Beiträge von Maus1970

    Ich muß gestehen ich erlebe das hier im Forum ganz anders. Ich glaube hier treffen einfach zwei Gefühlswelten aufeinander. Auf der einen Seite diejenigen die einen Hund haben der absolut keinen Wert auf Fremdhundkontakte legt, vielleicht sogar weitestgehend unverträglich ist und wo Halter ihre Ruhe haben möchten. Auf der anderen Seite diejenigen die einen Hund haben der Fremdhundkontakte genießen und wo auch die Halter nichts gegen Kontakte mit anderen Hundehaltern haben.
    Die ersten sind, verständlicher Weise, genervt wenn da Tut-Nixe auf sie losgespringen und sie die Situation zum 100 Male regeln müssen, was eigentlich Aufgabe des anderen Halters wäre.
    Ich und Till gehören ja bekanntlich eindeutig zur zweiten Kategorie. Mir ist ganz klar, welche Problem ein heranstürmender Tut-Nix anderen Haltern machen kann und habe meinen Hund entsprechend erzogen und verhalte mich entsprechen. Allerdings habe ich, wenn ich hier im Forum lese das Gefühl (wie gesagt das Gefühl, so kommt es bei mir an es muß gar nicht so gemeint sein), daß auf der anderen Seite das Verständnis, ja und teilweise der Respekt, dafür feht, daß es nun auch einmal distanzlose Hunde gibt; und daß Distanzlosigkeit genau so ein Verhaltensextrem ist wie weitestgehende Unverträglichkeit und beide Hundetypen nicht mal eben so einfach aus ihrer Haut können, sondern so sind wie sie sind. Auch der Halter eines distanzlosen Labbis muß harte Erziehungsarbeit leisten um dem Hund ein angemessenes Verhalten anzutrainieren, wie diejenigen die vor der Aufgabe stehen ihrem Hund einen adäquaten Umgang mit Artgenossen beizubringen. Beides ist nicht mal eben getan, sondern braucht Zeit.
    Aber die distanzlosen, oftmals auch nur die verspielten und kontaktfreudigen Hunde werden hier schnell als "rotzfrech" und "unerzogen"; oder aber oftmals als noch wesentlich schlimmeres bezeichnet, während die anderen Hunde halt "ihre Individualdistanz" brauchen. Stimmt ja, aber für mich klingt es so (wohlgemerkt klingt es so, es muß nicht so gemeint sein) als wäre teilweise Unverträglichkeit ein Problem "erster Klasse", so nach dem Motto: Manche Hunde sind halt so, da müssen andere Halter und Hunde eben mit Leben, während Distanzlsigkeit einfach nur unerzogen ist. Das finde ich unfair. Ein wenig wie im Glashaus sitzend mit Steinen werfen.
    Es wird immer erwartet, und das zu Recht, daß sich die Halter sofort darum kümmern und vor Allem sich tausendmal entschuldigen, sollte der eigene Hund mal durchstarten. Auf der anderen Seite habe ich noch nicht erlebt oder gelesen, daß es für jemanden selbstverständlich ist sich jedes Mal für die Pöbelei des eigenen Hundes zu entschuldigen wenn dieser einen Halter und deren Hund anpöbelt, der nur ruhig und entspannt an der Leine vorbei geht. In unserem Fall würde das bedeutet das: Ich gehe 1000 Mal mit einem ruhig im Fuß gehenden Till an einem pöbelnden Hund vorbei den wir regelmäßig treffen. Kein Mal wird sich entschuldigt oder dafür bedankt, daß ich mit Till soweit ausweiche wie es geht. Aber sollte Till es nur ein einziges Mal wagen Kurs auf diesen Hund zu nehmen wäre, laut Forum, gleich die mega Entschuldigung fällig. Da kommt man sich dann in der Tat als Hundehalter zweiter Klasse vor. Für mich deutet das darauf hin, daß dieses Pöbeln schon gar nicht mehr als problematisches Verhalten angesehen wird. Und glaubt mir: E s k a n n n e r v e n wenn dir auf einem Spaziergang der gefühlte 100 Pöbler und Keifer begegnet. Ist ja nicht so als gäbe es davon nur Einen.
    Auch wenn man hier erzählt, daß der eigene Hund Fremdhundkontakte hat und sogar genießt kommen häufig Reaktionen die einem das Gefühl geben, als wäre man jemand der "es nötig" hat sich mit fremden Hunden und Haltern abzugeben, während das Gegenüber das natürlich nicht braucht.
    Wie gesagt ich mache das an niemandem konkret fest. Aber so kommt es häufig bei mir an wenn ich über dieses Thema lese.
    Puh, lang geworden,
    Ich hoffe ich konnte ein wenig ´rüber bringen wie ich das meine.

