Ich habe hier nirgends gelesen, dass 600€ ein angemessener Verdienst für einen Tierarzt ist. Meiner Meinung nach wäre er es zumindest nicht. Allerdings sehe ich auch nicht ein, dass studierte Leute immer immens viel mehr verdienen müssen, als "normal Ausgebildete". Letztendlich hat sich jeder seinen Job selbst ausgesucht und jeder hat (bei Vollzeit) seine ca. 40 Stunden zu leisten. Und da sehe ich ehrlich gesagt auch nicht ein, dass ein Handwerker, der 8 Stunden am Tag wahnsinnig harte Arbeit leistet nur ein Bruchteil vom Gehalt eines beispielsweise Tierarzt verdient.
Im Moment wird in fasten allen Branchen schlicht der Lohn gedrückt, wo es nur geht. Aber sich zu beschweren, dass 10,80 € netto die Stunde wenig ist, finde ich persönlich schon vermessen. Wahrscheinlich auch, weil ich darunter liege, und auch als Einzelperson mit Wohnung, Auto und 2 relativ großen Hunden davon leben konnte.
Jetzt ist es zwar nicht mehr geworden, aber ich wohne nicht mehr allein. Fixkosten sinken dadurch natürlich und ich kann nach Jahren auch endlich was zur Seite packen. Natürlich ist das viel schöner so. Aber ich kenne genug, die das nicht können. Und von daher schätze ich mich glücklich. Ich orientiere mich auch lieber nach unten, als nach oben.
Natürlich waren die Preise "früher" durchaus anders. Aber meine Eltern haben es geschafft mit einem normalen Handwerkergehalt (meine Mutter war/ist Hausfrau) ein Haus abzuzahlen, ein großes Auto in gutem Zustand zu besitzen und 3 Kinder groß zu bekommen. Wir hatten keinen Luxus, aber immer genug und einmal im Jahr war auch ein Urlaub drin. Und jetzt höre ich immer häufiger Leute rumheulen, die mir dem 3-fachen am Geld nicht ne Wohnung und ein Kind groß bekommen. Das kann ich nicht ab! Dann darf eben nicht der dritte riesen Plasma TV einziehen, keine 3 Autos in der Garage stehen und nicht 2x im Jahr ein Urlaub im Ausland sein. Es ist eine Frage der Sichtweise und der Priorität.