Das Problem sind allerdings auch die Medien.
Mir ist das bei diesem Fall wieder aufgefallen. Wo man hinguckt, sieht man einen traurigen, grauschnäuizigen Hund, der zusammengekauert und resigniert in einem Körbchen liegt ... oder liebevoll mit der Hand durch das "böse" Gitter gefüttert wird.
Selbst die befragten Experten beschreiben ihn zum Teil als "ängstlich, durch den Wind, verstört und unauffällig".
Es wird von vornherein ein völlig falsches Bild gezeichnet. Kaum einer kann sich doch vorstellen, dass so ein Hund so reagiert. Es wird einfach völlig romantisiert.
Im Fall von Volkan damals, als die unsäglichen Rasselisten und Landeshundegesetze aufkamen, wurden zu jedem Artikel zähnefletschende Rottweiler, Staffs usw. gezeigt. Das hat die Angst immens geschürt.
Beides ist falsch.
Aber die Medien tun ihr Übriges, um die Meinung der Leser / Zuschauer zu formen. (vor allem so "Nachrichten" wie von Express, Bild und Co.)
Und die Leute, die die Petition unterschreiben, sind eben jene, die nur das "Schöne" sehen wollen. Die einen Hund sehen, der es faktisch nicht gut hatte und nun Opfer wurde. Dass er selbst auch Täter ist, wird da wirklich gern vergessen. Ich glaube aber nicht, dass man einen solchen Hund resozialisieren kann.
Mein Bruder hat damals einen Staff von einem drogensüchtigen Kumpel abgekauft. Das war kurz vor dem Vorfall in Hamburg.
Ein wundervoller Hund. Tonton hieß er. Sobald man ein Kissen in die Hand genommen hat, wurde dieser Hund zu einer Bestie. Von einer auf die andere Minute. Ich war damals im 7. Monat schwanger und konnte einmal nur gerade die Tür hinter mir zubringen. Nach 5 Minuten war der Spuk vorbei und er war wieder der liebste Hund.
Wir haben ihn dann auch abgegeben und schweren Herzens einschläfern lassen, weil das ein Verhalten war, das niemand hätte steuern können.