Beiträge von Maus1970

    Das hat man aber bei Züchtern doch auch, ohne die Orgas in Schutz nehmen zu wollen. Da gibts (ich glaube das hatte ich hier im Forum gelesen) dann im Vertrag „Hund muss an zwei Ausstellungen teilnehmen“, das find ich im Grunde noch schlimmer.

    Eigentlich wäre es so einfach, wenn Tiere nicht dem normalen Kaufrecht wie Sachen unterliegen würden und ein Ausschluss der Sachmängelhaftung möglich wäre. Dann müssten auch nicht solche Konstrukte her. Aber da fehlt dem Gesetzgeber leider immer noch der Wille zu.

    Aber auch da kann ich als Interessentin im Vorfeld entscheiden, ob ich das in Ordnung finde und so möchte, oder eben nicht. Dann gehe ich zu einem anderen Züchter.
    Außerdem empfinde ich den verpflichtenden Besuch zweier Ausstellungen als etwas wesentlich anderes als einen Eigentumsvorbehalt.
    Für mich macht es einen sehr großen Unterschied ob der Züchter vertraglich den Besuch zweier Ausstellungen festhalten lässt um seinen Nachwuchs zu präsentieren; oder ob der Tierschutzverein einen Eigentumsvorbehalt in den Vertrag aufnimmt.
    Beim Ersten geht es um zwei Ausstellungen, beim Zweiten um essentielle Rechte.

    LG

    Franziska mit Till

    Andererseits, welchen Grund sollte ein Verein haben, nach z.B. fünf Jahren auf einmal auf der Matte zu stehen und auf Grund des Vertrags die Herausgabe des Hundes zu fordern? Um noch ein zu fütterndes Maul wieder bei sich zu haben?

    Da steckt man eben halt nicht drin. Klar im Normalfall macht das gar keinen Sinn. Aber es kann durch aus Situationen geben die dazu führen. Das Risiko besteht halt. Bei einer Kontrolle passt der Kontrolleurin Beispielsweise irgendetwas nicht So dumm kann man manchmal gar nicht denken. Besonders wenn sich ein Hund unter dem Einfluss seines Besitzers sehr gut entwickelt hat und medizinische Baustellen abgearbeitet sind; und nun wesentlich bessere Vermittlungschancen hat.
    Ich fände einen solchen Vertrag mir gegenüber halt nicht fair. Ich gebe alles für den Hund von Zeit über Geld, lege alles beim Verein offen, werde kontrolliert, begutachtet, bewertet, bis hin zu meiner ganzen Liebe für den Hund. Habe aber keinerlei Rechte an dem Hund.

    LG

    Franziska mit Till

    Für mich sind tatsächlich 'individuelles Training", "Reflexion", "Authentizität" und das richtige einschätzen der eigenen Fähigkeiten; sowie das richtige einschätzen des Hundes, die entscheidenden Punkte. Was einem auch gleich vor Augen führt, dass es kein allgemein Richtig oder Falsch geben kann. Sondern nur theoretische Grundlagen, die zu einem guten gemeinsamen Weg als Team führen.

    LG

    Franziska mit Till

    Ging mir erst auch so, aber ich verstehe die Argumentation dahinter. Wenn der Hund etwas sehr reizvolles findet, ist es für ihn leichter, auf die Belohnung zu warten, in der Erwartung, dass er auf das Gefundene hinterher nicht verzichten muss.
    Wenn mans über Vermeidung aufbaut, muss man ja auch die Sorge haben, dass es in dem Moment doch zu verlockend ist, um nicht eben schnell hinzulangen.

    Wie sorgst du denn im Alltag dafür das es sich nicht abnutzt? Je nachdem wie / wo du wohnst muss der Hund ja doch sehr oft etwas anzeigen und du wirst ihn draußen ja nicht GENAU DAS was er anzeigt geben bzw nehmen lssen wie im Training ? Da hätte ich Sorge das der Hund je nach Typ nach 1-3x "Ernstfall" genau das tut was man nicht möchte weil er verstanden hat was gestellt ist und was nicht.

    Ja, das muss man durchaus gut im Blick haben. Ich habe es so gelöst, dass ich eigentlich immer "SuperLecker" dabei haben, die dann, in Kombination mit emotionaler Bestätigung und Zuwendung das Gefundene für ihn würdig vertreten. ;)
    Bei Till kommt noch hinzu, dass er so oder so, Beagle typisch, immer mit der Nase an dem Boden hat und ich vermutlich häufig gar nicht Strafen könnte, weil er das gefundene schneller inhaliert halt als ich es sehen könnte.

    LG

    Franziska mit Till

    Mir war es immer sehr wichtig Till alle Kommandos positiv aufzubauen damit er freudig, und vor allem ohne Angst, alle wichtigen Dinge erlernen konnte. Zu dem empfinde ich es als extrem Unfair meinen Hund zu strafen bevor ich ihm nicht erklärt habe, was ich von ihm erwarte. Wenn eine Hund später genau weiß, welches Verhalten von ihm erwartet wird, sieht das, in meinen Augen, anders aus. Dann gab es, im extrem Fall, auch schon mal, wenn auch extrem selten, eine Ansage.
    Die Tatsache, dass ein Hund weiß was von ihm erwartet wird führt, in meinen Augen, auch dazu, dass der Hund die Strafe nicht als beängstigend empfindet, weil er ja weiß, dass ich eigentlich etwas anderes von ihm erwarte. Wobei ganz klar ist, das "Strafe" ganz klar nicht bedeutet, dass der Hund schmerzen hat oder psychisch leidet (zum Beispiel auf Grund von Angst) In aller Regel waren es bei uns eher Konsequenzen die ihm klar machen sollten, dass ich das was er getan hat gerade absolut nicht ok fand. :D

    LG

    Franziska mit Till

    Ich würde auch sagen sehr positiv verankertes Anzeigeverhlten. Es gibt auch den Ansatz, den Hund im Training nach dem Anzeigen das Angezeigte fressen zu lassen. So soll gesichert sein, dass der Hund das Abzeugen mit ausschließlich positivem verknüpft und es immer vor dem potentiellen fressen zeigt.


    Edit: hab ich aber nicht so strikt auftrainiert

    So haben wir es auch gemacht und es hat selbst bei einem gefräßigen Beagle sehr gut funktioniert. :D

    LG

    Franziska mit Till

    Ich habe ja auch einen Hund, der andere Hunde und Kontakt zu ihnen einfach liebt und genießt. Dem wollte ich auch entgegenkommen und ihm den Kontakt zu anderen Hunden ermöglichen. Das geht natürlich nicht ungefragt. Deshalb bin ich folgenden Weg gegangen.
    1. Den Rückruf habe ich in gezielten Situationen kontrolliert aufgebaut; und zwar so, dass er dabei möglichst keine Fehler gemacht hat.
    2. Bei unseren Spaziergängen durfte er frei laufen, solange klar war, dass ich andere Hunde rechtzeitig genug sehe um ihn zuvor abrufen und anleinen zu können.
    3. Wir haben uns dann gemeinsam dem anderen Hund genähert. Dann habe ich abgeklärt, ob Kontakt in Ordnung ist. War das der Fall habe ich ihn abgeleint und Kontakt ermöglicht. Da wo er nicht erwünscht war, sind wir halt ohne Kontakt einfach weiter.

    Bei Till hat das super funktioniert. Er hat dadurch gelernt, das gemeinsames Annähern dazu führt, das er zum Ziel kommt. Ein Stück weit war das auch zu gleich Radiustraining. Zum anderen hat er aber auch erfahren, weil ja nicht immer Kontakt gewünscht war, dass man auch durchaus ruhig an Fremdhunden vorbei gehen kann. Zudem bin ich seinem Bedürfnis nach Kontakt zu Artgenossen nachgekommen ohne jemanden zu belästigen oder uns aufzudrängen.

    LG

    Franziska mit Till

    Ja, da hat sie in gewisser Weise schon Recht. Man muss im gewissen Sinne den längeren Atem haben. Aber es bringt nichts etwas einzufordern, was der Hund noch nicht leisten kann.
    Offensichtlich scheint ja irgendetwas nicht ganz Rund zu laufen, wenn der Hund so große Schwierigkeiten hat mit Frust umzugehen.
    Beim Deckentraining soll es durchaus um Entspannung gehen; aber eben auch darum, dass der Hund auf Kommando an seinen Platz bleit. In meinen Augen wäre es wichtig den Hund so schnell wieder aufzulösen, dass er es geschafft hat zu warten. Es also keinen Grund gibt ihn zu korrigieren.

    LG

    Franziska mit Till

    Uns wurde in der Hundeschule beigebracht ein Training so zu gestalten, dass der Hund dabei möglichst keine Fehler macht und somit gar nicht erst auf die Idee kommt ein Kommando zu ignorieren. Ein Stundenlanges! Training ist mit Sicherheit viel, viel, viel zu lang und bringt gar nichts. Ganz im Gegenteil. Es dürfte die Beziehung zwischen deiner Schwester und ihrem Hund schädigen, weil sie ihn damit einfach nur überfordert.
    Wenn sie ein Deckentraining aufbauen möchte, dann sollte sie wirklich ganz, ganz kleinschrittig anfangen und tatsächlich Anfangs nur Sekunden einfordern.
    Allerdings sollte sie schon der Ursache auf dem Grund gehen, warum der Hund über derart wenig Impulskontrolle verfügt. Deinen Schilderungen nach, scheint es bei Balou ja tatsächlich sehr extrem zu sein. Zumindest Beratung durch einen guten Trainer/einer guten Trainerin scheint durchaus sehr sinnvoll zu sein.
    Ich weiß nicht ob möglicherweise auch gesundheitliche Gründe dahinter stecken könnten.

    LG

    Franziska mit Till