Beiträge von Lucy_Lou

    Ich bezeichne mich auch als Wattebauschwerfer. Das mag daran liegen: Ich gehe davon aus, der Hund hat einen sehr guten Grund so zu handeln, wie er es tut. Er tut das nicht, um mich zu ärgern, weil er sich so gerne daneben benimmt, was auch immer, sondern weil er es gerade als den besten Weg ansieht, aus welchem Grund auch immer. Sonst täte er es nicht. Also versuche ich, ihm "meinen" Weg lohnenswerter zu vermitteln. Ich bin dabei absolut ein Kopfmensch. Ich "strafe" vor allem deshalb nicht, weil mir der Sinn fehlt, nicht wegen des Mitleids oder so. Ich habe bei "Dominanztheorien" immer ein wenig das Gefühl, eigentlich ist es das Wesen des Menschen, nicht das des Hundes. Der Mensch glaubt an ein System, lebt in einem System, mag mal Frust ablassen... Dass beide in Gemeinschaften leben und damit Klarheit, Aufgabenteilung, Zuständigkeiten geklärt haben mögen, mag Hund und Mensch vereinen... Dennoch denke ich, eigentlich ist es der Mensch, der viel in den Hund hinein interpretiert, wie man dies und jenes durchsetzen muss, einfach weil es der Erlebniswelt des Menschen entspricht und sich beim Hund umsetzen lässt.

    Aber ich denke nicht, dass ein Hund nur ein "Automat" ist, füg das Leckerlie hinzu, lass das Erfolgserlebnis weg... natürlich lernt ein Hund so, aber ich glaube fest daran, dass es auch einem Hund um "Beziehung" geht, um Vertrauen, um Glauben daran, dass jemand wirklich in der Lage ist, sich zu kümmern. Was macht einen guten "Chef" aus? Ich glaube tatsächlich, auch Hunde haben da ein Bedürfnis nach, als "Rudeltier". Berechenbarkeit, Souveränität, auch Durchsetzungsfähigkeit, zu wissen, was jemand im Sinne des Rudels in der Lage ist zu leisten. Also nicht nur, Leckerlie und Clicker und Lob, sondern aktives kümmern.


    Und worüber ich selbst gerade grübel: Ich glaube, Lucy schätzt es, viel selbst entscheiden zu dürfen. Sie akzeptiert den groben Rahmen, aber sie agiert sehr frei darin. Sie sucht auch mit endloser Geduld nach eigenen Lösungen. Sie macht ihr Ding, und lebt mit dem groben ja-nein von mir. Eigentlich schon die Richtung: was lohnt gerade mehr. Und was ist überhaupt machbar. Mag ich...
    Grisu passt für mich nicht in diesen Rahmen, gar nicht. Bei ihm habe ich tatsächlich das Gefühl, er tut was auch immer fürs Große Ganze. "Fürs Rudel", für ein Lächeln auf meinem Gesicht, ja klingt blöd, finde ich selber... Auf "ich weiß was ich tu" von mir reagiert er fröhlich, selbstbewusst, an mir orientiert. Er nimmt beim besten Willen kein Spiel/Futter, wenn er denkt, da sollte sich gerade jemand kümmern. Ein selbstbewusstes Frauchen nimmt er aber freudig an. Wobei ich damit irgendwie schwer klar komme :???: . Ich mag gar nicht so die Entscheider- und Führ-Figur sein... Und mag es sehr viel lieber, wenn der Hund selbst agiert und ich gegebenenfalls mal ein Stopp, so nicht! einwerfe

    Wir fahren nächstes Jahr nach Schottland in Urlaub (zumindest geplant). Wir werden wahrscheinlich von Amsterdam nach Newcastle mit der Fähre fahren. Legt am späten Nachmittag ab und am nächsten Morgen kommst du nur eine Autostunde von der schottischen Grenze an :smile: . Hunde können im Fahrzeug bleiben (dürfen nicht in die Kabine), dürfen aber besucht und Gassi-geführt werden. Von Hull aus wäre es uns zu zeitaufwändig und der Sprit kostet ja auch... Aber wenn man Zeit hat und vielleicht noch was England mit nimmt?!

