Beiträge von geordie

    Ginger wog seit längerem zu viel, ich habe mich aber damit abgefunden,. war der Meinung, das ist halt das Gewicht, bei dem sie sich einpendelt, egal was ich mache.

    Dann kam die Diagnose Ellbogendysplasie und Patellaluxation, und der Chirurg sagte, sie sollte im Winter ca. 2mm, im Sommer 1mm auf den Rippen haben. Da hatte sie 7,8kg und laut Chirurg 4-5mm auf den Rippen.

    Da hat sich bei mir ein Schalter umgelegt. Auf einmal flutschte es, inzwischen haben wirs auf 7,2kg runtergeschafft. Ich hatte / habe keine Hemmungen mehr, das Futter weiter zu kürzen und auch mich durchzusetzen bei den vielen Leuten, die das mit den Leckerlis nicht so eng sahen.

    Was bei uns konkret funktioniert:

    -- Die fettreichen Sachen beibehalten, die reich an Omega 3 sind, die anderen kürzen / streichen. Da bin ich zum Teil radikal vorgegangen und hab einiges an Knochen durch Knochenmehl ersetzt, weil die Knochen sehr fettreich waren (z.B.Hühnerrücken, Lammrippen) -- obwohl ich Knochen immer sehr wichtig fand, aber dieses Abspeckziel hat momentan klaren Vorrang.

    -- Mehr (gefüllten) Blättermagen geben, das füllt den Magen, gibt dem Darm was zu tun und ist kalorienarm.

    -- Ab und zu eine Hauptmahlzeit mit einer Reiswaffel (tolle Magenfüller) oder einem Stück Trockenlunge ersetzen.

    -- Trockenlunge und manchmal Reiswaffel (die gesalzenen) als Leckerlis.

    -- Da Ginger momentan frisch operiert ist und sich nicht viel bewegen darf, sind die Mahlzeiten nochmal kleiner bzw. es gibt mehr Blättermagen und Reiswaffel. Ich achte auch drauf, ein paar Konzentrate wie z.B. relativ viel Leber, mal Trockenblut, auch gemahlene Nüsse und ziemlich viel Eigelb zu geben. Nicht alles kalorienarme Sachen, aber ich möchte auf keinen Fall, dass es ihr gerade jetzt an Aminosäuren, Vitaminen, Spurenelementen usw. mangelt.

    Trockenfutter bei einem extrem guten Futterwerter finde ich übrigens verkehrt. Alle Trofus sind reich an Kohlenhydraten, enthalten also einen hohen Anteil an nährwerttechnisch ziemlich leeren Kalorien. Wenn man sehr mit den Kalorien geizen muss, kann man sich sowas eigentlich nicht leisten. Da sollte man m.E. die wenigen Kalorien in die wertvollen Proteine und Fettsäuren investieren. Füllstoffe ohne viele Kalorien kann man immer noch nebenbei füttern.

    Liebe Grüße
    Kay

    EDIT
    Vergessen zu erwähnen: Bevor die Diät losging, habe ich vorsichtshalber mal die Schilddrüse checken lassen, das würde ich immer machen, wenn der Hund trotz kleiner Mengen zunimmt. Wichtig: unbedingt auf freie t3 & t4 bestehen, nicht nur auf Gesamt-t4 bzw. t3 testen lassen.

    Laut einer befreundeten Hundephysio gibt es auch Hunde, die sich bei Gelenkproblemen selber eine Kältetherapie zur Schmerzbetäubung verpassen, indem sie sich auf kalte Flächen legen, auch wenn die Flächen sehr hart sind.

    Das gebe ich jetzt sinngemäß einfach weiter, ohne jemand hier persönlich ansprechen zu wollen. (Mein Hintergedanke wäre eher der, dass Leute den Thread lesen könnten, bei denen die Info vielleicht als Puzzleteil zu anderen Verdachtsmomenten hinpasst bzw. die gar gedacht hätten, der Hund könne unmöglich was mit den Gelenken haben, wenn er sich auf harten Untergrund legt.)

