Beiträge von Grinsekatze1

    Gewerbsmäßig und gewerblich meint für das Finanzamt zumindest das Eine: ein Gewerbe.

    Also Gewerbe anmelden mit allem Pipapo.

    Übersteigen dann die Einnahmen aus deiner Zucht bestimmte Sätze, wird es interessant wegen Umsatzsteuer, Gewerbesteuer, Hebesteuer etc.

    Warum viele kleine Hundezüchter Gewerbe anmelden? Einfach deshalb, weil in dem Moment die Hundesteuer wegfällt.

    Das setzt jedoch voraus, dass tatsächlich regelmässig gezüchtet wird und alle Einnahme (unter Angaben aller Ausgaben) auch dem Finanzamt gemeldet werden.

    Vor etlichen Jahren gab es von vielen Gemeinden eine Hundesteuerermäßigung für Hundezüchter (unter Vorlage einer Verbandszugehörigkeit - die sogenannte Zwingersteuerpauschale). Diese ist in den letzten Jahrzehnten von vielen Gemeinden abgeschafft worden und stellte gerade für die kleinen Hundezüchter ein riesiger Kostenfaktor dar. Viele wirklich gute Zuchten hätten vor dem AUS gestanden, wenn da nicht die Möglichkeit der Anerkennung des Finanzamtes als "gewerbliche" Zucht möglich gewesen wäre. Rechtlich gesehen wird zudem noch von gewerbsmässiger und gewerblicher Zucht unterschieden.

    Na ja, die Masse an vorhandenen Hunden sagt doch noch lange nichts über die Zuchtqualität oder die Anzahl der Würfe.

    Klar, wenn ein Züchter immer wieder liebgewonnene ausgediente Hunde (aus welchen Gründen auch immer) behält, dann werden es zwangsläufig auch mehr Hunde. Ist deshalb seine Zucht schlecht? Oder resultiert daraus ein schlechter Züchter? Manche Zuchten sind eben irgendwann überaltert!

    Wenn der Züchter mit wenigen Hunden (und wenigen Würfen) als besonders seriös gilt, dann kann ein solcher Züchter es sich nicht leisten, zuchtuntaugliche Hunde zu behalten.

    Warum soll das eine das andere ausschließen?

    Ich kenne etliche Kleinzuchten die geben ihre Hunde nach der Zuchtzeit nicht ab. Da haben die "ausgedienten Zuchthunde" ein Recht im Rudel und im gewohnten Umfeld zu verbleiben.

    Zuchtuntaugliche Hunde, das sind in der Regel Hunde die der Züchter mit ca. 7-9 Monaten noch abgeben wird; wenn aus seinem Kundenkreis entsprechende Interessenten kommen.

    Auch für Hunde mit Geburtsproblemen können sich Käufer finden und da geben Züchter gerne an vertraute, bekannte ehemalige Welpen-Käufer unter Umständen ab. Nicht alle können das! Dann setzen sie in der Zucht für einige Zeit aus!

    War halt früher alles.... besser?

    Nein, das war es sicherlich nicht. Oftmals wurden die angeblichen "Schwächlingen" die besten aus dem Wurf. Ohne Papiere jedoch wertlos für die Weiterzucht.

    Und auch heute müssen die Schwachen nicht die Schlechtesten sein. In einem großen Wurf bleibt immer einer deutlich unter der Gewichtsgrenze. So lange so ein Welpe eine Kämpfernatur ist und tatsächlich leben will - so lange hat der Mensch nicht das Recht Leben zu vernichten.

    Gibt man solchen Welpen eine Starthilfe werden die genau so kräftig und stark wie ihre Wurfgeschwister. Nur - es macht für den Züchter eben Arbeit und die will nicht jeder leisten!