Also, erstmal vorneweg:
Das "Hehe" ist mit dem Augenzwinker-Smiley gleichzusetzen und soll ausdrücken, dass ich das hier natürlich überspitzt ausgedrückt habe.
Aber ich habe mir tatsächlich schon öfter Gedanken darüber gemacht, woher diese unterschiedliche Bewertung von Tierheimhunden kommt. Wenn ich also überlege, was meine Hunde möglicherweise von anderen Tierheimhunden, mit denen offensichtlich so schlechte Erfahrungen gemacht wurden, unterscheidet, komme ich auf folgende Dinge, die ich aber auch irgendwie gleich wieder zurücknehmen muss.
- sie sind alle älter (aber damit tue ich den jungen TH-Hunden unrecht, die ebenfalls unkompliziert sind - und die hatte ich ja als Pflegehunde auch schon hier)
- es sind Jagdhunde, die rassebedingt menschenfreundlich sind (auch hier tue ich anderen unrecht - meine Pflege-Karst-Schäferhündin war die Liebheit in Person)
- sie waren lange Zeit im Tierheim, in denen sie es zwar nicht gut hatten, aber immerhin nicht geschlagen wurden o.ä. (Gegenargument s. 1. Punkt)
- sie sind vermutlich gar nicht in Familien aufgewachsen, sondern eher in Zwingern/Verschlägen, was ja irgendwie auch wie Tierheim ist
So, und über diesen letzten Punkt denke ich also nach. Denn wie gesagt - irgendwoher muss diese extrem unterschiedliche Erfahrung ja kommen!
Das heißt: Diese Überlegungen stelle ich nur an, weil ich hier ständig mit dem "verzogenen/verhaltensauffälligen/problembehafteten Tierheimhund" konfrontiert werde. Ich sitze hier, lese das, habe meine 6 Hunde vor Augen (und zahlreiche weitere) und kriege das nicht zusammen!
Ich kann mir gut vorstellen, dass die Hunde hier im Tierheim prozentual gesehen mehr Probleme/andere Probleme mitbringen als in Italien z. B. Deshalb finde ich hier ja auch keine Hunde für mich. Natürlich gibt es auch sehr nette Hunde hier im Tierheim, aber die sind auch recht fix vermittelt.
Aber vielleicht ist das der alles entscheidende Unterschied.
Ach ja, und ich hatte vielleicht das Glück, von Anfang an mit vernünftig arbeitenden Tierschutzorganisationen zusammengekommen zu sein.
Denn selbstverständlich ist nicht jeder Tierheimhund einfach und unkompliziert - das habe ich auch schon mehrmals betont.
Und natürlich wäscht ein Tierheimaufenthalt einen Hund nicht "rein".
Es gibt viele TH-Hunde, die ich niemals aufnehmen würde.
Aber eins weiß ich ganz sicher: Ein langer Aufenthalt im Tierheim führt nicht zwangsläufig dazu, dass ein Hund schwierig wird.
Ich hoffe, ich konnte dir das beantworten. Wie soll ich offen mit nicht vorhandenen Problemen umgehen?
Ich bin schlichtweg der Ansicht, dass es zu viele unkomplizierte Hunde im Tierschutz gibt, als man sie als Ausnahmen bezeichnen könnte. Das ist schon alles.
Wobei ich natürlich nicht weiß, was für dich schon unter "Päckchen tragen" fällt.