Beiträge von Grinsekatze1

    Ich würde jetzt gerne das Wort "bedürfnisorieniert" definieren. An wessen Bedürfnisse soll sich orientiert werden? An denen des Hundebesitzers oder an die Bedürfnisse des Hundes selbst?

    Ich glaube nämlich, dass hier etwas ganz falsch angesprochen wird. Bedürfnisorientiert ist (meiner Meinung nach) doch eigentlich das, was der Hund mir von seiner Art und seinem Charakter anbietet und wo Mensch darauf aufbauen kann; wo man den Hund erziehungsmäßig lenken kann.

    Wenn ich von meinen eigenen Bedürfnissen und Wünsche ausgehe, dann nützt das dem Hund - wenn er meine Bedürfnisse und Wünsche von seiner Veranlagung her erst gar nicht erfüllen kann - doch gar nichts. Er kann meine Bedürfnisse nicht erfüllen, weil seine "Art" das eben nicht hergibt.

    Stelle ich mich als Hundehalter aber auf die "Bedürfnisse" meines Hundes ein, erkenne seine "Art" an, dann kann daraus eine echte und gute positive Entwicklung entstehen. Für beide Teile: für den Hund und für mich!

    Hier müssen ja alle top erzogene Hunde haben..

    Nein, sicherlich nicht! Hier gibt es aber sehr viele langjährig und erfahrene Hundehalter die gerne Fragen beantworten und ihr Wissen kostenlos weitergeben. Was ein jeder Fragesteller damit macht, liegt in seinem Interesse.

    Ich bin gerne bereit etwas zu ändern aber mein Hund lässt sich nunmal nicht einfach von einer Hündin wegschicken oder hört mit dem Leinenziehen auf, weil ich Ihm das sage.

    Es ist schön, dass Du an Deinem Hundeproblem arbeiten möchtest. Das müssen wir alle so anpacken. Und einfach so, geht das nicht.

    Gut erzogen heißt hart am Problem arbeiten und immer wieder an dem Problem arbeiten - unter Umständen ein Hundeleben lang!

    Ich würde Dir einen netten Hundeverein empfehlen, der mit Spaß, Geduld und postivem Aufbau arbeitet. Trainieren in einer Hundegruppe - da lernt der Hund unter Ablenkung Dir seine ganze Aufmerksamkeit zu widmen.

    Am Anfang ist das frustierend, weil Dein Hund die anderen Hunde viel interessanter findet und sich sehr ablenken lässt. Wenn Du durchhältst, trägt das Ganze aber Früchte!

    Man fühlt sich hier leider echt immer wieder der größte Vollidiot, wenn man eine Frage stellt. Besser geht es einem danach selten.. eher fühlt man sich wie ein völliger Versager.

    Es gibt keine dummen Fragen! Und Du wirst hier auch Ernst genommen, sonst würden hier nicht so viele Hundehalter antworten; nicht wiederholt antworten. Die meisten hier geben sich echt viel Mühe!

    Dass man sich nicht gut fühlt, wenn man den Spiegel vorgehalten bekommt bzw. auf etwaiges falsches Handling mit dem Hund daraufhin gewiesen wird, das glaube ich Dir gerne. Mit Kritik muss man umgehen können - man kann es lernen!

    Du bist kein völliger Versager, denn schließlich hast Du mit Deinem Hund doch vieles richtig gemacht und hast nur ein typisches Rüdenproblem. Damit bist Du ja nicht alleine! Viele Rüdenbesitzer kennen diese Probleme. Also, Problem anpacken!

    Also ist es ein Erziehungsproblem, wenn ein unkastrierter Rüde zu einer läufigen Hündin möchte, die Ihn ja sogar "ruft"?

    Nun, das normale Schnuppern am Boden würde ich dem Rüden jetzt nicht abtrainieren wollen. Gehört ja irgendwie zu seinem Leben dazu. Das soll er schon tun dürfen. Allerdings würde ich es ihm nie erlauben einfach so loszurennen und sich auszuleben.

    Er sollte in vielen Situationen abrufbar sein; auch in seinem Trieb. Allerdings lässt sich letzteres nie 100%ig kontrollieren. Da wird es den ein oder anderen Ausrutscher geben. Folglich wird man ein Lebenlang nacharbeiten müssen.

    Na ja, schlecht ist das ja nicht, wenn der Hund frei zwischen Drinnen und Draußen wählen kann. Ich frage mich nur, ob das jetzt das ideale Maß ist um bei einem problembehafteten Hund Bindung aufzubauen.

    Ob er das "Antworten an die Hunde da draußen" unterlässt, wage ich sehr zu bezweifeln. Zweifelsohne hat der Hund an Freiheit gewohnen!

    Wir versuchen ihn bis zu seinem Mittag zu beruhigen mit Streicheleinheiten und Kauartikeln, aber wie gesagt, es klappt alles nicht. Wenn man ihm keine Beachtung schenkt, springt er förmlich die Wände hoch und nimmt die ganze Wohnung auseinander, bzw. lassen wir ihn in dem Zustand nicht aus dem Wohnzimmer raus. Also muss man immer dazwischen gehen und ihn wieder auf's Bett locken.

    Ich habe das was mir jetzt ins Auge sticht fett gedruckt. Beruhigen mit Streicheleinheiten ergibt für den Hund keinen Sinn - unbewusst bestätigst Du sein Fehlverhalten. Richtig wäre es dem Hund zu zeigen welches Verhalten Du wünschst. Klare Ansage "Aus", "Nein" und was er tun soll.

    Dein Hund hat bereits gelernt, wenn er ein entsprechendes (Fehl-) Verhalten zeigt bekommt er Zuwendungen. Siehe oben! Er macht dann alles um Eure Aufmerksamkeit zu bekommen. Mitunter sind das viele unerwünschten Dinge.

    Du gehst dazwischen - der Hund freut sich und Du lockst (lässt darauf schließen, dass Du Dir da etwas einfallen lassen musstest um den Hund dorthin zu bewegen). Du gehst hier mit dem Hund in einen Dialog - was auch immer Du ihm an Verlockungen präsentierst - statt ihm klare Anweisungen zu geben, was für ein Verhalten Du Dir von ihm wünschst.

    Du musst in Deiner Erziehung komplett umdenken. Regeln festlegen und für diese Regeln auch sorgen, dass sie eingehalten werden.

    Am besten wäre ein Trainer vor Ort.

    Mit dem Gedanken an einen Zweithund darfst Du gerne spielen. Wichtig ist, dass ihr dem Hund Zeit lässt anzukommen und sich zu entwickeln. Ob er einen Zweithund dann noch toll findet? Das muss man einfach sehen.

    Was den Zweithund betrifft, so liegen doch zwischen Eueren Wünschen kräftemässig zwischen den Hunden Welten. Ob das so sinnvoll ist?

    Legt Euch mal nicht auf eine bestimmte Rasse und Größe fest. Lasst einfach alles auf Euch zukommen. Die Zeit und hoffentlich Euere Vernunft wird entscheiden.