Beiträge von Lucy_Lou

    Ich würde auf dem Hof/Garten anfangen. Mit dem Hund Spiele machen, die Zusammenarbeit fordern (z.B. Zielobjektsuche, Longieren, kleine Tricks, Garten-Agility, sonstige Nasenspiele oder Denkspiele). Ziel ist, dein Hund findet die Zusammenarbeit mit dir interessant und achtet auf dich. Nächster Schritt wäre dann, mehr und mehr Grundgehorsam einzubauen sowie Übungen zur Impulskontrolle, Aufmerksamkeitssignale, Leinenführigkeit. Alleine Schritte 1 und 2 würden allerdings schon einige Zeit (Monate) in Anspruch nehmen, wenn bislang sehr wenig mit dem Hund gemacht wurde. Dann würde das Ganze langsam auf eine ruhige (!!!) Umgebung außerhalb des Grundstücks verlagert werden. Und dann käme es drauf an, wo der Hund letztlich noch Probleme zeigt.

    Wo zeigt der Hund denn im Moment Probleme? Wird nie mit ihm spazieren gegangen?

    Nicht ganz unwichtig fände ich auch die Frage, was passiert, wenn du Zuhause ausziehst?

    Wäre es nicht sehr viel einfacher, wenn der Hund lernt, mir und meiner Einschätzung zu vertrauen oder dass das Gruselige gar nicht so gruselig ist, statt dass man ständig die Umgebung scannen muss oder massiv auf den Hund einwirkt, so dass er sich schlicht nicht mehr traut, seine Ängste zu äußern?

    Speziell dies hier würde mir sehr zu denken geben, wenn mein Hund da so reagieren würde.

    Zitat


    mit den leuten zu sprechen, davon kann ich persönlich nur abraten. meine bellt dann richtig, weil sie nicht fassen kann, dass ich mit diesen bedrohlichen wesen auch noch spreche.

    Heißt dies nicht, dein Hund vertraut deiner Einschätzung kein Stück? Aber so unterschiedlich sind wohl die Erfahrungen und die Erziehungsmethoden :???:

    Ich würde die betreffende Person, wenn irgend möglich, in ein freundliches Gespräch verwickeln und erst weiter gehen, wenn der Hund sich entspannt hat. So geht er mit einem positiven Gefühl aus der Situation, statt mit riesem Stress, den er fest abspeichert und dann auch auf ähnliche Situationen überträgt.

    Erst mal muss der Hund lernen, deinem Urteil zu vertrauen, erst dann kannst du ihm wirklich mitteilen, dass er keine Angst haben braucht. Aber das geht nur so lange gut, wie der Hund sich dann tatsächlich auch in dieser Situation wohl fühlt. Mal ein Beispiel: Lucy sind Krabbelkinder nicht ganz geheuer. Sie wird nicht aggressiv, versucht aber auszuweichen. Sie weiß, wenn sie zu mir kommt, halte ich ihr das Krabbelkind vom Leib. Wie soll ich ihr erklären, hey, das ist auch nur ein Kind, die findest du doch sonst toll?! Klar, ich könnte das Krabbelkind mit Leberwurst einschmieren :hust: . Aber das wäre ja dann auch nicht mehr Thema Sicherheit vermitteln, sondern ein ganz anderer Weg :???:
    Ich hatte da vor einigen Wochen ein krasses Beispiel an der Talsperre bei uns. Älteres Paar mit Kleinhund liegt am Wassser, ein Kind kommt vorbei, will den Hund streicheln. Der Hund weicht aus. Der Besitzer meint, der Hund hat Angst, sagt zum Hund, stell dich nicht so an und hält den sich windenden Hund fest, so dass das Kind ihn streicheln kann :schockiert:

    Nein, ich denke, wenn der Hund oft die Erfahrung gemacht hat, du kannst Situationen gut einschätzen (z.B. indem du die Situation untersuchst, deinem Hund sagst, dass alles in Ordnung ist und deinem Hund tatsächlich nichts passiert oder wie staffy schrieb, ihn nicht Gefahren blind aussetzt, berechenbar bist...), wird der Hund sich immer mehr deinem Urteil anvertrauen. Und dann kommst du auch an den Punkt, deinem Hund einfach sagen zu können "alles in Ordnung" und dein Hund entspannt.

    edit: ja, auch Punkte, wie agil schrieb: wenn der Hund Angst hat, über bestimmte Untergründe zu laufen, kann man sich da mit dem Hund gemeinsam annähern, es langsam zusammen meistern (da hatte ich mit Lucy auch mehr als genug zu tun mit :roll: ). Auch das gehört sicher dazu, dass der Hund lernt, Einschätzungen des Menschen zu vertrauen

    Welche Situationen meinst du denn?

