Beiträge von Maus1970

    Hallo PollyNixe!

    Wie lange wirst du denn voraussichtlich täglich arbeiten? Denn für mich würde die Entscheidung nicht unwesentlich von der Zeit abhängig sein, die der Hund alleine sein müßte.
    Wenn du Vollzeit arbeitest und dein Hund dadurch etwa 8 Stunden täglich, und das 5 Tage die Woche, alleine sein würde fände ich eine ganztägige Betreuung, besonders für einen jungen Hund angebracht. Mir wäre ansonsten die Zeit die der Hund alleine wäre zu lang. Außerdem würde ich persönlich das Spazierengehen als gemeinsames Highlight des Tages mit dem Hund gemeinsam genießen wollen. Von daher wäre ich gar nicht mal auf eine Betreuung aus die mit den Hunden spazieren geht.
    Natürlich muß man da genau schauen, daß man eine geeignete Betreuung findet, da die Zeit die der Hund dort verbringt ihn durchaus prägen wird. Auch wenn man dort nicht trainiert. Aber das wäre bei einem Gassigänger genau so. Wenn auch, zugegebener Maßen, nicht so extrem. Für mich wäre aber die Zeit des Alleinbleibens entscheidend.

    LG

    Franziska mit Till

    @Leinenträger
    Ich denke im Zusammenleben zwischen Hund und Mensch ist es wichtig, daß man beiden Seiten gerecht wird. Sowohl dem Hund als auch dem Menschen. Dafür muß auch jeder Mal zurück stecken.
    Ich weiß sehr gut, daß mein Hund regelmäßige Sozialkontakte braucht und genießt. Deshalb ermögliche ich sie ihm. Er hat täglichen Freilauf währenddessen wir vielen Hunden begegnet zu denen er Kontakt aufnehmen kann. Was er dann auch tut. Mal heißt das eine gro0ße Toberunde, mal gemeinsames schnüffeln und manchmal ist es auch nur ein kurzes "Hallo" Er trifft immer mal wieder neue Hunde, trifft aber auch regelmäßig die selben Hunde, so daß engere Kontakte entstehen. Ich komme seinem Grundbedürfnis also nach.
    Auf der anderen Seite gibt es Orte und Zeiten an denen Freilauf und Hundekontakte einfach nicht passen. Wenn zum Beispiel wichtige Termine anstehen, oder man sich gerade im verkehrsreichen Raum bewegt. Da finde ich es legitim meinen Hund dahingehend zu trainieren, daß er das dann akzeptiert und sich adäquat verhält. Das hat nichts mit nicht hinreichend Zeit für den Hund zu haben zu tun. Genau so ist es, in meinen Augen, einfach nicht angesagt, seinen Hund einfach zu fremden Hunden durchstarten zu lassen.
    Was ich gut finde ist dein Gedanke den Hund mit Hundekontakten zu belohnen. Das habe ich auch getan und es hat sehr gut funktioniert. Wenn ich mit meinem Hund einen anderen Hund begegnet bin und er wollte losrennen, kam der Rückruf, dafür wurde er belohnt, ich habe ihn in meiner Nähe gehalten und sobald wir in akzeptabler Nähe waren, kam nach Absprache mit dem andern Halter die Freigabe und es durfte Kontakt aufgenommen werden.

    Und deine Ausssage: "Ich kann meinen Hund immer und über ableinen, weil er gut hört" offen gestanden für Selbstüberschätzung. Auch ein guter hörender Hund ist ohne Leine an einer befahrenen Straße gefährdet. Besonders wenn andere Hunde und spielen "ins Spiel" kommen.

    LG

    Franziska mit Till

    Wir hatten bisher schon mit einige solcher Hunde in unserer Gruppe. Bei keinem war es ein Problem. Beim Arbeiten hatten sie alle keine Probleme mit den Menschen. Allerdings haben wir Menschen uns so Verhalten, daß wir es den Hunden möglichst einfach gemacht und sie nicht bedrängt haben.
    Zum Beispiel: Während Till, nach dem er die Versteckperson angezeigt und seine Belohnung erhalten hat sich doch durchaus noch einmal gerne von der Versteckperson durchknuddeln lässt :D :ops: , haben wir bei Hunden die Probleme mit Menschen haben darauf geachtet ihnen sofort nach dem Ende wieder den notwendigen Freiraum zu geben.
    Bei allen Hunden die ich kenne, hat sich die Problematik durch das Training extrem gebessert; oder sogar nahezu komplett erledigt.

