Beiträge von Lucy_Lou

    Spaziergänge im eigentlichen Sinn braucht ein Welpe in dem Alter nicht. Er muss die Welt kennen lernen, lernen, dass er sich auf dich verlassen kann, dir vertrauen kann und dass Zusammenarbeit Spaß macht. Richtige Spaziergänge, da reicht bei einem Hund in dem Alter auch einer pro Tag, maximal 2, mehr kann er kaum verarbeiten. Gemeinsame Erkundungsgänge, Spiele, Welt entdecken... Der Rest kann reines lösen in vertrauter Umgebung sein. Für Spaziergänge im eigentlichen Sinne ist später noch mehr als genug Zeit. Jetzt ist wichtig, dass ihr ein Team werdet, euch vertraut und gerne zusammen arbeitet.

    edit: in der alle 2-Stunden-raus-Regel sehe ich wenig Sinn. Anfangs muss der Welpe immer, wenn er aufwacht, wenn er gefressen/getrunken hat, wenn er wild gespielt hat oder aufgeregt ist. In den Wachphasen also ungefähr ständig. In den Schlafphasen pennt er dagegen auch mal 4 Stunden am Stück durch. An Zeitabständen würde ich es nicht festmachen, wann der Hund raus muss.

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    Ein völlig auf mich fixiert und deshalb unter Dauerstrom stehender Hund wäre für mich persönlich der absolute Albtraum .

    Birgit

    Ich kann AK nichts abgewinnen, aber das mit dem Dauerstrom glaube ich nicht. Es mögen sehr unselbständige Hunde sein, aber wenn die Fronten geklärt sind, denke ich auch sehr entspannte Hunde und auch keine Hunde, die ständig Strafe befürchten.

    Man kann ja nur von sich selbst und seinen eigenen Erfahrungen ausgehen (es sei denn, man ist Hundetrainer). Da ist der Hund, da ist man selbst, da sind die Probleme und wie man sie gelöst hat oder auch nicht. So die "schöne" Geschichte: mein Welpe wurde nicht stubenrein, aber nachdem ich ihn 3x mit der Nase reingetunkt habe, konnte er es dann. Lag das an der Methode? Lag es am Alter des Hundes? Lag es anderen Begleitumständen? Hätte es mit anderen Methoden vielleicht deutlich besser oder schneller funktioniert? Egal, man selber hat ja gesehen, es hat funktioniert. Von dem Beispiel wird sich hier wohl (hoffentlich) keiner angesprochen fühlen, aber ich denke mir das bei vielem, was ich im DF so lese. Man geht einen Weg, kommt mehr oder weniger damit klar, erreicht auch die ein oder andere erwünschte Verhaltensänderung beim Hund... Und denkt für sich, so muss das richtig sein. Der Hund könnte freudig hören ohne Leckerlie? Der Hund könnte zuverlässig hören ohne Kronkorken? Der Hund nimmt mich ernst ohne Couch-Verbot und durch ihn durch laufen? Bitte, bitte niemand angegriffen fühlen, ich bin da ja auch nicht besser :ops: . Und viele mögen ja auch tatsächlich den besten Weg für sich und diesen einen Hund gefunden haben?! Ich kann das von mir nicht behaupten. Ich wollte immer Hunde, die "freudig" hören. Bei Lucy klappte die Erziehung mit durchdachtem Aufbau, Konsequenz und Leckerlie zu sicherlich 98% ganz phantastisch. Also rein positiv mit freudig hörendem Hund. Sie ist etwas dickschädelig, hohe Reizschwelle, wenig Umweltinteresse, sehr verfressen, von Natur aus recht "Baustellenfrei". Sie hat gut in mein erdachtes System gepasst. Irgendwann stellte ich dann aber doch fest, dass ein klares Ja-Nein-System uns in einigen Punkten weiter bringt, als das Kommando-Leckerlie-System. Und dann stellte ich fest, sie hört auch nicht schlechter (und immer noch freudig), wenn ich keine Leckerchen in der Tasche habe...

