung, meine steifer werdende Hand an der Leine, keine Ahnung.
    Gestern sind wir ja nachhause gefahren und haben gepackt und geputzt und so Sachen, Emil ist immer mit meinem Mann zum Auto und hat das Packen beobachtet. Übrigens sehr ruhig, absolut nonverbal.
    Danach, als fast alles fertig war habe ich die beiden geschnappt um nochmal zum Strand zu gehen, dass sie laufen vor der langen Fahrt. Bis zum Strand alles gut, am Strand ist Emil dann ziemlich ausgekekst wegen der Möwen und hing bellend in der Leine. Kein Schau, kein Fuß, nichts hat funktioniert. Diese Ausbrüche waren bei meinen alleinigen Gassigängen im Urlaub immer sehr kurz und dann konnte er wieder entspannt schnüffeln. Gestern nicht. Mir war schon klar, dass das wieder mit der Situation zusammenhing. Also Auto packen etc. Aber ich hätte ihn echt spontan in der Nordsee versenken können. Es hat mich so dermaßen angestrengt. Obwohl ich äußerlich ruhig geblieben bin wurde es eine ganze Weile eher schlimmer als besser.
    Irgendwann habe ich mich zum Wasser gedreht und aufs Meer geguckt und ihn toben lassen, da hat er sich nach einiger Zeit beruhigt und wir konnten weiter. Mich hat das wahnsinnig viel Kraft gekostet nicht aus zu rasten und ihn mit Sicherheit auch.

    @Wasser danke erstmal für die Links, super. :winken: Keine Sorge, will das nicht am Emil "ausprobieren" und bespreche das erst mit meiner Trainerin, ich will nur eine Idee bekommen, wie man das anstellt und hole mir dann Hilfe. Für Alleingänge von mir ist Emil echt zu sensibel und ich mache so schon viel zu viel falsch.

    Finde ich auch super, wobei es hier im Thread auch angenehm zugeht und keiner angemacht wird. Ist sonst teilweise auch anders.

    Emil war als Welpe nicht sehr kuschelig. Er hat es die ersten Tage bei Chica versucht und die ist sofort abgedampft, Kontaktliegen gibt’s nur mit Frauchen, nicht mit anderen Hunden, why ever. Aber auch bei mir ist Chica immer, wie soll ich sagen...am Einfordern. Hört sich komisch an, ich weiß. Aber sie legt sich neben einen, zeigt Bauch und erwartet gekrault zu werden.

    Emil hat erst mit etwa einem halben Jahr wirklich angefangen zu kuscheln, aber seitdem so unheimlich liebevoll. Da wird einem die Schnauze in die Hand gesteckt und so eingeschlafen, liebevoll mein Pulli beknabbert oder er krabbelt morgens in mein Bett und drückt sich seelig schnaufend in meine Armbeuge. Irgendwie ist er liebevoll, viel mehr als Chica. Ok, er ist kein Collie, aber immerhin ein britischer Hütehund. Ich kann dann nur wieder Collies anführen die ich kenne und die sind sehr liebevoll ihren Besitzern gegenüber. Zu Fremden eher reserviert, mein Emil ja auch, aber bei mir ein Traum auf flauschigen Füßen :herzen1: . Wenn er jetzt noch ein bisschen Hirn bekommt :ugly: xD aber OT :hust:

    Dennoch fänd ich es spannend, ob Sino mit Z und B zu "bekommen" ist :-)

    Das interessiert mich auch sehr. Emil hat das Problem nicht mit Hunden, aber geht gerne allem Bewegten hinterher (Fahrräder, Jogger, Autos) je nach Erregungslage. Ich lasse ihn sitzen, oder Fuß gehen und dann kriege ich ihn überall vorbei. Aber mit Z und B fände ich das deutlich besser.

    Kannst Du dafür eine "Anleitung" geben?

    @Donnerunddoria Emil scannt auch viel, wenn wir unterwegs sind. Ich versuche ihn mit "Schau" immer wieder zu mir zu holen, oder er geht im Fuß und muss ein bisschen aufpassen, aber das klappt ja auch nur mäßig. Im Dunkeln gruselt sich Chica vor Männern, oder vor Leuten die rennen und Emil steigt da natürlich drauf ein.
    Wie hältst du deinen vom scannen ab?

    Wir sind aus dem Urlaub zurück und Emils Thundershirt ist da. Wir hatten vorhin hier Chaos mit Auto ausräumen, Tochter und Freund hier, andere Tochter und Freund kamen, alle standen quatschend herum, während Koffer und Taschen rein geholt wurden, habe ihm das Shirt angezogen und auch keinen aufgeklärt was das soll. Emil wurde allgemein ausgelacht weil aus der Wespentaille vorn und hinten das Plüsch abstand. Nach einer Weile Trubel und Gewusel fiel auf, das Emil immer nur kurz gebellt hat. Also es kam jemand Neues rein, oder mein Mann hat ne Reisetasche gegen die Treppe geknallt, aber alles im Rahmen und eben kein in Rage bellen. Irgendwann guckte tatsächlich mein Mann irritiert das Plüsch an und fragte, ob er wohl müde sei. Als ob ihn das vom Bellen abhält. bei Emil gilt definitiv nach müde kommt blöd. Tatsächlich war er zwar aufmerksam und guckte, aber er war nicht out of order. Hoffnung keimt auf...

    Ich würde es bei Menschen, Fahrrädern, Joggern und Autos gerne mit Zeigen und Benennen versuchen. Hat jemand eine Idee, wie ich das sinnvoll aufbaue?