Beiträge von Lucy_Lou

    Hm, sonst scheint niemand was in der Richtung zu machen :???:

    Zitat

    Ja mit den einzeln ansprechen tun sich beide noch etwas schwer. Meine ältere fühlt sich immer direkt mit angesprochen.
    Wie genau hast du das geübt?

    Bei mir war es auch die Ältere, die sich da schwer getan hat. Klar, vor Grisus Einzug musste sie ja auf jedes Kommando hören und nicht selektieren. Grisu hatte das sofort raus...

    Ich hab am Anfang viel Hilfestellung gegeben. Also über Körpersprache, der sitzenden Lucy den erhobenen Zeigefinger als Signal für Sitz vor die Nase gehalten oder deutlich "Lucy, Sitz!" gesagt als Erinnerung, sie saß ja schon, und im Anschluß "Grisu Platz" geflüstert. Hat sie dennoch das Kommando für Grisu befolgt, bekam sie kein Lob, sondern nur Grisu. Irgendwann hat sie es dann gerafft.

    Wir machen auch einiges in der Richtung und ich freue mich auch immer über neue Anregungen :smile:

    Als Grisu noch so jung war, habe ich vor allem mit ihm geübt, dass er ruhig liegen bleibt, während ich etwas mit Lucy mache (spielen, suchen schicken oder wie du schreibst: einer wird abgerufen, der andere bleibt sitzen/liegen). Ich hab also erst mal an seiner Selbstbeherrschung gearbeitet, dass er sich zurück nimmt und akzeptiert, dass er nur dran ist, wenn ich dazu aufforder. Das war ein hartes Stück Arbeit bei ihm...

    Als Grisu dann die entsprechenden Kommandos konnte: Sitz/Platz/Steh-Wechsel: z.B. beide sitzen vor mir, ich hab "Lucy Platz" gesagt, Grisu musste sitzen bleiben und so weiter. Also geübt, dass ich die beiden einzeln ansprechen kann.

    Mit den Grundlagen geht dann sehr viel. Was wir z.B. danach geübt geübt haben: ein 4-Eck laufen wie im Obedience, nur parallel mit beiden Hunden. Also einer liegt/sitzt am 4-Eck, der andere läuft Fuß, bekommt dann aus der Bewegung ein Sitz/Platz/Steh Kommando, ich laufe weiter und nehme dann im vorbei gehen einen der Hunde wieder im Fuß mit.

    Was auch gut geht sind Schick-Übungen: man legt mehrere Leinen oder sonstige Targets aus, schickt Hund 1 zu einem bestimmten Target, Hund 2 zu einem anderen, Hund 1 dann von seinem Target aus zu einem dritten u.s.w. Das lässt sich ergänzen mit Apporteln. Von seinem Target aus, kann einer Hunde dann zu einem bestimmten Apportel geschickt werden und das bringen dürfen.

    Dann gehen noch Tricks: du bringst einem Hund bei, über den anderen drüber zu springen. Oder du lässt einen Hund absitzen und den anderen um ihn herum laufen. Gerade in dem Bereich ist sicher noch viel mehr möglich. Da hoffe ich, es kommen noch ein paar Anregungen :)

    Vielleicht ist es die Verknüpfung: ich habe Stock, Frauchen kommt deshalb, es wird ein "Spiel". Du machst Aufsehen um den Stock, indem du guckst, eingreifst, dich deinem Hund näherst... der Stock wird dadurch wichtig für deinen Hund. Das ist annähernd so, als würdest du direkt mit ihm und dem Stock spielen.

    Aber ich denke auch, es geht nicht direkt um den Stock. Er ist mehr Mittel zum Zweck geworden. Eben um Aufmerksamkeit zu bekommen, "fangen" zu spielen, die Aktivität, das "Miteinander beschäftigen" draußen aufrecht zu halten.

    Ich sehe es nicht so streng mit dem nichts aufnehmen. Es ist verboten, etwas zu fressen ohne meine Erlaubnis. Wenn sie etwas finden, das nicht fressbar ist (bzw. das sie nicht fressen wollen), dürfen sie es gerne aufheben und bringen. Den Unterschied kennen sie ;) . Aber wir finden sehr selten etwas. Manchmal schicke ich sie (äh, Lucy), wenn ich irgendwas sehe, das mich interessiert. Grisu überlegt sich genau, was er in die Schnauze nimmt, da ist das mit dem "bring mal" nicht so einfach umzusetzen :roll: . Lucy findet mit Vorliebe PET-Flaschen, die findet sie toll zum spielen. Ansonsten bringt Lucy aber auf Verdacht auch fast alles, wovon sie denkt, es gehört nicht in Wald und Feld. Aber wie gesagt, hier liegt nur wenig rum...