    LG

    Franziska mit Till

    Das hört sich ja toll an! :gut:
    Wir trailen seit dem Till 1,5 Jahre alt ist. Wir haben das Glück, daß wir, einmal die Woche, einen reglemäßigen Trainingstermin haben. Insgesamt arbeiten wir dann mit 5 Hunden 2 Stunden lang. In aller Regel arbeiten die Hunde zwei Trails. Ich muß sagen Till macht seine Sache sehr, sehr gut. Mittlerweile machen wir Spur und Geruchsdifferenzierung und trailen in den unterschiedlichsten Gebieten. Ab und an machen wir auch Ausdauertrails. Das längste war ca. 2 Kilometer. Er legt sich da richtig ins Zeug. :gut:
    Till ist allerdings eher auf Asphalt konzentrierter. Im Wald gibt es ja soooo viel zu schnüffeln. :D

    LG

    Franziska mit Till

    Ich denke auch, daß es eine Kombination aus Beidem ist. Natürlich "arbeitet" der Hund in erster Linie für die Belohnung. Aber ich denke, daß die Leistungsbereitschaft und die Motivation, sowie die Bereitschaft auch mal tolle Dinge aufzugeben, weil der Halter "es sagt" bzw. das Kommando gibt durch die Bindung stark gesteigert wird und einige Dinge für den Hund erst leistbar machen. Ich meinte auch nicht nur das sich freuen nach einem befolgtem Kommando oder gut erledigter Arbeit, sondern die gesamte Bindung/ emotionale Verbundenheit und wie das befolgen von Kommandos emotional verknüpft wurde.
    So beobachte ich es zumindest bei meinem Hund. Ihm ist das extrem wichtig. Ich bin mir sehr sicher, daß die Belohnung und das sorgfälltige Trainieren des Rückrufs alleine ihn nicht dazu bewegen würde das Reh nicht zu jagen und sich abrufen zu lassen. Das funktioniert nur weil wir zu dem noch eine enge Bindung zu einander haben und der Rückruf mit einen tollen emotionalen Gefühl verknüpft wurde.
    Ich hoffe man kann verstehen was ich meine.

    LG

    Franziska mit Till

    [quote='Maus1970','https://www.dogforum.de/index.php/Thre…29#post12896029'][quote='Dirkita','https://www.dogforum.de/index.php/Thre…61#post12895961']


    Haben wir gemacht. Grade wenn windig ist bekommt sie jetzt leichte Trails. Sie ist halt ne Kurznase und bei extremen Wind merkt man das.

    Sie arbeitet immer noch mit Freude.

    Das freut mich für Euch. :gut:
    Es war ja glücklicherweise auch nur eine nicht so schöne Erfahrung. Da lassen sich die meisten Hunde, zum Glück den Spaß am Mantrailen nicht verleiden. :dafuer:

    LG

    Franziska mit Till

    Das ist zwar doof, aber ich glaube so etwas kann man einfach nicht immer vermeiden. Ich glaube wichtig wäre, daß sie das nächste Mal einen kurzen und einfachen Trail bekommt, so daß sie merkt Mantrailing ist immer so extrem anstrengend :D Dann ist das für den Hund schnell vergessen und man verdirbt ihm nicht den Spaß.

