Ein Erfahrungsbericht: Shira, OEB, knapp 7 Jahre mit verhältnismäßig langer Schnauze
Ihr fehlen 4 Zähne, alle gezogen - 2 wegen Entzündung, 2 die aufgrund von zu wenig Platz in der Schnauze 2 andere Zähne stark beschädigt hatten und bis auf den Nerv frei gelegt hätten.
Bewegungsapparat ist wirklich einwandfrei.
Vom Gemüt her, ist sie allgemein relativ "faul". Bei kühleren Temperaturen, kann sie aber wenn sie möchte richtig Gas geben, wo sie keine Einschränken mit langschnauzigen Hunden im Vergleich hat. Ab 15 Grad (!) aufwärts bekommt sie allerdings trotz relativ langer Schnauze spürbar einen Leistungseinbruch. Sie hechelt deutlich schneller, deutlich tiefer und "pumpender". Ab 25 Grad geht sie eigentlich nie länger als 30min und die als wäre sie hoch betagt im tiptop Schritt und stark hechelnd. Im Garten tobt sie dann immer noch gern, muss sich nach wenigen Minuten aber immer wieder zum Abkühlen in den Schatten legen. Temperaturen über 30Grad und der Hund bewegt sich eigentlich nicht mehr.
Allergien ohne Ende (von Hausstaub, zu sämtlichen Milben, zu Gräser/Kräuter/Bäumen und Fleischsorten). Hauptsächlich betrifft es die Haut die am ganzen Körper offene Wunden bildet, die anfangen zu eitern. Ganz schlimm sind die Pfoten, die anschwellen und ebenfalls aus dem Nagelbett heraus suppen. Für sie ist der Juckreiz natürlich unglaublich belastend. Zu ganz schlimmen Zeiten kommen dann noch Asthmaanfälle dazu. Ohne dauerhafte Gabe von Apoquel geht es bei ihr definitiv nicht.
Die normale Atmung ist bei ihr geräuschlos. Ihr "pumpendes" Hecheln finde ich allerdings grausam mit anzuhören. Und alle paar Tage gibt sie komische, gurgelnde Geräusche von sich, wenn sie zB länger lag und dann aufsteht. Schnarchen tut sie immer mal wieder, aber nicht extrem (weder besonders oft, nicht besonders laut, nicht seltsam klingend).
Ansonsten ist sie toi toi toi ein gesundheitlich fitter Hund, der "nur" wegen den aufgezählten Punkten den Tierarzt sieht (abgesehen von Kastration und einem Magen/Darm Infekt).
Extreme Plattschnauzen wie den Mops und den allermeisten französischen und englischen Bulldoggen kann ich rein gar nichts abgewinnen. Aber ich gebe zu, ich finde Hunde mit gemäßigt verkürzten Fang und breiter Statur hübsch und niedlich. Das hat für mich nichts mit Fetisch oder sonst was zu tun, Geschmäcker sind halt einfach verschieden. Optisch sprechen mit langnasige Hunde zB eher nicht an, obwohl es die natürliche Schnauzenform ist.
Aber die Erfahrungen mit Shira haben mich trotzdem stark beeinflusst. Ich hätte es vor ihrem Einzug mit 3 Jahren nicht für möglich gehalten, dass ein Hund mit der Schnauzenlänge doch noch so starke Einschränkungen hat. Von Allergien habe ich bei Bulldoggen auch schon verstärkt gehört. Dass das solche Ausmaße annehmen kann, hat mich aber auch geschockt.