    Zitat


    Inzwischen kommt meine Hündin bspw. einfach an meine Seite wenn ein Hund oder ein Mensch erscheint die ihr unheimlich sind. Dann muss ich aber auch handeln, sonst tendiert sie dazu die Sache selbst in die Pfote zu nehmen und den "Angreifer" zu verbellen... :roll:

    Das ist der Punkt. Wenn mein Hund Angst hat, versuche ich mich zu kümmern. Tu ich das überzeugend, vertraut mein Hund mir immer mehr in ähnlichen Situationen, bis er letztlich nicht mehr zu "überreaktionen" neigt, sondern mir einen schnellen Blick zuwirft oder hinter mir in Deckung geht, wenn ihn was ängstigt. Wichtig ist, den Hund in solchen Situationen nicht allein zu lassen (nach dem Motto "da muss er durch, bloß nicht betüddeln") und nicht zu schimpfen, wenn er z.B. aus Angst bellt oder knurrt. Konkret was dazu zu sagen, hm, kommt ja drauf an, wovor der Hund Angst hat. Ich versuche es so: mein Hund reagiert ängstlich, dann teile ich ihm mit, ich habe seine Reaktion bemerkt und schaue, was es sein könnte. Ich nähere mich der "Gefahr" (z.B. große Eisbär-Statue, heranstürmende Kuh, raschelnder Luftballon, Pilzesammler im Gebüsch oder seltsames Geräusch, wären jetzt mal ein paar Beispiele bei meinen Hunden), dann untersuche ich es und teile meinen Hunden meine Einschätzung mit. Sie erleben, oh, es passiert tatsächlich nichts :smile: . So musste ich in solchen Situationen immer weniger Brimborium machen, sondern es reicht nun fast immer eine kurze mündliche Mitteilung an meine Hunde, dass alles in Ordnung ist.
    Wenn ich mich selbst schwer tu damit, z.B. bei großen heranstürmenden Hunden, neigen meine Hunde dann auch dazu, es selbst in die Hand zu nehmen. Da vertrauen sie nicht darauf, dass ich es in jedem Fall lösen kann. Wie anfangs schon geschrieben: dies ist der Punkt.

    Ich habe einen Springer und da reißt ein Hund einen nicht so leicht um.

    Ich halte es so beim Radfahren: an der Straße fahre ich nur mit beiden in sehr ruhiger Umgebung. Kommt ein Auto, halte ich an. Ein Hund ist dabei am Springer, einer an der Leine in der Hand. Auf Feld- und Waldwegen halte ich meine Hündin dann an der Leine (nicht am Springer), wenn extrem viel los ist. Lucy ist mit anderen Hunden auch nicht die verträglichste... Sonst sind beide frei. Am Springer deshalb nicht, weil sie im Zweifelsfall dann keine Möglichkeit hätte, dem anderen Hund auszuweichen und die Kommunikation insgesamt auch eingeschränkt ist.
    Mein Rüde zieht am Springer. Mich stört das das nicht, ich wohne hier sehr hügelig, so ist es willkommen :p . Meine Hündin lässt sich eher ziehen.... Nun, ich versuche deshalb Straßen zu meiden und beide laufen frei oder eben Lucy an der Leine.
    Wenn uns ein Hund entgegen kommt, lasse ich Lucy auf der vom anderen Hund abgewandten Seite laufen (Seitenwechsel auf Kommando hinter dem Fahrrad) und fahre zügig weiter. Grisu darf bei freilaufenden Hunden kurz schnüffeln, wenn er mag, er muss halt zusehen, dass er den Anschluss hält...

    1.In welchen Hundealter sind bei Euch die Hunde eingezogen?

    Lucy: 7 Wochen

    Grisu: 8 Wochen

    2.Sind Eure Hunde im Freigang abrufbar?

    Lucy: Ja, eigentlich von Welpe an. Das liegt daran, dass sie andere Hunde nie wirklich interessant fand, recht sensibel ist und wir auch Jagdtrieb und Begrüßung fremder Menschen recht schnell im Griff hatten. Sie hatte auch nie eine Rüpelphase (Pubertät mit "Austesten") und findet das meiste in der Umwelt um sie herum schlicht uninteressant.

    Grisu: da hatte ich zu kämpfen. Sehr interessiert an seiner Umwelt, sehr gewillt, alles zu erkunden und als Junghund auch wild auf jeden fremden Hund... Mit 11 Monaten war der Herr an der Schleppleine... Heute ist er gut abrufbar, wir haben es Gott sei Dank ausgestanden :smile:. Ich denke, ab etwa 1,5 Jahren konnte man bei ihm von halbwegs zuverlässig reden. Jetzt ist er knapp 2,5 Jahre alt und wirklich verlässlich

    3.Welche Hunderasse habt ihr?

    Lucy: Berner Sennen - Colie - ? - Mix

    Grisu: Australian Shepherd

    4.Wie alt ist Euer Hund jetzt?