    LG

    Franziska mit Till


    Dein Wort in Gottes Ohr! Ich habe aktuell einen Hovawart im Einführungskurs, der bisher durch nichts zu begeistern ist. Oder doch - privat schnüffeln und Zeitung lesen findet er ok, aber bitte gemütlich! Ob die VP sich zum Affen macht, ist ihm schnurzegal, den kann man nicht mal über Hetzjagd in die Gänge kriegen. Leider ist auch sein Frauchen so gar nicht kreativ und weiss nicht, was ihn antörnen könnte. Ich fürchte, da müsste man beim allgemeinen Umgang tiefer schürfen, warum der so unkooperativ ist.... Einmal auf schneebedecktem Feld ist er die Spur zügig gegangen, da waren keine anderen Spuren oder Pipistellen. Der ist eine echte Knacknuss.

    Wäre es eine Möglichkeit, daß ihn die nächsten Male jemand Anderes führt und er seine Halterin sucht? Könnte das eine große Motivation für ihn sein? Oder ist Frauchen auch nicht so wirklich spannend für ihn?

    LG

    Franziska mit Till

    @Odibubs

    Hallo Julia!

    Schön, daß du hier mit dabei bist.
    Noch ein Mantrailer!!! *freu*
    Erzähle doch einmal was ihr beim Mantrailen so arbeitet und wie lange ihr schon dabei seid. Till ist ebenfalls ein begeisterter Mantrailer. Ihm tut diese Arbeit sehr gut.
    Schön, daß ihr den Jagdtrieb so gut unter Kontrolle habt.
    Wir machen ansonsten die gleichen Dinge wie ihr.

    LG

    Franziska mit Till

    Wir trailen auch mit gespannter Leine. Till arbeitet mit ziemlichen Zug und Tempo. Wobei ich darauf achte, daß das Tempo nicht zu hoch wird. Allerdings konnte ich bestätigen was Cattahum über Zug auf der Leine im falschen Moment sagte. Das mußten wir auch erst lernen. Am Anfang war er zum Beispiel zögerlich wenn er irgendwo mittendrin eine Straße überqueren mußte; weil er gelernte hatte, daß er mich nicht über Straßen ziehen darf. Auch wenn er irgendwo richtig abbiegen wollte und im falschen Moment zu viel Zug auf die Leine kam wurde er zögerlich. Er hat dann noch einmal alles gescannt und ist dann wieder die richtige Richtung gegangen.
    Mittlerweile weiß er, daß das keine Korrektur bedeutet und arbeitet weiter.

    LG

    Franziska mit Till

    Ich denke, daß Hunde zwar nichtts für ihren Halter in dem Sinne tun. Aber ich bin schon der Meinung, daß Hunde vieles auf Grund der Bindung zu ihrem Halter tun.
    Ich denke, daß die emotionale Haltung des Halters bei der Erziehung und Ausbildung eine sehr wichtige Rolle spielt. Zunächst dient die Belohnung dazu dem Hund zu verdeutlichen welches Verhalten erwünscht ist. Später aber, wenn der Hund ein Kommando beherrscht ist es nicht nur die Belohnung (Leckerli), sondern auch die emotionale Reaktion des Halters die für den Hund extrem wichtig ist. Mein Hund spricht total darauf an wenn ich mich aufrichtig freue, weil er toll mitgearbeitet hat, Kommandos schnell und präzise befolgt hat, einen tollen Trail gearbeitet hat. Aber auch wenn man selbst mit Spaß bei der gemeinsamen Arbeit ist. So entsteht ein Miteinander bei der das Leckerli letztendlich nur das Sahnehäubchen darstellt.

    LG

    Franziska mit Till