    Tja, und außerdem trat Grisu in mein Leben. Niedrige Reizschwelle, sehr hohes Interesse an allem um ihn herum, sehr bedacht auf Ressourcen, territorial, lautstark, sehr begierig Aufgaben zu übernehmen, Wachtrieb, Schutztrieb, sehr sensibel auf meine Stimmungen reagierend. Leckerchen sind ihm schnurzpiepegal, wenn er etwas anderes wirklich wichtig findet. Ball und Co ebenfalls. Er meint, jemand muss sich kümmern (um alles mögliche) und im Zweifelsfall tut er das halt. Nicht weil er so extrem selbstbewusst oder dominant wäre, beides ist er nicht, sondern weil er überzeugt ist, ein sich kümmern ist zwingend nötig. In dem Prozess sind wir immer noch. Ich, die ich versuche, ihm die Führung zu geben, die ihn zu einem völlig entspannten Hund macht ( :hust: ) und er, der mir in Echtzeit anzeigt, wie erfolgreich ich gerade bin... Bewegungseinschränkung oder klare Ansagen können ihn durchaus beeindrucken und aufmerksam machen. Aber was für ihn letztlich zählt, ist das Ergebnis. Habe ich die Umwelt im Griff? Schätze ich alles richtig ein? Handel ich souverän?

    Grisu ist viel leichter zu beeindrucken, als Lucy und er hat wirklich will to please, würde ich sagen. Er achtet sehr genau auf mich. Aber Lucy ist wirklich der um Längen einfachere Hund :roll: . Bin mal gespannt, was ich beim nächsten Hund dazu lerne...

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    Ampelsystem bezeichnet Anita Balser ihr Erziehungskonzept.

    Das hat mit der Krügerischen HarmoniLogie nichts gemein.


    AK hat auch eine Ampel. Bei ihr ist "Grün" ignorieren (also nicht tadeln) oder abstreichen als Lob. Bei AB ist Grün die Ansage an den Hund, also z.B. ein "Lass das" oder so. Orange und Rot müssten vom Prinzip her ähnlich sein

    edit: meines Wissens ist es auch nicht in AB's Sinne, ihr Erziehungskonzept an der Ampel festzumachen.

    Bei einem sehr schreckhaften Hund ist es Tierquälerei in meinen Augen, die meisten anderen Hunde werden sich wohl an das Geräusch gewöhnen und fröhlich weiter ziehen...

    Vielleicht die Wärme? Lucy weiß auch bei jeder Weggabelung den kürzesten Weg zurück und ab 20 Grad aufwärts versucht sie mich und Grisu durch pure Willenskraft auf den jeweils kürzesten Weg zu lotsen :lol:

    Auch findet es Lucy nicht in Ordnung, wenn an bestimmten Wegabschnitten meistens ein Spiel oder ein Leckerlie-jagen/suchen... stattfindet und dann mal nicht. Weiter gehen ohne? Nur nach Protest!

    Immer den gleichen Weg findet sie ebenfalls doof...

    Joah gibt viele Möglichkeiten fürs stehen bleiben und entrüstet gucken. Zumindest habe ich mit Grisu wenigstens einen willigen Hund :p :lol:

    edit: du hattest zwischenzeitlich geantwortet. Vielleicht einfach kein Hund, der sich gerne "grundlos" bewegt? Vielleicht Schmerzen, falls es erst seit kurzem so ist?

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    Ich sehe nie Rehe, bin aber auch nicht traurig drum.
    Wer weiß wie die Wuffs darauf reagieren würden.

    Bei uns sind das Problem eher die Kaninchen, die gemülich 2 m von uns entfernt sitzen während Maya schon in die Leine springt..aber ein noch größeres Problem haben wir hier zur Zeit mit einer Katze :fluch:

    Interessanterweise sehen wir hier fast nie Kaninchen/Hasen, dafür Massen an Rehen. Vielleicht eine Frage von Stadt oder Land?! Ich habe auch den Eindruck, in der Stadt sind die Wildtiere einfach viel weniger scheu. Eichhörnchen, Hasen, Kaninchen... die bleiben hier quasi unsichtbar. In der Stadt sitzen die auch mal seelenruhig 2 Meter vor einem.

