hm. *nachdenklichbin* Viele Menschen finden es toll, wenn ein Hund aufs Wort gehorcht und seinem Menschen quasi jeden Wunsch von den Augen abliest, ihn anhimmelt, alles für ihn tut. So einen Hund wirklich HABEN wollen aber anscheinend nicht so viele. Ich werde fast täglich darauf angesprochen: mein Hund konzentriert sich nur auf mich, er liest mir wirklich jeden Wunsch von den Augen ab, wartet darauf, dass ich ihm sage, was er machen soll, dabei himmelt er mich an und scheint, etwas für mich tun zu WOLLEN. Davon sind Passanten und Wartetende an der S-Bahn völlig fasziniert und fragen mich, wie ich es geschafft habe, ihm das beizubringen. Ich sage dann: 1. tägliches Training und 2. (was noch viel wichtiger ist) der Hund bietet es an, weil ER es will! Er möchte gefallen.
Das war eben das, was die Menschen an Jay Sislers Hunden so fasziniert hat: sie haben für ihn all diese Dinge gemacht, freiwillig, ohne Zwang. Manch einer sagt ja, einige Aussies denken, sie seien Menschen. Und manchmal habe ich das Gefühl, dass es tatsächlich so ist, dass sie sich so sehr an ihrem Menschen orientieren, dass sie sie quasi kopieren wollen. Bela hat solche Züge, auch bei Hudson habe ich das schon beobachtet, auch bei Molly.
Genau dafür lieben so viele diese Rasse und dafür wurde sie so eifrig gezüchtet. Nicht, weil sie so selbständig sind, so eigensinnig und schwer zu lenken, sondern weil sie genau das Gegenteil sind. Und wie sonst hätten sie all die Aufgaben auf den Ranches erfüllen können? So ein vielfältiger Hund, der dem Menschen auf so viele Arten nützlich sein soll, der MUSS doch lernwillig, leicht lenkbar, ja auch "arschkriecherisch" sein.
Und mal ehrlich: einerseits will keiner so einen "Arschkriecherhund" und andererseits ist das Geschrei groß, wenn der Hund stiften geht, nicht hört, macht was er will, einen igoniert und man ihn anbrüllen muss, damit er mal reagiert 
Das war jetzt etwas provokativ geschrieben, ich weiß. Es möge bitte keiner auf sich persönlich beziehen. Ich hab nur gerade einen nachdenklichen Moment. Und ich muss auch zugeben: ich liebe meinen Hund genau dafür, dass er eben nicht so selbständig ist wie viele andere Hunde. Bela liest mich wie ein Buch und kennt mich besser als ich mich selbst. Er zeigt mir das aber auch sehr deutlich und ich muss dann meine Schlüsse daraus ziehen. Einen besseren Lehrmeister als Bela hatte ich nie. Und obwohl er viele Tricks kann, in der U-Bahn/auf dem HuPla oder wo auch immer nur Augen für mich hat und mir stets gefallen will, ist er keine Maschine und ich empfinde ihn auch nicht als Arschkriecher. Er hat sehr wohl eine eigene Persönlichkeit, aber er braucht mich auch zum Leben (so wie ich ihn brauche).