ZitatWarum muss ich aufpassen? Ist doch nicht schlimm, wenn das zu einem Spiel wird!
Oder meinst du, dass der Hund dann extra weg läuft? Oder extra bummelt? Hm, keine Ahnung, also bei uns hat sich so etwas nicht entwickelt...
Fast.
Das ein Hund dann gezielt extra weit vorläuft oder extra trödelt, wird wohl eher seltener der Fall sein. Obwohl ich nicht ausschließen will, daß es Hunde gibt die das gezielt einsetzten wenn sie mitbekommen haben, daß sie dadurch ein geliebtes Suchspiel auslösen können.
Was, denke ich, weitaus häufiger passiert ist, daß diese Methode einfach ihre Wirkung verfehlt weil die Hunde das Verschwinden des Menschen recht schnell nicht mehr als unangenehm empfinden, weil sie wissen, daß es nur ein Spiel ist und ihr Halter irgendwo in der Nähe steckt und sie ihn schnell finden werden.
Das 1. Mal ist ein solcher Hund dann vermutlich irritiert, wenn der Halter plötzlich weg ist und er findet das total doof und sucht. Dann macht der Hund aber die Erfahrung, daß sein Mensch nicht weit weg ist und er ihn findet. Er freut sich und wird gelobt. Das ganze hat also ein positives Ende für den Hund. Das nächste Mal wissen viele Hunde dann schon, daß ihr Halter irgendwo in der Nähe steckt und sie ihn nur suchen müssen. Gerade selbstbewußte, wenig ängstliche Hunde nehmen das dann gerne als Herausforderung an und empfinden das nicht mehr länger als unangenehm. Von daher wird man sie auf diesen Wege nicht dazu bekommen achtsamer auf ihren Halter zu sein. Denn sie haben gelernt, daß sie sich selbst problemlos aus ihrer mißlichen Situation "Mein Mensch ist weg" befreien können.
Von daher hat das Ganze dann auch nichts mit mangelder Bindung oder mangelnder Orientierung am Halter zu tun; sondern mit dem was ein Hund sich selbst zutraut.
Damit die Methode "Verstecken" wirkt müsste der Halter sich immer solange versteckt halten können bis der betreffende Hund das Ganze doof findet und das Auffinden des Halters nicht mehr als Freude und Erfolg, sondern eher als Erleichterung erlebt. Und gerade das kann sich bei manchen Hunden als recht schwierig gestalten.
Bei einem selbstbewußten Hund kann es schon Mal eine Weile dauern, bis er die Suche nach seinem Halter als unangenehm empfindet und lieber bei seinem Menschen sein würde. Da ist die Gefahr groß, daß in der Zwischenzeit z.B Passanten kommen und man sich zeigen muß, damit die keinen herrenlosen Hund sehen; oder eben andere Dinge geschehen, die es erfordern, daß man sich zeigt.
Jagdhunde z.B finden ihre Menschen unwahrscheinlich schnell. Ich könnte mich auf Spaziergängen vermutlich gar nicht so schnell und gut verstecken als das es für meinen Beagle eine Herausforderung darstellen mich zu finden. Außerdem sind Jagdhundrassen häufig dazu gezüchtet auch eigenständig mit der Nase zu arbeiten und häufig mir einer großen Ausdauer versehen, was das Suchen und Stöbern angeht.
Bei anderen Hunden hingegen funktioniert diese Methode super, weil sie vielleicht ängstlicher sind, oder das Suchen an und für sich doof finden etc.
LG
Franziska mit Till