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    Nun jedoch noch ne Frage. Wir gingen am Bach entlang laufen und er verliess ein- / zweimal den Weg. Ich hab ihm dann gepfiffen mit hier und wenn er nicht reagiert hat nen Tritt auf die Leine gegeben und das war eine Reaktion aber es funktionierte. Kann / soll ich das weiter so handhaben?


    Du willst doch, dass er nicht den Weg verlässt und nicht, dass er den Weg verlässt und dann auf Pfiff zu dir kommt, um sich ein Leckerlie abzuholen, oder? Ich würde also im Ansatz das Weg verlassen mit "Nein" (was auch immer, halt ein Abbruchkommando) unterbinden und ihn sicherlich nicht abrufen und dann fürs wieder auf dem Weg laufen belohnen. Belohnen würde ich, wenn er kurz zögert an interessanten Stellen, wenn er drüber nachdenkt, den Weg zu verlassen. Ich würde auch nicht (falls du nicht belohnst), warten, bis er runter ist vom Weg und ihn über die Schlepp stoppen, sondern unbedingt über die Stimme, halt ein klares ja-nein System (und Lob!!!, wenn es klappt), im Ansatz. Das wichtigste ist, so zu agieren, als wäre da keine Schlepp (eben um wirklich auf den Freilauf hin zu arbeiten) und damit sollte auch ein stoppen nur im Notfall erfolgen. Abruf ist für mich etwas völlig anderes, als dem Hund mitzuteilen, das Verhalten will ich jetzt nicht. Der Hund sollte die Chance haben zu verstehen, worum es eigentlich geht.

    Das mit der Krankheit und Kaninchen kann gut sein. Ich wunder mich immer wieder, wie viele Kaninchen es in Köln gibt und hier in Oberberg ungefähr gar keins... (oder sieht man sie nur nicht?!). Dafür viele Rehe und keine "Parks", "Freilaufzonen" oder etwas in der Art, wo man relativ sicher sein kann, nicht auf Wild zu treffen. Zumindest Rehe sehen wir fast täglich, häufig nur wenige Meter entfernt. Ich vermute, die Tiere passen sich an, irgendwie. Hasen und Eichhörnchen sind hier extrem scheu, Kaninchen sieht man nicht. In Köln sind Eichhörnchen und Kaninchen so "dreist" :???: . Dafür sind keine Rehe oder Wildschweine zu sehen. Hier bei uns im Oberbergischen sieht man auch immer wieder Füchse :smile: . In Köln laufe ich nur wegen der Hundekontakte...

    Leinenpflicht ist hier bei uns im Oberbergischen nicht, aber viele Förster/Jäger in den Wäldern, die nett grüßen, wenn sie die Hunde auf den Wegen antreffen und ein paar Takte erzählen, wenn die Hunde über Wiesen und durch den Wald rennen... Für einen Windhund würde ich den Freilauf hier bei uns nicht empfehlen und wüsste auch keine Alternative.

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    Aber die Vorstellung dass der Hund mit Schlepp hintendran drei Mal um die HH läuft, sich selber im Kreise drehend, um dann im Vollgallop durchzustarten, wohin auch immer, ist mir irgendwie gruselig.

    Der Hund soll das alles ja nicht. Und wenn der Hund 3mal um mich rum stürmt, habe ich mehr als genug Zeit, selbst beim langsamsten Reaktionsvermögen, ihn irgendwo da zu stoppen. Das Ziel ist ja, der Hund nimmt mich ernst und er lernt, er kommt nur zum Ziel, wenn er sich an mir orientiert. Jetzt mal böse ausgedrückt: wenn man das an der Schlepp nicht hinbekommt, wie soll das dann jemals im Freilauf funktionieren :???:

    Sorry, beteilige mich ja sonst nicht so hier :ops: , aber ich bin grad so Stolz auf den Kurzen :D . Im Moment läuft tatsächlich alles rund, möchte einfach mal Freude kund tun :smile:


    An der Nordsee über Christi Himmelfahrt war er die Souveränität in Person, in der Stadt, beim Drachen-Festival, unter lauter fremden Hunden...

    Gestern: Grisu ein Stück vorneweg, schon um die Ecke im Wald, fast außer Sicht, höre einen Hund explodieren, Grisu kommt freudig zu mir gestürmt!! Ein Münsterländer an der Leine, der vor Grisu das wüten anfängt und Grisu kommt zu mir, fröhlich, aus eigenem Antrieb!!

