Für mich hat diese Fragestellung mehr mit den eigenen (menschlichen) Beziehungswünschen und Bindungserfahrungen zu tun als mit dem hündischen Verhalten.
Denke ich auch.
Ich glaube, ich wäre auch sehr getroffen, wenn mich mein Hund nach 5 Wochen Abwesenheit ignoriert, aber es war ja ein endgültige Abschied, keine Urlaubsbetreuung. Ich kann mir gut vorstellen, dass sich das auf einem unterbewussten Level sehr überträgt. 'Das ist Dein neues Zuhause, deine neue Bezugsperson' - und der Hund stellt sich halt darauf ein.
Mein Hund hat eine sehr enge 'Bindung' zu mir. Ich würde es in der Tat auch als Abhängigkeit bezeichnen. Mit mir ist alles gut, ohne mich hat sie durchaus auch Spass, auch für mehrere Tage (ich leide da viel mehr) aber es ist klar, dass die Welt ohne mich nicht vollständig ist.
Zum einen war sie noch sehr jung für 8 Wochen als ich sie bekommen habe, zum anderen ist es aber auch einfach in den Rassen aus denen sie besteht (Sheltie und Pudel) so verankert. Sie hat noch Monate nach dem Abschied ihrer alten Familie nach dem Sohn der Familie Ausschau gehalten und bei jedem schlacksigen Jungen mit ca 12 Jahren und Fussball unterm Arm ganz gespannt geguckt, ob er es nicht ist.
Sie freut sich auch immer noch nen Ast über jeden Menschen, den sie in Welpentagen kennengelernt hat.
Aber das ist Teil ihrer biologischen Natur - und von den Menschen über lange Zeit ja auch so gezüchtet worden. Sie ist damit nicht besser oder schlechter als ein Windhund oder Herdenschutzhund oder andere, eher unabhängige Rasse.
Und für mich ist es zwar schön, aber auch eine ganz schöne Belastung, denn Hundebetreuung zu organisieren ist echt nicht einfach.
Ich kenne Azawakhs nicht, aber sind es nicht auch eher stolze, unabhängige Hunde? Arbeitshunde, die auch mit verschiedenen Menschen zusammenarbeiten müssen und traditionell durchaus auch Mal die Besitzer wechseln?
Ich würde versuchen, es nicht als 'Verrat' zu sehen, sondern als Teil der Natur des Hundes und auch Teil seiner Überlebensstrategie.
Die Zeit die sie gemeinsam hatten, war wunderbar und jetzt ist der Hund in einer neuen Lebensphase und Gott sei Dank sehr glücklich.
Deine Freundin hat das toll gemacht, finde ich!
Dir und Deiner Freundin wünsche ich sehr viel Kraft für Euren letzten, gemeinsamen Weg. Krebs ist eine Menschheitsgeissel. Ich habe auch schon geliebte Menschen an ihn verloren.