    Ich würds auch unbedingt an den einzelnen Hund und ggf. seine Lebensphase anpassen wollen, auch unter Menschen gibts ja verschiedene Vorlieben und Bedürfnisse bei unseren Matratzen :smile:

    Liebe Grüße
    Kay

    Hi Nadine,

    willkommen hier! :gut:

    Was im Einzelfall hilft, da gibts zig Varianten. Ich zähle einfach mal auf, was sich für uns (Ellbogendysplasie, Patellaluxation) als nützlich herausskristallisiert hat:

    -- Gewichtskontrolle: nix mehr "sie neigt zum Moppeligwerden", sondern strikt 1mm Sommerfett auf den Rippen, 2mm im Winter. So genau kann ich das nicht ertasten, der Gelenkchirurg aber schon :roll: Ich weiß also jetzt ziemlich genau, wieviel Ginger nach Maßband haben darf und das hilft mir beim Strengbleiben.

    -- Physiotherapie: Das hat ganz tolle Ergebnisse gebracht und war auch sehr günstig, da Claudia (http://www.dogtouch.de) selber insgesamt nur dreimal da war, zwei der drei Male sogar hauptsächlich zum Blutegelsetzen. Der Rest waren Hausaufgaben zum Selbermachen, was extrem viel gebracht hat.

    -- Nahrungsumstellung in Richtung mehr Omega 3 im Verhältnis zu Omega 6. Da ich frisch füttere, ging das einfach, ich habe Gingers heißgeliebten Lachs bzw. Lachskopf auf 2-3mal die Woche hochgesetzt und drauf geachtet, dass beim restlichen Fleisch möglichst viel von grasgefütterten Tieren stammt.
    Aber auch bei Fefu kann man z.B. ein Omega 3-reiches Öl zufüttern: Ich finde Fischöle besser als rein pflanzliche und gebe an fischfreien Tagen das Barfers Omega ausm barfshop.

    -- Nahrungsergänzungen: Da gibts so sehr viele, die man geben könnte. Ich denke, es gilt ausprobieren. Ginger bekommt hochdosiertes Glucosamin & Chondroitin & MSM (gibts oft zusammen als Tablette), Kollagenhydrolysat, plus Vitamin K1, Vitamin E-reiches und kleine Mengen Vitamin C bzw. Hagebuttenpulver.

    Wegen Getreide: Ich hab auch oft gelesen, dass Getreide bei Arthrose kontraindiziert ist. Hirse soll aber gut sein. Bei uns scheidet Getreide eh wegen Gewichtsprobleme aus, die wenigen Extrakalorien werden in Omega 3 investiert.

    Liebe Grüße
    Kay

    @fofinha
    Du hast einen gelenkkranken Hund, das kann man nicht verallgemeinern.

    Bei einem gesunden erwachsenen Hund würde es mich auch sehr wundern, wenn eine Tageswanderung ausgeschlossen sein sollte.

    Mensch freue ich mich auf die Zeit, wo Ginger wieder laufen kann und wir endlich in den Wald gehen können. Ich werde diese Spaziergänge auch nicht von vornerein zeitlich beschränken, weil der Haushund an sich angeblich nicht mit regelmäßigen längeren Spaziergängen klar komme, sondern ich passe die Zeiten ganz individuell an.

    Wenn sie wegen des Ellbogens nicht länger als eine halbe Stunde laufen kann, gehen wir gar nicht erst in den Wald, das lohnt sich erfahrungsgemäß nicht bzw. solche kurzgehaltene Erlebnisgänge wären eher geeignet, Ginger nur hochzupushen.

    Liebe Grüße
    Kay

    Ich denke auch, einige Hunde werden überstresst, das würde ich aber weniger pauschal auf die Dauer der Spaziergänge beziehen als auf andere Faktoren wie z.B. übermäßigen Hundesport, keine geeigneten Rückzugsmöglichkeiten zu Hause usw.

    Ich habe das Glück, dass Ginger da sehr anpassungsfähig ist, sie wird weder hibbelig noch depressiv bei den Schwankungen, die es z.T. bei uns gibt (mal nur mitlaufen, mal den ganzen Tag draußen). Einige Hunde haben wohl einen engeren Rahmen, innerhalb dessen sie am Besten klar kommen.

    Liebe Grüße
    Kay