    Rasse:

    Australian Shepherd

    Alter:

    im April 3 Jahre

    Jagen:

    Grisu jagt kein Wild, hat er nie getan. Wohl aber Interesse an Wild gezeigt. Er reagiert dabei rein auf Sicht, überhaupt nicht auf Spuren.


    Welches Wild:
    Mit Abstand am interessantesten findet er Rehe. Kleintiere sind für ihn sehr uninteressant


    Wie stark würdet ihr den Trieb einschätzen?
    Gering

    Wie arbeitet ihr dagegen?
    Als Welpe/Junghund: so viele Wildbegegnungen wie möglich suchen (was hier sehr leicht ist) und jeglichen Ansatz von Jagen unterbinden (letztlich Meideverhalten). Dazu Aufbau eines Alternativverhaltens bei Wildsichtung. Mehr war bei Grisu nie nötig. (über Lucy könnte ich da viel mehr zu schreiben...)

    Was ich noch ergänzen kann: wir haben im ersten Lebensjahr keinerlei unkontrollierte Hetzspiele wie z.B. Ball-Spiele gemacht, stattdessen allgemein viel an Selbstbeherrschung, Impulskontrolle... gearbeitet. Heute spielen wir durchaus (unkontrollierte) Hetzspiele. Daneben machen wir viel an Nasenarbeit und mit dem Futterbeutel. Hat er auch Spaß dran. Gezieltes "Anti-Jagd-Training" oder Beschränkungen, aus Sorge, er könnte auf den Geschmack kommen, gibt es schon länger nicht mehr.


    Wie schwer findet ihr es dagegen anzukommen?
    Bei ihm sehr einfach, da hab ich eher noch zu viel gemacht :p .

    Wo?

    Wir treffen annähernd täglich auf Rehe, seltener auf Kaninchen oder Hasen. Gebiete ohne Wild gibt es hier nicht, deshalb war mir die Kontrolle bei ihm auch so wichtig. Vor allem nach Lucy, die als Berner-Collie-Mix ja eigentlich weniger Jagdtrieb haben sollte, als ein Australian Shepherd. Pustekuchen... aber das wusste ich ja nicht, als Grisu als Welpe einzog...

    Was ich mich dabei frage: die Hunde bauen im Sommer doch dann quasi alles an Muskeln ab, was sie so haben. Wenn ich überlege, wie schnell bei Lucy da kaum noch was an Muskeln am Hinterlauf war, nach wenigen Wochen Schonung... Und im Winter müssen sie dann sofort wieder Leistung bringen?! Wäre es nicht im Sinne von Kondition/Leistung besser um Rennen gewinnen zu können oder was auch immer, wenn man den Hunden auch im Sommer zumindest eine Grundbewegung bietet? Wenn ich mir vorstelle, ich mach 6 Monate Hochleistungssport, lieg dann 6 Monate nur faul rum und soll anschließend wieder Hochleistung bringen... Bliebe ich das ganze Jahr über im Training, würde ich doch deutlich mehr Leistung bringen?! Oder überschätze ich diesen Faktor? Geht das so schnell bei Schlittenhunden, dass sie wieder voll da sind?

    Meine Hunde lutschen beide den Kong aus (selbst Lucy, die Zerstörerin :p ). Wir haben einen roten und einen schwarzen Kong. Beide sind für meine Hunde absolut empfehlenswert. Meine Hunde sind eher groß und kräftig. Es kommt aber wohl mehr darauf an, was der Hund letztlich mit dem Kong anstellt...

    Da überlege ich auch dran, was versteht man unter Konsequenz oder ab wann ist man Inkonsequent? :

    Zitat

    Dumme Zwischenfrage: was genau versteht ihr unter Konsequenz? Denn ich habe hier auch schon von Erziehungsmethoden gelesen, die sich rühmen, man müsse nicht konsequent sein - und in der Beschreibung waren sie dann doch konsequent, sie waren nur nicht konsistent..... ist beides eine Frage der Definition.

