Meiner Meinung nach sagt die Tatsache wie sehr sich ein Hund an seinen Menschen orientiert wesentlich mehr über die Bindung aus, als die Tatsache ob er vor oder hinter dem Menschen läuft. Für mich macht ein gutes Team aus, daß es aufeinander eingespielt ist, aufeinander achtet und die Signale des jeweils anderen versteht.
Bei uns ist es so, daß ich Till beigebracht habe, immer wenn die Leine am Halsband ist, direkt neben mir zu laufen. Dann dürfen auch keine "Geschäfte" erledigt werden. Allerdings hat dieses, in meinen Augen, nichts mit Bindung zu tun. Mir ging es darum diese Option für bestimmte Situationen einfach zu haben. ( wie zum Beispiel bei einem Gang durch die Stadt usw. ) Ist die Leine am Geschirr oder er im Freilauf, darf er laufen wie er möchte. "Ziehen" ist dann allerdings nicht erlaubt. Mir ist, mehr als die Tatsache wo er läuft, wesentlich wichtiger, wie er sich im Freilauf verhält und vor allem wie aufmerksam er ist. Wenn wir unterwegs sind und ich Till nicht einmal rufen muß, damit er stehen bleibt, oder zu weit vorläuft etc.; oder wenn wir beispielsweise am Strand sitzen und ich ihm nicht einmal bescheid geben muß, damit er da bleibt; zeigt sich darin für mich sehr stark Bindung.
Ich sehe das also eher funktional. Ja, er muß neben mir laufen können, damit er es kann, wenn die Situation es erfordert. Aber er muß dieses eben auch nicht zum Selbstzweck tun.
Und....
Nein, ich lasse mich von ihm nicht durch die Gegend ziehen. Das ist mir unangenehm, also hat er es zu lassen, wie ich Dinge nicht tue die ihm unangenehm sind. Es sei denn sie sind unbedingt erforderlich. Ziel und Weg bestimme ich. Mit dem Tempo ist das so eine Sache.
Wenn Zeit genug ist, bleibe ich auch gerne einmal stehen, wenn er schnüffeln möchte. Aber Till akzeptiert es auf der anderen Seite aber auch sofort wenn ich dann entscheide, daß es weiter geht.
LG
Franziska mit Tilll