Für mich hat Authentizität gegen über meinem Hund nichts mit. "Seine Launen am Hund auslassen" oder Gewalt zu tun.
Wenn ich auf irgend jemanden sauer bin, dann ist mein authentisches Gefühl, daß ich sauer auf die Person bin... und nicht auf meine Hund. Warum sollte ich da also authentisch sein wenn ich "meine Launen" an meinem Hund auslasse? Das ergibt für mich keinen Sinn.
Authentisch in Bezug auf meinen Hund bedeutet für mich Beispielsweise folgendes: Mein Hund möchte mit mir spielen und fordert mich dazu auf. Ich entscheide nach meinem eigenen Gefühl ( und Zeit ) ob ich darauf eingehen möchte oder nicht und diese Entscheidung steht dann. Mein Hund hat das von Anfang an immer akzeptiert ohne das ich das je geübt oder gestraft habe. Ich vermute deshalb, weil er gespürt hat, daß es das ist was ich jetzt möchte und das nicht zur Diskussion steht sondern Fakt ist.
Ich finde es sehr wichtig bei der eigenen Reaktion auf ein Fehlverhalten des Hundes zwischen Dingen zu unterscheiden die noch ( zumindest in diesem Schwierigkeitsgrat ) trainiert werden müssen und Situationen in denen der Hund den Halter hinterfragt.
Im ersten Fall muß halt noch trainiert werden, zu strafen hat keinen Sinn. Im zweiten Fall braucht der Hund eine adäquate Reaktion. Wie die am sinnvollsten aussieht ist, meiner Meinung nach, sehr vom jeweiligen Hund- Halter-Team abhängig.
Bei uns ist eine ruhige, aber klare und konsequente Reaktion am Zielführendsten. Beim ignorierten Rückruf wäre es bei uns ein ruhiges Anleinen und anschließend einen kurzen Augenblick leinenführig laufen. Das macht ihm am effektivsten klar, daß ich die Regel ernst meine und Kommandos nicht optional gemeint sind.
Allerdings sind diese Situationen wirklich sehr selten. Er hat, selbst in der Pubertät, kaum einmal hinterfragt.
LG
Franziska mit Till