    Nicht konsequent sein bedeutet bei manchen "Erziehungsmethoden" (so wie ich es verstanden habe), dass Mensch situativ eine Verhaltensweise vorgibt und der Hund dann darauf hört. Der Hund richtet sich demnach nach seinem Menschen und dessen momentanen Wünschen und nicht nach fixen Grundregeln. Wird so z.B. empfohlen, um dem Hund in Gedächtnis zu rufen, dass Mensch die Regeln vorgibt. So nach dem Motto: ein Rudelführer kann es sich leisten, nicht konsequent zu sein, sondern nach Gutdünken zu entscheiden, wie es ihm gerade am besten in den Kram passt. Der Mensch wird dadurch auch ein Stück unberechenbarer für den Hund, was man sicher sowohl positiv als auch negativ sehen kann. Mit Kommandos befolgen hat das aber nichts zu tun.

    Ich persönlich bemühe mich, Kommandos so aufzubauen, dass der Hund erst mal kaum Fehler machen kann und genug Zeit hat, wirklich zu verstehen, was ich von ihm will; die Ablenkung wird langsam gesteigert und es wird generalisiert. So hören die Hunde recht zuverlässig, trotz dass ich Kommandos kaum je "durchsetze", also laut oder körperlich werde. Auch heute noch frage ich mich erst, worauf der Hund in der betreffenden Situation tatsächlich hört (hören kann), bevor ich ein Kommando gebe. Was ich absolut versuche zu vermeiden, ist ein Kommando zu geben, wenn die Chance nicht sehr hoch ist, dass der Hund drauf hört oder ich es im größten Notfall nicht doch durchsetzen könnte. Ich versuche also zu vermeiden, dass der Hund ein Kommando "überhört". Dazu gehört auch, dass ich mich bemühe, Kommandos nur sehr überlegt zu geben. Aber wenn, ist es mir ernst und die Hunde sollten dann auch darauf hören und zwar sofort. Tun sie es nicht, ärger ich mich aber mehr über mich selbst, als über die Hunde...

    Im Alltag gebe ich allerdings sehr wenig Kommandos. Es gibt ein paar Grundregeln, die setze ich sehr konsequent durch. Und eine Reihe weiterer Dinge, bei denen ich "gefragt" werden möchte. So etwas wie aufs Sofa dürfen, nach Mäusen buddeln, die Böschung runter zum Bach laufen... Meine Hunde dürfen mich auch jederzeit zum Spielen oder Streicheln auffordern und wenn ich Zeit und Lust dazu habe, gehe ich darauf ein.

    Tatsächlich weiß ich nicht so recht, ob ich mich konsequent nennen würde :???:

    Na ja, es ist ja nicht nur das Kissen. Das war mehr das I-Tüpfelchen :/ . Z.B. hat sie vor ein paar Tagen einen Mann verbellt, der am Schnee schüppen war. Sie hat eigentlich nicht den Mann verbellt, sondern die Schneeschüppe, nicht aus Unsicherheit oder so, sondern weil sie es als nettes "Spiel" empfunden hat. Der Mann hat trotzdem einen Satz gemacht, als Lucy da plötzlich neben ihm in der Leine hing... Oder vorgestern Abend hat sie Grisu angeknurrt, als der das Schlafzimmer betreten wollte. Oder sie setzt sich genau vor den Fernseher, wenn wir am Fernsehen sind. Außerdem hat sie angefangen, Theater zu machen, wenn ich die Leine nehme und wir rausgehen: fiepen, rumspringen... Das sind alles völlig neue Macken.

    Ich habe es heute Morgen nun also in Angriff genommen.
    -Keine große Guten-Morgen-Begrüßungszeremonie nach dem Aufstehen.
    - Morgengassi: ich hab die Schuhe angezogen, mich dann an den Tisch gesetzt und Zeitung gelesen, bis Lucy ruhig lag. Hab die Leine in die Hand genommen, mich an den Tisch gesetzt... Hab die Balkon-Tür einen Spalt aufgemacht, hab Zeitung gelesen... Und dann konnten wir tatsächlich völlig ruhig unseren Morgenspaziergang antreten
    - Lucy war dabei nicht an der Flexi-Leine, die sie nach Belieben nutzt und auf der Wiese dann auch die Richtung vorgibt, sondern an der 2-Meter-Leine. Heute Morgen kein schnüffeln nach Belieben, sondern ich bin (wie nennt man das?) "Ignoranz-gelaufen". Nachdem die Leine anfangs ein paar mal straff wurde, lief sie dann tatsächlich aufmerksam mit und schnüffelte eben dann, wenn ich stehen blieb.
    - Seitdem liegt sie auf ihrer Decke und bleibt da erst mal auch :p

    Eigentlich schon erstaunlich, wie viel ich ihr in den letzten Wochen hab durchgehen lassen, ohne es wirklich zu bemerken :???: