Lucy hatte ja vor etwa 2 Monaten eine Kreuzband-OP, muss sich seitdem schonen. Die erste Woche war hart, danach nahm sie sich zurück, es klappte besser als gedacht. Sie schien mit sehr wenig an Auslastung auszukommen, schlief die meiste Zeit, bzw. gab sich mit Clickern, Kong und ZOS zufrieden.
Nun seit 2 Wochen fühlt sie sich wieder fit und dreht "etwas" am Rad... Ist draußen schwer zu bändigen, hat angefangen rumzupöbeln, ist allgemein leicht erregbar (was früher nie der Fall war), jagt unsere Katze... Und heute: sie pinkelt mitten auf das neue Hunde-Kissen :shock: . Nicht demonstrativ vor meiner Nase, aber auch ohne weiteren Anlass. Es lag da statt der Decke, die sonst da liegt und grad in der Wäsche ist, Grisu hat es ihr nicht streitig gemacht, nichts. Ich sah es aus den Augenwinkeln, war grad in der Küche am kochen... Sie markiert allgemein gern und viel, aber noch nie innerhalb Wohnungen, weder unserer noch fremder. Ich hab schon gemerkt, ich habe ihr in den letzen Wochen viel durchgehen lassen. Sie ist ja sehr eingeschränkt im Moment und wenn sie dann ankommt und spielen oder schmusen will, fällt es mir schwer, sie abzuweisen. Wobei ich das seit etwa einer Woche wieder stark eingeschränkt habe, sehr viel mehr darauf achte, was geht von mir aus, was von ihr. Ihr öfter mal einen Platz zugewiesen habe und auf Aufforderungen von ihr wenig eingegangen bin. Eben weil sie etwas überdrehte und viel gefordert hat und baff war, wenn sie mal nicht mit etwas durch kam.
Ich weiß ganz ehrlich nicht so recht, wie ich das nun einordnen soll. Oder was als nächstes kommt :/ , oder wie ich gegen steuern soll... Ich versuche an Kopfarbeit, was sich eben umsetzen lässt (wobei Lucy da nun auch wieder sehr zum hochfahren neigt, seit sie sich wieder fit fühlt), an körperlicher Auslastung geht nach wie vor wenig.
Beiträge von Lucy_Lou
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Ich habe es grad meinem Aussie vorgelesen, aber er meint, noch mehr im Schnee toben geht immer und fressen eh
. Schnee liebt er auch und selbst die Kälte macht ihm nichts. Im Gegensatz zu mir :bibber: -
Hallo,
dein Hund scheint kaum Frustrationstoleranz zu haben. Das kannst du im Kleinen fördern. Was man da machen kann, hängt sehr vom Hund ab und ab welchem Punkt er überdreht. Ein Ansatz ist z.B. ihm im Haus öfter mal einen Platz zuzuweisen oder ihn daran zu hindern, ein bestimmtes Zimmer zu betreten oder ihn mal nicht aufs Sofa zu lassen, wenn er es sonst darf oder ihn kurz auszusperren (in den Flur) oder ein Spielzeug auf den Boden zu legen und er darf nicht ran. Oder sein Futter zuzubereiten, es aber erst noch eine Weile stehen lassen, bevor er ran darf.
oder (eben je nach Hund):
Hundebegegnungen: der Hund darf nicht nach Lust und Laune auf jeden fremden Hund zustürmen, sondern muss vorher seinen Besitzer „fragen“, also auf eine Freigabe warten.
Leine ab: nach dem Ableinen darf der Hund nicht sofort losstürmen, sondern muss sich erst noch einen Moment auf seinen Besitzer konzentrieren, z.B. ein Schau-Kommando ausführen.
erfordert sehr viel Konzentration und Selbstbeherrschung: Man lässt den Hund sitzen und legt das Lieblings-Spielzeug oder Futter 10 Meter weiter auf den Boden. Zur Not wird der Hund dabei festgebunden. Nun läuft man mit dem angeleinten Hund auf das Objekt der Begierde zu. Wann immer die Leine dabei straff wird, dreht man kommentarlos um und geht zurück zum Ausgangspunkt. Nur wenn das Ziel mit lockerer Leine erreicht wird, darf der Hund es haben.
