Beiträge von Lucy_Lou

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    Z.B. wenn Wauzi gähnt, müde oder beschwichtigend??

    Wobei sich mir dann noch die Frage stellt: dient das dann wirklich dazu, den anderen zu besänftigen oder geht es mehr in Richtung "Stress-Geste", Unsicherheitsgeste (wie ein Mensch, der sich bei Verlegenheit am Kinn kratzt oder bei Unsicherheit das Gewicht auf nur ein Bein verlagert oder so).
    Grisu zeigt z.B. oft das Schnauze-lecken, z.B. wenn ihn was erschreckt, etwas unerwartetes auftaucht... Da habe ich den Eindruck, es ist eine Stress-Geste, ohne dass er irgendwem (dem Knall, dem runter fallenden Gegenstand, was auch immer) etwas mitteilen will. Wenn Grisu "beschwichtigen" will (den anderen positiv stimmen will), spielt er Welpe: tiefes wedeln, Ohren angelegt, Versuch die Mundwinkel des anderen zu lecken...

    Die Frage steht ja schon im Titel :smile: .

    Ich komm darauf, da ich mich generell eher schwer tu mit dem eingreifen. Mein Kopf scheint mir da häufig im Weg zu stehen, mir fällt es eher schwer, den richtigen Zeitpunkt zu finden, bzw. ab wann macht es Sinn? Bei meinen Hunden macht es letztlich aus unterschiedlichen Gründen Sinn, dass ich ihnen vermittel: ich kümmere mich, du brauchst das nicht.
    Aber bis zu welchem Punkt lässt man den Hund selbst machen? Mal ein Beispiel: eine Freundin von mir hat zwei größere, souveräne, verträgliche Hunde. Sie erzieht eher streng, beschützt ihre Hunde aber absolut und nimmt ihnen "Auseinandersetzungen" in jedem Fall ab. Nun gibt es eine recht zickige frei laufende Hofhündin in unserer Nähe. Bei meiner ersten Begegnung mit ihr, kam sie fixierend mit gesträubtem Nackenfell auf uns zu, wirkte aber nicht wirklich so, als wollte sie uns nieder machen. Also habe ich sie freundlich angesprochen und dabei erst Grisu, später Lucy hin gelassen. Mittlerweile freut sie sich uns zu sehen und kommt mit beiden meinen Hunden aus. Nun ging ich vor einiger Zeit mit meiner Freundin da lang, sie kannte die Hündin nicht. Diese näherte sich wieder fixierend mit aufgestelltem Fell. Meine Freundin stellte sich vor ihre Hunde und sagte "lass das" oder so ähnlich. Die Hündin verbellte daraufhin. Meine Freundin vertrieb sie und regte sich auf, wie man so etwas frei laufen lassen kann...
    Anderes Beispiel: ich war heute mit Grisu am Fahrrad unterwegs, im Wald ohne Leine. Hörte ein rufen hinter mir: "achtung, er kommt" (mal eine nette Alternative zu "der tut nix" :roll: ). Ein Bullterrier kam auf uns zu geschossen. Der wirkte aufgeregt verspielt, aber nicht aggressiv. Nun kann Grisu mit stürmischen etwa gleichgroßen Rüden nicht mehr so viel anfangen. Für ein abfangen war es etwas spät, ich hatte ja auch noch das Rad und der Hund war schon da. Erst wurde beschnuppert, alles in Ordnung. Dann sprang der Terrier um Grisu rum und schließlich halb auf ihn drauf mit den Pfoten auf seinen Rücken. Grisu gab eine kurze Ansage, war ok für mich. Ich bin mir fast sicher, der Terrier war innerlich ein Labrador, denn er fing sofort wieder an... Grisu wurde deutlicher, ich rief ihn zu mir und er hörte. Ich bin dann langsam weiter gefahren, Grisu frei neben mir. Der Terrier (Snoopy hieß er, wie man den Rufen des Besitzers entnehmen konnte), kam dann noch mal ran, Grisu drehte den Kopf, ignorierte ihn dann aber sofort wieder auf mein Na! hin.
    Eigentlich habe ich es so negativ nicht gesehen, da Grisu sehr ansprechbar war, aber dennoch hat er sich im Endeffekt ja wieder selbst kümmern müssen, oder?
    Ab wann greift ihr ein? Was lasst ihr selber regeln? Und wozu hat das geführt ;) ?

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    Ich verwende gezwungener Maßen den Namen. Bei zwei Hunde ist es sehr nützlich, denn sonst wird es etwas verwirrend, wenn ich nur von einem Hund etwas will.