    Lucy: fast 4 Jahre

    Grisu: fast 2,5 Jahre

    An dem geringen Altersabstand sieht man auch, das Lucy sehr früh "fertig" war. Zu Grisu hätte ich in dem Alter noch keinen zweiten Hund dazu genommen... Lucy war bereits mit etwa 10 Monaten sehr reif und gehorsam. Was später noch kam, war vor allem mehr Selbstbewusstsein und zunehmende Unverträglichkeit mit fremden Hunden

    Ich bin nur gespannt ob es am Alter, Erziehung oder sogar an der Hunderasse liegt.

    Das mit dem Alter kann ich nicht beurteilen, ich hatte bisher jeden Hund von Welpe an. Erziehung spielt sicherlich rein. Aber so unterschiedlich habe ich Lucy und Grisu sicher nicht erzogen, da ist auch sehr viel Veranlagung bei ;)

    Die genannten Rassen sind ja sehr unterschiedlich...

    Zum Aussie: der Artikel ist gut: http://hundeschule-gaden.de/ dort auf "Aussie" clicken. Das Problem ist weniger die Auslastung. Ein Aussie hat eine niedrige Reizschwelle, einen großen Willen Aufgaben zu übernehmen und braucht einen Menschen, der ihn souverän führt, sonst übernimmt er selbst das Ruder. Nicht aus "Dominanz-Gründen", sondern weil er sich gerne kümmert und Entscheidungen trifft. Das kann vor allem schwierig werden, da Aussies in der Regel gut Wachtrieb haben, z.T. auch Schutztrieb. Aussies sind sehr sensibel und reagieren auf kleinste Zeichen ihres Menschen. Auch auf Unsicherheit, Gereiztheit... Und Aussies sind in der Regel reserviert Fremden gegenüber. Der Jagdtrieb ist dann gut in den Griff zu bekommen, wenn der Aussie entsprechend erzogen ist und gelernt hat, seinem Menschen gewisse Entscheidungen zu überlassen. Du musst auch auf das richtige Maß an Ruhe achten, damit der Aussie nicht überdreht.

    Dalmatiner kenne ich nicht näher. Aber hier: https://www.dogforum.de/ftopic91056.html hat Las Patitas sehr viel über das Wesen des Dalmatiners geschrieben

    Dackel sind ja schon für eine gewisse Eigenständigkeit und Jagdtrieb bekannt. Dürften deutlicher weniger Ambitionen haben, eng mit ihrem Menschen zusammen zu arbeiten, als z.B. der Aussie. Aber mit Dackeln kenne ich mich auch nicht näher aus...

    Shiba Inus sind sehr selbständig. Manche sagen, ein wenig wie Katzen. Wenn dein Shiba also starken Jagdtrieb hat, ist es schwer, ihn davon zu überzeugen, nicht zu jagen. Wenn dein Shiba Fremden gegenüber sehr reserviert ist, dann ist er das. Viel mit an- und abtrainieren dürfte bei einem typischen Shiba eher nicht sein...

    Was genau reizt dich denn an den von dir genannten Rassen? Ich finde sie extrem unterschiedlich vom Wesen her...
    Wenn du in der Stadt wohnst, studierst, würde ich nach einer Rasse schauen, die eine eher hohe Reizschwelle hat und wenig Wachtrieb. Letzteres könnte z.B. in einer Mietswohnung leicht mal zu Lärmbelästigung führen. Auch ist es unschön, wenn der Hund bei Dunkelheit bei jedem Passanten einen Aufstand macht. Zu Lärm in der Mietwohnung fällt mir ein: Aussies sind allgemein recht "mitteilsam" ;)
    Jagdtrieb ist für dich vielleicht weniger ein Kriterium? Hast du vor, mit deinem Hund zur Auslastung auf eine Hundewiese zu gehen? Da kann ich jetzt auch nur von Aussies sprechen: die sind als erwachsene Hunde oft nicht mehr an Spiel mit fremden Hunden interessiert. Zu ernsthaft, zu Besitzer-fixiert und bei fremden Hunden werden auch die Nachteile gesehen.
    Was möchtest du mit dem Hund denn machen? Irgendwas an Hundesport? Tricks üben, Nasenarbeit, apportieren, Radtouren...?

    Ich würde noch ein wenig überlegen, was ihr genau an Charaktereigenschaften wollt. Einen sehr selbständigen Hund oder lieber einen, der sich in allem stark am Besitzer orientiert? Wollt ihr "will to please"? Wollt ihr eher einen sensiblen Hund oder einen "harten"? Stört euch starker Jagdtrieb? Wollt ihr Wachtrieb? Wie soll das Verhalten Fremden gegenüber sein? Was außer Zugsport würdet ihre gerne machen? Hohe Reizschwelle oder niedrige? Gerade zwischen Hovawart und Husky liegen ja Welten...