    LG

    Franziska mit Till

    Ich denke auch, daß man bei einem solchen Hund durchaus noch sehr viel erreichen und ihm eine Menge an Lebensfreude und Lebensqualität zurück geben kann.
    Allerdings sehe ich in eurem Fall zwei wesentliche Probleme auf euch zukommen.
    Du hast geschrieben, daß der Hund, laut Aussage der aktuellen Besitzerin, vom zweiten Hund der Familie dauerhaft drangsaliert wurde. Ihr müßt also damit rechnen, daß euer Hund, auf Grund dieser Erfahrungen, nicht so ohne weiteres in eine Hundegruppe zu integrieren ist und ihr, als Tagesbetreuung, jemanden braucht der sowohl die Kompetenz als auch die zeitlichen Möglichkeiten hat entsprechend auf euren Hund einzugehen. ( Beispielsweise dafür Sorgen, daß der Hund nicht erneut zum Mobbingopfer wird, ihm Sicherheit geben, sich sein Vertrauen erarbeiten usw. ) Einen solchen Platz zu finden dürfte schwieriger sein als wenn man einen weitestgehend unkomplizierten Hund betreuen lassen möchte.
    Der zweite Punkt sind eure Kinder. Ein solcher Hund erfordert im Umgang viel Ruhe, Geduld und Feingefühl. Man muß seine Grenzen respektieren und akzeptieren.
    Wie schätzt du eure Kinder ein, wären sie dem gewachsen?

    LG

    Franziska mit Till

    Ich glaube die meisten Hunde w i s s e n durchaus, daß ein Auto hart ist und sie nicht davor laufen sollten. Aber sie können die herannahenden Autos nicht einschätzen. Sie erkennen nicht wie schnell sich ein Auto bewegt, und daß es sich überhaupt bewegt, da es seine Form beim Fortbewegen nicht verändert. Da es das in der Natur nicht gibt, da verändert alles was sich bewegt seine Fort, kann ein Hund das allein schon rein visuell nicht einschätzen.

    Allerdings prägen Erfahrungen mit Autos, besonders Junghunde, doch sehr. Ich kenne beispielsweise einen Hund der durch eine versehentlich offen gelassene Haustür hinaus gelaufen ist und über die Straße gerannt ist. Auf dem Rückweg zum Haus wurde er dann von einem Auto im vorüber laufen "angefahren". Zum Glück hat das Auto den Hund mit sehr, sehr reduzierter Geschwindigkeit erwischt. Das war für den Hund dann wie ein "Klaps auf den Hinterm" Der Hund war, Gott sei Dank nicht verletzt, hat aber gelernt, daß ein Zusammenstoß mit einem Auto weh tut. Dieser Hund ist seit dem zeitlebens von sich aus am Bordstein stehen geblieben...

    LG

    Franziska mit Till

    @Rotbunte Du hast Recht, das kann nicht immer funktionieren. Deshalb schrieb ich auch ich habe "so oft es irgend geht" mit hundekontakt belohnt. Aber bei uns konnte ich ihn so häufig damit belohnen, daß er eine Verknüpfung herstellen konnte. Wo es nicht möglich war bin ich auf Futter ausgewichen. Für meinen Hund auch extrem hochwertig.
    Ich denke das Interesse an fremden Artgenossen hat nicht zwangsläufig damit etwas zu tun ob man zwei oder mehrere Hunde hat oder nur einen. Auch wenn man mehrere Hunde hat kann das Interesse, gerade bei Junghunden, an anderen Hunden durchaus intensiv vorhanden sein. Die Welt will eben erkundet werden. :D

    LG

    Franziska mit Till

    @Rotbunte
    Impulskontrolle überträgt sich schon. Er erlernt dabei ja sich selbst zu kontrollieren, daß können Hunde häufig sehr gut übertragen.
    Was das hinrennen zu anderen Hunden angeht habe ich es so gehandhabt, daß ich die Impulskontrolle, also bei mir bleiben oder auf Rückruf zu mir zurückkommen, so oft es irgend ging, mit Hundekontakt belohnt habe. Denn das war es ja was er wirklich wollte. So hatte er die Chance durch Gehorsam das zu bekommen was er gerade am meisten wollte und hat die Erfahrung gesammelt, daß Gehorsam nicht zwangsläufig Entbehrung bedeutet, sondern oftmals ans Ziel.

    LG

    Franziska mit Till