    Heute longiert, was Neues probiert, Grisu macht etwas, was ich nicht wollte. Es ist immer ein Problem, ihn zu korrigieren, da er schnell passiv wird (oh Gott, Frauchen passt es nicht; dabei bin ich ja überhaupt nicht sauer oder ungeduldig, ich will dann nur was anderes), heute kurzes zurück nehmen, die Rute ging wieder hoch, er kam drauf, was ich wollte und alles war gut!!!!

    Und das beste: wir nehmen diese Woche einen seiner Erzfeinde mit zum spazieren Mittags, wobei dieser mittlerweile 13 Jahre alt ist und sich nicht mehr kloppen will mit Grisu (was in der Vergangenheit anders war...). Nach einigen deutlichen Ansagen meinerseits am Anfang ignoriert Grisu ihn nun und ich kann (relativ :roll: ) entspannt mit allen Dreien gehen :D


    So, wollte ich nur mal loswerden

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    Die einzige Möglichkeit, die ich sehe, wäre die Schleppleine. Da kann ich in dem Moment einwirken, wo sie losstürmen wollen.
    Finde ich aber bei Hundebegegnungen auch nicht ganz unproblematisch. (Verletzungsgefahr für Hunde und Menschen)


    Wo ist denn da die Verletzungsgefahr :???: . Grisu ist mit so um die 5 - 9 Monate (oder so, weiß nicht mehr) auch zu jedem Hund hin gestürmt, yipieh, spielen!!! Egal, ob der andere Hund Bock drauf hatte :ops: . Die Schleppleine hat bei uns gewirkt. Es gab kein durchstarten mehr, also auch kein Erfolgserlebnis. Fürs zu mir orientieren (fragen), aber durchaus eine Freigabe zum Kontakt, die auch ohne Schleppleine. Also zum spielen habe ich ihn dann abgeleint. Die "durch Gehorsam zur Wunscherfüllung" - Taktik :D . Wobei ich dazu sagen muss, ich hatte guten Grund, den anderen Hund nicht seinerseits zu uns stürmen zu lassen, dem hätte Lucy ein paar Takte erzählt (bzw., sie beherrscht das auch auf Distanz ganz gut... ist faszinierend, sie pöbelt nicht, es ist eigentlich nur Körpersprache, aber kaum ein Hund kommt bei uns an. War jetzt über Christi Himmelfahrt an der Nordsee wieder sehr interessant zu beobachten).
    Wenn man selbst wirklich sicher ist (kein: ach die Hunde haben doch eigentlich Spaß und meist geht es gut, wozu ernsthaft einschränken...), oder eben eine Lucy hat :hust: , klappt es durchaus, Hundebegegnungen zu "organisieren" und damit auch mit der Schleppleine :smile: . Ich würde allerdings an deiner Stelle auch einzeln mit den Hunden üben. Man kann ja gezielt Gegenden suchen, zum gemeinsam gehen, wenn nötig, und zum üben, wenn möglich.

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    Naeli und ich kamen um ne Ecke, Naeli nen Meter vor mir, von der anderen Seite uns entgegen kam ungesehen von uns auch eine Dame mit Hündin. Aber meine hat gleich gezögert, sich seitlich gezeigt, also ja quasi "von mir kommt keine Gefahr" hat aber geknurrt. Nicht wirklich böse geknurrt sondern eher so HILFE GEH WEG-mäßig. Hat dann auch sofort aufgehört damit und ist nen Bogen um die Fremde herum gelaufen. Die andere Hündin hat noch am Boden geschnüffelt und Naeli war dann doch neugierig und hat mit bissi Abstand in Ihre richtung geschnüffelt.


    Mal eine etwas andere Interpretation (ohne es gesehen zu haben, schwierig einzuschätzen): das seitlich stellen ist eher eine Art Begrenzung (Grenze setzen, sich präsentieren), "T-Stellung". Wie war denn ihre Rutenstellung dabei? Es liest sich für mich wie ein deutliches auf Abstand halten. Erst den anderen Hund auf Abstand bremsen/blocken, unterstützt durch knurren, um die Ernsthaftigkeit zu unterstreichen, dann im selbst gewählten Abstand vorbei gehen.

    edit: Lucy kann das auch gut und ich schwanke selbst, wie viel Unsicherheit dabei ist :???: