Beiträge von physioclaudi

    Also unser kleiner angehender "Mann" spinnt zur Zeit total. Pubertät :roll:

    Abruf.. Wer, Mami ? Egal, erst einmal gucken wer dieser Hund da hinten ist - *Staubwolke* Hund auf der anderen Seite vom Feld.

    1. Was macht ihr in so einer Situation ?

    2. Meine nächste Frage: Seitdem der "kleine" Mann ca. das Beinchen hebt, wird er dauernd angegriffen. Was soll denn das ? Bis jetzt nichts allzu ernstes, aber ich will nicht, dass er dauernd negative Erfahrungen macht! Er ist so ein sozialer und geduldiger Hund. Er wird angegriffen und wehrt sich einfach nicht - möchte sogar weiterspielen - klar soll er nicht auf den anderen Hund losgehen, aber sich doch mal wehren. Das macht mich irgendwie traurig.

    Ein Beispiel für sein Verhalten: Er sieht einen Hund läuft freundlich hin, lässt sich beschnuppern und schleckt meistens die Schnauze des anderen Hundes. Möchte natürlich spielen, ist noch etwas tollpatschig, aber bei kleineren Rassen ist er vorsichtig.
    Macht er etwas falsch ? Habt ihr auch so etwas erlebt ?

    Also das losbrettern bei Hundesichtung hatten wir auch. Emil war etwa 8 Monate an der Schleppleine. Obwohl er den RR schon als Pups gelernt hat, kamen Hunde in Sicht war das vergessen. Bis das Hirn wieder ansprechbar war, war halt die SL dran.
    Wie groß ist denn Euer Hund? Also meine alte Hündin würde dem auch was husten, wenn er gleich Körperkontakt aufnehmen, sprich Schnauze lecken würde. Also auch da mit der SL sichern. Und erstmal abklären, ob HH und Hund, die da kommen Bock auf einen hüpfenden Junghund haben.

    Vllt muss er lernen, erstmal aus der Entfernung zu begrüßen. Also in Bogen am andern vorbei und dann mit Abstand schnuppern, will der andere auch schnuppern mal ein bisschen näher, dann für eine Spielaufforderung vorn runter und das alles noch ohne Berührungen. Ich weiß nicht wie andere Hunde das machen, aber Emil macht es so und bei meiner Alten ist es das Verhalten, was sie ok findet. Dann kann sie entscheiden, ob sie darauf eingeht, oder weiter läuft. Läuft sie weiter will sie definitiv keinen Kontakt und wenn der andere Hund ihr dann auf die nerven geht kanns auch mal ne Ansage geben.
    Emil war als Jungspund auch gerne mal etwas stürmischer, allerdings selten gleich auf Körperkontakt aus. Aber an der SL konnte ich auch gut ein laaaaangsam üben. Er soll dann nicht stehenbleivben, oder zurückkommen, sondern ruhig machen. Inzwischen ist er im Auslaufgebiet ja offline und das Kommando nutze ich heute auch noch gelegentlich, wenn er sehr übermotiviert ist.

    Joa, kenne ich auch, Emil hat unseren Steuerbescheid gefressen.
    Seitdem ist hier der running Gag, wenn man was nicht findet, oder das Kind ne hausaufgabe vergessen hat "Der Hund hats gefressen"

    Wahnsinnig interessant hier mitzulesen :gut:

    Mir geht es da ähnlich wie physioclaudi, ich pack sie nur mit Samthandschuhen an und bloß nicht noch Stress erzeugen... aus Angst vor einem Anfall. Aber auch ein Rahmen und eine deutlichere Anleitung schaffen ja Sicherheit und mindern Stress.

    Ja, das ist echt schwer. Wobei bei Emil ist es ja mehr die Sorge es könnte wieder schlimmer werden, da ist es bei Smilla doch deutlich verständlicher, dass Du Dir Sorgen machst zuviel Stress zu machen.

    Was ich am Sonntag eine bedenkenswerte Aussage der Hundetrainerin fand..ich erzählte ihr, dass ich mir immer solchen Stress gemacht habe, wenn Emil sich in Rage gebellt hat, weil mein Mann dann zu mir gesagt hat "Stells ab". Dieser Satz hat mich so wütend gemacht, dass ich ihm eine hätte scheuern können (also meinem Mann, nicht dem Hund). Und da grätschte sie gleich rein in meine Erzählung und meinte: "Siehst du, so geht es Emil, wenn Du versuchst das bellen mittels Abbruch zu beenden. Er kennt keinen Weg, weiß nicht wie er es machen soll und das steigert seinen Stress immer weiter". Das fand ich sehr einleuchtend.

    Oh das kenne ich, Emil hats auch mit Schuhen und Socken. Könnte mich kaputtlachen. Wenn er dann wild geschüttelt hat, sieht er danach aus...bad hair day :lachtot: Ich lasse ihm den Irrsinn auch, kaputt geht höchstens mal ein Schnürsenkel, meist nicht mal das. Meine Stahlkappenschuhe nehme ich ihm allerdings weg, habe etwas Sorge, dass er sich bei dem Gewicht den Hals bricht wenn er schüttelt.

    @Mejin war echt komisch. Was anderes zu fressen hat er nicht bekommen, nach Analdrüse hat es nicht gerochen |) , irgendwie, keine Ahnung muffig? Der ganze Hund überall. Ja, muss aus den Poren gekommen sein. Und dann dieser Hängertag. Ich hätte ihm auf den Kopf treten können, war alles wurscht.
    Erst hatte ich die Hoffnung das ist ein Reifungsschub, das hat sich aber nicht bestätigt :hust:

    Ist er dann noch ansprechbar?
    Wenn nein, dann würde ich am Thema Ansprechbarkeit arbeiten. Ganz egal was ist, ich verlange von meinen Hunden, dass sie ansprechbar sind. Immer. Egal, wie die Situation ist.

    Ansprechbarkeit wird hier immer! belohnt. Ansprechbarkeit ist nicht diskutierbar.

    Das muss man natürlich nach und nach in reizarmen Situationen aufbauen.

    Ne, dann ist er nicht mehr ansprechbar. Aber so lange sitze ich das auch nicht mehr aus, habe halt Angst vor neuen Anfällen. Im normalen Alltag, also zuhause bei geringer Reizlage hat er mich immer im Fokus und ist super ansprechbar. Inzwischen ist er zuhause auch total gechillt. Er kann auch in geringer Reizlage sehr gut und sehr ruhig mitarbeiten. Auch in Einzelstd auf dem Huplatz. Hat er als Arbeitsmodus abgespeichert und da ist auch egal, dass daneben die Hunde der Huta zu hören sind. Da haben wir schon viel erreicht, das ging mal sehr viel schlechter.

    Kong sei dank haben wir das Thema Rumgeschreie momentan deutlich weniger. Im Moment halt bellen am Rad. Und zwar nur noch vor dem Losfahren.
    Bislang hat er die ersten 100m auch noch beim Fahren gebellt und ist gerannt wie ein Kaputter. Ich schiebe jetzt erst und belohne, dass er am Rad "Ran" kommt, heißt an lockerer Leine nebenher. Geht gut wenn ich schiebe, wenn wir dann 20m unterwegs sind versuche ich extrem laaaaangsam aufzusteigen und wenn er das aushält gibts dafür auch nen Keks, wenn die Leine locker ist und er nicht bellt. Dann fahre ich mega langsam für nochmal 50m und dann kann ich zu seinem Trabtempo übergehen, dann ist der Drops auch gegessen. Einmal in flüssiger Bewegung gibt er keinen Ton mehr von sich und läuft auch in (für ihn) maximal entspannter Haltung.
    Für das Bellen bis ich mein Rad auf die Straße geschoben habe, habe ich noch keine Lösung.

    Auch das ist ein wichtiger weiterer Punkt. Vor allem anderen bringe ich jedem Hund bei: ich bin der Fokus. Je stabiler, fokussierter der Hund von sich aus ist, desto weniger davon braucht es. Ich muss nicht bei jedem Hund gleich strukturiert, gleich konsequent sein. Manche reagieren bestens auf das hündische Pendant zur Steiner- oder Montessori-Erziehung, anderen ist diese Freiheit zu viel.
    Hibbelhunde aber, die schlecht filtern können und für sich selber nicht merken, was wichtig ist, die brauchen Anleitung. Die müssen wissen dürfen: hier spielt die Musik. Nichts auf dieser Welt ist für Dich belohnender, wegweisender, sicherer und konsequenter als der Mensch, der Dich da an der Leine führt. Nichts ist so entspannend und kann Dir Anweisung und Struktur geben wie Dein Mensch. Er ist es, der auf jede Frage eine Antwort, für jedes Problem eine Lösung hat.

    Das Schwierige dabei: das erfordert Einsatz. Der Hundeführer muss dabei sehr, sehr viel leisten. Solche Hunde sind nicht einfach zu führen und brauchen die ständige Begleitung, das ständige Management ihrer Menschen. Zumindest während man daran arbeitet, dass die Hunde selber zur Ruhe finden können.

    Das versuche ich permanent, also den Fokus auf mich zu lenken. Beim Reiz "Mensch", "Fahrrad" und bei großer Erregung auch "Auto" machen wir das jetzt mit Z&B und das klappt tatsächlich sehr gut. Der Fokus auf die Aussenwelt ist noch da, aber ich brauch nur anfangen mit "Das ist ein..." schwupp, schießt der Kopf zu mir. Manchmal haben wir danach Pingpong zwischen Reiz und mir, manchmal bleibt er auch bei mir. Allerdings noch stark Keksunterstützt :hust:

    Sagt mal hattet ihr das auch schon, dass Euer Hund genau einen Tag lang stinkt?
    Emil hatte letzte Woche einen Tag, wo wir morgens ganz normal Gassi waren, der Hund aber den Rest des Tages vollständig verpennt hat. Auch regelrecht taumelnd seine Schlafplätze gewechselt hat. Beim Nachmittagsgassi war er wie immer, danach aber sofort wieder ins Koma gefallen. Und mir fiel halt auf, dass er echt gestunken hat. Nächsten Tag war er morgens besonders gaga und danach war alles wie gehabt, der alte Emil wieder da und hat auch nicht mehr gestunken.
    Sowas hatte ich noch nie, hat einer von Euch sowas schon erlebt?

    Genau das musste ich bei Odin auch feststellen. Warten, langsam machen... führt bei ihm zu noch viel mehr Anspannung und wir befinden uns in einer Spirale nach unten. Ab einem bestimmten Erregungslevel (das ist manchmal von jetzt auf gleich erreicht), gibt es da keinen Rückwärtsgang mehr.

    Das ist bei uns auch das Problem. Zumal Emil sich eben sehr lautstark aufregt und ich meine Umwelt auch nicht grenzenlos damit belasten kann. Bin schon mehrfach angemault worden. Es steigert sich bei ihm aber auch wirklich so lange, bis er kreischt und nicht mehr bellt. Als er damals seine Anfälle bekam habe ich das dann auch gelassen.
    Alles in Ruhe machen bekommt ihm gut, aber es aussitzen...nun inzwischen bekommt er diese Anfälle nur noch sehr abgemildert. Da könnte man das nochmal versuchen. Aber ich hätte auch immer die Sorge, dass es bei so einer hohen Stresslage, wie sie dann entsteht, wieder losgeht.
    Er bekommt jetzt morgens einen Kong und damit schaffen wir es alle Vorbereitungen abzuschließen, inkl Hund anziehen und anleinen. Dann gehen wir in den Garten das Rad holen, da muss er auch an der Leine gehen, weil er sonst schreiend in den Garten stürmt. Das haben wir damit zwar nicht komplett leise, aber ruhiger hinbekommen.

    Aktuell baue ich mit ihm das Tragen von seinem Dummy auf. In den Situationen, die ihn so aufregen will ich ihm eine Aufgabe geben. Stress abbauen funktioniert bei ihm über bellen, rennen, oder kauen. Also versuche ich es auf den Dummy um zu lenken, der gut in sein kleines Maul passt und geknautscht werden kann.

    Ist hier auch so. Emil kann Reize garnicht filtern. Guckt rechts, links, oben, unten, einfach alles lenkt ihn ab. Am schlimmsten an kurzer Leine. Am Fahrrad und im Freilauf (in bekannten Gegenden) ist es besser. Sprich er glotzt zwar noch, meint aber nicht, irgendwie reagieren zu müssen.