    Sämtliche Tiere sind meine Tiere. Mein Mann mag sie, knuddelt mal oder spielt mal (je nach Tierart), aber Arbeit mit ihnen will er nicht. Das wusste ich von Anfang an, es gibt keinerlei Streit darüber und so lange die Tiere meinen Mann nicht einschränken, hat er sie gerne um sich. Im Falle einer Trennung wären es immer noch meine Tiere. Die Katze, die Schafe, die Kaninchen und auch die Hunde.

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    Bei mir stehen die Rehe frech im Garten

    Das hatte ich gestern auch... Null Respekt die Viecher, ich brauche wohl doch einen Zaun :p . Wir haben zur Zeit die Schafe im Garten, da wir vor dem Urlaub nicht mehr zu mähen geschafft haben :hust: , und nun ist kein durchkommen mehr. Und gestern Morgen dachte ich: huch, drei Schafe? Nein, ein Reh...

    Beim Spaziergang geht es momentan, wird eher wieder was weniger. Vor allem wieder mehr Einzelrehe, nicht mehr so große Gruppen, wie im Winter. Mit einem Hund mit starkem Jagdtrieb könnte man hier das ganze Jahr über nicht entspannt laufen. Es gibt kaum einen Spaziergang ohne Rehsichtung

    Ein knurren ist eine Warnung und/oder eine Unmutsäußerung. Als solche sicher nichts, was ich meinen Hunden verbiete. Aber ich frage mich schon, warum sieht der Hund gerade einen Grund dazu? Und: wenn der Gegenüber nicht auf die Warnung reagiert, was passiert dann als nächstes?

    Wie schon geschrieben wurde, wir leben in einem dicht besiedelten Land und viele Menschen sehen Hunde entweder als (potentielle) Bestie oder als eine Art besserer Mensch, frisch aus Disney World entsprungen. Zu beidem passt ein knurren eher nicht. Entsprechend sind auch die Reaktionen vieler Menschen (selbst Hundebesitzer) wenn ein Hund dann doch mal knurrt. Und ganz ehrlich: auf dem Dorf kann man es sich eher nicht leisten, als die mit den Bestien bekannt zu sein…

    Ich wäge daher ab, ob das knurren so in der Situation hingenommen werden kann oder nicht. Und was die Ursachen sind und mögliche Konsequenzen, wenn das knurren keinen Erfolg aus Sicht des Hundes hat.

    Wenn mein Hund knurren würde, weil ihn Kinder nerven, wäre das für mich ein Zeichen, das extrem ernst zu nehmen. Kinder neigen eher nicht dazu, mit dem wilden spielen aufzuhören, bloß weil ein Hund am Rande des Geschehens das grad doof findet. Was macht der Hund also, wenn das knurren nicht hilft? Knurren verbieten bringt natürlich null. Der Hund fühlt sich kein Stück besser und greift dann vielleicht zu anderen Maßnahmen, ohne erst zu warnen. Also würde ich üben, versuchen die Situation für den Hund zu verbessern oder mache unmissverständlich klar, Kinder sind tabu!

    Wenn der Hund meint, auf dem Spaziergang Fremde anzuknurren, ich teile dem Hund mit, hey kein Grund, lass das, und er macht trotzdem weiter, sehe ich da ebenfalls ein Problem. Entweder meine Kommunikation ist extrem unklar, weil ich unsicher bin oder was auch immer, dann muss ich daran arbeiten. Oder meint Hund weiß, was ich meine, traut mir aber entweder nicht zu, die Situation richtig einzuschätzen und/oder im Zweifelsfall das Rudel zu schützen. Dann läuft also auch einiges schief.

    Fremde Hunde anknurren sehe ich persönlich recht unproblematisch, selbst wenn manchen Menschen angesichts Lucys Größe der Schweiß auf die Stirn tritt. Die fremden Hunde verstehen es in der Regel und Lucy zerfleischt ja niemanden ;).

    Futter wegnehmen, das ich meinen Hunden vorher zugestanden habe, sehe ich als Beibringen, zu knurren. Der Hund lernt, es ist Mist, wenn ich fresse und es nähert sich ein Mensch, aber bei bestimmten Menschen darf ich meinen Unmut nicht zeigen…