Futtersuchspiel: Man gibt ein Kommando, Sitz, Platz, Steh oder Warte, und sobald der Hund dieses ausgeführt hat, fliegt Futter. Der Hund muss bis zum Auflösungskommando sitzen/liegen/stehen bleiben, erst dann darf er auf Kommando suchen.
Ball-Spiel: Man wirft den Ball, der Hund muss aber ruhig liegen bleiben, bis er das Kommando zum loslaufen bekommt. Oder er muss erst noch ein anderes Kommando ausführen, bevor er los darf. Eine andere Variante: der Hund wird beim Hetzen des Balles abgerufen oder muss Platz machen.
man wirft den Ball oder legt ihn aus und kehrt zurück zum wartenden Hund. Dann holt man den Ball selbst, während der Hund weiter warten muss. Oder man spielt mit dem Ball, wirft ihn hoch und fängt ihn wieder, der Hund bleibt sitzen.
Reizangel-Training: man nimmt einen langen Stab, befestigt daran ein Seil und an dessen Ende das Lieblings-Spielzeug des Hundes. Nun bewegt man das Spielzeug schnell um den Hund herum, während dieser liegen bleiben muss. Erst auf Kommando darf er sich drauf stürzen. Eine andere Variante: man lässt den Hund hetzen, er muss sich beim Hetzen aber ins Platz rufen lassen.
Zitat- er zieht an der Leine. Wenn ich stehen bliebe, irritiere ich ihn, er umkreist mich dann und schnüffelt im Leinenradius.
Richtungswechsel versteht er auch nicht, er sieht einfach nicht den Zusammenhang damit und dem Ziehenwie soll der Hund das auch verstehen? Wenn man es lange genug macht, ok, vielleicht fällt irgendwann der Groschen. Aber ich bin mit diesen Methoden damals auch verzweifelt... Ich habe es so gemacht: Leine straff = ich gebe kein Stück nach (niemals (!) hat der Hund mit dem ziehen Erfolg) und ich sage ihm, was er stattdessen tun soll. Ich klopf an mein Bein, bzw. teile ihm anders mit, dass er sich an mir orientieren soll, neben mir bleiben soll. Der Hund braucht ja ein Feedback: das ist falsch, das aber ist erwünscht und führt zum Erfolg.
Ein Hund zieht ja in der Regel nicht, weil er stur ist oder austesten will. Er sieht einfach herzlich wenig Sinn darin, neben seinem Besitzer herzudackeln, wenn die Welt so aufregend ist und er alles erkunden will. Dazu kommt, dass das Grundtempo eines Hundes höher ist, als das eines Menschen. Der Hund trabt, wenn er sich ausdauernd und gleichmäßig vorwärts bewegen möchte, der Mensch dagegen geht. Ein Hund hat außerdem ein Ziel, einen Grund, sich vorwärts zu bewegen. Er geht nicht bummeln oder genießt die schöne Natur. Ein Hund erkundet, wacht, markiert, spielt, jagt... oder wartet auf Aufgaben.
Darf dein Hund frei laufen? Sonst würde ich es so lösen, dass ich entweder kurze Leine - lange Leine als Signal nehme oder Halsband - Geschirr. Am Geschirr/an der langen Leine darf er schnüffeln, sich mit was auch immer beschäftigen, deinen Weg kreuzen, an der kurzen Leine/Halsband nicht.
Und letztlich ist es dann deine Konsequenz, ob es klappt.Zitater ist seeehr ungeduldig. Sobald ich etwas von ihm will, oder ihm was beibringen möchte (da er immer um mich rumrennt, wollte ich ihm "rum" beibringen, also einmal mich umkreisen und dann sitz machen) aber er fängt nur an zu fiepen und bietet mir andere Sachen an.
Ich denke, das wichtigste ist, selbst die personifizierte Ruhe zu bleiben. Und möglichst nichts zu fordern und nicht so zu belohnen, dass der Hund noch mehr aufdreht. Ruhige Nasenarbeit, eventuell longieren, zufällig gezeigtes erwünschtes Verhalten mit dem Clicker belohnen. Und möglichst viel Routine und Ruhe in den Alltag bringen.
Zitater konzentriert sich überhaupt nicht mehr auf mich, wenn jemand anderes (Freund oder Schwiegerpapa in Spe) mitgeht.
Es wäre wichtig, dass die geforderten Dinge erst mal wirklich gut klappen, wenn niemand dabei ist. Und dann liegt es in erster Linie an dir, ob es auch klappt, wenn noch jemand mit geht. Oft ist man ja selbst auch abgelenkter oder auch verunsicherter (fühlt sich beobachtet, in der Kritik). Man muss sich anfangs absolut auf den Hund konzentrieren und durchaus auch selbst ausblenden, dass noch andere anwesend sind. In der Regel ist der Hund da Spiegelbild von einem selbst. Es liegt nicht wirklich an der Anwesenheit der anderen Menschen.
Zitater ist mein Schatten zuhause. Ist noch kein Problem, zumal er Nachts alleine schläft und ruhig ist. Könnte aber eventuell mal eines werden.
Wie oben geschrieben: öfter mal verhindern (Tür zu), dass er mit einen Raum betritt oder ihm seinen Platz zuweisen. Wenn es sonst keine Probleme bei euch gäbe, was soll's. Aber so kann man es gut nutzen, um ihm auch darüber Frustrationstoleranz beizubringen.
ZitatEr jault immer, wenn er was möchte. Eigentlich sollte man ihn dann ja ignorieren, aber er tut es vor allem, wenn er raus muss. Daher vielleicht doch lieber beibehalten
Würde ich nach Situation entscheiden. Erst mal passt es ins Bild: dein Hund kann sich schwer zurück nehmen. Wenn du denkst, er muss wirklich, lass ihn raus, sonst ignorier ihn.
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Macht er das bei allen Hunden, unabhängig von deren Größe oder Auftreten? Auch bei Hündinnen? Was passiert, wenn der andere Hund im Freilauf kontra gibt? Trefft ihr in der Regel viele Hunde auf Spaziergängen?
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Ich wollte weder schlecht machen, noch zerpflücken. Es waren ja auch Punkte bei, die mich ins grübeln brachten, bzw. angesprochen haben. Und die gesamte Methode "Canis" will ich mit Sicherheit auch nicht schlecht machen. Dass man nicht alles auf 1,5 Stunden Laufzeit bannen kann, auch gut. Aber nur um einen Einblick in die Trainings-Metoden zu geben, um danach entscheiden zu können, ob man den Trainer kontaktiert und mit den Methoden leben kann, eine DVD heraus bringen?!
Ich persönlich hatte mir halt deutlich mehr von der DVD versprochen (bin da mit sehr positiven Erwartungen rangegangen) und was ich geschrieben hab, war eben das, was mir beim ansehen durch den Kopf ging. Was ich mir beim ansehen auch dachte: Es gibt sicherlich etliche, die sagen, na endlich spricht es mal jemand aus, genau meine Meinung… aber die hatten die Meinung halt vorher schon.
Eine DVD, die wirklich überzeugt und viele Denkanstöße gibt, ist es meiner Meinung nach nicht. Mich hat es eher ernüchtert... -
Ich achte auch darauf, dass Grisu möglichst nur im Trab bleibt. Kurze Sprints gibt es nur ohne Leine und nicht auf Asphalt.
Bei ihm ist es aber so, dass er die ersten etwa 2 km gerne mal von sich aus galoppiert, auch bei langsamerem Tempo. Übermut/Freude am rennen tippe ich. Irgendwann fällt er dann in einen gleichmäßigen Trab, den er auch bei erstaunlich hohem Tempo noch beibehält.
Lucy galoppiert nicht... Außer sie ist sich sicher, sie sieht mich sonst nie wieder. Ansonsten trabt sie hinterher und geht davon aus, dass sie irgendwann schon wieder aufschließt... -
Auf den Wegen ist kein Leinenzwang, nur außerhalb der Wege. Bleibt dein Hund zuverlässig auf dem Weg, sollte es kein Problem sein, ihn frei laufen zu lassen. Das Oberbergische hätte auch ein paar nette Ecken zu bieten

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Dann will ich auch mal. Ich habe es übrigens ganz ähnlich empfunden, wie dragonwog
Was ich z.B. sehr vermisst habe auf der DVD ist der Aspekt „Kommunikation mit dem Hund“. M. Grewe spricht von Persönlichkeit, es werden aber vor allem negative Konsequenzen bei „Ungehorsam“ in den Mittelpunkt gestellt. Man lässt den Hund Fehler machen, die werden „bestraft“, daraufhin lässt er das Verhalten. Der Hund tut das aber erst mal, weil er sonst z.B. in der Tür eingequetscht wird oder ein Ruck zu spüren ist, nicht weil sein Mensch ihm direkt etwas mitteilt. Ändert er dann wegen meiner Persönlichkeit sein Verhalten oder wegen der unangenehmen Konsequenzen? Mir ist da auch der Satz etwas aufgestoßen beim Leinezieh-Problem „der Hund kommt selbst auf die Lösung“. Das was Anne Krüger so als „Harmonilogie“ verkauft: dem Hund werden alle Alternativen verleidet, bis auf die gewünschte. Dass der Lernerfolg da sehr groß ist, glaub ich gerne. Der Hund lernt zum einen, er hat keine Wahl und dass selbst erarbeitetes besonders gut hängen bleibt, kann auch jeder bestätigen, der mal was mit dem Clicker gemacht. Mein Empfinden war: der Hund lernt aus der Situation, aus den Folgen (wie das Kind und die heiße Herdplatte), aber nicht, weil ich eine so tolle, souveräne Führungspersönlichkeit bin.
Wobei es im Endergebnis ja dann so ist, dass der Hund seinen Menschen ernst nimmt und sich an ihm orientiert. Vielleicht habe ich es auch einfach noch nicht wirklich begriffen?! Es war mir etwas einseitig auf „Hund bekommt klare Ansagen“ beschränkt. Das einzige was der Mensch lernen muss, ist sich durchzusetzen (und weniger zu betüddeln
). Wobei M. Grewe ja auch sagte, er passt seine Kommunikation nicht an den Hund an, der Hund soll sich an die Kommunikation des Menschen anpassen.Durch meine Hunde laufen kann ich übrigens auch nicht. Habe es ein paar mal versucht, aber nie durchgezogen. Da ist so eine innere Barriere in mir, ich finde es respektlos dem Hund gegenüber. Wenn ich ihn nicht da liegen haben will, schicke ich ihn weg und gut.
M. Grewe als Trainer fand ich eigentlich ganz gut. Er erklärt viel, agiert sehr ruhig, nie hektisch oder im Affekt.
Ich fand es auch gut, dass für die DVD ein rel. einfacher Hund gewählt wurde, so dass sich viele wieder erkennen und eigene Verhaltensweisen überdenken. Auch die Aussage, der Hund ist kein „Problem“, nicht schwierig, sondern unerzogen, fand ich wichtig. Es nimmt den Besitzer in die Pflicht, es macht deutlich, es liegt nicht am Hund oder den Umständen. Oder die Aussage, man sollte in der Lage sein, sich seinem Hund ohne Futter oder Spielzeug mitzuteilen und ihn zu führen, ja, stimmt wohl…Was mir wenig gefallen hat, war die Aussage, Futter könnte man zum Aufbau der Übung einsetzen, dann muss der Hund das aber nach Zeit X auch verstanden haben. Der Aufbau von Platz wurde ja dann gezeigt, wie es bei ihm (seiner Frau) in der Welpenstunde gemacht wird. Futter in der flachen Hand vor dem Hund auf den Boden. Finde ich genau so (un-)sinnig, wie das was ich mal in einer Welpenstunde mit Grisu machen sollte: Futter vor die Nase des Hundes halten, während man um ihn herum läuft, damit der Hund „bleib“ lernt. Wenn man Dinge so aufbaut, muss man sich meines Erachtens nicht wundern, wenn der Hund bestenfalls denkt, es handelt sich um eine nette Turnübung mit Futter, aber bei der ersten Ablenkung im realen Leben ohne Futter vor der Nase nicht auf Platz hört. Das Endergebnis ist dann so etwas, wie der Hund aus dem Hauptfilm. Sitz hat er anstandslos gemacht. Meine Vermutung ist, er hört oft Sitz im Alltag, hat eine klare Vorstellung, worum genau es geht, es ist generalisiert und er versteht es als Anweisung, nicht als „Spiel“. Ein wenig durchdachter aufgebaut, hätte das bei diesem Hund vermutlich mit Platz nicht schlechter funktioniert.
Relativ unumstritten dürfte ja die Grundthese sein, der Hund tut Dinge, die sich lohnen und lässt solche, die sich nicht lohnen, bzw. negative Konsequenzen haben. Das "lohnen" auf Futter/Spielzeug zu beschränken, finde ich etwas einseitig, dazu gehört auch Sicherheit, Berechenbarkeit, ihm wohlgesonnene „Rudelmitglieder“ etc. . Und als soziales Lebewesen hat der Hund sicherlich auch ein Gefühl für Kompetenzen, Hierarchie und ist in der Lage, zu kommunizieren. Was auf der DVD gezeigt wurde, war ja z.B. die Geradlinigkeit, dass Mensch weiß, was er tut, selbstbewusst sein Ding macht. Das kommt sicher beim Hund an. Aber vieles in der DVD wirft für mich die Frage auf, tut/lässt der Hund Dinge, weil ich als strahlende Führungspersönlichkeit vor ihm stehe oder tut/lässt er das, weil er Meideverhalten zeigt/die Konsequenzen fürchtet. Und kann man das überhaupt trennen? Kann man dem Hund z.B. durch Futter Sicherheit geben oder vermitteln, er soll nicht Nachbars Katze fressen? Was ist nötig, damit der Hund einen ernst nimmt? Und hat das überhaupt was mit „gute Führungspersönlichkeit sein“ zu tun?Zum Nachdenken hat mich auch M.Grewe Haltung gebracht, Konflikte mit dem Hund („Fehler“) zu schätzen zu wissen, denn diese bieten die Möglichkeit, dem Hund zu sagen, man meint es ernst. Ich bewunder die Haltung auch, direkt in den Konflikt zu gehen und dort dem Hund zu vermitteln, was erwartet wird, statt drumherum zu doktern, abzulenken… Gefühlsmäßig ziehe ich es vor, dem Hund eine reelle Chance zu geben, Fehler zu vermeiden, indem er vorher weiß, was eigentlich erwartet wird (oder z.B. auch über „Ampelsysteme“). Wobei man da ja dann schnell in ein rumdoktern an Symptomen, Vermeidungsstrategien, ablenken etc. rutscht. Und auch gerne mal mehr aus einer Situation macht, als da eigentlich ist.
Noch kurz was zu den Ausschnitten aus der Welpenstunde: da hatte ich so einige Male das Gefühl, das entspricht so überhaupt nicht dem, was M. Grewe da im Hintergrund erzählt. Nicht nur der Aufbau der Übungen (Leine laufen, in dem man dem Hund Futter vor die Nase hält?!), Welpen toben wild durcheinander, im Hintergrund klettern die Kinder auf Agility-Geräten rum, die Mütter können sich dann wohl aussuchen, wem sie Aufmerksamkeit schenken wollen?! Dann der Welpe, der auf der Wippe unsicher war: sollte der Besitzer nicht zeigen, vertrau mir, gemeinsam schaffen wir das? Stattdessen wird Futter auf die Wippe gelegt. Und am Ende zerren die Welpen ihre Menschen vom Platz… Gerade mit dem, was M.Grewe im Hintergrund erzählt hat, kam es mir manchmal ein wenig so vor, als würde eher demonstriert werden, wie man unter Mithilfe der Welpenstunde einen Hund erhält, der fröhlich macht, was er will und nur für Futter arbeitet. Ich bin sicher, in dem Extrem ist es nicht in deren Welpenstunde und es wurden ja auch nur Ausschnitte gezeigt. Es war nur ein wenig befremdlich anzuschauen für mich.
Wo ich auch eher einen etwas anderen Blickwinkel habe: der Hund im Film hat anfangs auf dem Spaziergang gemacht, was ihm Spaß gemacht hat, ist seinen Interessen nachgegangen. Nun sagt M. Grewe: das kann er auch gerne, nur muss er hören, wenn es drauf ankommt und sich an gewisse Regeln halten. Da sage ich auch überhaupt nichts gegen. Ich sehe daneben aber auch den Aspekt, dass man dem Hund zusätzlich auch zeigen kann/sollte: man kann gemeinsam Spaß haben! Mensch hat tolle Ideen, findet interessante Sachen, jagt mit Mäuse, macht Rennspiele mit dem Hund, erkundet mit ihm gemeinsam etc. Es kam so rüber, als wäre dies für M. Grewe ein schmaler Grat: schnell ist man dann bei „sich zum Affen machen“, „Hilfsmittel nutzen“ und folgedessen bei „der Hund nimmt mich nicht mehr ernst“.
Da kam ja der Einspieler, wo M. Grewe sich quietschend mit heititei über den Welpen beugte und dann fragte: was denkt der Hund gerade von mir (die Frage an sich fand ich übrigens klasse!). Na ja, der Welpe dachte sich meinem Empfinden nach: „du bist gerade das Interessanteste hier weit und breit, hast meine volle Aufmerksamkeit, was passiert jetzt Tolles?!“ Gibt für mich schlimmeres… Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass man sich dadurch vor den Augen des Hundes automatisch als Führungspersönlichkeit disqualifiziert. Zumindest, wenn man das in entspannten „Spielsituationen“ macht oder als Ersatz für Leckerlie in der Welpenstunde.Überhaupt habe ich nicht so recht verstanden, was M. Grewe mit „Persönlichkeit“ meint. Persönlichkeit = dem Hund vermitteln, ich weiß, was ich will, und du hast keine Wahl? Unter dem Stichpunkt „Erziehung“ hat er es auch angerissen: Der Mensch soll Nein sagen können und der Hund es ernst nehmen. Das ist der Kern? Da kam dann auch die Aussage, der Hund müsse die Kommunikation des Menschen lernen, während im Hintergrund das Bild vom „Leinenruck“ gezeigt wurde (ohne den jetzt dramatisieren zu wollen). Trotzdem fand ich das als Beispiel für „Kommunikation“ etwas befremdlich. M. Grewe würde vielleicht sagen: na, der Hund hat es doch verstanden…
Was meint er mit „demokratische Beziehung“? Dass Menschen irrigerweise davon ausgehen, der Hund würde seinen Beitrag schon leisten und einfach einsehen, dass gewisse Dinge halt nötig sind und alle zu ihrem Recht kommen sollten? So statt: Hunde sind nur auf ihr Wohl aus und „krönen“ sich selbst, wenn niemand ihnen einen Strich durch die Rechnung macht?
Auch vieles andere in dem „Interview“ nach dem Hauptfilm wurde mir eher etwas kurz angerissen. Z.B. die Aussage „Spielen ist Lernen, Grenzen werden aufgezeigt, Vertrauen gefestigt…“ Klar, würde ich so unterschreiben. Aber ein paar Erläuterungen dazu, wie er es meint oder vielleicht Beispiele hätte ich nett gefunden.
Dann die Aussage: „Hund und Mensch müssen sich verstehen lernen, die Kommunikation muss gelernt werden“. Das war genau der Aspekt, der mir in der gesamten DVD gefehlt hat. Und konkreter ist er an dieser Stelle auch nicht geworden. Oder die Aussage: „man sollte wissen, wie ein Hund tickt“ – ja wie denn? Der Aspekt, Hunde werden zu Prinzen, wenn man es nicht verhindert? Da wurde viel in den Raum geworfen, bei dem ich erst mal zustimmend nickend da saß, aber dann kam da nichts mehr. -
Ich kürze das Fell an den entsprechenden Stellen. Pragmatismus vor Schönheit

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Zitat
Nur mal als Zwischenfrage:
Was versprecht ihr euch von dem "hinter euch laufen" ?
Welchen Sinn hat das für euch und was soll der Hund daraus lernen ?Fragend, staffy
Ich habe verschiedenes ausprobiert, auch in dem Sinn, neue Wege zu gehen, unberechenbarer für den Hund zu werden, mehr zu führen, Bewegungseinschränkung zu nutzen, mehr Vorgaben zu machen. Und das hinter mir laufen lassen hatte eine deutliche Wirkung. Z.B. ist vor allem Grisu (teils auch Lucy) dazu übergegangen, in einigen hektischen, stressigen Situationen von selbst hinter mich zu gehen. Z.B. heute in der Innenstadt. Wo Grisu früher eher durch das Leinenende sich zurück nahm, immer versucht hat, möglichst alles mitzubekommen, aber eigentlich überfordert war, reiht er sich nun oft hinter mir ein und schaltet ab. Obwohl wir das in der Situation nie geübt haben und ich es in dem Moment nicht fordere. Oder wie "Terry" schrieb: ihr Hund nimmt sich bei Hundebegegnungen deutlich zurück, wenn er hinter ihr läuft, die Erfahrung habe ich auch gemacht. Oder vor ein paar Tagen: wir (Grisu und ich) waren Abends im Dunkeln im Wald spazieren. Grisu sehr angespannt (dunkel und irgendwas hört man immer...), in hab acht Stellung. Ich habe ihn dann schließlich hinter mich geschickt, auch um ihm den Stress zu nehmen. Vielleicht 2 Minuten später tauchte dicht vor uns eine Frau mit frei laufendem Hund auf, der sich wohl auch erschreckte und sofort los bellte, die Frau, nicht minder erschrocken, versuchte den Hund einzusammeln und zu beruhigen. Und von Grisu war nichts zu bemerken, der blieb ruhig hinter mir. Wäre er das zu dem Zeitpunkt nicht gewesen, hätte er mit Sicherheit völlig anders reagiert.
Vielleicht ist es nur eine Hilfe und wär ich wirklich so gut, wie ich es gerne wäre, hätte ich diese Hilfe nicht nötig
Ich merke nur, es klappt. Heute an der Talsperre mit Lucy: ein Berner Sennenhund an langer Leine strebte auf uns zu, aus Lucys Kehle kam ein brummeln. Mit kleiner Körperdrehung war sie hinter mir und sofort ruhig. Das heißt, ich nutze es, weil es funktioniert. Weil es bei meinen Hunden offensichtlich so ankommt, wie ich es meine (nimm dich zurück, ich übernehme jetzt). Für mich ist der Sinn also: es ist Kommunikation, die funktioniert (bei mir und meinen Hunden). Lernen sollen meine Hunde nichts weiter. Wobei sie ja auch merken, es klappt, ich regel das ruhig und ihnen fällt nicht der Himmel auf den Kopf oder so. Es gibt mir mehr Sicherheit und den Hunden offensichtlich auch.
Natürlich, ich muss mir sicher sein in dem Moment, das ausstrahlen, und es sollte dann natürlich bestenfalls auch nichts aus dem Ruder laufen. Hätte der Berner heute sich losgerissen und sich auf die hinter mir gehende Lucy gestürzt, wär das Thema dann wohl auch durch
Alleine dadurch, den Hund hinter sich zu schicken, löst man natürlich keine Probleme.