Beiträge von Lysaya

    Das sollen und können die Höfe oder Tierheime, wie gehabt, selbst entscheiden.

    Und wer entscheidet, welches Tierheim oder "Gnadenhof" überhaupt die Vorraussetzungen hat?
    Wer hat das geeignete Personal, das Geld und das Wissen, wie mit solchen Hunden umzugehen ist?
    Wer übernimmt die Verantwortung, wenn eine (weitere) falsche Entscheidung getroffen wird?
    Wieviele Menschen müssen erst noch zu Schaden kommen - von Sterben mal nicht zu reden.
    Und wer denkt an die anderen Kinder der Frau, die ihre Mutter und Bruder verloren haben und jetzt zusehen müssen, wie über ihre Familie gesprochen wird und der Hund zu einem Heiligen emporgehoben wird?

    Das ist doch noch überhaupt nicht geklärt, ob der Hund wirklich krank ist und Schmerzen hat, weil man nicht mal zum Untersuchen bisher an ihn ran kam ... denn er wäre ja nicht "gastfreundlich" ... und man könnte ihn nicht so begutachten "wie man das gern hätte".

    Das sagt doch schon alles ...

    Was die Haltung betrifft ist es nur eine Personal und Kostenfrage. Was spricht gegen eine "Sicherheitsverwahrung" auf einem Gnadenhof?

    Tierheime haben oft für "normale" Hunde schon nicht genug Zeit und Geld. Dieser Hund kann - wenn man seine gesundheitlichen Baustellen auch noch behandelt - ziemlich große Mengen verschlucken.
    Noch dazu sind Hunde hochsoziale Lebewesen und dieser Hund ist davon weit entfernt, wenn die Berichte stimmen, dass er keine Artgenossenkontakte kennt und auch zu den Pflegern nicht "gastfreundlich" (was ein Wort :omg: ) ist.
    Es ist sicher schade um den Hund, aber da ist 8 Jahre was schief gelaufen, was jetzt auf einem Gnadenhof nicht "repariert" werden kann.

    Die Medien verzerren das Bild.

    Die Toten rücken doch total in den Hintergrund. Es wird nur noch vom armen Hund berichtet ... mit den immer gleichen rührenden Bildern.
    Hätte man stattdessen - wie damals - ein zähnefletschendes Tier gezeigt, wäre die Reaktion anders.

    Nein, ich will das nicht. Ich will nicht, dass Hunde so dargestellt werden und alles von vorn los geht.
    Aber ich will auch nicht, dass die Medien den Leuten einreden, hier einen "ganz normalen Hund" zu haben.

    Wie oft werden hier Leute beraten, dass die ersten 16 Wochen das Wichtigste sind? Sozialisierung, Erziehung, Bindung.
    Kein Mensch weiß, wie das bei Chico aussieht. Man kann nur ahnen, dass da einiges schief gelaufen ist. Und das sind Momente, die man bei einem 8 Jahre alten Hund nicht mehr zurück holen kann.

    Ich bleibe dabei, der Hund ist IMMER unschuldig. ER wird von MENSCHEN gezüchtet und gehalten, alles was passiert, ist die Schuld von Menschen. Und die MENSCHEN müssen was ändern, da reicht eine Einschläferung, wenn mal was passiert, nicht aus.

    Die Menschen, die den Hund so "gemacht" haben, sind nun aber mal tot.
    Die kann man nicht mehr zur Verantwortung ziehen oder ändern.
    Und wer soll bitte schön die Verantwortung dafür tragen, dass dieser Hund in einer (ähnlichen) Situation noch einmal so reagiert und dann ggf. ein Kind erwischt?
    Fragen sich all diese "Tierschützer" mal, wie es ihnen ginge, wenn ein Hund mit dieser Vorgeschichte irgendeinem der 200.000 Petitionsunterzeichner in die Hand gedrückt würde und der würde dann einen Verwandten oder den eigenen Hund anfallen?
    Bin ich froh, dass wir noch nicht so weit sind, dass FB - Petitionen irgendwelche Macht haben.
    Change.org ist zum Glück nur eine bessere Datenkrake, bei der man nebenbei das Gewissen beruhigen kann und ich hoffe sehr, dass da niemand von den Verantwortlichen einknickt. Und nein, darauf mache ich mir nun keine Dose Bier auf ...

    Das Problem sind allerdings auch die Medien.
    Mir ist das bei diesem Fall wieder aufgefallen. Wo man hinguckt, sieht man einen traurigen, grauschnäuizigen Hund, der zusammengekauert und resigniert in einem Körbchen liegt ... oder liebevoll mit der Hand durch das "böse" Gitter gefüttert wird.
    Selbst die befragten Experten beschreiben ihn zum Teil als "ängstlich, durch den Wind, verstört und unauffällig".
    Es wird von vornherein ein völlig falsches Bild gezeichnet. Kaum einer kann sich doch vorstellen, dass so ein Hund so reagiert. Es wird einfach völlig romantisiert.

    Im Fall von Volkan damals, als die unsäglichen Rasselisten und Landeshundegesetze aufkamen, wurden zu jedem Artikel zähnefletschende Rottweiler, Staffs usw. gezeigt. Das hat die Angst immens geschürt.

    Beides ist falsch.
    Aber die Medien tun ihr Übriges, um die Meinung der Leser / Zuschauer zu formen. (vor allem so "Nachrichten" wie von Express, Bild und Co.)

    Und die Leute, die die Petition unterschreiben, sind eben jene, die nur das "Schöne" sehen wollen. Die einen Hund sehen, der es faktisch nicht gut hatte und nun Opfer wurde. Dass er selbst auch Täter ist, wird da wirklich gern vergessen. Ich glaube aber nicht, dass man einen solchen Hund resozialisieren kann.
    Mein Bruder hat damals einen Staff von einem drogensüchtigen Kumpel abgekauft. Das war kurz vor dem Vorfall in Hamburg.
    Ein wundervoller Hund. Tonton hieß er. Sobald man ein Kissen in die Hand genommen hat, wurde dieser Hund zu einer Bestie. Von einer auf die andere Minute. Ich war damals im 7. Monat schwanger und konnte einmal nur gerade die Tür hinter mir zubringen. Nach 5 Minuten war der Spuk vorbei und er war wieder der liebste Hund.
    Wir haben ihn dann auch abgegeben und schweren Herzens einschläfern lassen, weil das ein Verhalten war, das niemand hätte steuern können.