    Ich habe festgestellt, ich scheine die Namen eher gezwungenermaßen zu verwenden und eigentlich nicht so dazu zu tendieren. Ich bin die letzten gut 2 Monate ja fast nur getrennt mit den Hunden gegangen und erst in letzter Zeit wieder ab und an gemeinsam. Das war eher verwirrend, weil sich bei einem "Warnlaut" dann beide umdrehten (bzw. oft einer wusste, was er falsch gemacht hatte und der andere schaute verwirrt :roll: ). Ich nutze nun auch wieder mehr die Namen, klappt besser


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    Hallo Lucy_Lou,

    in welchen Situationen benötigst du das und wie hast du das beigebracht?

    Ich habe letztes Frühjahr so einiges ausprobiert, um mehr "Führung" zu übernehmen aus Sicht meiner Hunde. Vieles war eher, hm... mal probiert aber gebracht hat es nicht so sehr viel... Das hinter mir gehen lassen hat dagegen durchschlagenden Erfolg gezeigt. Meine Hunde nehmen sich sofort zurück, orientieren sich an mir, entspannen in stressigen Situationen (geben Verantwortung ab) und sind auch deutlich verträglicher bei Fremdhund-Kontakt.
    Wie genau ich es aufgebaut habe, hm... Ohne Futter/Spielzeug (eigentlich ganz ohne Lob) und ohne Leine. Letzteres, damit ich nicht in Versuchung komme, darüber einzuwirken. Es war letztlich ein "blockieren", wobei die Intensität bei meinen Hunden unterschiedlich war. Bei Lucy durchaus ein deutliches vor sie drehen, bei Grisu war ein Arm ausstrecken ohne ihn anzusehen, schon fast zu viel. Wobei ein Arm ausstrecken alleine wohl kaum ein Hund versteht. Ich habe es in dem Moment gewollt und es ist irgendwie angekommen. Vielleicht eine Sache des Timings und der Körperspannung?! Ich habe damals sehr viel ausprobiert, wie reagieren meine Hunde auf kleine Zeichen von mir, auch Tempowechsel, kleine körperliche Signale. Wie kommt das an, was ich "aussende"? Wie versteht es der Hund?
    Dadurch dass Lucy nun eh länger "außer Gefecht" ist und Grisu ohne Lucy denkbar pflegeleicht, habe ich es leider wieder schleifen lassen... Ich denke, wenn man nicht wirklich die Führung übernimmt (fühlt, dass man es tut, sich sicher ist), helfen alle Hilfsmittel nicht wirklich weiter. Es funktioniert aber auch andersrum: man merkt, etwas hilft, und wird dadurch auch selbst sicherer.
    Also zu deiner Frage: ich nutze das hinter mir gehen in Situationen, in denen meine Hunde (in der Regel Grisu) gestresst sind, da zu viel auf sie einprasselt, als Signal "ich übernehme jetzt, entspann dich". Daneben nutze ich es bei Hundebegegnungen, wenn ich nicht sicher bin, wie es sich entwickelt und deutlich machen will (meinen Hunden gegenüber), dass sie sich an mir orientieren sollen und können/dürfen.

    edit: das verbale Kommando "zurück" nutze ich in der Regel nicht. Bei Grisu ein Handfläche nach hinten halten, darauf reagiert er auch auf Distanz sofort. Bei Lucy u.U. recht deutliche Körpersprache.

    "kinderlieb" als Eigenschaft ist immer so eine Sache. Es sind in erster Linie die Erfahrungen, die ein (junger) Hund mit Kindern macht, die ihn kinderlieb werden lassen oder eben nicht. Wichtig ist z.B. dass der Hund von den Kindern nicht als "Spielzeug" mißbraucht wird, dass er einen Rückzugsort hat, den die Kinder absolut respektieren, und dass die Kinder verstehen, dass der Hund nicht immer Lust zum spielen/schmusen hat, bloß weil sie es gerade möchten.
    Ansonsten fände ich wichtig, dass der Hund gerade bei kleineren Kindern nicht zu sensibel ist und auch eher nicht zu klein.
    Soll es denn ein Welpe werden? Ein Rassehund?
    Vorstellen könnte ich mir z.B. einen Beagle. Allerdings muss man dann mit deren Eigensinnigkeit und dem sehr starken Jagdtrieb leben können. Ausdauernd und lauffreudig sind sie bei entsprechender Haltung und in der Regel auch gutmütig und freundlich zu Kindern. Wenn ihr Terrier mögt, wäre vielleicht der Fox-Terrier was. Oder ein Zwerg-/Mittelschnauzer?! Wenn es doch was größer sein darf: Samojeden fänd ich sehr passend :). Auch Pudel sind intelligent, ausdauernd, verspielt, kontrollierbarer Jagdtrieb, in der Regel sehr umgänglich und menschenfreundlich.

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    [Aber wenn man mich drauf anspricht, dass es vielleicht für (Schäfer/große(immerhin hab ich keinen Schöferhund))Hunde anders aufgebaut werden muss mit dem Gehorsam bei Ablenkung wie zb Hunden, dann denke ich natürlich darüber nach und frage nach Erfahrungen :)

    Was wäre denn anders :???: ? Was ist denn die Alternative zu Impulskontrolle/orientier dich an mir? Ich versteh ehrlich gesagt auch nicht, was du meinst...

    Erwachsene Schäfer scheinen mir eher ernsthafte Hunde zu sein, die fremde Hunde bzw. den direkten Kontakt nicht nur positiv sehen. Z.B. Wert auf respektvolle Annäherung legen, im Zweifelsfall auch zurecht weisen und mit fremden stürmischen Hunden oder "Konkurrenten" oft wenig positives anfangen können. Außerdem spielt dann sicherlich eine Rolle, wie "sicher" der Halter wirkt, damit der Schäfer nicht denkt "oh, potentielle Gefahr, niemand sonst übernimmt, dann tu ich das mal...".
    Aber vor dem Hintergrund finde ich es nur umso wichtiger, dass der Halter dem Hund vermittelt, er übernimmt und entscheidet, wie und ob auf fremde Hunde reagiert wird.

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    ich habe da mal eine frage, woher nehmt ihr denn die zeit um am tag 3-5h mit dem hund draußen zu sein?
    ich meine die meisten arbeiten bis 16uhr und dann noch 3-5h raus mit dem hund, da bleibt für sich selber ja gar keine zeit mehr

    ich arbeite 20 Stunden die Woche, teils von Zuhause aus ;)

    Lucy schluckt alles auf Verdacht und hat auch kein Problem damit, meine halbe Hand mit zu erwischen :hust: . Bei Grisu habe ich dagegen manchmal den Verdacht, er denkt, ich wollte ihn vergiften. Er untersucht erst genau und frisst dann. Interessant bei ihm: hat er den Verdacht, man will ihn bestechen (tu das und nimm Futter) reagiert er meist mit einem "nö, so nicht!" Auch wenn er das Futter unter anderen Umständen genommen hätte.
    Und ja, Lucy war einfacher zu erziehen :p

    So in etwa sehe ich das auch:

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    Jeder Hund sollte wissen, wie er sich im Alltag zu benehmen hat, also niemanden belästigen, in meinem Sichtbereich bleiben und an lockerer Leine gehen z.B.

    ... nicht jagen, keinen Mist fressen, in der Stadt nichts anpinkeln, es mir überlassen, das "Rudel" zu schützen, in "schwierigen" Situationen Rücksprache mit mir halten...

    je mehr davon der Hund angenommen hat, umso weniger Kommandos braucht man. Und bestenfalls überhaupt keins mehr.

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    Rein aus Interesse: wie würde für dich denn der "ideale Umgang", nach dem du strebst, also ohne Kommandos, aussehen?

    Ich bin noch nicht so weit, aber ich würde gerne deshalb keine Kommandos mehr brauchen, weil die Hunde "von sich aus" in meinem Sinne agieren, ohne dass ich eingreifen muss. Oder eben Rücksprache mit mir halten.

    1) Welche Kommandos sind in euren Augen unabdingbar?

    ein Abbruchkommando, ein "bleib bei mir"-Kommando (im Zweifelsfall in Verbindung mit vorherigem "komm zu mir"). Im Alltag benutze ich vor allem "Na!" (Abbruch), "warte" und "zurück" (ordne dich hinter mir ein). Platz nutze ich dann, wenn ich mit beiden parallel trainiere oder in sonstigen Situationen als Wartekommando. Fuß oder Sitz kennen sie im Alltag nicht. Ein Abrufkommando auch nur bedingt.

    2) Welche Kommandos sind zwar wichtig, aber nicht so wichtig wie die unabdingbaren Kommandos?

    Hm, "rein" ins Auto oder so, sonst eigentlich nur, was wie so im Rahmen von Spielen/Übungen/Hundesport nutzen. Ah, ganz wichtig: "ok", heißt: du darfst jetzt (z.B. aus dem Kofferraum raus, aufstehen, das Futter nehmen...)

    3) Welche Kommandos sind in euren Augen völlig überflüssig und ihr könnt gar nicht nachvollziehen, warum so viele Hundehalter diese ihren Hunden bei bringen?

    Wüsst ich so nicht... Im Normalfall macht es ja für das jeweilige Mensch-Hund-Paar Sinn. Andere lösen die gleiche Situation halt anders...